Abgestillt? Will ich es wirklich?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Karinke
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Abgestillt? Will ich es wirklich?

Beitrag von Karinke »

Hallo meine Lieben

Mögt ihr mir helfen, meine Gedanken zu sortieren?
Gestern abend als wir als Familie Einschlafen wollten, und die Grosse (in einer Woche 2J) stillte, hatten wir ein "Zügs", dass sie mich immer wieder in die Brust kneifet und trotz mehrmaliger Ermahnung meinerseits dies nicht unterliess. Ich sagte ihr dann, dass sie entweder aufhört, oder ich ihr in Zukunft keine Mi mehr geben werde. Sie dürfe nun entscheiden. Entweder, sie sei nun fein zu mir und den Brüsten, oder sie dürfe nie nie mehr Mi trinken. Ich habe auf diverse Arten gefragt, ob sie das wirklich wolle, und sie Bejahte.
Heute dann, als sie ganz selbstverständlich Mi trinken wollte, blockte ich ab. Sie hat heute den Ganzen Tag trotz mehrmaligem nachfragen nie gestillt. Ich liess sie nicht, und berief mich immer wieder auf gestern Abend. Das akzeptierte sie dann zwar wiederwillig, aber ohne grösseres gestürm.
Ich muss ihr nicht mal gross erklären, sondern sage einfach nur noch: weisst du, gestern abend hast du dich ja dafür entschieden, nicht mehr stillen zu wollen. Dann sagt sie "Ja", versucht nochmals kurz, ich sage nochmals "Nein, es gibt jetzt keine mi, drücke sie, und dann schauen wir, ob sie was essen oder trinken mag.

Nun, soweit tönt ja alles ganz "harmonisch". Sie überschritt eine persönliche grenze von mir, ich zog die Konsequent daraus, diese wird akzeptiert.

Aber: Will ich das? Will sie das? Was ist gut für uns? Soll ich sie "loslassen", Soll ich "hart" bleiben?
Alles in allem habe ich ja das Hintertürchen von wegen: Schau mal M, das, was du da gemacht hast akzeptiere ich nicht. Ich weiss aber wie wichtig und Gesund Stillen ist für dich, und ich möchte, dass du selber Entscheiden kannst, wenn du soweit bist, dass du die Brust nicht mehr brauchst. - und sie so wieder nach bedarf stillen zu lassen, was wir beide sehr geniessen und ich auf grund der Fehlenden Zähne auch absolut als Angebracht errachte, gibt es ja noch Lebensmittel, die sie noch nicht essen kann, durch das Fehlen derer.

Irgendwo hoffte ich darauf, dass wir heute an den Punkt kommen, wo wir uns gegenseitig aussprechen müssen. Aber sie akzeptierte es so leicht, dass sie nun keine Mi mehr kriegt.

Luxusproblem - ich weiss. Dennoch nimmt es mich wunder, wie ihr darüber denkt, was ihr tun würdet in meiner Situation.

Danke für euer Mitdenken!

Karin
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Zierbanane
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Re: Abgestillt? Will ich es wirklich?

Beitrag von Zierbanane »

Es ist nur so ein Gefühl beim lesen, das aber klar, ich würde sie weiterhin stillen. Sie fragt ja danach.
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4tiere
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Re: Abgestillt? Will ich es wirklich?

