Kämpfe an der Brust und doch kein Einschlafen

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

Moderatoren: Anjamaria01, klecksauge, SchneFiMa, Mondenkind

karulin
gut eingelebt
Beiträge: 37
Registriert: 13.11.2012, 17:24
Wohnort: Hannover

Kämpfe an der Brust und doch kein Einschlafen

Beitrag von karulin »

Mein Sohn (vom 11.04.2012) schläft fast seit Anfang nur an der Brust oder getragen ein. Mit der Tatsache habe ich mich immer mal wieder besser und schlechter abgefunden, aber es hat wenigstens ganz gut funktioniert. Meistens hat er nach spätestens einer Stunde geschlafen. Dazu musste er schon seine Schlafposition einnehmen, denn ablegen oder verschieben oder so kann man ihn im Schlaf überhaupt nicht, ohne dass er aufwacht.

Seit ein paar Tagen ist es jetzt aber so, dass er nur ein paar Mal saugt, loslässt, sich wegdreht, schreit, ich ihn wieder andocke, er nach kurzem Saugen wieder loslässt und schreit. Manchmal ist er dann doch schon kurz vorm Einschlafen, ich will nur noch abwarten, bis ich irgendwann die Brust lösen kann, aber plötzlich schreit er doch laut auf und ist wieder wach. Dazu kratzt und beißt er nach Wahl auch noch.

Gestern haben wir von 21 bis 1.30 Uhr so gekämpft, dass er zumindest immer mal wieder eine halbe Stunde geschlafen hat. Bis 4 Uhr haben wir es dann noch vergeblich versucht (zwischendurch haben wir es auch noch mit Brei füttern und Wickeln versucht, dann wieder gestillt, vergeblich). Dann waren mein Mann und ich so weit, dass wir ihn zum ersten Mal und mit tierisch schlechtem Gewissen in den Stubenwagen gelegt und in einen anderen Raum gestellt haben. Zwei geschossene Türen dazwischen. Nach einer Weile konnten wenigstens mein Mann und ich ein bisschen schlafen - bis 7 Uhr. Dann hab ich den Kleinen wieder zu uns geholt. Der lag wach, aber leise im Stubenwagen und wimmerte nur ein bisschen, als er mich sah. Dann hat das Einschlafstillen im Bett geklappt - er hat dann neben Papa bis fast 10 Uhr geschlafen, dafür war für mich die sehr kurze, fast schlaflose Nacht vorbei. Ich durfte dafür mittags dann noch mal ins Bett.

Heute hat er tagsüber nur 20 Minuten geschlafen. Deswegen haben wir versucht, ihn um ca. 18 Uhr bettfertig zu machen, wo er total müde war. Seitdem hab ich jetzt wieder versucht, ihn zum Schlafen zu stillen, aber diesmal klappt es noch nicht mal für ein halbes Stündchen. Er schreit die ganze Zeit wie wild, lässt los, etc. siehe oben.

Ich hab genug Milch. Wenn ich drücke, fließt es ohne Ende. Damit hatte ich noch nie Probleme.

Nachts rumtragen hilft nicht viel, weil er dabei meistens auch schreit, und wenn nicht, schläft er zumindest nicht ein, und falls doch, kann man ihn dann ja doch nicht ablegen, ohne dass er wieder wach wird und hysterisch schreit.

Mir reicht es langsam. Ich kriege solche Aggressionen. Es ist schrecklich. Hat jemand noch eine Idee, was wir ausprobieren können? Arzt, Osteopath, KISS-Orthopäde und Schreiambulanz haben wir schon (vergeblich) hinter uns. Wir sind kurz davor, ihn zu ferbern, obwohl wir das NIE wollten. Aber irgendwo hört auch unsere Kraft mal auf.

Weil unser erstes Kind im 6. Monat in meinem Bauch gestorben ist, war die Schwangerschaft natürlich sehr belastet, außerdem wurde 20 Tage vor Termin eingeleitet, zwischendurch Wehenstillstand, dann Wehentropf, Steckenbleiben, dann aber letztendlich noch normale Geburt. Alles keine so tollen Voraussetzungen, aber wir geben uns doch die größte Mühe. Habe immer viel und lange und gerne gestillt, und wir beide tragen ihn wirklich fast ständig (was nicht mehr lange geht, zumindest was mich angeht).
Bild
Bild
...und der Sternenfänger *Weihnachten 2010†
MarzipanHerz
ist mit Leidenschaft dabei
Beiträge: 719
Registriert: 22.01.2012, 13:48

Re: Kämpfe an der Brust und doch kein Einschlafen

Beitrag von MarzipanHerz »

