Abstillen, aber wie?

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Mädchenmama11
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Abstillen, aber wie?

Beitrag von Mädchenmama11 »

Hallo zusammen.

Meine Frage steht ja schon im Thema.
Um sie zu verstehen, erstmal ein paar Infos, zum "Abstillen, warum".

Meine Tochter ist jetzt 17 Monate alt und ich bin stolz darauf, sie trotz einiger Schwierigkeiten von familiärem Gegenwind bis Stillstreik durchgehend nach Bedarf gestillt zu haben. Ich habe es einfach genossen. Bis vor einigen Wochen. Da hat sich das Stillen verändert. Meine Tochter trinkt kaum noch, nuckelt viel, dabei teilweise "aggressiv". Sie hat mich einige Male gebissen, gerade nachts stundenlang genuckelt und ich wurde je nach Tagesform immer mal wieder innerlich aggressiv. Ob meine Aggression Auslöser oder Folge ihres "aggressiven" Nuckelns war/ ist, kann ich nicht sagen.
Ich habe eine Stillberaterin vor Ort um Hilfe gebeten, die nur meinte, ich solle von jetzt auf gleich nicht mehr stillen und das Weinen ertragen.
Das war vor ca. 8 Wochen und ich habe den Rat ignoriert und auf anderen Wegen nach Lösungen gesucht. Das "sanfte Abstillen", das Elisabeth Pantley propagiert las sich toll, kriegen wir aber nicht hin. Meine Tochter akzeptiert das Lösen der Brustwarze nicht, schnappt wie eine "Kneifzange" nach der Brust, wenn ich sie ihr wieder gebe. Das war auch nicht unser Weg.
Seit Mitte Januar haben wir in Anlehnung an Jay Gordons Vorschlag eine stillfreie Zeit von etwa 6 Stunden nachts durchgekämpft. Meine Tochter geht mit Stillen gegen 19 Uhr in ihr eigenes Bett. Gegen 22/ 22.30 Uhr wird sie wach, ich gehe ins Bett, nehme sie mit und wir Stillen nochmal. Dann wird bis 4 Uhr morgens nicht gestillt. Sie hat "nur" in der ersten Nacht 10 Minuten geweint, sich sonst immer schneller auch ohne Brust trösten lasseen, aber erst jetzt, 6 Wochen später verringert sich langsam die Anzahl der Wachphasen oder besser der Versuche, an die Brust zu kommen. Das sie mit dem Abstillen nicht automatisch durchschläft, ist mir klar.
Tagsüber haben wir schon seit ca. 8 Monaten nur noch Mittags einmal gestillt, wenn sie aus der Krippe kommt und auch diese Mahlzeit kann sie bei verschiedenen Anlässen ohne Kummer auslassen - also bspw. wenn der Papa mal mittags da ist oder einmal in der Woche die Patin, weil ich einen ganzen Tag arbeite.
Seit der nächtlichen Stillpause möchte sie nachmittags gern nochmal an die Brust. Eigentlich kein Problem, wenn sie wirklich stillen würde. Sie spielt aber eher, dockt an, dockt ab, will die Brust wechseln, fummelt mit den Fingern an der jeweils anderen, kneift mich etc. pp.
Das ständige Brust-wechseln-wollen tritt inzwischen auch bei den verbleibenden Stillmahlzeiten (19 Uhr =vor dem Einschlafen, ca. 22 Uhr, 4 Uhr morgens, 6.30 Uhr morgens, also direkt vor dem Aufstehen) auf. Das bringt mich zu der Frage, ob ich vielleicht nicht mehr genug Milch habe. Ich dachte eigentlich - erst recht nach so einer lange, recht reibungslosen Stillphase - ich könnte stillen, bis sie keine Milch mehr braucht, aber vielleicht führt ja mein zunehmender Frust in den Stillsituationen zum Abnehmen der Milch??

Soviel also zur Vorgeschichte der Entscheidung, jetzt abszustillen. "Jetzt" heißt dabei nicht "morgen ist Schluss, sondern innerhalb der nächsten vier Wochen will ich damit durch sein. Nächste Woche fahren wir für ein paar Tage zu den Großeltern. Bis dahin soll es bleiben, wie es ist, denn ich möchte mich nicht mit deren Kommentaren auseinander setzen müssen, wenn meine Tochter wegen des Abstillens weint. Meine Familie und Schwiegerfamilie ist sowieso kein Fan vom langen Stillen. Meine Schwiegermutter hat gar nicht gestillt, weil man ihr sagte nach einem Kaiserschnitt gehe das nicht. Meine Mutter hat jeweils ca. 3 Monate gestillt und war dann auch ganz zufrieden, dass es vorbei war.

