Dialekt oder hochdeutsch?

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Uinonah
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Re: Dialekt oder hochdeutsch?

Beitrag von Uinonah »

Wieso nicht? Dialekte haben auch eigene Grammatik. Wo ist das Problem? Also, so lange man eben beides kann? Im Schwäbischen sagt man immer "wie" statt "als". Bsp. "größer wie"
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Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf. (Autorenschaft nicht eindeutig zuzuordnen)
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Maryam+Leo
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Re: Dialekt oder hochdeutsch?

Beitrag von Maryam+Leo »

ne nicht die wie und als Sache, wo und als.

Klar haben Dialekte eine eigene Grammatik, merke ich ja jeden Tag bei unserem berlinerisch.Gossisch-Kiezdeutsch *lach*
Das Problem ? Also mein problem ist, dass sich da die Nackenhaare aufstellen, weils einfach so so sehr falsch in meinen Ohren klingt.
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Kirschquark
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Re: Dialekt oder hochdeutsch?

Beitrag von Kirschquark »

Schnatzmama hat geschrieben:Ich hab' mal irgendwo gelesen, dass es wichtig ist, mit den Kindern im Dialekt zu sprechen, weil sich sonst der Dialekt in den nächsten Jahrzehnten verliert und vereinfacht. Also auf's Schwäbische bezogen: Dann wird ein 'sch' an die Verben gehängt und 'net' gesagt, und viel mehr sei dann nicht mehr drin.
Du meinst dass dann so wertvolle Worte wie Breschtlengsgsälzhäfele verloren gehen? Das wäre natürlich wirklich jammerschade.

Im Dialekt stört mich "größer wie" übrigens auch nicht sonderlich.

Im saarländischen tut man sich auch aus oder an wenns um den Klamottenwechsel geht.... bzw. tut etwas an (zieht etwas an)
LG
Hannah
mit Mukolinchen *31.08.06 und Schlüpfling *03.01.13 und Sterngucker *03.09.16
sternchen84
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Re: Dialekt oder hochdeutsch?

Beitrag von sternchen84 »

Hihi in d Pfalz "tut" man auch oft, dass macht meinen Mann wahnsinnig :mrgreen:
Rechtschreibfehler dürfen aufs iPad geschoben werden;-)


Liebe Grüße
Jessi mit der Mausi (02/2008), dem Bärchen(10/2011), dem Käferchen (08/2019)an der Hand und unser geliebtes Sternenkind (01/2011) fest im Herzen
Schokolinchen
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Re: Dialekt oder hochdeutsch?

Beitrag von Schokolinchen »

Maryam+Leo hat geschrieben:Was mir noch eingefallen ist, es gibt doch irgendeinen Dialekt bei dem das "als" in "wo" gewechselt wird.
Da werde ich immer richtig verrückt wenn ich das höre, das geht ja gaaaaaaaaaar nicht :P
In meinem :wink:

Im Badischen gibt es auch einiges an verbogener Grammatik. Aber natürlich unterscheide ich auch, welchen Gesprächspartner ich vor mir habe. Zu meiner Mutter kann ich ruhig sagen "ich rufe dir später an", zu meinem niedersächsischen Abteilungsleiter würde ich es korrekt sagen. Schliesslich heißt es ja nicht Dialekt sprechen = doof oder kann es nicht besser
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Sakura
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Re: Dialekt oder hochdeutsch?

Beitrag von Sakura »

Whity,

habe die Antworten nicht gelesen, aber aus sprachwissenschaftlicher Sicht übernehmen die Kinder den Dialekt nicht von den Eltern, sondern von der Umgebung, in der sie leben und aufwachsen. Daher lernen die Kinder von Einwanderern die Landessprache akzentfrei, obwohl ihre Eltern ihren Akzent oft nie loswerden. Natürlich vorausgesetzt, die Kinder dieser Einwanderer haben überwiegend Kontakt mit Menschen dieses Landes!!! Z.b. Einwandererkinder in die USA dann eben Kontakt mit dort geborenen Amerikanern, und sind nicht den ganzen Tag nur mit anderen Einwandererkindern unterwegs. So kam es, dass die meisten Einwandererkinder in die USA eben schnell Englisch als Zweitsprache mehr oder weniger perfekt lernten, und deren Kinder dann nur noch Englisch sprachen, weil die Einwanderer sich unter die bereits ansässige Bevölkerung mischten, während bestimmte Einwanderergruppen, wie z.b. die Amish, die sich nie wirklich mischten und auch keinen Wert drauf legten, bis heute Englisch manchmal nur als Zweitsprache sprechen - nach mehreren Hundert Jahren leben in den USA.

Und ich kenne mehrere Pärchen, die aus den verschiedensten Gebieten Westdeutschlands nach Sachsen gekommen sind, und jetzt mehr oder weniger drunter leiden, dass ihre Kinder sächseln, obwohl es die Eltern offensichtlich und definitiv NICHT tun :D.

