unser Stillstart

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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honigtopf2010
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Re: AW: unser Stillstart

Beitrag von honigtopf2010 »

Hallo Totoro,

Glückwunsch zum Baby! Ich habe schon ein großes Stillkind und seit Samstag wieder ein kleines. Ich bin keine Beraterin. Gut, dass du den Weg hierher gefunden hast. Du wirst hier kompetente Hilfe bekommen. Das Zufüttern mit Wasser durch deine Hebamme spricht nicht dafür, dass diese auch ausgebildete StillBeraterin ist. Bitte KEIN Wasser. Es ist völlig normales Verhalten. Es kommt wirklich auf das korrekte Anlegen an. Das ist, wenn es keine Anatomischen Probleme gibt - bspw. FehlStellungen, kurzes Zungenband - ein Stück weit auch ÜbungsSache. Gib euch Zeit. Stress und Angst können euch da in eine doofe Spirale bringen. Ja, die trinken die ganze Zeit :grin:
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Krankenschwester
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Re: unser Stillstart

Beitrag von Krankenschwester »

Hallo Totoro,
Ich denke auch dass das zufüttern von Wasser nicht medizinisch indiziert sein kann. Speichelfluss wird durch Kaubewegungen und auch Saugbewegung verstärkt. Die Speicheldrüsen im Mund sorgen schon dafür das der Mund feucht genug bleibt.

Um das zu verstehen kann man auch einfach an den Geschmack einer Zitrone denken oder Kaugummi kauen.
Siehst Du schon musst Du Spucke runterschlucken. ;)
Solange die Schleimhaut im Mund feucht und rosig ist muss man da nicht agieren. Trocken ist sie wenn man richtige Borken auf der Zunge hat.

Ein dazufüttern von Wasser ist auch deshalb kontraindiziert weil Wasser ein Keimträger ist und gerade Dein kleiner Krümmel sowas gar nicht gebrauchen kann.
Falls die Unsicherheit wächst und es nicht so einfach läuft wie man sich das erhofft hat gibt es auch noch die telefonische Stillberatung über die LaLecheLiga oder den AFS.

Ich war damals auch total fertig und hab viel geweint weil ich aus allen Ecken solche unprofessionellen Ratschläge bekommen habe. Ich kann Dir nur empfehlen für Ruhe zu sorgen(alle rausschmeißen,keinen rein lassen) und Dich erst mal auf Euch zu konzentrieren. Auch wenn alle sagen Du sollst Dich mal nicht so haben. ;)
Das kann dann aber Dein Mann machen, du hast ja genug mit Deinem Krümmel zu tun.

Und zu den schmerzenden BW…durchhalten. Wenn Dein Spatz den Mund schön offen hat und andocken möchte einfach "reinstopfen" und nuckeln lassen. Dadurch wird ja erst die Menge der Milch und auch des Kolostrums erhöht.

Ich wünsche Dir alles alles Gute!!!
Du schaffst das und kannst/wirst wie der Rest der Welt Dein Kind ernähren können. Ich bin mit ganz sicher!

Fühl Dich gedrückt
Viele Grüße aus der Hauptstadt...

Der kleine König hasste Kinderwagen-wurde nur getragen-schlief im Familienbett-liebte es gestillt zu werden - erforscht die Welt nun auf seinen eigenen kleinen Beinen - und ist der Stolz seiner Eltern ;-)


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Totoro
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Re: AW: unser Stillstart

Beitrag von Totoro »

Das Wasser war natürlich abgekocht. ;-)

Hab jetzt noch mal mit einer Stillberaterin telefoniert. Da die letzte Windel wieder trocken war und wir die Sorge teilen, daß er sich zu sehr verausgaben würde wenn wir die letzte Nacht wieder mit dauerstillen verbringen, werden wir wenn es wieder so läuft zumindest ein paar Löffel Pre gehen nach dem stillen, damit er was von dem was er da investiert zurück bekommt.

Sie meint wenn er unterzuckert, wird er schlapp. Da er kaum Pippi macht wird das wohl sonst bald vermutlich passieren, da hilft das Wasser dann auch nicht.

Sie sprach von max zwanzig bis dreißig ml, aber mir kommt das zu viel vor. Die Hälfte sollte reichen um etwas zeit zu schinden. Es soll ja kein voller Ersatz sondern eher Nachtisch sein.

