Hallo,
ich hab jetzt nicht alles gelesen. Falls schon jemand irgendwo Hilfe geholt hat einfach nicht weiterlesen .
Soll jemand von uns anonym beim JA für Dich anrufen, wenn dir das lieber ist? Ob die dann was tun oder nicht, liegt dann in deren Ermessen. Aber fürs Erste wurde mal was getan.
Oder hast du evtl. Bedenken, dass die Mutter Dich angreifen könnte?
tomine hat geschrieben:Hallo,
ich hab jetzt nicht alles gelesen. Falls schon jemand irgendwo Hilfe geholt hat einfach nicht weiterlesen .
Soll jemand von uns anonym beim JA für Dich anrufen, wenn dir das lieber ist? Ob die dann was tun oder nicht, liegt dann in deren Ermessen. Aber fürs Erste wurde mal was getan.
Oder hast du evtl. Bedenken, dass die Mutter Dich angreifen könnte?
Viele Grüße
Dani
Nen Dankes das ist sehr lieb. Ich hab gerade versucht beim Kinderschutzbund anzurufen und da aber niemand erreicht, Jet werde ich mich heute Mittag wenn der kleine schläft ans Jugendamt wenden.
Gestern Abend zum einschlafen hab ich sie "nur" weinen gehört, so ca. 30 min. Heute Nacht war der Horror "nein nein Mama nein" und jetzt reicht es.....ich Krieg dieses jämmerliche weinen nicht mehr aus dem Kopf, deshalb steht für mich heute fest, ich werde ohne jegliche Ansprache der Eltern mich ans Jugendamt wenden (da ich beim Kinderschutzbund niemand erreicht habe). Hätte ich heute Nacht die Kinder nicht alleine gehabt, dann wäre ich hoch und hätte geklingelt, dass ging von 2.30 Uhr bis 4 Uhr, die reinste Folter für mich und ich will gar nicht wissen was es dann für das Kind ist.
Liebe Grüße
Jessi mit der Mausi (02/2008), dem Bärchen(10/2011), dem Käferchen (08/2019)an der Hand und unser geliebtes Sternenkind (01/2011) fest im Herzen
Genauso kontrovers, wie wir das hier diskutieren, ist es ja auch im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens zu § 1631 BGB gelaufen. Es wurde dann so interpretiert, dass man Gewalt familienrechtlich ächten will, ohne sie strafrechtlich in jedem Fall zu kriminalisieren. Es ist ja pädagogoisch absolut wünschenswert, dass auf körperliche oder seelische "Züchtigung" verzichtet wird. Es ist aber einfach lebensfremd zu glauben, dass alle Eltern nun ganz ohne diese auskommen werden. Wenn dann jedes Mal der Strafrechtsapparat mobilisiert wird, zerstört das in meinen Augen mehr Familien, als dass es sie befriedet, und zwar zu Lasten der Kinder (zumal man die verfassungsrechtliche Seite mit Art. 6 II GG nicht außer Acht lassen kann, welche Erziehung ist denn "richtig", welche "falsch"? Ist der Staat verantwortlich hierfür?).
Denke ich in dem vorliegenden Fall dann mal weiter und komme zu dem Ergebnis, dass die Staatsanwaltsdchaft (vielleicht...) ein öffentliches Interesse bejaht und Anklage erhebt, und das Gericht würde dann zB freisprechen oder einstellen, was wäre das dann für ein Signal an die Eltern? Wo wäre dann noch eine Grundlage, zu den Eltern durchzudringen und eine Änderung für das Kind herbeizuführen? Vor dem Richter herrscht in meinen Augen einfach nicht die Vertrauensatmosphäre, in der man Konflikte und familiäre Probleme gern darlegt und nach Lösungen hierfür sucht. Die Eltern werden im Strafverfahren auf Konfrontationskurs gehen, anders als in einem beratenden Gespräch. Im Strafprozess wird sich verteidigt, Vorwürfe geleugnet, Nachweise erschwert, es bestehen Schweigerechte, Zeugnisverweigerungsrechte usw. Das Strafverfahren hat nicht die Aufgabe, das zu leisten, was manche sich von ihm hier offenbar erhofft. Es dient in erster Linie der Strafverfolgung, nicht der Hilfe und Therapie von pädagogischen oder familiären Problemen.
Ob man mit einem geänderten und sehr restriktiven Gesetz das Bewusstsein der Bevölkerung erreicht und positiv infiltrieren könnte? Vielleicht wird die Legislative hier überschätzt, sie kann der sozialen Realität in meinen Augen gar nicht so weit vorauseilen, ohne die Akzeptanz in der Bevölkerung zu verlieren.
Sternchen84, es tut mir so leid, dass du das durchmachen musst - und das Kind erst... Ich drücke die Daumen, dass du auf die Weise was für das Kind erreichst und sich dann eine Perspektive ergibt...
sternchen84 hat geschrieben:Hätte ich heute Nacht die Kinder nicht alleine gehabt, dann wäre ich hoch und hätte geklingelt, dass ging von 2.30 Uhr bis 4 Uhr, die reinste Folter für mich und ich will gar nicht wissen was es dann für das Kind ist.
Vielleicht wäre das gar nicht mal das schlechteste, da nachts hoch zu gehen, zu sagen, dass Du und/oder die Kinder nicht schlafen könnt und was denn mit dem armen Kind los ist. Untröstliches Weinen haben doch eigentlich nur kranke Kinder mit Schmerzen. (Meine Mutter steckt bis heute die schwer und schmerzhaft verlaufende Windpockenerkrankung meines Bruders in den Knochen, der nur noch durchgeschrien hat, wenn sie ihn nicht mit Schmerzmitteln dauerbeschossen hat - gleichzeitig aber (als Ärztin!) Angst hatte, ihn mit der hohen Dauerdosis auszuknocken.) Vielleicht wäre die mitfühlende Variante erst mal gar nicht so schlecht - zu zeigen, dass man es ständig mitbekommt, dass es einem das Herz zerreißt und das Kinder einfach nicht weinen müssen. Vielleicht noch mit dem Hinweis auf das Buch "Besucherritze". Gerade wenn Du mehrere Kinder hast, bist Du doch in der Position der erfahrenen Mutter, die sich einfühlen kann in durchwachte Nächte, aber auch weiß, wie man kindgerecht reagieren kann.
Ganz abgesehen von der moralischen Frage, wie man mit seinen Schutzbefohlenen umgeht, finde ich es auch einfach ein Unding, seinen Nachbarn mit seinen zweifelhaften Erziehungsmethoden den Schlaf zu rauben.