Unser schlechter Stillstart

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revolte
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Re: AW: Unser schlechter Stillstart

Beitrag von revolte »

Ich nochmal hoffend auf Hilfe.
Der kleine Mann hat heute viel gestillt und jetzt waren wir seit 5 uhr am stillen..
Seit Ca.einer Stunde war er total aufgeregt und hat ganz angestrengt gesaugt und gesaugt, aber hat dann immer frustriert geweint und es immer weiter versucht. Es kam aber kaum Milch..wenn nicht sogar gar keine..
Ich hab unsere Hebamme angerufen, Sie meint er hat die Brust leergetrunken, ich soll jetzt versuchen so 2 std.Pause zu machen, damit sich neue Milch bilden kann. Und im Notfall soll ich jetzt abgekochtes Wasser mit der spritze oder mit dem Löffel geben.
Sie meinte auch wenn es morgen nicht besser wird, müssen wir zufüttern.
Was kann ich tun um das zu vermeiden?
Warum hab ich keine Milch mehr?
Er hat gestern und heute so viel gestillt..da muss doch eigentlich die Milch fließen.




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Mondenkind
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Re: Unser schlechter Stillstart

Beitrag von Mondenkind »

Ruhig Blut!

1. Zufüttern müsst ihr bestimmt nicht. Nur bei dauerhaft schlechter Gewichtszunahme macht man das, und da auch nicht sofort, sondern man arbeitet da erst übers Stillmanagement.
2. Eine Pause kann jetzt sinnvoll sein, aber nicht, damit sich neue Milch bildet, sondern damit ihr zur Ruhe kommt. Er regt sich wahrscheinlich wegen was anderem so auf und du regst Dich jetzt mit auf. Kann Dein Mann ihn mal ins Tuch nehmen oder einfach so ein bisschen rumtragen? Und du machst mal Pause?
3. Bitte kein Wasser (man gibt Babies kein Wasser, Babies kriegen Milch!)
4. Deine Brust ist auch nicht leer. Dein Baby ist grad unruhig. Das ist stressig und doof, aber Millionen von Babies sind abends unruhig. Das hat nichs mit der Milch zu tun. Was haben meine Kinder abends für Schreiphasen gehabt... :roll: Glaub mir, es ist nicht immer nur die Milch Schuld. Leider können wir nicht reingucken in die kleinen Köpfe...

Also, Du machst jetzt mal was ganz anderes, denkst mal an was anderes und nachher, beim nächsten Stillen, fließt alles wieder, es ist nämlich da ! :wink:
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung

Sei ein Mensch! M. Reif

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Re: Unser schlechter Stillstart

Beitrag von jusl »

Hallo revolte,

ich kann mich mondenkind nur anschließen: auch ein "Zuviel" kann quengelig machen.

Ein kleines Stillpäuschen ist eine gute Idee - allerdings NICHT, damit sich "in der Zeit wieder Milch in der Brust bildet" (SO funktioniert das nicht!.. Milch bildet sich nicht durch Wartezeit, aber durch Milchspendereflexe!..). Sondern: Auch Mama braucht mal ein Päuschen. Nach stundenlanger Dauerstimulation der Brustwarzen ist frau ja irgendwann betäubt an der Stelle. ;-)
Besser: Versuch mal, Dein Baby für ein Stündchen ANDERS zu beruhigen. Tragen, schaukeln, wippen, vielleicht mag er an Deinem kleinen Finger nuckeln, während Du ihn trägst? Vielleicht noch mal kurz gemeinsam vor die Tür? Hast Du helfende Hände, die Dir Dein Baby für ein kurzes Weilchen abnehmen können, und trinkst mal in Ruhe einen heißen Tee, oder isst was leckeres? Was schönes im Fernsehen gucken?

Ganz sicher, nach einer kleinen Pause geht's wieder besser (und das nicht, weil Deine Brust in der Zeit Milch gebildet hätte :lol: , sondern weil DU Dich etwas entspannen konntest und Deine Hormone entsprechend wieder frisch ihren Dienst tun. ;-) Was bedeutet: es wird genau dann Milch gebildet, wenn Dein Baby sie braucht.)