Beitrag von 4tiere »

Ich finde nicht, dass ein zweijähriges Kind wirklich abschätzen kann, was für Konsequenzen ihr 'Verhalten nach sich ziehen wird, wenn du eben sagst, dann gäbe es in Zukunft keine Mi mehr. So lange Zeiträume sind viel zu abstrakt. Für sie wird das eher geheissen haben, heute abend gibt es keine Mi mehr.
Auch die Diskussion bzw. die Aussprache finde ich viel zu intellektuell und abstrakt für ihr Alter.
Daher finde ich es nicht fair, dass du ihr das Stillen aus diesen Gründen verwehrst! Es wirkt auf mich so ein bisschen wie den schwarzen Peter an deine Tochter zu schieben. So frei nach dem Motto, du bist schuld, dass du nicht mehr stillen darfst! Wenn du nicht mehr willst ist das ok, dann muss du aber auch das so rüber bringen, dass es dir einfach zuviel wird und du ihr irgendeine Kompensation anbietest, denn scheinbar braucht sie es ja noch.
In diesem Sinne wünsche ich euch beiden einen für beide guten Weg ...
Bild-liche Grüße

Natalie
mit drei wundervollen Kindern!
Den beiden Großen (19m und 21w Jahre) und die kleine Maus (01.10.2011), die ich immer noch total genieße! Bild
Und das mit der Rechtschreibung lerne ich noch ... ;-)
(Manche andere Fähigkeiten erwerbe ich bestimmt auch noch, über Anregungen bin ich immer dankbar!)
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Malo81
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Re: Abgestillt? Will ich es wirklich?

Beitrag von Malo81 »

4tiere hat geschrieben:Ich finde nicht, dass ein zweijähriges Kind wirklich abschätzen kann, was für Konsequenzen ihr 'Verhalten nach sich ziehen wird, wenn du eben sagst, dann gäbe es in Zukunft keine Mi mehr. So lange Zeiträume sind viel zu abstrakt. Für sie wird das eher geheissen haben, heute abend gibt es keine Mi mehr.
Auch die Diskussion bzw. die Aussprache finde ich viel zu intellektuell und abstrakt für ihr Alter.
Daher finde ich es nicht fair, dass du ihr das Stillen aus diesen Gründen verwehrst! Es wirkt auf mich so ein bisschen wie den schwarzen Peter an deine Tochter zu schieben. So frei nach dem Motto, du bist schuld, dass du nicht mehr stillen darfst! Wenn du nicht mehr willst ist das ok, dann muss du aber auch das so rüber bringen, dass es dir einfach zuviel wird und du ihr irgendeine Kompensation anbietest, denn scheinbar braucht sie es ja noch.
In diesem Sinne wünsche ich euch beiden einen für beide guten Weg ...
Genau das wollte ich auch schreiben. Deine Fragen sind viel zu kompliziert gestellt. Und da sie ja trinken möchte, scheint es für sie nicht o.k. zu sein. klar kannst du sagen, heute abend nicht mehr stillen (kann ich sehr gut verstehen). Aber die Frage, ob sie beißen will oder nie mehr stillen- das versteht sie noch nicht.
Was möchtest du denn?
Liebe Grüße Y.
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Karinke
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Re: Abgestillt? Will ich es wirklich?

Beitrag von Karinke »

Was ich möchte? Sie loslassen und nicht festhalten.
Mich irritiert darin eben auch der Gedanke, dass ich abgestillterweise plötzlich an ihr essen und trinken für unterwegs denken muss. Ich gehöre zur Sorte "zu faul Fläschchen zu machen". Ist einfach gäbiger zu stillen. So habe ich immer alles bei mir. Darin aber kommen manchmal Bedenken hoch. Ich bin nicht die klassische Glucke, die nicht loslässt. Im Gegenteil. Ich weiß, dass meine Kinder nicht lugg lassen, bevor sie mich nicht haben. Darum kann ich sie gut abgeben, wenn ich die Person als vertrauenswürdig einschätze.
Ich biete ihr, wenn sie nach stillen fragt auch immer erst Wasser, essen oder knuddeln an, um es ja nicht zu verpassen, wenn/ ob stillen überhaupt ihr Bedürfnis ist, oder nur Ausdruck eines nicht erkannten Bedürfnisses.

