Stillen und Kinderwunsch oder wie Geschwisterchen trotzdem?

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Lilia87
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Stillen und Kinderwunsch oder wie Geschwisterchen trotzdem?

Beitrag von Lilia87 »

Hallo ihr Lieben,

ich weiß gar nicht, wie ich anfangen soll, und ob meine Frage hier richtig ist, aber ich erhoffe mir mal den ein oder anderen Tipp!

Zur Ausgangslage: Mein Sohn wird nächste Woche 1 Jahr alt, er wird noch abends zum Einschlafen und mindestens 2 mal nachts gestillt, und meistens auch 1-2 mal nachmittags. Wir haben von Anfang an eine wunderschöne Stillbeziehung, mein Sohn fordert das Stillen auch ein und ist wirklich unausgeglichen, wenn es nachmittags mal "ausfällt" (z.B. wenn ich da bin, wenn ich weg bin, ist es kein Problem). Ich würde (und werde) ihn sooo gerne so lange weiterstillen, wie er das möchte!
Auf der anderen Seite haben wir eine etwas skurile Situation, dass es wirklich perfekt wäre, wenn ich in den nächsten 6 Monaten schwanger werden würde, und danach wäre es erstmal 2 Jahre ziiiieemlich ungünstig... Etwas kompliziert, ich weiß!
Nun habe ich bisher meine Periode noch nicht wieder (Anfang Oktober war mal ein Hauch ein Schmierblutung) und die Temperaturmessung, die ich seit 2-3 Monaten betreibe, deutet auch nicht wirklich auf Eisprünge hin.
Ich möchte meinen Sohn nicht abstillen, nur um wieder schwanger zu werden (ich hätte auch mit Tandemstillen gar kein Problem!). Auf der anderen Seite merke ich, wie ich oft gar nicht mehr instinktiv stille, sondern überlege, ob ich es nicht noch etwas hinauszögern kann, ausfallen lassen kann, etc, um noch längere Pausen zu haben und den Zyklus wieder anzuschubsen! Das macht mich dann ganz traurig!

Habt ihr Tipps für mich, wie ich meinem Körper ein bisschen auf die Sprünge helfen kann? Gibt es vielleicht einen Tee, den ich auch trotz Stillen ausprobieren könnte?

Ich weiß, dass ich in erster Linie geduldig sein sollte. Ich bin das für meine Verhältnisse sogar, warte ja nun schon seit Monaten auf meine Periode ohne etwas "zu unternehmen" und vertraue meinem Körper auch, dass er das von alleine hinbekommt und schon richtig machen wird. Aber so langsam habe ich Angst, dass "mir die Zeit davonläuft" und schwupps die 6 Monate um sind...

Danke für's Lesen und für etwaige Tipps!

Lilia
Lilia87
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Re: Stillen und Kinderwunsch oder wie Geschwisterchen trotzd

Beitrag von Lilia87 »

Keiner eine Idee, was ich machen könnte, um wieder nen Zyklus zu bekommen ohne abstillen zu müssen? Es werden doch sooo viele in der Stillzeit schwanger...
LaOvejaNegra
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Re: Stillen und Kinderwunsch oder wie Geschwisterchen trotzd

Beitrag von LaOvejaNegra »

Ich bin auch stillend schwanger geworden, aber hab da nur noch morgens und abends gestillt...
LaOvejaNegra mit der Großen (11/10) und der Kleinen (06/12)
jusl
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Re: Stillen und Kinderwunsch oder wie Geschwisterchen trotzd

Beitrag von jusl »

Hallo Lilia87,

Du kannst alles mögliche ausprobieren, jedweden Tee und sonstige Sachen. ;-) Der Punkt ist und bleibt jedoch der Zusammenhang "häufiges Stillen = hoher Prolaktinspiegel = verringerte Fruchtbarkeit". Dieser Zusammenhang gilt mehr oder weniger streng. Ihr habt bereits die Stillhäufigkeit gegenüber der Vollstillzeit verringert, das bedeutet, die Wahrscheinlichkeit steigt, dass demnächst wieder ein Zyklus einsetzt. Alle Unterstützungsmaßnahmen, die den Prolaktinspiegel weiter senken (Stillpausen, Medikamente usw.), wirken sich logischerweise irgendwie aufs Stillen aus.
Das heißt, Du musst entscheiden, ob Du Deinen Sohn ungestört weiter stillen lassen möchtest, und die Natur regelt das sozusagen selbst (entweder klappt's in den nächsten 6 Monaten oder eben nicht), oder Du greifst ein, um einen schnellen Schwangerschaftseintritt zu forcieren.
Dabei muss bewertet werden, was höher wiegt: Die Interessen Deines Stillkindes, weiterhin ungestört stillen zu dürfen, oder die Interessen Deines noch nicht vorhandenen Kindes bzw. Deine Interessen, die Familienplanung zu gestalten.
Diese Bewertung kannst nur Du allein, bzw. gemeinsam mit Deinem Partner vornehmen.

