Hallo und herzlich willkommen hier,
irgendwie scheint da oben bei den Antworten was mit dem Zitieren nicht ganz hingehauen zu haben, aber das macht nix.
Du hast ja schon viele gute Antworten und Links bekommen. Ich mag einige Punkte noch herausgreifen:
Du beschreibst ein paar Dinge, aus denen Du schließt, jetzt weniger Milch zu haben:
Meine Brüste fühlen sich wieder so leicht wie vorher an und ich meine auch das mein StillBH jetzt viel zu groß ist, der war sonst deutlich mehr ausgefüllt.
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Naja und beim abpumpen kam heute morgen nur noch 10ml raus (etwas unter dem Strich sogar)
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Dann hört sie auf zu trinken, ist aber nicht zufrieden, gebe ich ihr den Nucki saugt sie ganz stark daran.
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Wenn ich so stille und nicht abpumpe tropft es etwas aus der anderen Brust (ist jetzt auch nicht mehr)
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An dem Stillhütchen sehe ich auch das es weniger Milch ist. Sonst war es nach 20min immernoch voll mit Milch, nun ist es nach 10min schon nicht mehr so voll, bzw. leer...
Also, zunächst mal: Diese Dinge für Anzeichen verringerter Milchbildung zu halten, passiert vielen Müttern, soviel Dir zum Trost.

Trotzdem ist das ein Irrtum - zur Brustgröße wurde Dir ja schon geantwortet. In der Tat sind die Brustdrüsen in den ersten Wochen nach der Geburt geschwollen, außerdem neigen viele Frauen in dieser Zeit aufgrund der Hormonlage zu Überproduktion. Die Mütter halten die großen Brüsten dann für den "Normalfall für die Stillzeit" und sind sehr besorgt, wenn die Brüste nach einigen Wochen wieder deutlich schrumpfen, zum Teil sogar unter Schwangerschaftsgröße. Der Grund dafür liegt jedoch lediglich in einem Rückgang der Schwellung, in einer Normalisierung des Gewebswasserhaushalts und in einer Anpassung der Milchpoduktion an den tatsächlichen Bedarf. Hier kann also komplett Entwarnung gegeben werden.
Die letzten beiden Punkte in der Aufzählung haben mit der zunehmenden Ausbildung kleiner Schließmuskeln rund um die Brustwarze zu tun. Diese Muskeln werden im Laufe der Stillzeit normalerweise kräftiger, so dass keine Milch mehr "einfach so" austritt. Das nebenbei-Tropfen hört auf. Auch im Hütchen ist dann keine Milch mehr. Ebenfalls ganz normal.
Das Abpumpen wurde ja ebenfalls schon erwähnt - in den ersten Wochen sprudelt die Milch bei vielen Müttern hormonlagebedingt "einfach so". DAS ist im Grunde der Ausnahmefall - der Normalzustand kommt erst danach.

Dann muss nämlich beim Pumpen der Milchspendereflex ausgelöst werden - das ist Übungssache. Bei manchen Frauen klappt es auch gar nicht; über die Stillfähigkeit sagt dies jedoch nichts aus.
Beachte, dass große Sorgen bzgl. der eigenen Stillfähigkeit TATSÄCHLICH die Stillfähigkeit beeinträchtigen können. Beim Stillen wird Oxytocin ausgeschüttet, auch "Wohlfühl-Hormon" genannt. Die Ausschüttung kann bei großen Sorgen, Ängsten oder Stress verringert sein. Bleibe zuversichtlich! Ganz ruhig, durchatmen, eine warme Umgebung, etwas leckeres zu trinken bereitstellen, vielleicht Lieblingsmusik oder zur Ablenkung etwas TV, BEQUEMES Sitzen oder Liegen beim Stillen... das hilft beim Wohlfühlen, entsprechend schneller wird der Milchspendereflex ausgelöst.
Das einzige, wo genaueres Hinsehen sinnvoll ist, ist in der Tat die Hütchenverwendung. Dein Baby kennt bereits Schnuller, Flasche und Hütchen. Viele Babys sind mit dem ständigen Wechsel zwischen diesen Saugtechniken überfordert - dies ist mit dem Begriff "Saugverwirrung" gemeint (siehe Link).
Das Stillen kann dadurch tatsächlich mehr oder weniger stark beeinträchtigt sein. Entsprechend liegt nahe, dass bei Euch bereits negative Auswirkungen der vielen verschiedenen Sauger beobachtbar sind.
Davon abgesehen hat Hütchenverwendung den Nachteil, dass dadurch tatsächlich die Milchbildung verringert sein kann. Das liegt zum einen am verminderten Saugreiz, der durchs Hütchen an der Haut ankommt. Die Milchbildung hängt bekanntlich von der Nachfrage ab. Je häufiger und intensiver gesaugt wird, desto mehr Milch wird gebildet. Was passieren kann: Das Gehirn interpretiert einen durchs Hütchen abgeschwächten Saugreiz als schwaches Saugen, und "dazu passend" wird dann weniger Milch gebildet. Dazu kommt noch die unterschiedliche Saugtechnik mit und ohne Hütchenverwendung. Korrektes, intensives Ausmelken mit Zunge und Kiefer ist mit Hütchen schwieriger. Auch dies kann sich negativ auf die Milchbildung auswirken.
Insgesamt lohnt es sich also, wenn möglich auf Hütchen zu verzichten. Immer wieder ohne Hütchen probieren ist eine gute Idee - die spontane "Wunderheilungsrate" (sprich: plötzlich geht es ohne) ist bei Hütchen sehr hoch. Unbedingt sinnvoll ist, wenigstens den Einsatz der ANDEREN künstlichen Sauger zu vermeiden. Am besten wäre: Ab sofort KEINE Schnuller und KEINE Flaschen mehr! Letzteres hätte auch den großen Vorteil, dass Du Dir das nervige Pumpen sparst (wie kam es eigentlich dazu? Also was ist der Grund fürs Abpumpen?). Und dann ganz in Ruhe die Hütchen abgewöhnen.
Kannst Du mit diesen Hinweisen etwas anfangen?
Rückfragen immer gerne und
LG
Julia