Stillen von 5-6/Tag auf 2-3/Tag reduzieren ohne Zufüttern?

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blueberry
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Re: Stillen von 5-6/Tag auf 2-3/Tag reduzieren ohne Zufütter

Beitrag von blueberry »

Ich versuch mal, meine Gedanken zu sortieren:


1. Was Dir das Stillen nachts unangenehm macht:
Das mit den Beckenschmerzen ist natürlich ne fiese Sache! :( Vielleicht kannst Du dennoch nochmal bissl experimentieren mit abstützenden Kissen im Rücken, ne Handtuchrolle hinter den Rücken Deines Mäuschens, ein wirklich festes, gut stützdendes, schulterhohes Kissen unter den Kopf, dass Dich den Kopf wirklich entspannt ablegen lässt (z.B. so ein Schaumstoffkonturkissen).

Vielleicht sind es tatsächlich auch unentspannte Gedanken, die Dich vom Dösen (richtig Schlafen konnte ich beim Stillen auch nie, aber weiterdösen) abhalten? Je ärgerlicher man wird, desto weniger kann man danach wieder einschlafen (dazu siehe unten). Wecker verbannen ist schonmal ne Superidee - ich hab mich auch irgendwann bewusst gezwungen, nicht nach der Uhrzeit zu schauen und nicht zu zählen, wie oft mein Baby wach wird... Und eben tagsüber, morgens und Abends mal bewusst ne zeitlang alle Möglichkeiten nutzen, sich hinzulegen - wenn das Baby schläft und wenn jemand anderes das Baby hat.

Was ich aber total nachvollziehen kann: die Angst, das Kind mit der Decke zuzudecken. Das ist mir nämlich auch zweimal passiert, was für ein Schreck!! :shock: :( Und solche Gedanken verspannen einen und lassen einen nicht dösen oder schlafen, ganz klar!
Was ich danach geändert habe: wie schon jemand anders erwähnte - wirklich warmen Pullover an, Unterhemd drunter, so dass man das Unterhemd runterziehen kann und den Pullover hochschiebt - automatisch hat man es am Oberkörper warm genug, dass man nie im Leben auf die Idee käme, die Decke bis auf Schulterhöhe hochzuziehen '(auch nicht im Schlaf). Zweitens: ich habe mich auf das meinem Baby zugewandte Deckenende draufgelegt vor dem Andocken. Sprich: wenn ich links gestillt habe, dann hab ich das linke Deckenende bis auf Taillienhöhe runtergezogen und dann unter meine Seite gestopft, Baby mit seinem Schlafsack davor positioniert, Handtuchrolle in seinen Rücken, damit er nicht auf den Rücken rollt, mir was in den Rücken gestopft, damit ich nicht meinerseits rumrolle. Und ob mans glaubt oder nicht - das ging alles irgendwann im Dunkeln und im Halbschlaf :lol: . Nur fürs Andocken brauchte ich ne kleine orange LED-Leuchte. Und dann hab ich wirklich gedöst bis zum Abdocken. Manchmal bin ich wohl sogar richtig eingeschlafen. Passieren konnte so aber nichts. 8)


2. Nächtliches Stillen versus nächtliches Aufwachen:
Wenn ich Deine Beschreibung der Nächte lese (zwei bis dreimal 30 Minuten Stillen, aber Baby wacht zigmal zwischendrin auf und lässt sich mit Streicheln beruhigen ohne Stillen), ist ja aber nicht das Stillen das Hauptproblem sondern das häufige Aufwachen zwischendurch, oder? Ich meine: zum einen ist es natürlich traumhaft, dass Dein neunmonatealtes Baby sich tatsächlich nachts so oft einfach mit Streicheln beruhigen lässt! :o (das hat bei meinem noch über ein Jahr gedauert, bis das mal ab und an funktionierte - sonst musste IMMER nachts gestillt werden). Aber die Häufigkeit des Aufwachens insgesamt ist natürlich anstrengend :( .