LG und alles Gute,
Julia
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blueberry
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Re: Stillen und Kinderwunsch oder wie Geschwisterchen trotzd

Beitrag von blueberry »

Dein Kind ist mit knapp einem Jahr ja noch relativ klein, um es abzustillen ("relativ", weil viele Kinder in Deutschland ja deutlich zeitiger abgestillt werden :wink: - aber da Du schreibst
Lilia87 hat geschrieben: Ich würde (und werde) ihn sooo gerne so lange weiterstillen, wie er das möchte!
, ist an dieser Aussage gemessen das Abstillen eines Einjährigen natürlich sehr zeitig.)

Ich kann Dir sagen, dass z.B. bei mir der Zyklus einfach von selbst wiederkam, als mein Sohn zwei Jahre alt war - ich habe zu dieser Zeit noch unvermindert nachts gestillt, tagsüber hatte mein Sohn von sich aus schon stark reduziert auf vielleicht eine Mahlzeit am Tag. Nur so als Beispiel. Der Basisprolaktinspiegel sinkt ja bei den meisten Frauen im zweiten Lebensjahr wieder auf das "Nicht-Still-Niveau" - ob das zum Schwangerwerden reicht oder ganz abgestillt werden müsste, ist aber von Frau zu Frau sehr unterschiedlich. Ob es da irgendwelche Mittel gibt, das trotz Stillen zu unterstützen? Ich kenne zumindest keine anderen als die von Dir schon erwähnten - sprich: weniger Stillen und Stillabstände vergrößern...

Du schreibst
Lilia87 hat geschrieben:Ich möchte meinen Sohn nicht abstillen, nur um wieder schwanger zu werden (ich hätte auch mit Tandemstillen gar kein Problem!).
An dieser Stelle wollte ich gern eines zu bedenken geben: Ich weiß nicht, wie intensiv Du Dich bisher mit der Thematik "schwanger Stillen" beschäftigt hast, aber ich würde hier das viel größere Problem sehen als im "Stillend schwanger werden". Wenn Dein Kind wirklich noch die Milch möchte - und davon ist im zweiten Lebensjahr ja auszugehen - dann kann es schon ein ziemlich einschneidendes Erlebnis sein, wenn Mama dann auf einmal schwanger ist und die Milch ausbleibt! Will sagen: ob Du Dir vorstellen kannst, tandem zu stillen ist die eine Sache - ob Dein Körper aber während der Schwangerschaft eine irgendwie noch nennenswerte Menge Milch weiterproduzieren wird, ist die andere.

Viele Drei- oder Vierjährige, von denen ich hier gelesen habe, kommen gut damit zurecht, in der Schwangerschaft nur noch "trocken" zu nuckeln, da das Stillen längst aus dem "Nahrungskontext" raus ist und nur mehr Bedürfnisse nach Nähe, Trost und Kuscheln befriedigt, die das Kind noch hat. So kann man recht entspannt ans Tandemstillen gehen. Wenn ein Kind aber wirklich noch MILCH trinkt beim Stillen, und das durchaus noch eine Rolle für es spielt, ist das was anderes. Ich finde leider gerade den Thread nicht mehr wieder, wo vor nicht allzu langer Zeit die Mutter eines 16 Monate alten Mädchens schrieb, wie untröstlich die Kleine darüber sei, dass im dritten Schwangerschaftsmonat auf einmal keine Milch mehr kam, und was (und ob) sie tun könne, um die Milch wieder anzukurbeln oder das Mädchen über den Verlust hinwegzutrösten... Zudem kommt es sehr häufig vor, dass Stillen während der Schwangerschaft für die Mutter mit nicht unerheblichen Schmerzen in den BW verbunden ist.