Will sie aus stillbedürfnis trinken, oder aus Gewohnheit? Schon immer gab es ein Mi-Dessert nach dem Mittagessen. Als das heute ausfiel setzte sie sich nochmals hin und aß noch etwas mehr um sich zu sättigen. Dies ohne Druck meinerseits. Nur mit dem Hinweis, dass ich sie jetzt ja nicht mehr Stille wegen ihren Fummeleien und kneifenderen vom Vorabend.

Es rotiert in meinem Kopf.
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Zhea
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Re: Abgestillt? Will ich es wirklich?

Beitrag von Zhea »

Hmhm ich denke sich, dass die das überfordert. Kannst ja weiter reduzieren zugunsten fester Nahrung. Ihr scheint beide noch stillen zu wollen.
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Zierbanane
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Re: Abgestillt? Will ich es wirklich?

Beitrag von Zierbanane »

Also meine Kleinste ist jetzt fast 2,5 und hätte Deine Logik definitiv noch nicht kapiert. Wenn sie sagt sie mag stillen, dann mag sie auch stillen. Ob das aus Gewohnheit ist oder nicht spielt dabei erstmal keine Rolle. Du mußt wissen ob DU noch magst! Und wenn nicht, dann sag ihr das auch so. Diese "Fummelbegründung" finde ich in diesem Fslle sehr unlogisch und unfair ihr gegenüber.
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Malo81
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Re: Abgestillt? Will ich es wirklich?

Beitrag von Malo81 »

Ich sehe es wie Zierbanane: Sag ihr, du möchtest tagsüber nicht mehr stillen, zum einschlafen und aufwachen ja (wie klappt denn das einschlafen ohne?)Ich würde es nicht mehr anbieten, bei Fummeleien aufhöhren (ohne mehrmaliges Gefrage, was sie denn nun möchte) und dann vermutlich laufen lassen. Ich finde deine Ansprache auch das Kind überfordernd (nicht bös gemeint).
Überleg mal in einer ruhigen Minute, was du möchtes. Es ist eben eine Stillbeziehung, dass muss für beide Seiten passen. Wenn du nicht mehr magst, finde ich, hast du ein Kündigungsrecht. Finde ich persönlich.
Liebe Grüße Y.
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avoila
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Re: Abgestillt? Will ich es wirklich?

Beitrag von avoila »

Ich schließe mich der Meinung der Mehr
4tiere hat geschrieben:Ich finde nicht, dass ein zweijähriges Kind wirklich abschätzen kann, was für Konsequenzen ihr 'Verhalten nach sich ziehen wird, wenn du eben sagst, dann gäbe es in Zukunft keine Mi mehr. So lange Zeiträume sind viel zu abstrakt. Für sie wird das eher geheissen haben, heute abend gibt es keine Mi mehr.
Auch die Diskussion bzw. die Aussprache finde ich viel zu intellektuell und abstrakt für ihr Alter.
Daher finde ich es nicht fair, dass du ihr das Stillen aus diesen Gründen verwehrst! Es wirkt auf mich so ein bisschen wie den schwarzen Peter an deine Tochter zu schieben. So frei nach dem Motto, du bist schuld, dass du nicht mehr stillen darfst! Wenn du nicht mehr willst ist das ok, dann muss du aber auch das so rüber bringen, dass es dir einfach zuviel wird und du ihr irgendeine Kompensation anbietest, denn scheinbar braucht sie es ja noch.
In diesem Sinne wünsche ich euch beiden einen für beide guten Weg ...
Unterschreib.
Die Zauberin kann einen Zeitraum von "nie" gar nicht überblicken. Noch nicht mal ein paar Tage oder eine Woche. Sie hat eine kleine Vorstellung von "nach dem Mittagsschlaf" und "morgen früh". Ebenso fürchte ich, wird ihre Erinnerung an deine lange Argumentationskette stark nach lassen und sie den Zusammenhang zwischen deinem Verhalten und ihrem Verhalten "damals" nicht mehr kennen.
Wenn du nicht mehr stillen willst, dann übernimmt die Verantwortung dafür, egal ob tags oder nachts. Aber sie ist noch zu klein dafür.
LG avoila mit der Elfe (10/10), dem Weihnachtsgeschenk (12/12), dem Wildfang (08/17) und der Lady on a Mission (05/21)
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4tiere
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Re: Abgestillt? Will ich es wirklich?