Die erste Frage, die sich mir dabei stellt: versprichst Du Dir vom nächtlichen Abstillen, dass Dein Kind dann nachts nicht mehr stillt oder versprichst Du Dir davon, dass es auch sonst - die anderen ca. sechs Male pro Nacht - nicht mehr aufwacht?? Ersteres ließe sich gewiss erreichen (Du kannst Deinem Kind schließlich die Brust verweigern und versuchen, es anders zu trösten, durch Rumtragen, Schaukeln, Singen z.B.) - aber das andere, das Aufwachen: Tja, man kann einem Kind leider nicht beibringen, seltener aufzuwachen bzw. länger durchzuschlafen (es sei denn, irgendwas weckt das Kind wie "zu kalt", "zu warm", "volle Windel", ...) . Das Schlafverhalten ist ein Reifungsprozess, kein Lernprozess, leider.

Vielleicht hilft es Dir, Dich immer wieder zu vergewissern, dass Dein Baby nicht so häufig aufwacht, um Dich zu ärgern! Es wacht so häufig auf, weil das ein eingebautes Schutzprogramm von Babys ist. Häufiges Aufwachen schützt vor zu langen und zu tiefen Schlafphasen, die es dem Baby sonst erschweren könnten, aufzuwachen (z.B. einen Atemaussetzer zu verschlafen - zu tiefes und zu langes Schlafen am Stück wird als SIDS-Risikofaktor diskutiert, weshalb auch Schlafen im eigenen Zimmer statistisch auch die unsicherste Schlafumgebung für Babys ist, wenn es um SIDS geht). Nächtliches Aufwachen ist außerdem in unserer Natur evolutionär angelegt: bei unseren Nomadenvorfahren war nachts die Zeit, in der alle im Schlaflager lagen und unser Urmütter Zeit hatten zu ausführlichem, langem, gehaltvollen Stillen. Darum ist bei uns nach wie vor die Prolaktinausschüttung nachts am höchsten und gerade tagaktiver werdende Babys haben tags alles mögliche im Kopf außer zu stillen - aber nachts decken sie dann ihren gesamten Milchbedarf. Auch für die Hirnentwicklung sind viele kleine Milchzuckerportionen über Nacht wohl ideal und das BAby versichert sich, so, dass es nicht liegengelassen, vergessen worden und somit schutzlos Raubtieren oder dem Verhungern ausgesetzt ist... Dumm ist eigentlich nur, dass sich das nicht mit unserer Erwartung an unsere Babies deckt, bald durchzuschlafen - und schlecht zu Weckern, festen Terminen und Aufwachzeiten passt. :roll: An einem häufig aufwachenden Baby jedenfalls ist nichts "verkehrt" - im Gegenteil, es entspricht in seinem Verhalten dem von Abermillionen Babys vor ihm, die so ihr Überleben sicherten.

Sorry, muss erstmal schnell los - zu Lösungsvorschlagen gleich mehr.
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4tiere
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Re: Stillen von 5-6/Tag auf 2-3/Tag reduzieren ohne Zufütter

Beitrag von 4tiere »

Carlotta hat geschrieben: Was mir hilft: Trotzdem die Augen zu lassen und ruhig atmen, ich denkbe bewusst NICHT an das stillende Baby sondern lasse die Gedanken schweifen oder versuche an was schönes zu Denken. Sehr kontraproduktiv: An To Dos denken, über die Uhrzeit nachdenken etc.
Oh ja, ich baue so seit Jahren mein Traumhaus in allen Details und wenn ich dann so richtig konzentriert bin, schlafe ich ein. Und soll ich dir was sagen, ich bin immer noch im Ergeschoss! ;-)

smibo hat geschrieben:Mein mann sagt immer, erst wenn es ihr peinlich wird kann sie ins eigene zimmer umziehen. Ich hoffe, bis dahin schläft sie durch oder ich quartiere mich aus :)
Das ist wirklich gut ... Bild
Im Übrigen habe ich meinen Grossen damals "gedroht", dass ich mich auch gerne später zu ihnen legen werde, wenn es mir damals zu viel wurde. Dann lachten die immer und freuten sich auf mich. Letztens habe ich das mal vorgeschlagen. Die wollten das nicht ... das sind welche! ;-)

Ansonnsten kann ich dich auch nur drücken und dir wünschen, dass es weniger wird. Wie blueberry schon schrieb, Schlafen ist ja ein Reifeprozess, du kannst es also nur dir bequemer und gemütlicher machen.
Bild-liche Grüße

