Also ich hab unser BEL-Astronäutchen bei Prof. Louwen in der Uniklinik Ffm spontan entbunden - war eine sehr schöne, harmonische Geburt "wie im Geburtshaus", wie meine Beleghebamme es formulierte, sie war sehr beeindruckt, dass sie das in einer Uniklinik noch mal erleben darf (und ich durfte sie, obwohl aus Mainz, problemlos mitbringen). Das Geburtshilfepersonal war für mich also bereits ein Grund, beim nächsten Kind, auch wenn es in SL liegen würde, ggf. doch wieder nach Ffm zu fahren. Und ich denke, die Grundhaltung des medizinischen Personals ist auch bei einem Kaiserschnitt nicht egal.
Babyfreundlich: die U 1 wurde erst nach Stunden gemacht, es war völlig selbstverständlich, dass uns unser 9-10-10- Apgar-Kind umgehend völlig überlassen wurde und sich selbst seinen Weg zur ersten Brustmahlzeit suchen durfte. Ich habe ihn von Anfang an bei mir im Bett behalten (bedding-in, nicht nur rooming-in, so ein Beistellbett ist doch echt verdammt weit weg! Sind außerdem Glaskästen, keine echten "Beistellbetten", d.h. man muss das Kind auch raus und reinheben zum stillen) und dazu wurde kein Wort verloren, bzw. ich denke, die meisten Schwestern hielten das für selbstverständlich. Ich weiß allerdings nicht, ob das aus hygienischen und gesundheitlichen Gründen möglich ist nach einem Kaiserschnitt (wegen Zugängen und Schläuchen?). Ich kann mir aber schon vorstellen, dass eine KAiserschnittspatientin dann besonders unterstützt wird. Es gibt eine angestellte Stillberaterin, die ein Mal pro Tag bei allen vorbei geht und schaut, ob das Anlegen gut klappt. An eine Schwester erinnere ich mich, die eher nicht so den Plan hatte, aber ich hatte für alle Fälle auch mein STillbuch dabei mit Fotos vom richtigen Anlegen und sonstigem wichtigen Wissen

. Sogar mein Mann bekam Stilltee zum Frühstück

und ich habe bei bestimmt den ersten vier Stilleinheiten jeweils nach einer Schwester für Hilfe beim Anlegen geklingelt - war kein Problem.
In der zweiten Nacht nach der Geburt (36 h) war ich mit meinem Sohn zum Blutabnehmen fürs Stoffwechselscreening auf der Station und er wollte erst trinken, so dass die Nachtschwester nochmal nach nebenan ging, um Formulare auszufüllen und meinte, ich solle mich melden, wenn wir fertig seien. Im Raum lagen noch zwei weitere Babies in ihren Bettchen, von denen eins bald anfing, jämmerlich zu schreien. Ich bin zwei Mal raus, um die Nachtschwester zu informieren, aber sie hat sich bestimmt zehn Minuten Zeit gelassen (ich war echt kurz davor, das arme Würmchen an meine andere Brust zu legen...

), das fand ich nicht so prall. Also wenn man das Kind "abgeben" muss, dann sollte man vielleicht für alle Fälle noch mal darauf bestehen, dass es zum stillen gebracht wird oder den Mann entsprechend instruieren (für 100%ige Sicherheit würde ich persönlich das Kind ohnehin nicht abgeben, aber es gibt sicherlich durchaus Situationen, wo es einfach nicht anders geht).
Familienzimer: wir konnten eins beziehen, da es am Abend des Geburts-Tages frei wurde und ich bin mir sehr sicher, dass ich ein elektronisch verstellbares Bett hatte, war kein Problem. Allerdings mit 100 Euro pro Tag für den Mann nicht billig. Klappliege hätte er umsonst bekommen, aber er war zu fertig
Bad muss man sich mit einem anderen Zimmer teilen, das war mir aus hygienischen Gründen unangenehm.
Alles in allem war es aber ein sehr positiver Aufenthalt. Obwohl ich eigentlich eine ambulante Geburt bevorzugt hätte und Louwen mir eine halbe Stunde nach der Geburt auch sagte, aus seiner Sicht spreche nichts dagegen, habe ich es nicht bereut, geblieben zu sein (DR 3. Grades und Heimfahrt 40 km...mir war auch sechs Stunden nach der Geburt selbst das Auto vor dem Haus noch viiiiel zu weit weg

)
Also alles in allem finde ich die Uni empfehlenswert!