Das müsste bei Euch alles nicht so sein, aber ich lese es zumindest sehr häufig mit dem deutlichen Milchrückgang und auch mit der zunehmenden Empfindlichkeit der BW. Bei mir war es so mit der Milchmenge und ich habe die Chance genutzt, ganz abzustillen. Da war mein Sohn aber anderthalb Jahre älter als Deiner jetzt und hatte nur noch eine Stillmahlzeit am Tag, von der er sich auch leicht ablenken ließ, ohne dann irgendwie unausgeglichen zu sein an dem Tag. Es hat also einfach gepasst. Noch ein halbes Jahr zuvor (um den zweiten Geburtstag herum) hatte der Versuch, nachts Abzustillen aber zu wilder Verzweiflung geführt :( - es brauchte also für ihn einfach noch etwas Zeit, um die Nächte ohne Stillen zu schaffen: ein Vierteljahr später war das plötzlich kein Problem mehr und weitere drei Monate später gelang ein tränenloses komplett-Abstillen - das sind oft einfach Reifungsprozesse, die man schlecht von außen beurteilen kann und noch schlechter vorhersagen.

Ich will Dir das Schwangerwerden keinesfalls ausreden (beim nochmaligen Durchlesen fand ich jetzt, dass es so klang :oops: ), sondern nur den Punkt des "es könnte sein, dass die Milch komplett ausbleibt in der Schwangerschaft und man damit plötzlich vor dem Problem steht, ein schnelles und komplett Muttergeleitetes Abstillen des Kleinkindes auffangen zu müssten" mit auf die Pro-und-Contra-Liste Deiner Erwägungen mit einfügen. Es ist ja keine Frage, dass sich auch so ein vorzeitiges Abstillen (also bevor dazu das Signal vom Kind kommt) liebevoll begleiten und auffangen lässt. Aber es kann ja nicht schaden, dann drauf vorbereitet zu sein, dass es dazu kommen könnte.
blueberry mit großem und kleinem Frühlingskind (2010 und 2013)
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Re: Stillen und Kinderwunsch oder wie Geschwisterchen trotzd

Beitrag von Lilia87 »

Danke für eure Antworten!

@Jusl: Wir haben uns ja eigentlich schon dazu entschieden, dass das Stillen unseres Sohnes die höhere Priorität hat. Ich möchte ihn wirklich ungestört weiterstillen lassen, nur schleichen sich eben automatisch diese Gedanken wie "Hm, vielleicht schafft er ja noch ne Stunde länger" ein, und das stört mich sehr. Ich merke manchmal, wie ich richtig traurig bin, wenn ich ihn dann doch "schon" stillen "muss", weil er eben danach verlangt. Ich dachte daher, vielleicht gibt es ja einen Kompromiss: Einen Tee, ein homöopathisches Mittel, etc, das den Prolaktinspiegel senkt, und dafür kann er weiterhin so oft trinken wie er will. Da ich bisher immer seeehr viel Milch hatte/ habe und er inzwischen ja auch ordentlich isst, würde ich das Risiko, dass die Milchmenge sinkt, einfach mal riskieren. Wieder weglassen könnte ich ja immer noch, wenn es nicht klappt. Ich glaube, ihm kommt es wirklich hauptsächlich auf das Nuckeln/Kuscheln an... Gestern nachmittag z.B. hatte er ordentlich mittaggegessen (Bratkartoffeln) und 2 h später nochmal ein bisschen Brot und Obst gegessen und trotzdem wollte er unmittelbar danach noch bei mir trinken.
Es ist so, dass wir seit Ende August eine Stillpause von mindestens 7 Stunden haben, an manchen Tagen auch 12 (mit wenigen Tagen Unterbrechungen, denn wenn er krank ist, stille ich quasi wieder voll). Da ich trotzdem bisher keinen Zyklus habe, habe ich irgendwie Angst, dass ich zu den Frauen gehöre, die ganz abstillen müssen, um wieder fruchtbar zu sein... Hast du denn vielleicht einen Tipp, was ich denn mal ausprobieren könnte an Tees/ sonstigen Mittelchen?

