Diese Zahlen zeigen erst mal nur, dass die Stillquoten in dieser Zeit abgenommen haben. Hier ist noch kein Zusammenhang mit den Sterbequoten. Den gibt es aber, das ist vielfach untersucht worden. Je nach Zeit und Quelle gibt es dann eben den von mir genannten Faktor 5-12, um den nicht-gestillte Kinder häufiger sterben.Athene79 hat geschrieben:Eine sehr interessante Idee. Ich dachte schon länger, dass so ein Buch fehlt.
Mir fielen beim Lesen gleich einige FRagen ein:Also, da ich das Buch nicht da habe und auch keine Uni-Bib in der Nähe: Auf Kinder welchen Alters bezieht sich die Aussage? Wenn es Dir um die Kindersterblichkeit im 1.Lj geht, dann sollten es zur besseren Vergleichbarkeit 1-jährige sein.1890 wurden in Berlin an der Brust ernährt 50,7%, 1895 = 43,1%, 1900 nur 32,5%."
Dann gibt es noch ganz eindringliche Berichte wie diese:
"Während der Belagerung von Paris im Jahre 1870/71 waren die Frauen wegen Mangels an Kuhmilch gezwungen, ihre Kinder selbst zu ernähren. Die Folge war, daß trotz der sehr ungünstigen sonstigen Verhältnisse die Säuglingssterblichkeit von 33% auf 17% sank."
"In der Geschichte der modernen Industrieentwickelung bleibt es eine unvergeßliche Tatsache, daß während der schweren Baumwollenkrisis in England (1860), als die Fabriken geschlossen wurden und eine Hungersnot ausbrach, die Sterblichkeit der Säuglinge um die Hälfte abnahm, weil die arbeitslosen Mütter imstande waren, ihnen statt der sonstigen Opiummixtur die Brust zu reichen."
beide Zitate aus (1)
Viele Grüße
Karin