Natalie
mit drei wundervollen Kindern!
Den beiden Großen (19m und 21w Jahre) und die kleine Maus (01.10.2011), die ich immer noch total genieße! Bild
Und das mit der Rechtschreibung lerne ich noch ... ;-)
(Manche andere Fähigkeiten erwerbe ich bestimmt auch noch, über Anregungen bin ich immer dankbar!)
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blueberry
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Re: Stillen von 5-6/Tag auf 2-3/Tag reduzieren ohne Zufütter

Beitrag von blueberry »

So, meine Gedanken zu möglichen Lösungen zum zweiten Punkt "nächtliches Stillen versus häufiges Aufwachen":

2.a) erster Lösungsansatz: Aussitzen. Das hört sich jetzt erstmal doof an, aber die Zeit, in der Kinder sooo oft aufwachen ist meist sehr begrenzt. Gut, wirklich Durchschlafen (im Sinne von "6-8 Stunden am Stück") tun viele Kleinkinder erstmals mit ca. zwei Jahren (es kann meiner Erfahrung nach schonmal helfen, da realistische Erwartungen zu hegen, das entspannt einen nachts tierisch im zweiten Lebensjahr und man freut sich über jede Nacht, die zufällig doch schonmal durchgeschlafen wurde :wink: ), aber darum geht es Dir ja momentan acuh gar nicht.
smibo hat geschrieben:Ich verlange ja von der maus ja auch nicht komplett durchzuschlafen. 2 bis 3, meinetwegen an schlechten tagen auch 4 unterbrechungen würde ich verkraften.
Diese zwei bis drei (oder mal vier) nächtliche Unterbrechungen haben viele BAbys um ein Jahr rum dann ganz von selbst. Vielleicht lohnt es sich, ihr bis dahin einfach nochmal Zeit zu geben, wie es sich mit dem Schlafen entwickelt. In den nächsten drei Monaten machst Du dann ein "mit dem BAby zum Tagesschläfchen mit hinlegen und ausruhen, morgens liegenbleiben, abends mit Baby ins Bett, wann immer möglich"-Programm, lässt Deine Blutwerte checken und den Haushalt bis aufs nötigste Haushalt sein.

Hat sich in den drei Monaten nichts getan greifst Du dann zum "nachts abstillen nach Gordon". Dann ist Deine Kleine 12 Monate alt und wird es vermutlich eher verkraften.



2.b) Wenn das mit dem Aussitzen nicht so Deins ist (auch nicht mit den "Bequemer und entspannter machen"-Tipps von 1. und die Du schon von den anderen hast), könntest Du folgendes versuchen: eine zeitlang nachts bewusst häufiger stillen! :shock: :lol: Ich weiß, klingt paradox. Aber als ich vorhin das hier schrieb:
blueberry hat geschrieben:Tja, man kann einem Kind leider nicht beibringen, seltener aufzuwachen bzw. länger durchzuschlafen (es sei denn, irgendwas weckt das Kind wie "zu kalt", "zu warm", "volle Windel", ...) .
, dachte ich auf einmal: vielleicht hat Deine Kleine eben nachts eigentlich häufiger Hunger? Sie wacht auf, Du streichelst sie, sie lässt sich vertrösten. Kurze Zeit später wacht sie wieder auf - der Hunger ist ja noch da - Du kannst sie dennoch nochmal mit Streicheln vertrösten, sie schläft kurz ein. Irgendwann wird das Stillen unvermeidlich und es hat sich ein "Stillbedarf" angestaut, der sich nur mit einer 30-Minuten-Mahlzeit befriedigen lässt. Dann schläft sie wieder. Dann wacht sie mit Appetit auf, Du streichelst, ... .
Keine Ahnung, ob das wirklcih so ist, aber ausgeschlossen ist es nicht, denn die meisten Stillkinder wachen nachts vor allem zu einem auf: zum Stillen! Vielleicht könntest Du es mal ein paar Tage lang versuchen: jedesmal wenn Dein Kind aufwacht, wird es gestillt.
Vielleicht hast Du dann nach einigen Tagen nicht mehr neun- bis zehnmal nächtliches Aufwachen, davon zwei- bis dreimal 30 Minuten Stillen, sondern irgendwann vielleicht fünfmal Aufwachen mit jeweils 10 Minuten Stillen - das wäre schon fast nur noch halb so viel mal Aufwachen wie bisher UND die Stilldauer verringert sich evtl. gleich mit. Keine Garantie - aber vielleicht klappts. 8)



