interessanter Artikel zur Berufsgechichte von Ammen
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Nudelsuppe
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Re: interessanter Artikel zur Berufsgechichte von Ammen
Vielen Dank Karin, ich finde diese historischen Zusammenhänge wirklich spannend, wenn auch sehr traurig.
Nudelsuppe
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inmediasres
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Re: interessanter Artikel zur Berufsgechichte von Ammen
Hallo zusammen,
ich kram das hier nochmal hoch, weil ich heute mal wieder was über Ammen gelesen habe und ich mich frage, wann es eigentlich die letzten Ammen gab.
Dieser Text ist von 1915:
LG
Karin
ich kram das hier nochmal hoch, weil ich heute mal wieder was über Ammen gelesen habe und ich mich frage, wann es eigentlich die letzten Ammen gab.
Dieser Text ist von 1915:
Aus: "Ich und mein Mütterlein", Dr.med. Paul Croner, 1915"Die Ernährung durch die Amme hat nun einige sehr unangenehme Seiten. Erstens ist es das Schicksal des Ammenkindes, nun die Mutterbrust entbehren zu müssen und so leicht in Gefahr zu kommen. Die Forderung der Oberwarts, der Leiter der Berliner Wöchnerinnenunterkunft, daß auch das Ammenkind im Haushalte aufgenommen werden solle, ist schwer erfüllbar, denn es wird wenige so hochherzige Menschen geben, die sich mit dem Einzug von zwei schreienden Mitbürgern in ihr vorher so ruhiges Heim zufrieden erklären. Daß dann auch noch immer die Mutter Angst hat, die Amme könnte ihr eigenes Kind bevorzugen und besser pflegen, ist klar. Der zweite Punkt ist die Behandlung der Amme. Diese stützt sich natürlich auf die alte Überlieferung, daß durch eine Aufregung die Güte der Milch leiden könnte. Nun haben aber so viele Mütter ganz andere Sorgen als die Amme, und das Kind gedeiht doch. Es soll beobachtet worden sein, daß nach einem plötzlichen Schreck die Milch völlig versiegte. Man hat ihr also von vornherein zu zeigen, daß man davor keine Angst hat. Sie gehört zu den Dienstboten und ist als solcher freundlich, aber auch energisch zu behandeln. Droht sie mit Kündigung, dann lasse man ihr den Willen, denn ein 'Milchwechsel' schadet dem Kinde gar nichts, das ist auch nur unbewiesenes Gerede. In den Anstalten wird oft genug gewechselt ohne daß das Kind etwas davon merkt."
LG
Karin
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Re: AW: interessanter Artikel zur Berufsgechichte von Ammen
Schlimm...auch dass die ammen dadurch ihre eigenen Babys verloren haben. Bzw es mussten . Kein Wunder dass die Auftraggeber sowas tun, sie haben ihre Kinder ja selbst nicht bei sich gelassen 
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Re: interessanter Artikel zur Berufsgechichte von Ammen
Dem schließe ich mich an...Nudelsuppe hat geschrieben:Vielen Dank Karin, ich finde diese historischen Zusammenhänge wirklich spannend, wenn auch sehr traurig.
- Semiralinda
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Re: interessanter Artikel zur Berufsgechichte von Ammen
Ich finde das Thema auch sehr interessant und eigentlich erschreckend. Es erinnert mich starkt an ein Buch von Elisabeth Badinter über die Mutterliebe, das auch ein recht deprimierendes Bild zeichnet. Allerdings geht es da auch um die französischen Verhältnisse (im 18. und 19JH, wenn ich mich recht erinnere, ist schon ein paar Jährchen her
) und man kann das sicher nicht so exakt auf deutsche Verhältnisse umlegen, aber Parallelen gibt es sicher.
Liebe Grüße,
Arabella und die fantastischen Fünf (03/98, 03/00, 06/03, 12/07, 05/10)
und Sternenkind Angelito * 12.02.13 / 15. SSW
Not all those who wander are lost. - J.R.R. Tolkien
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Re: interessanter Artikel zur Berufsgechichte von Ammen
Noch eine kleine Ergänzung. Find ich total spannend.
Ammen und das Vorbild der "Promis" 1915
"Auch in dem letzten Viertel des abgelaufenen Jahrhunderts wurde in den gut situierten Kreisen Deutschlands von der Amme recht reichlich gebrauch gemacht, und erst den unablässigen Bemühungen der Ärzte und Soziologen, dem leuchtenden Beispiele unserer Kaiserin und anderer Damen fürstlichen Standes ist es zu danken, daß sich heute jede Frau wieder auf ihre Mutterpflichten besinnt und meist wenigstens den Versuch macht, selbst zu nähren."
"Ich und mein Mütterlein", Dr.med. Paul Croner, 1915
Ammen und das Vorbild der "Promis" 1915
"Auch in dem letzten Viertel des abgelaufenen Jahrhunderts wurde in den gut situierten Kreisen Deutschlands von der Amme recht reichlich gebrauch gemacht, und erst den unablässigen Bemühungen der Ärzte und Soziologen, dem leuchtenden Beispiele unserer Kaiserin und anderer Damen fürstlichen Standes ist es zu danken, daß sich heute jede Frau wieder auf ihre Mutterpflichten besinnt und meist wenigstens den Versuch macht, selbst zu nähren."
"Ich und mein Mütterlein", Dr.med. Paul Croner, 1915