Abendliches "Stilldrama"

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Katzensanne
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Abendliches "Stilldrama"

Beitrag von Katzensanne »

Hallo,

ich schildere euch mal mein Problem, welches mir derzeit allabendlich die Tränen in die Augen jagt. Ich stille meinen 16 Wochen alten Sohn voll. Er hat trotz der Überschreitung der 3 Monatsgrenze immer noch sehr mit Koliken zu tun. Es ist zwar deutlich besser geworden, aber die Abende sind der Graus. Ich stille ihn immer so alle 3-4 Stunden. Er ist sehr lebhaft und "zappelig" und er trinkt mit Kohldampf viel ruhiger und schluckt auch weniger Luft als wenn ich ihn schon nach 2 Stunden anlege und er nicht wirklich Hunger hat. Nachts meldet er sich 2-3 Mal manchmal auch öfter (was natürlich sehr auslaugend ist, eine 4 Jährige Tochter habe ich auch noch, die natürlich mein Schlafdefizit und die damit verbundene Gereiztheit nicht interessiert :müde: ), was aber nicht wirklich mit Hunger sondern eher mit Bauchweh und dann nicht mehr in den Schlaf zurück finden zu tun hat.
Das Stillen klappt nach zwischenzeitlichen Schwierigkeiten (ich habe einen sehr starken MSR und er hat sehr, sehr viel Luft geschluckt und meine Brust oft angeschrieen) sehr gut, nur abends ist es problematisch. Er macht immer noch ein Schläfchen bis 17 Uhr und geht dann so gegen 19 Uhr ins Bett. Gegen 18 Uhr versuche ich ihn dann zu stillen und er weint dann, schreit meine Brust an und irgendwann heule ich dann auch nur noch, weil ich total hilflos bin, was sich natürlich dann auch negativ auf ihn auswirkt. Früher stillen bringt auch nichts, weil er noch nicht richtig Hunger hat und später ist auch nicht gut, weil er dann nur am Heulen ist. Ich weiß auch nicht so recht, warum er das macht, schiebe es auf Bauchschmerzen, er zieht die Beine an, macht sich wieder steif und ist sehr unruhig. Das stresst mich total. Vor allem, weil er dann so heulend und zappelnd sehr viel Luft schluckt und nachts dann wieder mit Bauchweh zu kämpfen hat.

Vielleicht könnt ihr mir ja helfen und Tipps geben, was ich ändern könnte. Im Vorraus danke ich euch schon mal für eure Antworten!

Liebe Grüße von einer verzweifelten Susanne
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Dann geht das Kind weg und läßt das Haus stumm zurück, dass Du denkst, Du wirst verrückt.

Sanne mit großer Räubertochter (09/08), großer Stiefprinzessin (09/08), kleinem Zappelkäfer (11/12) und Überraschungsmaus (01/15)
Glucke85
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Re: Abendliches "Stilldrama"

Beitrag von Glucke85 »

hallo!
hast du schon mal probiert ihn abends ins tuch zu packen und da in den schlaf zu stillen während du noch ne kleine runde ums haus gehst oder die treppen hoch und runter? manchmal hilft es wunder und du kommst ebenfalls aus der angespannten situation heraus, auf die du quasi schon eingestellt bist.- so hört es sich an. also geht ihr beide verkrampft in den abend und bedingt euch vielleicht gegeseitig. versuch diese anspannung doch mal durch einen ablaufwechsel aufzulösen.
ich habe sehr gute erfahrungen damit gemacht den kleinen abends in einen overall zu packen und ihn stillend im tuch nochmal ne runde um den block zu tragen.

wünsche dir alles gute!!
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Katzensanne
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Re: Abendliches "Stilldrama"

Beitrag von Katzensanne »

Hallo Glucke85,

danke für deine Antwort und ja ich denke auch, dass wir uns gegenseitig behindern. wie geht denn tillen im Tragetuch, habe ein Didimos-Tuch in dem er gefühlt seine ersten 13 Wochen komplett verbract hat :wink: .

Liebe Grüße, Susanne
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Glucke85
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Re: Abendliches "Stilldrama"

Beitrag von Glucke85 »

hallo!
eihgentlcih ist es recht easy. zieh dir ein oberteil an, in dem du bequemm eine brust raus holen kannst. also entweder ein stilltop oder ein oberteil mit weitem ausschnitt oder knöpfen in der mitte. dann bindest du dir den kleinen ein, möglicherweise musst du etwas den knoten lockern, damit er auf die richtige höhe rutscht oder du bekommst deine brust so weit "hochgezogen". und dann kann es losgehen ;)
bei uns hat das wirklich wunder gewirkt! mein sohn hat irgendwann mit 4-5 wochen (oder so ähnlich) jeden abend zur selben zeit geschrieen und ist immer wieder aufgewacht. ich habe alles probiert, von schaukelstuhl bis föhn anschalten und natürlich dauerstillen. irgendwann habe ich es nicht mehr ausgehalten. habe ihn eingepackt und bin los. mich hat es entspannt und ihm hat wahrscheinlich die bewegung gut getan und dazu noch das stillen. ich wünsche dir viel glück!! schreib mal, ob es geklappt hat ,)
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Re: Abendliches "Stilldrama"