2.c) Wenn das nicht klappt (was ich aber zuerst versuchen würde, weil es ein "externer", reifungsunabhängiger Grund für das häufige Erwachen sein könnte, könnte man noch folgendes versuchen: Ich weiß nicht, inwiefern Dein Kind in Deinem Mann eine Bezugsperson hat, die regelmäßig da ist und ihm vertraut ist. Aber vielleicht könnte folgendes funktionieren: Dein Mann und Deine Tochter schlafen in einem Bett und Zimmer, Du schläfst woanders (Matratze im Kinderzimmer, Gästebett, Schlafsofag im WoZi, ...). Wenn Euer Baby aufwacht, beruhigt es in Zukunft DEIN MANN durch Streicheln, nicht Du (Streicheln kann auch Dein Mann, dazu braucht er keine Brüste 8) ). Sobald dann doch Stillen dran ist (erfahrungsgemäßg ja zwei bis dreimal pro Nacht) bringt Dir Dein Mann das Baby, Du stillst - im Sitzen oder liegen oder was Dir tagsüber bequem ist, bringst es ihm nach Ende der Mahlzeit zurück ins Schlafzimmer und alle schlafen weiter wie vorher, bis wieder Stillen dran ist.

Das ist nicht genauso erholsam wie "zwei bis viermal stillen pro Nacht im Familienbett und dazwischen schlafen alle - keiner muss aufstehen". Aber vielleicht kommst Du so zu mehr Schlaf. Vielleicht wacht Dein Mann auch nicht von jedem Muks des Babys gleich auf - manchmal beruhigen Männer Babys intuitiver als Frauen, die sofort denken "ich muss Stillen". Wir haben genau so mehrere Wochen lang geschlafen, als mein kleiner Sohn in den ersten Monaten so viel geseufzt, gegluckst, laut geschnauft hat beim Schlafen, ich jedes Mal wach wurde und er aber garnicht stillen wollte. Im Endeffekt kamen wir so alle zu mehr Schlaf als gemeinsam im selben Zimmer. Papa und Baby hatten einen harmonischeren Schlaf zusammmen, da Papa sich nicht von jedem Atemgeräusch gleich wecken ließ...

Probieren geht über Studieren.

Und im Zweifelsfall, wenn nichts geht, kehrst Du halt zurück zu 2.a) sitzt es aus und stillst dann gezielt nachts ab.

Ich weiß, wie zermürbend mangelnder Schlaf und Erschöpfung sein können und wie schnell man dann aggressive Gefühle entwickelt und an seinen Prinzipien zweifelt :( . Dein Baby tut aber sein bestes - es schläft so gut, wie es unter den gegebenen Umständen und mit seinen bisherigen Fähigkeiten eben kann. Nun bleibt abzuwarten, was sich vielleicht an Einstellungen, Erwartungen, Rahmenbedingungen, ... rundum ändern lässt, um alle mit der Situation bestmöglich klarkommen zu lassen, bis sie sich ändert oder ändern lässt.

:müde: Alles Gute Dir und Euch! (Und: Du hast einen tollen Mann mit Humor! :mrgreen: 8) )
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smibo
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Re: Stillen von 5-6/Tag auf 2-3/Tag reduzieren ohne Zufütter

Beitrag von smibo »