Du machst das ganz toll!

LG und einen ruhigen Restabend
Julia
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revolte
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Re: AW: Unser schlechter Stillstart

Beitrag von revolte »

Ich danke euch ...
Der kleine Mann ist jetzt glaube vor Erschöpfung eingeschlafen und kuschelt auf papas Brust. Ich gönn mir mal n stündchen schlaf.

Danke dass ihr immer so schnell.da seid und immer einen guten Rat für uns alle habt.

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Re: AW: Unser schlechter Stillstart

Beitrag von revolte »

:(
Ich glaub ich Verfall in depression..

Er nimmt einfach nicht zu ..
Also ich weiß echt nicht was ich anders machen soll.
Getrunken hat er:
gegen 23 Uhr - Ca. Ne Stunde
Gegen 3 Uhr - 1 1/2 std.mit wickeln dazwischen
Halb 8 - Ca.ne std.
Und dann hat er jetzt ab 10 wieder 2 std hoffnungslos gesaugt ..

Die Hebamme war Grad da .. meint ich soll ne elektr.pumpe holen .. und abpumpen.. ihn immer nur 20 min an eine Seite lassen und dann pumpen und so zufüttern..

Gewichtsentwicklung ist so:
Geburtsgewicht 26.10.: 3750gr
28.10.: 3480
30.10.: 3520
2.11: 3500
5.11: 3500

Es tut sich also nichts obwohl er andauernd an der Brust hängt.
Er trinkt natürlich nicht immer effektiv die Zeit die er dran hängt. Ich muss ihn viel animieren.. massiere füßchen und Hände.. zwischendrin hochnehmen..wachmachen..

Das geht mir so an die Psyche .. ich hock hier und heule stundenlang..
Angelegt ist er richtig und saugen geht auch gut mit den hütchen.. trotzdem hab ich ganz wunde brustwarzen, die schon verkrustet sind.

Ich will nicht einfach so aufgeben..


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Re: AW: Unser schlechter Stillstart

Beitrag von revolte »

Achso.. pipi macht er gut ..
5 windeln locker ..
Stuhlgang so 3 mal am Tag und seit ein paar Tagen grün..
Insgesamt ist er aber wach .. und vital ..

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Re: Unser schlechter Stillstart

Beitrag von jusl »

Angelegt ist er richtig und saugen geht auch gut mit den hütchen.. trotzdem hab ich ganz wunde brustwarzen, die schon verkrustet sind.
Also dieser Satz ist in sich schon ein Widerspruch ;-) - ein Baby, das gut angelegt und gut saugt, verursacht keine wunden Brustwarzen. Richtig angelegt, liegt die BW weit hinten im Rachen des Kindes und ist dort kaum Zug oder Reibung ausgesetzt. Mit Hütchen sieht das anders aus - da scheuern die BW mitunter an der Innenseite der Hütchen, was Wundsein und Schmerzen begünstigt.
Wenn das Baby korrekt angelegt ist und mit guter Technik saugt, und die BW werden DENNOCH wund, dann hat dies meistens den Grund, dass zu wenig Milch gebildet wird. Starkes Saugen, ohne dass dabei Milch fließt, ist natürlich eine ganz starke Belastung für die Haut, so ähnliche wie Knutschflecken machen sozusagen. Eine grundsätzlich geringe Milchbildung ist bei Euch wegen der unauffällig-reichlichen Ausscheidungen aber praktisch ausgeschlossen.
Letztlich ist dies der altbekannte Kreislauf: Schmerzen blockieren den MSR, ein blockierter MSR gibt zu wenig fettreiche Milch frei, das Baby nimmt nicht gut zu und hat anhaltend grünen Stuhl, das Baby saugt sehr stark um an genug Milch zu kommen, was wiederum noch mehr wehtut - Kreislauf geschlossen.