Jedenfalls, Anfang März soll es losgehen mit dem vollständigen Abstillen. Aber wie? Tatsächlich von einem auf den anderen Tag nicht mehr stillen und das Weinen aushalten? Peu à Peu eine Mahlzeit weglassen? In welcher Reihenfolge und in welchem Abstand?
Kann man "HIlfsmittel" einsetzen, wie z.B. so eine Creme, die man Kindern gegen das Daumenlutschen auf die Finger schmiert?
Auch beim nächtlichen Stillen hab ich ihr schon "Bescheid gesagt". Also tagsüber immer mal wieder gesagt, "heute nacht üben wir das Einschlafen ohne Mamas Busen" und nachts sowas wie. "ich hab dich lieb, du schaffst es, ganz ohne Mamas Busen einzuschlafen, ich bin bei dir und halte dich fest (dabei habe ich sie mit dem Rücke zu mir gedreht und sozusagen in Löffelchenstellung gekuschelt).
Ob ihr das geholfen hat, weiß ich nicht recht zu sagen.

So, bevor der Text noch unübersichtlicher und länger wird, halte ich mal die Finger still, bedake mich fürs Lesen und Bitte um eure Antworten, Erfahrungen, Tipps...
Schixe
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Re: Abstillen, aber wie?

Beitrag von Schixe »

Ich freu mich auf Antwort auf deine Fragen und werde fleißig mitlesen :6:
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Katha
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Re: Abstillen, aber wie?

Beitrag von Katha »

Weil Du das Gefühl hast, die Milch wird weniger: Wie oft stillt Ihr noch in 24h?
Bei manchen Frauen reicht ca. 3 / 24h nicht um Produktion aufrecht zu halten.
Aber hilft Dir natürlich nicht bei Deiner Frage.
Liebe Grüße
Katha mit dem Hasen *01/2012
"Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch, Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken, Denn sie haben ihre eigenen Gedanken." Khalil Gibran[/color]

Viel vom iPhone, Buchstabendreher, Tippfehler... inkl. [/size]
Mädchenmama11
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Re: Abstillen, aber wie?

Beitrag von Mädchenmama11 »

Katha hat geschrieben:Weil Du das Gefühl hast, die Milch wird weniger: Wie oft stillt Ihr noch in 24h?
Bei manchen Frauen reicht ca. 3 / 24h nicht um Produktion aufrecht zu halten.
Aber hilft Dir natürlich nicht bei Deiner Frage.
Liebe Grüße

Wir stillen noch 3-5 mal in 24h.
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WiLada
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Re: AW: Abstillen, aber wie?

Beitrag von WiLada »

Sie stillt vier mal bzw manchmal noch mittags also 4/5 mal..

Gesendet von meinem GT-I9100 mit Tapatalk 2
Mit Herzlichkeit(10), Heiterkeit(8), Sonnenschein(2) , Geschwisterchen (6/21) , und einem kleinen Sternchen (10SW 2017)
Mädchenmama11
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Re: Abstillen, aber wie?

Beitrag von Mädchenmama11 »

Noch ne Frage hintendran.

Wenn wir Abstillen, brauchen wir/ braucht meine Tochter dann noch "Ersatzmilch"?
Ich hatte eigentlich vor, ihr kein Fläschchen zu geben (als Säugling hat sie selten mal abgepumpte Milch bekommen).
Ich könnte jetzt natürlich irgendeine "Folgemilch" aus dem Becher anbieten, aber braucht sie das noch?
Reicht eventuell auch Wasser oder Tee? Sie isst ganz normale Mischkost inkl Milch und Milchprodukten, ist allerdings "meilenweit" von den 350 ml Kuhmilch am Tag entfernt, die ich wiederholt als Empfehlung für dieses Alter gelesen habe. Ich messe es nicht ab und biete es ihr in kleinen Portionen an, damit die Pfütze beim Verschütten nicht zu groß wird, aber ich denke sie trinkt vielleicht 75 ml Kuhmilch an den Tagen an denen sie sie überhaupt möchte.
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Re: Abstillen, aber wie?

Beitrag von Himmelblume83 »

Käse und Jogurt zählen da auch mit rein...
Ich habe meinen großen schon recht "zeitig" für SuT Verhältnisse nicht mehr gestillt, mit 11/12 Monaten etwa. Und eine Flasche oder irgendeine Folge- oder Kindermilch hat er nie bekommen. Ich denke, dass das nicht nötig ist, es sei denn, du willst kuscheliges Abend- oder Morgen-Fläschen als "Ersatz" etablieren.