Aber ich glaube langsam kündigt sich die Milch an, langsam werden die Brüste wärmer und ich bilde mir ein auch schwerer, ein gutes Zeichen!
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Krankenschwester
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Re: unser Stillstart

Beitrag von Krankenschwester »

Hey das hört sich doch schon besser an. :)

Das er nicht so viel ausscheidet hatte ich wohl überlesen. Sorry hierfür. Dann verstehe ich natürlich das man Flüssigkeit dazu gibt. 30ml sind meiner Meinung nach nicht viel. Aber ich bin nur eine Krankenschwester und keine Stillberaterin.
Der kleine König hat locker 70ml weggetrunken (nach dem stillen wohlgemerkt) nach 3-4 Tagen auf der Welt. Das weiß ich so genau weil er so seine Probleme mit dem andocken hatte (Blockierung in den oberen Halswirbeln) und ich immer pumpen musste und dann zugefeedert habe.
Das feedern fand ich übrigens echt toll und ich musste keine Flasche nehmen.

Und das hört sich auch super an mit Deinen Brüsten. Wenn dann erst mal viel Milch da ist wird er ja auch nicht mehr dauernuckeln denke ich.
Hach das war so ne schöne Zeit als der kleine König mich noch so oft zum heulen gebracht hat. :heul

Viel Glück Euch beiden, ich finde das hört sich alles schon ganz gut an und es kann nur noch besser weiter gehen. :wink:
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stillmaus
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Re: unser Stillstart

Beitrag von stillmaus »

Von mir auch erstmal herzlichen Glückwunsch zum Baby! Ich hoffe, es geht Dir schon wieder besser!

Ich hatte beim ersten Kind auch furchtbar wunde Brustwarzen, ab den ersten 10 Minuten Stillen und kann mich noch gut erinnern, wie weh sowas tut.

Was auf jeden Fall geholfen hat, ist, nach dem Stillen ein bis zwei Tropfen Milch durch sanften Druck auf den Warzenhof auszudrücken und auf den BW zu verteilen. Die antibakterielle Wirkung der Milch verhindert Entzündungen etc. Hochgereinigtes Wachs, z.B. von Medela, hat mir auch sehr geholfen. Man soll es aber nur sehr dünn auftragen, sonst weicht es die BW zu sehr auf und sie werden noch anfälliger.

Das Wichtigste zur Vermeidung wunder BW ist (lt. stillfreundlicher Literatur) korrektes Anlegen. Es ist bestimmt hilfreich, da mal jemanden draufgucken zu lassen.

(Ich persönlich habe allerdings leichte Zweifel, ob man nicht auch bei korrektem Anlegen wunde BW haben kann. Ich habe damals so wie Du beschrieben hast auch oft mehrfach angelegt, weil ich dachte, es tut weh, also kann es nicht richtig sein, aber das mehrfache Anlegen ist irgendwie auch nicht gerade brustwarzenschonend...

Unser Weg war schließlich, erstmal 6 Wochen lang die BW zerfetzen zu lassen und dann mit Hütchen weiterzustillen, bis das Kind 9 Monate alt war, danach klappte es prima ohne. Aber das müsst Ihr ja erstmal nicht so anstreben... :) Von daher habe ich jetzt auch nicht die ultimativen Tipps, kann aber sagen, was ich jetzt evtl. anders machen würde als damals.)

Z.B. hat mir der Kinderarzt geraten, stillfreundliche Schmerzmittel zu nehmen. das habe ich nicht gemacht, weil mir Schmerzmittel eher supekt sind (und ich lieber merken will, wenn bei mir gerade etwas kaputtgeht...) Aber die Schmerzen können den Milchspendereflex negativ beeinflussen, von daher kann schon ein Teufelskreis entstehen: Milch kommt wegen der Schmerzen nicht, daher unzureichende Nachfrage, Kind ist unzufrieden, weil nicht satt, will daher noch länger an die Brust, die wird dadurch noch mehr angegriffen. (Trotzdem bin ich nicht sicher, ob ich heute Schmerzmittel nehmen würde...)

Außerdem habe ich die Tipps der stillfreundlichen Literatur befolgt: 1.) es ist normal, wenn das Kind jede Stunde trinken will, sowie: 2.) Es ist normal, wenn eine Mahlzeit eine Stunde dauert. Jedes für sich ist sicher richtig, aber in der Kombination: "Es ist normal, wenn das Kind rund um die Uhr an der Brust hängt", ist es sicher falsch.
Von daher würde ich im Nachhinein sehen, dass es auch Pausen gibt, in denen man das Kind z.B. durch Tragen beruhigt. Mein Sohn hatte zusätzlich auch KISS und konnte dadurch nicht so gut schlafen, aber es ist mir durch den Stillstress erst nach einigen Wochen aufgefallen, dass er kaum schlief, weil ich jedes Schreien als Hunger gedeutet habe und er auch immer an der Brust zufrieden war. Später haben wir ihn dann viel ins Tuch gepackt, und er schlief schon im Treppenhaus ein.