Will heißen: wenn ihr in einem Dialektgebiet wohnt, dann kannst Du Deine Kinder auf die hochdeutsche Aussprache hinweisen, den Rest müssen sie selbst hinkriegen. Du hast es laut eigener Aussage ja auch hingekriegt, auch Hochdeutsch zu können :wink:
Sakura mit zwei tollen Mädels 04/11 und 05/13

Ich werde sie lehren, den eigenen Weg zu gehen,
vor keinem Popanz, keinem Weltgericht,
vor keinem als sich selber gerade zu stehen. (Reinhard Mey)

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Tobis Mama
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Re: Dialekt oder hochdeutsch?

Beitrag von Tobis Mama »

Schokolinchen hat geschrieben:
Maryam+Leo hat geschrieben:Was mir noch eingefallen ist, es gibt doch irgendeinen Dialekt bei dem das "als" in "wo" gewechselt wird.
Da werde ich immer richtig verrückt wenn ich das höre, das geht ja gaaaaaaaaaar nicht :P
In meinem :wink:
Das macht die Nähe zu Frankreich. Hier nämlich auch.

Und ich hab im Französisch-Leistungskurs gelernt, dass das im Französischen eine besonders gewählte Ausdrucksweise ist. Tja, so kann's gehen. Die Frankreich-nahen Dialekte haben das eben übernommen.
Nicole mit Tobias (09/2007) und Laura (06/2010)
Trageberaterin (ClauWi, GK 06/2012)

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http://dreihundertfuenfundsechzigtage.blogspot.de/
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kaehde
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Re: Dialekt oder hochdeutsch?

Beitrag von kaehde »

Fuer die Saarländer unter uns: ueber den neinkerjer Dialekt gibt es sogar eine Diplomarbeit. Fand ich sehr interessant zu lesen. Mir ist auch viel verloren gegangen.

Ich wuerde wohl mit den Kindern Dialekt sprechen wenn ich noch im Saarland leben wuerde.
Ich habe bis zum Abitur nur saalaennisch geschwätzt und dann von einem Tag auf den anderen Hochdeutsch. Natuerlich mit den klassischen holen/Milsch/usw. "Fehlern" und ein paar komischen Betonungen (Nikoll, kackau), aber das hab ich schnell gelernt.

Ich fand, dass der Dialekt auch ein Zusammengehörigkeitsgefühl gab, kommt natuerlich aufs Umfeld an...

Viele Gruesse,
Katja


Kurz und knapp vom Handy aus
Katja mit Benjamin (32.0 SSW, 02/05)
und Rebecca (02/08 )

Das Wichtigste im Leben sind ja sowieso die gelebten Beziehungen und die Liebe, die man schenkt und bekommt. (duduja)
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Re: Dialekt oder hochdeutsch?

Beitrag von Annealt »

kaehde hat geschrieben:Fuer die Saarländer unter uns: ueber den neinkerjer Dialekt gibt es sogar eine Diplomarbeit. Fand ich sehr interessant zu lesen. Mir ist auch viel verloren gegangen.

Ich wuerde wohl mit den Kindern Dialekt sprechen wenn ich noch im Saarland leben wuerde.
Ich habe bis zum Abitur nur saalaennisch geschwätzt und dann von einem Tag auf den anderen Hochdeutsch. Natuerlich mit den klassischen holen/Milsch/usw. "Fehlern" und ein paar komischen Betonungen (Nikoll, kackau), aber das hab ich schnell gelernt.

Ich fand, dass der Dialekt auch ein Zusammengehörigkeitsgefühl gab, kommt natuerlich aufs Umfeld an...
unnerschreib ;) Ich kann seit Schulzeiten auf Knopfdruck umschalten zwischen saarlännisch und hochdeutsch, aber ich merke v.a. bei Besuchen bei Oma, dass mir viele Feinheiten abhanden gekommen sind. Meine Eltern sprechen mit den Kindern Dialekt, am Anfang haben sie hochdeutsch versucht, aber das klang blöd, also lieber so. Und ich finde, es ist ein Stück Identität, mit dem ich immer gut klargekommen bin und das ich nicht missen möchte, meine Kinder finden es spannend. ;) Jetzt wachsen sie dreisprachig auf: hochdeutsch, schwäbisch, saarländisch :mrgreen: Ich kenne aber auch genug Leute, die nur saarländisch können, das finde ich nun nicht erstrebenswert.

Whity, zu deiner Frage: ich würde Dialekt sprechen mit den Kindern. Hochdeutsch-Einflüsse gibt es wohl mit Schule und Kindergarten und Co. genug. Ich kenn' das noch heute: wenn ich mich z.B. ärgere, denke und spreche ich immer noch eher Dialekt, also ist das wohl die authentische Variante ;)
Captainsparrow

Re: Dialekt oder hochdeutsch?

Beitrag von Captainsparrow »

Pfälzer wachsen per se 3 Sprachig auf.... Mer redden deitsch, pälzisch unn iwwer annere!
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