Bei uns ging das Abstillen von tagsüber (mit Ablenken und normalen Essen/Trinken... Allerdings war er ja noch jünger, hat also nicht so zielgerichtet die Brust eingefordert) und 4 Wochen später nachts (das Weinen aushalten, kuscheln, Gymnastikball schuckeln) - durchgeschlafen hat er noch lange Zeit nicht, aber hat sich nach 4-5 Nächten immer ohne allzu großen Protest ohne Brust beruhigen lassen mit Schnuller oder kurz streicheln.

Vielleicht hilft die das schon ein bisschen weiter...
** der große Bruder Joschua (Oktober 2008) ** die kleine Schwester Fiona (Juni 2012)
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Prisemuth
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Re: Abstillen, aber wie?

Beitrag von Prisemuth »

Ich häng mich hier auch mal interessiert dran... möchte auch allmählich abstillen und hab das Gefühl, dass mein Süßer, wenn er abends und morgens sehr früh keine Milch bekommt, sehr hungrig wird... :| Er verweigert allerdings Flaschenmilch, egal, ob aus Flasche, Becher, o.ä. Bin grad ein bißchen ratlos, wie ich jemals aus der Sache rauskomme, ohne darauf zu warten, dass er mit drei oder so entscheidet, nicht mehr stillen zu wollen... :|
Alle Nicht-mehr-Stillkinder, die ich kenne, und die auch teilweise älter sind, trinken abends und/oder morgens noch ne Flasche Pre.
Liebe Grüße von Anke mit dem kleinen Mann (11/11)
annanna
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Re: Abstillen, aber wie?

Beitrag von annanna »

Hallo Mädchenmama,

was ich aus deinem Posting nicht klar gerauslesen kann: willst du abstillen, weil sich das Stillverhalten deiner Tochter verändert hat oder hattest du sowieso vor, bald abzustillen?
Denn das Stillverhalten deines Kindes ist wahrscheinlich nur eine Phase, Wachstumsschub oder ähnliches. Natürlich musst du es deshalb nicht einfach so hinnehmen, natürlich sollst du dich nicht beißen lassen und darfst sagen, du willst nicht mehr, wenn deine Tochter zu lange nuckelt. Aber es ist trotzdem gut zu wissen, dass es nur eine Phase ist und Stillen auch wieder schön werden kann.

Wenn du trotzdem jetzt abstillen möchtest ist es wohl das Wichtigste, dass du genau weißt, was du willst. Das spüren Kinder und können eine neue Situation so besser akzeptieren, als wenn sich auch die Mutter unsicher ist. Konkrete Erfahrungen mit Abstillen habe ich allerdings nicht.

Alles Gute euch!
mit Küken 02/2010
Mädchenmama11
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Re: Abstillen, aber wie?

Beitrag von Mädchenmama11 »

Ich hatte sowieso vor, bald/ irgendwann abzustillen, aber die aktuelle Phase, die nun schon knapp ein Vierteljahr andauert, hat es nun auf den Punkt gebracht. Irgendwie.

Es ist schon komisch. Zu Beginn hatte ich das Gefühl, mir das Stillen erkämpfen zu müssen. Auch (und nach den Startschwierigkeiten vor allem) gegenüber meinem Umfeld (Familie, aber auch Hebamme und die Stillberaterin vor Ort, zu der ich irgendwie keinen Draht gefunden habe.).

Nun muss ich mir das Abstillen offenbar ebenso erkämpfen, aber vor allem innerlich. Die Waage mit Vor- uns Nachteilen ging lange hin und her, bis sie nun schon eine kleine Weile auf "Abstillen" steht.
Vor allem habe ich Angst, dass ich meiner Tochter ohne das in fast allen krisensituationen erprobte Stillen nicht den Trost geben kann, wie bisher. Ein wenig rationales Argument, aber recht präsent für mich. Und ein wehmütiges, "ach, es war doch so schön", trägt im Moment auch nicht gerade dazu bei, absolut (!) eindeutig rüber zu kommen, wenn ich behaupte :wir stillen nicht mehr. Ich vermute, adss meine Tochter unter anderem auch deshalb etwa 6 Wochen gebraucht hat, um die nächtliche Stillpause zu akzeptieren - obwohl ich auf der Handlungsebene immer konsequent war.
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