@blueberry: Erstmal Glückwunsch zur Schwangerschaft! Mein "Neid" ist dir sicher... Wie ich oben an jusl schon schrieb, ist das Wichtigste für meinen Sohn glaube ich das Nuckeln/ Kuscheln und nicht unbedingt die Milch. Aber das ist natürlich nur eine Vermutung. Ich kann deine Gedanken dazu aber sehr gut verstehen... Ich bin da eben vielleicht etwas zu optimistisch, da ich bisher noch NIE Schmerzen in den Brustwarzen hatte (auch nicht nach der Geburt), die sind, glaube ich, generell etwas hyposensibel... Und bisher hatte ich eben auch immer ohne Probleme mehr als genug Milch. Sollte sich die Milchmenge dann in einer eventuellen Schwangerschaft so verringern, dass es zu Problemen führt, wäre das natürlich sehr schade und das würde mir auch leid tun für meinen Sohnemann. Aber dann wär das eben so, ich denke, wir würden damit schon irgendwie zu Recht kommen... Im Moment kommt mir dieses Szenario aber so weit weg vor!
Aber sollte es in den nächsten Monaten nicht klappen, tröstet mich dieser Gedanke vielleicht :-)
Towonda
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Re: Stillen und Kinderwunsch oder wie Geschwisterchen trotzd

Beitrag von Towonda »

Du kannst es mit "Storchentee" von I. St*delmann (*=a) probieren.
Ich habe bei mir homöopathisch nachgeholfen. Bei mit hat Ov*ria comp. (3x3 tgl) ganz gut geholfen um die Eierstöcke wieder in Schwung zu bringen.
Towonda
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Re: Stillen und Kinderwunsch oder wie Geschwisterchen trotzd

Beitrag von Towonda »

Kurzer Nachtrag: Bei Ov*ria comp. wäre ich vorsichtig, wenn du zu Zystenbildung neigst.
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blueberry
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Re: Stillen und Kinderwunsch oder wie Geschwisterchen trotzd

Beitrag von blueberry »

Dass man nach einem Jahr stillend noch keinen Zyklus hat, heißt aber nicht, dass man erst einen bekommt, wenn man komplett abgestillt hat - wie gesagt, bei mir kam er trotz reichlichem nächtlichen Stillen von selbst wieder. Aber eben erst nach 24 Monaten, nicht schon nach einem Jahr. Milch hatte ich übrigens bis zur Schwangerschaft auch immer mehr als reichlich :lol: . Der Körper setzt dann in der Schwangerschaft nur andere Prioritäten und stellt die Produktion eben ein - wieviel Milch eine Frau vorher hatte, spielt da leider keine große Rolle. (Und gegens "Weiternuckeln" des Kindes hat sich die Natur anscheinend dann die BW-Schmerzen überlegt. Unter "natürlichen" Ernährungsbedingungen wäre Tandemstillen und Schwangerstillen ja auch keine gute Idee gewesen, und so hat sich die Natur halt einiges einfallen lassen, um den weiblichen Körper nicht mit "gleichzeitig STillen und Schwanger" zu belasten - alles zur Resourcenschonung. )

Ich drücke Dir jetzt einfach mal die Daumen, dass Dein Körper zu denjenigen gehört, die gemerkt haben, dass man unter unseren heutigen westlichen Lebensbedingungen gern auch schon im ersten Lebensjahr des Babys, spätestens aber zu Beginn des zweiten wieder einen Zyklus bekommen und schwanger werden darf, ohne das die Mutter drunter leidet :wink: . Und wenn das geklappt hat, drücke ich gern weiter die Daumen, dass Dein Baby sich ohne Probleme mit reinem "Kuschelnuckeln" zufrieden gibt, Deine BW nicht schmerzen und Ihr eine wunderschöne Tandemstillzeit zu dritt haben könnt. Das liegt ja alles durchaus im Bereich des Möglichen :mrgreen: Alles Liebe Dir!)

Und: Danke für die Glückwünsche :D
blueberry mit großem und kleinem Frühlingskind (2010 und 2013)
Lucccy
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Re: Stillen und Kinderwunsch oder wie Geschwisterchen trotzd

Beitrag von Lucccy »

Hallo,
Lilia87 hat geschrieben:Keiner eine Idee, was ich machen könnte, um wieder nen Zyklus zu bekommen ohne abstillen zu müssen? Es werden doch sooo viele in der Stillzeit schwanger...
damit Du noch eine Antwort "mehr" bekommst: ich habe nach rund 6 Monaten trotz vollstillens meinen Zyklus wiederbekommen. Auch gleich im gewohnter Regelmäßigkeit, ohne was dazuzutuen.

Gruß Lucccy
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