Ich wollte dich nicht wegklicken.....
Das einschlafen ist bei uns auch immer ein Thema gewesen.... Ich weiß, dass Schlaflosigkeit einem alle kraft rauben kann.....
Versuche für dich Ruhepausen zu finden. Wechselt euch ab... Holt euch Hilfe von Freunden und Familie....
Aber geht auf die Bedürfnisse eureskindes ein.... Er ist noch so klein und braucht euch ganz arg.... Uns vielleicht kommen ja grad ein paar zähnchen...?
Was das ferbern angeht hoffe ich, dass das grad nur ein verzweiflungsruf deinerseits ist... Denn dass das so eine Situation auch verschlimmern kann ist nur ein Aspekt der dagegen spricht.
Ich denke hier melden sich noch einige zu Wort....
Fühl dich solidarisch umarmt!
LG
MarzipanHerz


Mit my eifon on the Road :) daher so sorry für alle Rechtschreibfehler etc....


mein Rockstar Oktober 2010
karulin
gut eingelebt
Beiträge: 37
Registriert: 13.11.2012, 17:24
Wohnort: Hannover

Re: Kämpfe an der Brust und doch kein Einschlafen

Beitrag von karulin »

Danke...

Zähne hat er schon sechs, akut im Kommen sind keine weiteren, aber man weiß ja nie, was sich im Inneren tut.

Klar ist es ein Verzweiflungsruf, weil wir eben auch verzweifelt sind. Beim Einschlafen kann uns aber doch auch keiner helfen, selbst wenn Familie in der Stadt wäre (was sie nicht ist, teilweise auch zum Glück ;)).
Bild
Bild
...und der Sternenfänger *Weihnachten 2010†
Benutzeravatar
Katha
Dipl.-SuT
Beiträge: 4488
Registriert: 30.03.2012, 20:38

Re: Kämpfe an der Brust und doch kein Einschlafen

Beitrag von Katha »

Ich würde auch Zähne oder angehenden Infekt oder Schub vermuten. Da hatten und haben wir das auch. Oder dein Kleiner ist einfach noch nicht müde genug, wenn Du ihm schlafen legst.

Bei uns hilft da oft, den richtigen Moment abwarten und dann kl. Hasen auf meinem Bauch liegend stillen. Manchmal rammelt er zwar wiede hoch (manchmal gehen wir dann noch eine Ründe Spielen), irgendwann schläft er dann auf meinen Bauch. Aufstehen darf ich dann zwar nicht, aber mein Freund und ich haben lieber eine unaufgeräumte Wohnung als das der Kleine weint (und Arbeit blieb bei mir auch liegen, drucke mir jetzt viele Sachen aus und deponiere sie neben dem Bett). Letztens haben wir zusammen so auch auf dem Notebook TV geguckt. Ich schlafe oder bin hier ;)
Das nimmt den Druck raus.
Weil letztendlich ist es immer nur eine Phase - und die kann ich akzeptieren oder nicht. Letzteres ändert nur die Situation auch nicht.

Zum Febern schließe ich mich Marzipanherz an m. der Hoffnung, dass es eine Verzweiflungstat war, die hoffentlich, hoffentlich die Situation nicht verschlimmert hat. Für Euch und vor allem f. den kl. Mann, weil der kann f. all das nichts.
http://www.ferbern.de/rund-ums-ferbern/ ... t-weh.html
Katha mit dem Hasen *01/2012
"Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch, Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken, Denn sie haben ihre eigenen Gedanken." Khalil Gibran[/color]

Viel vom iPhone, Buchstabendreher, Tippfehler... inkl. [/size]
Benutzeravatar
Katha
Dipl.-SuT
Beiträge: 4488
Registriert: 30.03.2012, 20:38

Re: Kämpfe an der Brust und doch kein Einschlafen

Beitrag von Katha »

Alternativ: Tragt Ihr? Wenn die Runden zu lang werden, hilft auch tragen auf Pezziball.
Schläfst Du untertags mit, wenn Dein Kind schläft, das macht die Nächte leichter
Katha mit dem Hasen *01/2012
"Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch, Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken, Denn sie haben ihre eigenen Gedanken." Khalil Gibran[/color]

Viel vom iPhone, Buchstabendreher, Tippfehler... inkl. [/size]
karulin
gut eingelebt
Beiträge: 37
Registriert: 13.11.2012, 17:24
Wohnort: Hannover

Re: Kämpfe an der Brust und doch kein Einschlafen

Beitrag von karulin »

Wir müssen ihn nach wie vor fast den ganzen Tag tragen. Ball mag er inzwischen nicht mehr, das ging mal ein paar Wochen lang. Ansonsten im Stechschritt durch den Wald, und selbst dann weint er sich noch oft in den Schlaf. Aber wie gesagt, selbst wenn er einschläft, kann man ihn nicht ablegen. Und dann noch Schlafsack anziehen, da hat er sich dann immer schon wieder total eingeschrien.