2.a) erster Lösungsansatz: Aussitzen. Das hört sich jetzt erstmal doof an, aber die Zeit, in der Kinder sooo oft aufwachen ist meist sehr begrenzt. Gut, wirklich Durchschlafen (im Sinne von "6-8 Stunden am Stück") tun viele Kleinkinder erstmals mit ca. zwei Jahren (es kann meiner Erfahrung nach schonmal helfen, da realistische Erwartungen zu hegen, das entspannt einen nachts tierisch im zweiten Lebensjahr und man freut sich über jede Nacht, die zufällig doch schonmal durchgeschlafen wurde :wink: ), aber darum geht es Dir ja momentan acuh gar nicht.
smibo hat geschrieben:Ich verlange ja von der maus ja auch nicht komplett durchzuschlafen. 2 bis 3, meinetwegen an schlechten tagen auch 4 unterbrechungen würde ich verkraften.
Diese zwei bis drei (oder mal vier) nächtliche Unterbrechungen haben viele BAbys um ein Jahr rum dann ganz von selbst. Vielleicht lohnt es sich, ihr bis dahin einfach nochmal Zeit zu geben, wie es sich mit dem Schlafen entwickelt. In den nächsten drei Monaten machst Du dann ein "mit dem BAby zum Tagesschläfchen mit hinlegen und ausruhen, morgens liegenbleiben, abends mit Baby ins Bett, wann immer möglich"-Programm, lässt Deine Blutwerte checken und den Haushalt bis aufs nötigste Haushalt sein.

Hat sich in den drei Monaten nichts getan greifst Du dann zum "nachts abstillen nach Gordon". Dann ist Deine Kleine 12 Monate alt und wird es vermutlich eher verkraften.
Wenn ich nur wüsste, dass es wirklich in wenigen Monaten besser wird, dann würde ich mich zusammenreissen und das geduldig durchstehen. Schließlich habe ich es die letzten Monate auch noch überlebt, auch wenn ich mir psychisch wie ein Wrack vorkomme. Kann mich an meinem Wunschkind manchmal gar nicht so erfreuen wie ich es eigentlich möchte, weil ich so müde bin. Auch haben wir ja wirklich sehr lange um das Stillen gekämpft und das möchte ich auch nicht einfach durchs Abstillen beenden.


2.b) Wenn das mit dem Aussitzen nicht so Deins ist (auch nicht mit den "Bequemer und entspannter machen"-Tipps von 1. und die Du schon von den anderen hast), könntest Du folgendes versuchen: eine zeitlang nachts bewusst häufiger stillen! :shock: :lol: Ich weiß, klingt paradox. Aber als ich vorhin das hier schrieb:
blueberry hat geschrieben:Tja, man kann einem Kind leider nicht beibringen, seltener aufzuwachen bzw. länger durchzuschlafen (es sei denn, irgendwas weckt das Kind wie "zu kalt", "zu warm", "volle Windel", ...) .
, dachte ich auf einmal: vielleicht hat Deine Kleine eben nachts eigentlich häufiger Hunger? Sie wacht auf, Du streichelst sie, sie lässt sich vertrösten. Kurze Zeit später wacht sie wieder auf - der Hunger ist ja noch da - Du kannst sie dennoch nochmal mit Streicheln vertrösten, sie schläft kurz ein. Irgendwann wird das Stillen unvermeidlich und es hat sich ein "Stillbedarf" angestaut, der sich nur mit einer 30-Minuten-Mahlzeit befriedigen lässt. Dann schläft sie wieder. Dann wacht sie mit Appetit auf, Du streichelst, ... .
Keine Ahnung, ob das wirklcih so ist, aber ausgeschlossen ist es nicht, denn die meisten Stillkinder wachen nachts vor allem zu einem auf: zum Stillen! Vielleicht könntest Du es mal ein paar Tage lang versuchen: jedesmal wenn Dein Kind aufwacht, wird es gestillt.
Vielleicht hast Du dann nach einigen Tagen nicht mehr neun- bis zehnmal nächtliches Aufwachen, davon zwei- bis dreimal 30 Minuten Stillen, sondern irgendwann vielleicht fünfmal Aufwachen mit jeweils 10 Minuten Stillen - das wäre schon fast nur noch halb so viel mal Aufwachen wie bisher UND die Stilldauer verringert sich evtl. gleich mit. Keine Garantie - aber vielleicht klappts. 8)
Das Wäre auch eine Idee! Sobald die Maus gestillt wird schläft sie mal 2-3 Stunden durch. Habe nur Sorge, dass es wieder ausartet und sie sich stündlich nur durch das Stillen beruhigen lassen will wie schon vor wenigen Wochen der Fall war.


