So, nun zur Fachmedizinischen Information:
Da ist als erstes mal DAS Standardwerk:
Schaefer/Spielmann: Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit.
Davon sollte nun wirklich jeder Arzt zumindest schon mal gehoert haben
Die Aussagen zur Narkose in dem von mir verlinkten Info-Blatt basieren auf diesem Standardwerk, sind teils woertliche, direkte Zitate und wurden insg. von einem Narkose-Facharzt geschrieben.
Das ist Expertentum in Reinkultur.
Gut, Narkose ist durch.
Aber wenn es so weiter geht: verweise im Zweifelsfall auf Schaefer/Spielmann.
Und/oder lass Dir von Deinem Mann das verlinkte Info-Blatt ausdrucken und morgen frueh mitbringen. Das sollte zumindest die Hochnaesigkeit etwas eindaemmen und deutlich machen, dass man Dich nicht einfach als "kleines, naives Dummchen" abtun kann.
Hier nochmal direkt der Link, damit Du nicht suchen musst:
http://www.afs-stillen.de/upload/faltbl ... aesthetika
Jetzt der Blick nach vorne:
Sie wollen Dir Antibiotika geben? Wenn das Deine Aerzte fuer notwendig halten, dann nimm sie!
Und bitte unbedingt so lange und so viele wie verordnet!
ABER: lass Dir die richtigen geben! Es gibt definitiv stillfreundliche Antibiotika, die nach einer Blinddarm-OP eingesetzt werden koennen. Lass Dich nicht damit abspeisen, dass gerade in Deinem speziellen Fall ... (etc. pp.). das nicht ginge.
Hier ist nach wie vor das Stichwort: Embryotox.
Die Internet-Adresse und die Telnr hast Du.
Wenn die keine Ahnung haben, was Embryotox ist:
"Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie
Charité - Universitätsmedizin Berlin"
Das ist der offizielle "Sprech"

Sag denen einfach: das ist das offizielle deutsche Beratungszentrum fuer Aerzte(!!!) fuer alle Arzneimittelfragen bei Schwangerschaft und Stillzeit in der Berliner Charite.
Ist zwar etwas krumm formuliert und so nicht ganz richtig, aber das sollte auch der verbockteste Stationsarzt begreifen. Beratung. Fuer Aerzte. Charitė. Nur fuer Fachpersonal zugaenglich.
Das sollte Eindruck machen.
Morgen ist Freitag, da koennen Deine Halbgoetter in Weiss die ab 9 Uhr in der offiziellen Sprechstunde erreichen.
Weiter im Text:
Lass Dich nicht entmuendigen! Du bist spaetestens jetzt kein Notfall-Patient mehr, sondern Ein Routine-Fall. Es gibt also keinen Grund, Dir etwas ohne Dein Wissen und Deine Zustimmung zu verabreichen. Mache ihnen deutlich, dass man nicht ungefragt einfach etwas in Dich reinschuetten oder reinspritzen kann, sondern dass Du bitte vorher darueber informiert werden moechtest, was genau man Dir gibt (Name, Dosierung) und was im entsprechenden "Beipackzettel" bzw bei Embryotox zum Thema Stillvertraeglchkeit dazu steht.
Ist leider notwendig, sonst wirst Du evtl. wieder und wieder uebergangen werden.
Es wird vorne rum "ja ja" gesagt und dann wird Dir ggf dennoch einfach etwas gegeben, was nicht stillfreundlich ist. Seines aus Ignoranz, Desinteresse oder aus mangelnder Kommunikation untereinander. Traurig, aber in der Praxis so beobachtet.
Nur eigene Ueberwachung hilft bzw zumindest, dass man im Krankenhaus weiss, dass Du das tun kannst und wirst.
Jetzt noch einmal zur Sicherheit ganz deutlich in drei Saetzen:
Bitte lass Dich in jedem Fall behandeln! Wenn man Medikamentengaben fuer notwendig haelt, dann nimm auch unbedingt Medikamente! Aber beharre auf stillfreundlichen Medikamenten und lass Dir nicht einreden, dass es die nicht gaebe!
(gilt insb. auch bei Antibiotika)
So, letzter Punkt:
so traurig es ist, nur Unbequemlichkeit fuehrt bei Dir zum Erfolg.
Das Spiel laeuft so:
Momentan passen Deine Wuensche "unverschaemterweise" nicht in den KH-Alltag, ohne eine minikleine Prise Sand ins Getriebe zu bringen. Das ist nicht Deine Schuld! Du verlangst nur das, was Dir zusteht und wozu Du jedes Recht hast. Man versucht, Dich auszuschalten, indem man sorgenvoll-freundlich und anteilnahmsvoll mit dem Kopf nickt und Dir erklaert, wie ernst man Dei e Sorge und Deine Wuensche nimmt, dass sich diese aus medizinischer Sicht aber leider nicht umsetzen lassen. (Humbug!) Und in Wirklichkeit ignoriert mach Dich und Deine Rechte schlichtweg.
Da hilft nur eins: sie muessen merken, dass Du fuer sie unbequemer bist, wenn man Dich uebergeht als wenn man Deinen Forderungen nachkommt.
Soll heissen: wenn man sich weigert, sich schlau zu machen, bei Embryotox anzurufen (falls notwendig) etc., so erklaere freundlich, aber bestimmt, dass Du Dich definitg schriftlich bei der KH-Leitung mit Kopie and Chefarzt und Stationsleitung beschweren wirst. Bitte ebenso freundlich darum, daher doch bitte die Namen der behandelnden Aerzte bei OP sowie auf Station und die der entsprechenden Schwestern aufgeschrieben zu bekommen, damit Du diese in Deinem Bericht nennen kannst.
Ja, es ist traurig, aber oft ist dies die einzige Moeglichkeit.
Manchmal aendert diese Forderung die Situation Ratzfatz. Manchmal hilft wirklich jur so ein Beschwerdebrief - und sei es fuer die naechste stillende Mutter, die in diesem KH i. Deine Situation kommt.
Noch viel trauriger finde ich aber, dass man Dir dieses Kraeftemessen abverlangt.
Alle Deine Kraft sollte momentan eigentlich in Dein Gesund-Werden investiert werden.
Es muss sich einfach so viel aendern im deutschen Gesundheitswesen bzgl Stillwissen und Stillpraxis, damit sich Muetter unbelastet in Behandlung begeben und sorgenfrei genesen koennen.
Es tut mir sehr leid, Gini, dass das bei Dir nicht der Fall ist!
Ich wuensche Dir alles, alles Gute fuer die Genesung und die naechste Zeit.
Du weisst, dass Du Dich jederzeit bei mir melden kannst!
Viel Kraft!
(((((((Gini)))))))