jusl hat geschrieben:
* das Baby kann mit Unterstützung sitzen, auf dem Schoß oder im Hochstühlchen,
* das Baby kann selbst Nahrung gezielt greifen (zunächst mit der ganzen Hand, später im Pinzettengriff) und zum Mund führen
* das Baby kann Kaubewegungen machen. Dazu muss der sog. Zungenstoßreflex verschwunden sein, der bei jüngeren Babys kleine Gegenstände reflexhaft direkt wieder aus dem Mund heraus befördert.
Babys unter 4 Monaten sollten keinesfalls schon feste Nahrung bekommen. Sie könnten sie nur schlecht verwerten und das Risiko für eine Reihe von Gesundheitsstörungen wie Allergien, Nährstoffmangelerscheinungen und Verdauungsbeschwerden wäre deutlich erhöht.
Die meisten Babys sind mit etwa 6 Monaten beikostreif.
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Im ersten Lebensjahr ist
Muttermilch als Hauptnahrungsmittel vorgesehen. Solange noch mindestens 2 mal in 24 Stunden gestillt wird, sind keine weiteren Milchprodukte notwendig.
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"Baby Led Weaning (BLW)"
Hinter diesen Begriff (eigentlich: "Baby-gesteuertes Abstillen") verbirgt sich die Tatsache, dass gesunde Babys (wie alle anderen Tiere auch

) über angeborene, instinktive Fähigkeiten verfügen, ihre
Nahrungsaufnahme selbst zu steuern. Babys "wissen" selbst, mit welchen Nahrungsmitteln sie am besten zurecht kommen, welche sie am besten vertragen, wie viel sie davon essen sollten - sprich: wie ihr
individueller Nährstoffbedarf aussieht und wie sie den decken können.
Dies klappt allerdings nur unter der Voraussetzung, dass Babys (und Kinder) lediglich Zugang zu Lebensmitteln haben, die im mutmaßlich
natürlichen Nahrungsangebot des Menschen vorgesehen sind! Nur dann dürfen und sollen wir Babys frei wählen lassen.
Wir Erwachsenen wissen, welche Lebensmittel uns eigentlich schaden, weil uns Bücher oder unser Arzt (oder Spiegelbild

) dies sagen. Wir begrenzen uns dann mehr oder weniger erfolgreich, halten Maß und hören auf unseren Kopf, der uns sagt, dass wir jetzt besser nicht so viel Schokolade, Chips oder Dosensuppen essen sollten, wie wir laut unserer Hirnchemie eigentlich gerade gern würden... (und wir alle wissen, dass die Hirnchemie oft stärker ist als der Intellekt: trotz unseres Wissens gelingt uns ein gesunder Umgang mit überzuckerten, übersalzenen, überaromatisierten Industrieprodukten oft nicht.)
Babys und Kinder können nicht Maß halten. Industrienahrung mit künstlich zusammengesetzten Inhaltsstoffen ist im natürlichen Speiseplan des Menschen nicht vorgesehen, deshalb
funktioniert ein instinktiv richtiger Umgang damit nicht. BLW funktioniert tatsächlich! Aber nur, wenn Babys und Kinder vor eine entsprechend
faire (Aus-)Wahl an gesunden Nahrungsmitteln und Speisen gestellt werden.
BLW ist keineswegs gleichbedeutend mit "ausschließlich Fingerfood". Es ist nicht das Gegenteil von "Brei". BLW bedeutet schlichtweg, dass
1. die Mutter so lange stillt, bis das Kind seiner biologischen Stillzeit von allein entwächst ("natürliches Abstillen"),
2. Hunger- und Sattsignale, Essverhalten und Nahrungsmittelvorlieben des Babys konsequent respektiert werden und
3. das Baby meistens selbst isst, ob mit Fingern oder mit Werkzeug.