2.c) Wenn das nicht klappt (was ich aber zuerst versuchen würde, weil es ein "externer", reifungsunabhängiger Grund für das häufige Erwachen sein könnte, könnte man noch folgendes versuchen: Ich weiß nicht, inwiefern Dein Kind in Deinem Mann eine Bezugsperson hat, die regelmäßig da ist und ihm vertraut ist. Aber vielleicht könnte folgendes funktionieren: Dein Mann und Deine Tochter schlafen in einem Bett und Zimmer, Du schläfst woanders (Matratze im Kinderzimmer, Gästebett, Schlafsofag im WoZi, ...). Wenn Euer Baby aufwacht, beruhigt es in Zukunft DEIN MANN durch Streicheln, nicht Du (Streicheln kann auch Dein Mann, dazu braucht er keine Brüste 8) ). Sobald dann doch Stillen dran ist (erfahrungsgemäßg ja zwei bis dreimal pro Nacht) bringt Dir Dein Mann das Baby, Du stillst - im Sitzen oder liegen oder was Dir tagsüber bequem ist, bringst es ihm nach Ende der Mahlzeit zurück ins Schlafzimmer und alle schlafen weiter wie vorher, bis wieder Stillen dran ist.

Das ist nicht genauso erholsam wie "zwei bis viermal stillen pro Nacht im Familienbett und dazwischen schlafen alle - keiner muss aufstehen". Aber vielleicht kommst Du so zu mehr Schlaf. Vielleicht wacht Dein Mann auch nicht von jedem Muks des Babys gleich auf - manchmal beruhigen Männer Babys intuitiver als Frauen, die sofort denken "ich muss Stillen". Wir haben genau so mehrere Wochen lang geschlafen, als mein kleiner Sohn in den ersten Monaten so viel geseufzt, gegluckst, laut geschnauft hat beim Schlafen, ich jedes Mal wach wurde und er aber garnicht stillen wollte. Im Endeffekt kamen wir so alle zu mehr Schlaf als gemeinsam im selben Zimmer. Papa und Baby hatten einen harmonischeren Schlaf zusammmen, da Papa sich nicht von jedem Atemgeräusch gleich wecken ließ...
Das haben wir schon mehrfach ausprobiert mit dem Ergebnis, dass die Maus über eine Stunde brüllte bis ich letztendlich nachgab und sie beruhigt habe. Sie hat eine enge Bindung zum Papa aber ich bin ihr VIP. 8) Seitdem hört mein Mann schlechter :roll:

Ich weiß, wie zermürbend mangelnder Schlaf und Erschöpfung sein können und wie schnell man dann aggressive Gefühle entwickelt und an seinen Prinzipien zweifelt :( . Dein Baby tut aber sein bestes - es schläft so gut, wie es unter den gegebenen Umständen und mit seinen bisherigen Fähigkeiten eben kann. Nun bleibt abzuwarten, was sich vielleicht an Einstellungen, Erwartungen, Rahmenbedingungen, ... rundum ändern lässt, um alle mit der Situation bestmöglich klarkommen zu lassen, bis sie sich ändert oder ändern lässt.

:müde: Alles Gute Dir und Euch! (Und: Du hast einen tollen Mann mit Humor! :mrgreen: 8)
Ich weiss, dass die Kleine rein gar nichts für kann und es tut mir so leid, dass ich diese Wut nachts in mir habe. Bin froh, dass mein Mann das so gelassen sieht und mich immer auf den richtigen Dampfer zurückbringt. Sonst hätte ich wie gesagt gar nicht gestillt und hätte die Maus schon lange in ihr Zimmer mit Flasche in der Hand ausquartiert.
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Sakura
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Re: Stillen von 5-6/Tag auf 2-3/Tag reduzieren ohne Zufütter

Beitrag von Sakura »