Deshalb meine klare Empfehlung: Kreislauf durchbrechen! Das bedeutet:
* ab sofort stillverträgliche Schmermittel nehmen - eine sehr sinnvolle Maßnahme, mehrmals täglich, idealerweise kurz vorm Stillen.
* Hütchen schnell abgewöhnen. Hast Du eine Stillberaterin vor Ort, die Dir dabei helfen kann?
* Stilldauer auf die Zeiten offensichtlichen Milchflusses begrenzen. Wenn Du das Gefühl hast, es fließt kaum noch was, Baby abdocken und ein Weilchen ANDERS bespaßen.
* Häufig stillen. Mindestens 10-12 mal täglich, aber mit merklichen Pausen dazwischen.
* die Heilung der BW unterstützen - geeignete Maßnahmen findest Du in unserer Linksammlung Stillwissen, Stichwort "Tipps zu Heilung wunder Brustwarzen".

Lass den Kopf nicht hängen - es besteht kein Grund zu akuter Sorge. Auch eine Zufütterindikation sehe ich hier nicht, denn das naheliegendste(!), nämlich eine Verbesserung des Stillmanagements, wurde ja noch gar nicht gemacht (dies bringt aber deutlich bessere Ergebnisse als "einfach bloß" abzupumpen und zuzufüttern!..).

Kannst Du mit diesen Hinweisen etwas anfangen? Rückfragen immer gerne und
LG
Julia
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Re: AW: Unser schlechter Stillstart

Beitrag von revolte »

Danke Julia,
Mit deinem Tipps kann ich was anfangen, ja :smile:
Also du meinst ich sollte die pumpe nicht holen?
Ich hab hier auch was von wechselstillen gelesen. Macht das Sinn? Auch mit den hütchen?
Die hütchen würd ich gern weglassen, aber im momentanen Zustand kann ich ihm die BW so nicht geben.. Nein Nein Nein.
Es gibt eine AFS-beraterin in der Nähe.. die kontaktiert ich mal ..

Es ist einfach alles so frustrierend .. ich war so davon überzeugt, dass es gut klappen wird und kaum denkt man, ja es wird, wirft es einen zurück.




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Re: Unser schlechter Stillstart

Beitrag von klimaforscherin »

((Revolte))
Ich mag dich nur kurz noch an den Punkt " Schmerzmittel" erinnern. Vielleicht hilft das sowohl beim MSR als auch beim Abgewöhnen der Hütchen.
Grüße
klimaforscherin
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Re: Unser schlechter Stillstart

Beitrag von Atlasnaja »

Liebe Revolte,

ich wollte Dir nur darlassen, dass es vielleicht ein Problem ist, dass Du Dir das Stillen zu idealistisch vorgestellt hast. Ich hatte zwar nie wunde BW und auch sonst lief es eigentlich immer gut bei beiden Kindern, aber auch ich hatte vergessen, wie weh in den ersten Wochen das Ansaugen tun kann. Wie frustrierend das ist, wenn man Sorge hat, ob genug kommt, weil sich die Brüste plötzlich nicht mehr so prall anfühlen und weil das Kind ewig "leer" nuckelt.

Dann noch ein blöder Spruch von der Hebamme oder anderem "Fachpersonal" in Richtung zufüttern, Stillproben, nicht so oft stillen, damit die Brüste wieder voller sind (ein sicherer Trick langsam abzustillen..) und schon ist man selbst als Mutter, die über 3 Jahre stillt noch zu verunsichern und sorgt sich.

Das ist in der Anfangszeit besonders belastend, weil man da je eh emotional durch den Wind ist, aber es gibt oder kann immer mal wieder so Phasen geben oder auch Phasen, wo man stillmüde ist, weil man, gebissen wird, es einem zu oft ist, das Kind einem Stillstreik betreibt oder zumindest die Brust anschreit (gern mit 3 Monaten), Wachstumsschub etc.

Ich will Dir jetzt nicht den Spass am Stillen nehmen, ganz gewiss nicht, dazu still ich selber zu gern, aber Dir den Druck nehmen. Man ist keine schlechte Mutter nur, weil man das Stillen nicht an Tag 1 intuitiv beherrscht und dabei noch glücklich ist. STillen ist eine Beziehung zwischen 2 Menschen und wie alle Beziehungen muss man sich erst kennen lernen und nicht immer laufen sie easy und nicht immer machen sie einen glücklich.

Aber ganz oft tun sie das, wenn man dranbleibt ;-)
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