Vom Geben von Wasser würde ich auf jeden Fall abraten. Der Magen von Neugeborenen soll nur so groß wie eine Murmel sein, und wenn da schon Wasser drin ist, passt kein Kolostrum mehr rein.

Auch von Pre würde ich erstmal abraten, schon gar nicht aus der Flasche, weil sowas zu Saugverwirrung führen kann, was das Problem der wunden BW noch verschärfen würde. Hoffentlich melden sich noch die Stillberaterinnen hierzu. Aus meiner Laiensicht finde ich es aber zu früh, bei so einem jungen Baby schon Pre zu raten.

Meine Nachsorgehebamme hat mir mal als Richtwert folgende Trinkmengen gesagt: Am ersten Tag 10 ml pro Mahlzeit, am zweiten 20 ml pro Mahlzeit, am dritten 30 ml pro Mahlzeit usw., bis ca. ein Sechstel des Körpergewichts pro Tag erreicht ist, also bei einem 3600 g schweren Baby 600 ml pro Tag. Dabei wird von 8 Mahlzeiten ausgegangen. Geht man von realistischeren 10-12 Mahlzeiten pro Tag aus, sind es pro Mahlzeit sogar noch weniger. Von daher finde ich die 10-30 ml Wasser schon viel, und man kann in den ersten Tagen auch noch nicht soviel Ausscheidung erwarten.

Alles Gute!
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Totoro
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Re: AW: unser Stillstart

Beitrag von Totoro »

Du das mit dem Thema Schmerzen ist auch noch ein Gedanke. Ich habe einige Wirbel Blockaden die mich plagen und dadurch auch Nacken und Kopfschmerzen.

Was das füttern angeht...

Tja nun habe ich keine Wahl mehr, wir müssen Zufüttern. Obwohl er gestern bereits zwei mal Pre von in Summe 35ml als Nachspeise bekommen hat, hat er noch mal neunzig Gramm Gewicht verloren und ist nun an den zehn Prozent.
Also bekommt er nun nach jeden Stillen gelöffelt soviel er mag.

Ich mach jetzt immer Wechselstillen, gute Seite, schlechte Seite, gute Seite, danach Pre. Dazwischen Brustmassagen. Trinke Tee, alkfreies Weizen, Caro. Mein Mann besorgt mir grad ein Wärme Kissen für die Brust.

Außer warten kann ich glaube ich momentan nichts mehr tun.
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stillmaus
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Re: unser Stillstart

Beitrag von stillmaus »

Tut mir Leid für Euch, dass die Gewichtsentwicklung nicht so gut verläuft! Sicher müsst Ihr nun erstmal dieses Problem in den Griff kriegen. Durch das Löffeln (also stillfreundliche zufüttermethode) hast Du aber bestimmt die Chance, die Zufüttermenge später zu reduzieren und evtl. ganz wegzulassen.

Wenn Du das möchtest, können Dir die Stillberaterinnen hier dabei sicher gut helfen.

Dabei ist es hilfreich, wenn Du die Gewichtsdaten mit Wiegemethode (wer hat gewogen, welche Waage) und Zufüttermenge, wie oft gestillt, etc. notierst und hier postest, s. Grundinfo Gedeihen und Gewichtsentwicklung und "Wie funktioniert Stillberatung", beide Threads oben festgepinnt hier im Stillforum. (Weisst Du sicher alles schon, ich schreibe es nur sicherheitshalber nochmal.)

Weiterhin alles Gute und Babygenießen nicht vergessen!
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Re: unser Stillstart

Beitrag von amidalah »

Herzlichen Glückwunsch zum Baby! Meine Freundin hatte ein ähnliches Problem wie du und hat in den ersten Tagen zufüttern müssen. Sie hat von der Stillberaterin in der Klinik ein Brustnährset bekommen. Das hat sie so ein oder zwei Tage genutzt und hatte dann selbst genug Milch.
Ich weiß ja nicht, was die Experten hier dazu meinen. Aber bei meiner Freundin hat das gut geklappt.
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Krankenschwester
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Re: unser Stillstart

Beitrag von Krankenschwester »

Ja genau Babygenießen nicht vergessen :wink:
Viele Grüße aus der Hauptstadt...

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Re: unser Stillstart

Beitrag von Krankenschwester »

Hey kleine Familie, :P

wie geht´s Euch?
Viele Grüße aus der Hauptstadt...

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