Liebe smibo,

was Blueberry da schreibt mit dem sich anstauenden Stillbedarf klingt ziemlich nachvollziehbar

smibo hat geschrieben:Wenn ich nur wüsste, dass es wirklich in wenigen Monaten besser wird, dann würde ich mich zusammenreissen und das geduldig durchstehen
(...)
Sobald die Maus gestillt wird schläft sie mal 2-3 Stunden durch. Habe nur Sorge, dass es wieder ausartet und sie sich stündlich nur durch das Stillen beruhigen lassen will wie schon vor wenigen Wochen der Fall war.
Zu diesen zwei Gedanken bzw. Ängsten folgendes: es ist in der Regel NICHT so, dass Neugeborene am schlechtesten schlafen, und das Schlafverhalten dann mit steigendem Alter besser wird. Untersuchungen haben gezeigt, dass Neugeborene im Schnitt 2-3 mal pro Nacht aufwachen, dass sich diese Zahl um die Mitte des ersten Lebensjahres verdoppelt, und dass Kinder mit 12 Monaten in Schnitt wieder da sind, wo sie am Anfang waren: 2-3 mal pro Nacht aufwachen. Es wird also erst mal schlechter, ehe es besser wird. Und Ihr nähert Euch dem Ende der härtesten Phase.

Mit anderen Worten: ja, es wird in wenigen Monaten besser.
Und nein, durch sofortiges Stillen wird es nicht wieder "ausarten", wie vor kurzem bei Euch der Fall.

Tatsächlich klingt blueberrys Erklärung logisch, es könnte tatsächlich sein, dass die Nacht erholsamer wäre, wenn du sofort stillst, da Dein Kind dann, wie Du schreibst, 2-3 Stunden schläft. Einen Versuch wäre das wert.


Falls ich es überlesen habe: hast du tagsüber die Chance, Schlaf nachzuholen?

Liebe Grüße
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Re: Stillen von 5-6/Tag auf 2-3/Tag reduzieren ohne Zufütter

Beitrag von Sakura »

Hi smibo,

mal noch was zum Schmökern für Dich zum Schlafverhalten der Lütten :-)
Aus dem Buch "Kinder verstehen" von Renz-Polster: http://kinderverstehen.de/images/Schlaf ... 290909.pdf

Liebe Grüße,
Sakura :-)
Sakura mit zwei tollen Mädels 04/11 und 05/13

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smibo
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Re: Stillen von 5-6/Tag auf 2-3/Tag reduzieren ohne Zufütter

Beitrag von smibo »

Danke Sakura! Die Pdf ist wirklich informativ. Ich verstehe ja dass Babys, Stillen und Durchschlafen meist noch nicht zusammenhängen (die meisten Babys, die im Bekanntenkreis durchschlafen, schlafen im eigenen Zimmer und mit Industriemilchflasche in der Hand). Ich hoffr nur, dass diese Phase bald vorbei ist.
Mein KiA meinte zu mir bei der U5: nur Geduld. Das wird schon.
Ich denke, ihr habt alle Recht. Letztendlich ist noch keine Mutter am Schlafmangel gestorben.
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Sakura
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Re: Stillen von 5-6/Tag auf 2-3/Tag reduzieren ohne Zufütter

Beitrag von Sakura »

smibo hat geschrieben:Ich denke, ihr habt alle Recht. Letztendlich ist noch keine Mutter am Schlafmangel gestorben.
Ja, jein. Nachts nach Bedarf stillen soll nicht heißen, dass Du Schlafmangel erdulden musst. Und anders rum habe ich zwei liebe Freundinnen, die beide nicht stillen konnten, und trotzdem massiven Schlafmangel hatten. Ich habe nach Bedarf gestillt, und wie beschrieben keinen Schlafmangel. Ich glaube, das ist das eigentliche Ziel: die Bedürfnisse von Baby UND Mama unter einen Hut bekommen. Und da ist das beim ersten Kind noch relativ gesehen unkompliziert.

Für Dich würde das bedeuten, dass Du nach Wegen suchst, wie und wann Du schlafen kannst.
Nachts sofort anlegen, damit sie dann 2-3 Stunden am Stück schläft könnte ein Weg sein.
Tagsüber Gelegenheiten schaffen, wann Du schlafen kannst, könnte ein Weg sein.
Für soviel Entspannung sorgen, dass Du nachts nach dem Stillen nicht schlaflos im Bett liegst, könnte ein Weg sein.

Liebe Grüße
Sakura :-)
Sakura mit zwei tollen Mädels 04/11 und 05/13

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