Beitrag von 4tiere »

Karinke hat geschrieben:Was ich möchte? Sie loslassen und nicht festhalten.
Mich irritiert darin eben auch der Gedanke, dass ich abgestillterweise plötzlich an ihr essen und trinken für unterwegs denken muss. Ich gehöre zur Sorte "zu faul Fläschchen zu machen". Ist einfach gäbiger zu stillen. So habe ich immer alles bei mir.
Das geht mir genauso und deshalb stille ich unter anderem eben!
Und eins geht nur: Stillen auch um flexibel zu sein dann mit allen Konsequenzen oder Abstillen. Alles hin und her ist absolut unfair deiner Tochter gegenüber.
Karinke hat geschrieben:Darin aber kommen manchmal Bedenken hoch. Ich bin nicht die klassische Glucke, die nicht loslässt. Im Gegenteil. Ich weiß, dass meine Kinder nicht lugg lassen, bevor sie mich nicht haben. Darum kann ich sie gut abgeben, wenn ich die Person als vertrauenswürdig einschätze.
Was hat Stillen von zweijährigen (bzw. Langzeitstillen) mit gluckenhaften Verhalten der Mutter zu tun. Mit solch einer Formulierung unterstellst du doch allen Müttern, die lange stillen, dass sie nicht loslassen können.
Und das haben wir doch hier im Forum immer wieder erleben dürfen, das dem nicht so ist!!! Also auch du bist keine Glucke, wenn du lange stillst!!!!

Karinke hat geschrieben:Ich biete ihr, wenn sie nach stillen fragt auch immer erst Wasser, essen oder knuddeln an, um es ja nicht zu verpassen, wenn/ ob stillen überhaupt ihr Bedürfnis ist, oder nur Ausdruck eines nicht erkannten Bedürfnisses.
Auch hier finde ich, dass du einem Trugschluss unterliegst. Stillen ist mehr als Hunger! Eben auch Befriedigung anderer Bedürfnisse, wie Nähe, Kuscheln, Kommunikation usw. (Und wenn ich dann noch sehe, dass du noch ein kleines baby hast, also deine Tochter gerade erst Schwester geworden ist, finde ich es sooooo wichtig, dass sie weiter Stillen darf. Damit sie sich eben nicht zurückgesetzt fühlt.)
Karinke hat geschrieben:Will sie aus stillbedürfnis trinken, oder aus Gewohnheit? Schon immer gab es ein Mi-Dessert nach dem Mittagessen. Als das heute ausfiel setzte sie sich nochmals hin und aß noch etwas mehr um sich zu sättigen. Dies ohne Druck meinerseits. Nur mit dem Hinweis, dass ich sie jetzt ja nicht mehr Stille wegen ihren Fummeleien und kneifenderen vom Vorabend.
Was spricht gegen Gewohnheit?!
Wir machen so vieles aus Gewohnheit!


Und letztendlich schliesse ich mich aviola an.
avoila hat geschrieben:Wenn du nicht mehr stillen willst, dann übernimmt die Verantwortung dafür, egal ob tags oder nachts. Aber sie ist noch zu klein dafür.
Sie hat es einfach sehr treffend formuliert!
Bild-liche Grüße

Natalie
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Den beiden Großen (19m und 21w Jahre) und die kleine Maus (01.10.2011), die ich immer noch total genieße! Bild
Und das mit der Rechtschreibung lerne ich noch ... ;-)
(Manche andere Fähigkeiten erwerbe ich bestimmt auch noch, über Anregungen bin ich immer dankbar!)
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