Heute beim Einkaufen ist mir wieder mal aufgefallen, wie riesig das Ausmaß des Problems ist.
Und mir fiel das Gleichnis meines Mannes ein:
Ein Mann beschäftigt sich sein gesamtes Leben damit, eine Brücke über einen Fluß zu bauen,
kurz vor seinem Tod bemerkt er,
dass der "Fluß" nur ein langezogener, länglicher See ist.
Ich rackere mich ab, kaufe Nussmus im Glas statt Sojamilch im Tetrapack, habe die Lunette statt Tampons,
fahre den längeren Weg zum Biomarkt, um die Wurst im Papier und nicht in Plastik eingewickelt zu haben,
das alles tu ich, um mein bisschen privaten Müll zu verringern
und dann rennen massenweise Leute in den Ikea, kaufen täglich Bettdecken mit Plastikfüllung, Möbel aus Plastik,
das verpacken sie in diesen blauen Plastiktüten, die zu Massen da gekauft werden,
die Spielbälle im Kindergarten sind aus Plastik, ein ganzen Planschbecken voll,
Plastikduschvorhang, Plastikradhelm, Plastikkleiderbügel, alles ist aus Plastik und jeder kauft Plastik,
so viel Erdöl können die kommenden Jahrzehnte gar nicht gefördert werden, wie die Menschen gerne hätten.
Alles ist in Plastik und Alu eingepackt, der Müsliriegel, das Tierfutter...
Dass ich meine Tüte vom Bäcker dreimal benutze fällt bei der Ignoranz der meisten Leute gar nicht ins Gewicht.
Es denken einfach viel zu wenig Leute daran, das Auto abzuschaffen, den Jutebeutel zum Einkaufen mitzunehmen,
sein Pausenbrot mitzunehmen (statt sich einen in Alu eingewickelten Müsliriegel zu kaufen),
ist ja auch alles umständlich und unpraktisch..
Wie sollte der "ideale Öko" leben?
Seerose hat geschrieben:
Denn nicht einmal WIR hier sind uns einig wie der perfekte Öko nun leben soll. Wird über's böse Plastik geschimpft, kommt der nächste und warnt vor'm Papier.... Also was nu?

Der sollte BWL studieren und sich bei Nestle hocharbeiten und dann aus einer wirklich hohen Position bestimmte ethische Ziele verwirklichen. Und während seines langen Werdeganges bis dahin kann er meinetwegen auch Lammfellhandschuhe tragen und
ne Alubrotdose für die Brotzeit mitnehmen.
Vielleicht sollte er auch sich bei anderen Unternehmen hocharbeiten, Unilever, Monsanto
Die Welt retten kann man echt nicht, wenn man als einziger seinen in Plastik eingeschweißten Käse an der Kasse auspackt und umfüllt,
damit der Supermarkt sieht, dass Plastikverpackung unerwünscht ist.
Klar, Kleinvieh macht auch Mist und wenn man das machen kann, dann sollte man es auch machen.
Wenn das komplett aussichtslos wäre, dann würde ich ja nicht auch auf Auto, Handy etc. verzichten
Ich hab letztens auch bei diesem Backautomaten bei Aldi ein Brötchen in die Tüte gepackt, dass da bereits lag.
Ich wurde dann angesprochen, ich solle doch ein frisches nehmen, das käme dann weg.
Nee, ich nehme aber das, das da liegt, auch wenn es schon etwas hart ist und wenn - oh Grauen - es bereits jemand angefasst hat.
Nahrungsmittel wegschmeißen ist fürchterlich und auch wenn es nur ein Brötchen ist und nur eine Person, die ich damit sensibilisieren konnte in Bezug auf Verschwendung, dann hat es doch sein Ziel nicht verfehlt.
Und um sich selber vor Schadstoffen zu schützen, ist es natürlich auch gut und richtig, im Kleinen anzufangen und eben
nachhaltig zu leben und auf Plastik zu verzichten.
Jedoch sollte man das Große und das Ganze nicht aus dem Auge verlieren.
Und nicht jeder hat BWL studiert und kann sich bei Nestle hocharbeiten um eine Veränderung zu erreichen, ist mit klar, aber
wenn ich mein Erspartes anlegen will, dann kann ich das in einem Umweltsparvertrag tun, da arbeitet dann evtl. mein Betrag im vierstelligen Bereich für die Umwelt, damit erreiche ich mehr als wenn ich mein Shampoo im Glas statt in der Plastikverpackung kaufe.
Auch gibt es grüne Aktien.
Leider ist es nun mal so, dass man alleine im Kleinen wenig erreichen kann.
In der Ökotest hab ich grad gelesen, dass alle Schulranzen giftige Ausdünstungen haben,
befriedigend ist die beste Note und der Ökoranzen aus Leder schnitt leider schlechter ab.
Wenn also 25 Erstklässler 7 Stunden am Tag in der OGS sitzen und sich durch ihre nagelneuen Giftranzen
zudünsten lassen, dann bringe es mir nichts, dass mein Kind mit Jutebeutel zur Schule kommt.
Man muss entweder die Schulranzen aus dem Verkauf nehmen, indem man die Vorschriften was Gifte o.ä. in Plastik
angeht verschärft oder man könnte mit dem Firmen in Kontakt treten.
Der Endverbraucher hat - wenn nicht die Mehrheit mitzieht - wenig Chancen, etwas zu erreichen.
Wieviele Leute lesen die Ökotest?
Wie schnell ist vergessen, war darin stand?
Wie einfach können Kinderaugen einen erweichen, wenn der süße, pinke Pferderanzen doch soooo schön ist ?
Und eine Geldfrage ist es wie schon Sandküste schrieb tatsächlich.
Ich kann mir nicht 100% Biokleidung leisten und so gern ich für meinen Sohn nachhaltige, ungiftige Möbel hätte,
als Studenten kann man sich das nicht leisten.
Aber man kann gebrauchtes kaufen (Matschsachen, Gummistiefel o.ä. kaufe ich nur gebraucht, in der Hoffnung,
das Plastik hat schon etwas ausgedünstet).
So, das war ja jetzt ein langer Post,
ich hoffe, man versteht die Kernaussage