Schlafen kann ich untertags nicht, weil er da meistens getragen schläft. Wenn ich mich auch tagsüber mit ihm hinlege, hab ich meist nicht die nötige Ruhe um mitzuschlafen. Klar geht es auch um unseren Schlaf, aber vorrangig mach ich mir um SEINEN Schlaf Sorgen.
Bild
Bild
...und der Sternenfänger *Weihnachten 2010†
Benutzeravatar
Katha
Dipl.-SuT
Beiträge: 4488
Registriert: 30.03.2012, 20:38

Re: Kämpfe an der Brust und doch kein Einschlafen

Beitrag von Katha »

Schlafsack ist überbewertet ;) spart Stress, wenn man ihn weglässt.
Sein Schlaf, wie viel schläft er denn, wenn Du glaubst, es sei zu wenig?
Katha mit dem Hasen *01/2012
"Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch, Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken, Denn sie haben ihre eigenen Gedanken." Khalil Gibran[/color]

Viel vom iPhone, Buchstabendreher, Tippfehler... inkl. [/size]
Lucanna
hat viel zu erzählen
Beiträge: 180
Registriert: 13.10.2012, 16:21

Re: Kämpfe an der Brust und doch kein Einschlafen

Beitrag von Lucanna »

Hallo.

Bei uns ist Schlafen auch schon immer ein Thema gewesen. Leider. :(
Wir haben auch fast alles durch und unser Kind ist "schon" 17 Monate und wird immer noch ca. 10 mal, teils schreiend, wach.

Abdocken und weinen ist bei uns immer sicheres Zeichen von Zahnungsbeschwerden. Dann tut wohl das Saugen weh.
Habt ihr es denn schon mal mit Schmerzmitteln probiert? Oder alternativ etwas zum Beissen?
Bei uns ist ein kalter nasser Waschlappen der Renner.

Ansonsten sind unsere Methoden, wenn nichts mehr geht: mit dem Kinderwagen eine Runde drehen (das muss dann der Papa machen) oder nachts ins Tragetuch und durch die Wohnung tigern.
Ich setzte mich dann mit ihm im Tuch ins Bett und schlafe dann die erste Runde im Sitzen mit vielen Kissen.
Und einen Schlafsack braucht er doch nicht unbedingt, wenn er z.B. Stumpf- und Jogginghose anhat.

Und wie immer die ganz allgemeinen Tips: Im Wechsel schlafen, also eine Nacht du, eine Nacht dein Mann, der andere kümmert sich ums Kind.
Tagsüber selber schlafen, den Haushalt Haushalt sein lassen und dir mit vielen Kleinigkeiten was gutes tun, z.B. auswärts Essen, Kaffee trinken oder was dir dein Leben erleichtert. ( Bei uns ein Staubsaug-Roboter. *g*)

LG und viele starke Nerven und Durchhaltevermögen
Lucanna

P.S. Wenn man an dem Punkt ist, wo nichts mehr geht, wird es wieder besser.
Matschkönig (09/11)
Lucanna
hat viel zu erzählen
Beiträge: 180
Registriert: 13.10.2012, 16:21

Re: Kämpfe an der Brust und doch kein Einschlafen

Beitrag von Lucanna »

Ach so, wieso machst du dir um seinen Schlaf sorgen?

Ich hoffe, nicht, weil andere dir was erzählt haben.

Mir haben sie in der Schreiambulanz ein schlechtes Gewissen gemacht, er müsste mindestens eine (?) Stunde am Stück schlafen, um Gelerntes zu verarbeiten.

Aber in meinen Augen tut ihr grade alles menschenmögliche, um ihm ausreichend Schlaf und Ruhe zu ermöglichen. Wenn er dann nicht schlafen kann, und keine körperlichen Ursachen vorliegen, dann kann man das wohl nicht ändern.

Vielleicht könnte dir aber trotzdem noch irgeneine Beratungsstelle weiter helfen, im Sinne davon, dich emotional zu entlasten.

Kind weint, morgen mehr.
Matschkönig (09/11)
Glucke85
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1781
Registriert: 20.12.2012, 20:20
Wohnort: OWL

Re: Kämpfe an der Brust und doch kein Einschlafen

Beitrag von Glucke85 »

Das ist nun echt keine alltagslösung aber wenn bei uns gar nichts mehr ging, dann habe ich dem Kleinen schon mal ein paracetamol gegeben. Das dauerte dann ein wenig, aber dann schlief er durch...wie gesagt, das ist eine Norlösung, denn Medis sind keine Bonbons...

Alles Gute euch!!
Alles Liebe von C. mit dem kleinen Bären (02/11), der kleinen Möhre (06/13), dem wilden Chaoszwerg (5/21) und der Winterüberraschung (02/24)
Antworten

Zurück zu „Stillforum“