Die Beschreibung der Geburt klingt durchaus so, dass die Bedingungen für den Stillstart nicht gerade günstig waren. Kann gut sein, dass Dein Baby schlichtweg noch Schmerzen von der Kopfschwartenelektrode hatte, beispielsweise.Hmm... also die Geburt wurde wegen Terminsüberschreitung eingeleitet (mit Prostagladin + Oxytocin).
Ich habe nun schon einige Male gelesen, dass die Gabe von Oxytocin zur Geburtseinleitung die Stillbeziehung negativ beeinträchtigen kann - inwieweit das tatsächlich so ist, weiß ich aber nicht.
Ansonsten war die Geburt lange, schmerzhaft und sicher für uns beide sehr anstrengend. Unter der Geburt wurde auch vom Kopf der Kleinen Blut abgenommen, da sie aufgrund der Dauer der Geburt schon ziemlich unter Stress stand und geguckt werden sollte, ob die Sauerstoffversorgung noch ausreichend ist (die war ok).
OK, schön dass das Personal helfen wollte; dieses Bemühen in allen Ehren. Aber wenn Du Dir vor Augen führst, was genau da passiert ist, ist das Verhalten Deines Babys doch sehr verständlich... so lange etwas in den Mund gestopft zu bekommen, bis man sich vor Wut gar nicht mehr beruhigen kann oder aber kapituliert und zumindest etwas saugt - also das hat NICHTS mit einer positiven Prägung auf die Brust zu tun.Im Krankenhaus haben die Krankenschwestern versucht zu unterstützen. Allerdings bestand die Hilfestellung eher darin, dem Kind die Brustwarze in den Mund "zu drücken" bis es dann entweder vor Wut sich gar nicht mehr beruhigen wollte oder aber angefangen hat zumindest etwas zu saugen.
Diese Angabe ist viiiiel zu grob und stimmt praktisch nie. Ein Baby mit 4 kg Geburtsgewicht braucht definitiv nicht doppelt so viel Milch wie ein Baby mit 2 kg Geburtsgewicht!.. Und je älter das Baby, desto geringer ist der Milchbedarf pro kg Körpergewicht.Die Hebamme meinte, der Richtwert wäre 1/5 des Gewichtes des Babys.
Ja, natürlich ist das "OK", aber es ist überdurchschnittlich viel. In der Linksammlung Stillwissen findest Du den Link zu "Trinkmengen junger Vollstillbabys", und darin das Zitat:Sie trinkt am Tag 1000 ml bis 1200 ml.
Laut Arzt und Hebamme ist das ok.
Das heißt: Etwa 70% aller Babys im zweiten Lebensmonat trinken zwischen rund 580 und 920 ml. Etwa 15 % trinken weniger als 580, etwa 15 % trinken mehr als 920.jusl hat geschrieben:Die 24-Stunden-Trinkmenge eines Stillbabys ist von mehreren Faktoren (Alter, Geschlecht, Gewicht, Gesundheitszustand etc.) abhängig. Lawrence und Lawrence geben in "Breastfeeding: A Guide for the Medical Profession", Ausgabe 1999, folgende Durchschnitts-Trinkmengen (in ml, mit Standardabweichung) in 24 Std. an:
jünger als ein Monat 673 +/- 192
1 bis 2 Monate 756 +/- 170
2 bis 3 Monate 782 +/- 172
3 bis 4 Monate 810 +/- 142
4 bis 5 Monate 805 +/- 117
5 bis 6 Monate 896 +/- 122
1200 ml (400 Mumi + 800 Pre) sind also wirklich sehr ungewöhnlich viel.
Beides könnte in die aktuellen Probleme mit reinspielen. Gab es denn mütterliche Gründe für die KiWu-Behandlungen, oder waren die rein väterlich?Ich habe eine leichte Schilddrüsenunterfunktion, die während der Schwangerschaft regelmäßig kontrolliert wurde und die mit 50mg L-Thyroxin gut eingestellt ist. Wobei ich ab der Entbindung (warum auch immer) auf 25mg reduzieren sollte.
Ansonsten hatten wir vor einem Jahr (aufgrund Kinderwunschbehandlung) eine Immunisierung mit Partnerlymphozyten, sowie zwischen den Jahren 2010 und 2011 vier ICSIs, die natürlich mit allerlei Hormonen einhergehen. Aber das dürfte ja alles eigentlich keine Auswirkungen auf das jetzige Problem haben...
Wie und wo lagerst Du die Milch denn? Wenn Du die Milch frisch gepumpt oder unter hygienischen Bedingungen gewonnen und gelagert hast (maximal 24 Stunden alt), brauchst Du sie beispielsweise gar nicht zu kühlen. Entsprechend brauchst Du sie vor dem Füttern auch nicht zu erwärmen; Babys kommen normalerweise problemlos mit zimmerwarmer Milch zurecht. DIes nur als Beispiel, wir können noch weiter schauen, wie Du die Abläufe vereinfachen könntest.Ich habe da noch nicht den Weg gefunden, wie es optimal läuft. Ich kann immer nicht so einschätzen wie viel Hunger sie hat.
Eine Möglichkeit wäre es, dass ich erstmal nur wenig Muttermilch erwärme und, falls sie dann noch Hunger hat, weitere Milch erwärme.
Hast Du ein Tragetuch oder eine andere geeignete Tragehilfe daheim? Falls nein, kann ich nur wärmstens empfehlen, Dich damit vertraut zu machen - dies hat ein unglaublich großes Potential, die Alltagsabläufe zuhause zu vereinfachen und angenehmer zu machen. (Ich habe keine Ahnung ehrlich gesagt, wie man stressarm mit Babys ohne Tragehilfe zusammenleben kann...und ich sie auch nicht zum Bäuerchen machen auf dem Arm halten könnte, weil ich fürs Milch vorbereiten beide Hände brauche
Du beschreibst das Verhalten eines klassisch saugverwirrten Babys. Hattest Du schon Gelegenheit, in der Linksammlung Stillwissen über geeignete Behandlungsmethoden von Saugverwirrung zu lesen? Wesentliches Element dabei ist, für notwendiges Zufüttern eine stillfreundliche Methode anstatt Saugflaschen zu wählen, das ist das A und O.Ich halte meine Brust im C-Griff und lege die Kleine Bauch an Bauch an mich. Dann versuche ich mit der Brustwarze ihre Ober- oder Unterlippe zu streicheln bis der Mund aufgeht. Dann schiebe ich die Brustwarze in ihren Mund. Sie macht dann entweder gar nichts, fängt an zu schreien, dreht den Kopf weg oder sie fängt an zu saugen. Wenn sie saugt, dann aber wirklich nur kurz und sie hört dann schnell wieder frustriert auf.
Eine Stillberaterin vor Ort ist zweifellos gut, aber oft nicht unbedingt nötig, wie die zahlreichen erfolgreich verlaufenen Stillberatungen hier im SuT zeigen.
Mein Vorschlag: Schau mal in den Text über stillfreundliche Zufüttermethoden, und besprich mit Deinem Partner, was davon für Euch in Frage kommen könnte. Saugverwirrung entsteht durch die Verwendung von künstlichen Saugern. Beim Erlernen der richtigen Saugtechnik braucht das Baby HILFE. Für die Behandlung von Saugverwirrung ist entsprechend praktisch immer notwendig, auf künstliche Sauger zu verzichten, weil dem Baby der Lernprozess sonst unüberwindbar erschwert wird.
Besprecht das in Ruhe! Rückfragen immer gern.
LG
Julia