Beitrag von spacerabbit »

Bei uns hat es auch oft nur geholfen, die Kleine abends ins Tuch zu packen und eine Runde nach der anderen in der Wohnung zu drehen. Ich glaube, es sind gar nicht mal so die Bauchschmerzen, sondern eher ist es abends einfach die Tatsache, dass alles so aufregend war. Die Kleine hat die ersten Wochen auch fast nur im Tuch oder nachts auf meinem Bauch / auf meiner Brust verbracht. Papa hat dann abends immer den Großen versorgt, ich hab die Kleine herumgetragen. Habt Ihr mal ausprobiert, auf dem Pezziball zu sitzen mit Baby im Tuch? War auch oft eine große Hilfe, dann kann man sich wenigstens mal setzen und auch noch was nebenbei machen. Alles Gute für Euch, und es wird immer besser! Ach ja, was mir gerade auch noch einfällt: Wenn´s mal gar nicht mehr geht, haben mir immer Bachblüten Rescue Tropfen geholfen, damit kam ich dann immer wieder runter, wenn ich verzweifelt und am Ende war.
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Re: Abendliches "Stilldrama"

Beitrag von Salvia »

Hallo Susanne,
wir hatten hier auch ziemlich arg mit Kolik zu kämpfen. Im Alter von ungefähr 6 Wochen hat sie abends die Brust verweigert, obwohl ich das Gefühl hatte dass sie eigentlich Hunger hat und war ebenfalls sehr unruhig. Auf einen Tipp hin habe ich auf Milchprodukte verzichtet und nach wenigen Tagen ging es der Kleinen sehr viel besser, die Kolik war wie weggeblasen.
Es könnte also mit Deine Ernährung. Hast Du schon mal probiert, ob es mit bestimmten Nahrungsmitteln zusammenhängt? (Ich konnte das damals nicht eingrenzen, vermutlich, weil ich jeden Tag Milchprodukte zu mir nehmen).
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Re: Abendliches "Stilldrama"

Beitrag von Katzensanne »

Danke für eure Antworten. Das mit dem Stillen im Tuch muss ich mal ausprobieren. Er ist ja nun schon 16 Wochen alt und ich dachte halt, dass diese abendlichen Schreiattacken doch mal weniger werden müssen. Die ersten 13 Wochen habe ich ihn nur getragen, er hat auch abends nur im Tuch geschlafen, so lange bis ich auch ins Bett bin. Aber mein Rücken hat mit steigendem Gewicht gemeckert, es waren ja teilweise 5 Stunden am Stück, die ich ihn eingebunden hatte. Nun bringe ich ihn immer zum Schlafen ins Familienbett und es hat auch ganz gut geklappt. Gleiche Umgebung wie nachts, alles riecht nach Mama und ein paar Stunden später krabbele ich ja dann auch ins Bett und vorher genieße ich dann das endlich-wieder-auf-der-couch-gammeln. Nun ist es leider so, dass abends gar nichts so richtig geht, ins Tuch will er auch nicht, da schreit und zappelt er, tagsüber ist es kein Problem.
Heute habe ich ihn doch gleich nach dem Aufwachen 17 Uhr gestillt, wahnsinnig hungrig war er nicht, aber er hat getrunken. Dann hab ich`s kurz vorm Schlafengehen nochmal probiert, war aber nichts zu machen. Ich hab's gelassen und ihn ins Bett gebracht. Mal schauen, wann er nachher kommt.
Ich weiß ja, dass es besser wird bzw. mein kleiner Wirbewind mit Zickenallüren zeigt mir, dass es anders anstrengend wird :wink: aber meine abendliche Hilflosigkeit zehrt ganz schön an meinen Nerven. V.a. weil ich ihm nicht so recht helfen kann.

Liebe Grüße, Susanne
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Re: Abendliches "Stilldrama"

Beitrag von Katzensanne »

@salvia: Mit dem Essen hatte ich auch alles probiert, von laktosefrei über nur Mischbrot und Butter bis hin zu allem wieder, es hat nichts geändert. Und nach viel Recherche, auch hier im Forum, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass die Nahrungsmittelzufuhr nicht viel mit den Koliken zu tun hat. Meine Hoffnung besteht darin, dass es schnell vorbeigeht. Und irgendwann wird es das ja :-)
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Re: Abendliches "Stilldrama"

Beitrag von spacerabbit »

Mit dem Essen hatte ich auch alles mögliche ausprobiert und weggelassen, sogar meinen geliebten Morgenkaffee (mensch, war ich froh, dass es daran nicht lag...). Ich glaube, der Begriff Koliken ist einfach eine Beschreibung von all den Sachen, die sich im Körper und Seele des kleinen Menschen abspielen, unbekannte Eindrücke, komische Körpergefühle, so viel Neues erlebt...Ich fand das Herumtragen anfangs auch oft anstrengend und habe mich einfach mit schönen neuen Tüchern getröstet...Aber ist doch schon mal super, dass Du Deinen Kleinen schon allein ins Bett bringen kannst und er dort auch ein wenig allein sein kann, das ging bei der Kleinen erst ein paar Male.
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