Sich entwickelndes Schlafproblem

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

Antworten
Brunobär
gut eingelebt
Beiträge: 21
Registriert: 30.09.2012, 08:27

Sich entwickelndes Schlafproblem

Beitrag von Brunobär »

Puh, wo fang ich da an...

Wie in der Vorstellung geschrieben, ist Helene ein ehemaliges Frühchen.

Als wir aus dem KH kamen fing unser Alltag an ziemlich entspannt zu werden. Ich hab es geschafft sie ab dem Tag der Entlassung voll zu stillen und wir haben alles sehr ruhig und gelassen angegangen. Ich hab das große Glück, dass mein Mann selbständig ist und von zu Hause arbeitet, so dass wir unseren Alltag gut zusammen organisieren können. Es macht richtig Spaß und ich würde mich selbst nicht als eine gestresste oder ausgelaugte Mama beschreiben.

Helene hat sehr schnell angefangen, gegen den Rat der Ärzte und Schwestern im KH, in unserem Bett mit zu schlafen. Sie hat es regelrecht eingefordert und es erschien uns richtig. Unsere Hebamme ist eine ganz Liebe, die uns darin auch bestätigt hat und immer mit einem Schmunzeln sagt: "Das eine ist die Theorie und das andere die Praxis" :P

Das hat auch immer gut geklappt. Es hat sich recht schnell entwickelt, dass ich sie einschlafstille. Das hat, bis auf einige Wachstümsschübe auch immer gut funktioniert. Sie hat zwar einen sehr engen Rhythmus, alle 2-3 Stunden. Der nur so um den fünften/sechsten Monat unterbrochen war, da hat sie am Anfang der Nacht sechs Stunden geschafft. Ich geb zu, das war herrlich. Aber auch mit 2-3 Std. komm ich gut klar. Am Tag hat sie vormittags und nachmittag immer ein je ein Schläfchen von 1-2 Std. gehalten und war dann auch immer super gut gelaunt. Seit fast fünf Wochen ist alles anders, sie bekommt Zähne und schlafen wird hier zum Horrorthema :? Ich komm damit klar, aber ich habe den Eindruck, dass sie dauerübermüdet ist und einfach nicht zur Ruhe kommt. Tagsüber funktioniert das Einschlafstillen so gut wie gar nicht mehr. Wenn sie endlich in den Schlaf findet, schläft sie max. ne halbe Stunde und ist dann kaum erholter als vorher. Sie reibt sich ständig die Augen und ist den Rest des Tages fast wie hyperaktiv, ständig in Bewegung, am zappeln und Blödsinn machen. Nachts schafft sie Anfangs meistens zwei Stunden, danach geht es eigentlich nur noch in meinem Arm bzw. quer auf mir drauf, stillen und wach werden teilweise im 30 bis 60 Minuten Takt. Das wäre okay für mich, wenn da nicht langsam mein Rücken streiken würde. Im Liegen stillen klappt leider nicht, da wir das Stillhütchen nicht mehr losgeworden sind und sie dann die Brust nicht richtig zu fassen bekommt. Also liegt sie immer quer auf mir und ich lieg so halb aufrecht. Heute Nacht war es wieder ganz schlimm, ich kann sie kaum ablegen, dann erwacht und schreit sie. So bekommt sie natürlich nicht besonders viel Schlaf. Morgens nimmt sie dann meist der Papa mit raus und ich kann wenigstens noch 1 bis 1 1/2 Std. ausgestreckt schlafen. Das wäre ja alles in Ordnung, wenn ich das Gefühl hätte es gehe ihr dabei gut, aber dem ist nicht so. Sie ist dauerübermüdet und entsprechend quengelig. Vor drei Tagen hatten wir seit Ewigkeiten mal wieder ne richtig gute Nacht, drei Std. Rhythmus und Kind hat dazwischen neben mir geschlafen, tief und fest, fast 13 Std. Sie war ein völlig anderes Kind am nächsten Tag, ausgeruht und gut drauf. Wir hatten jede Menge Spaß. Nur leider war es das dann auch schon wieder.

Nu hört man natürlich von allen Seiten, sie muss alleine schlafen lernen blablablub. Ich war schon fast so weit mir dieses ominöse Buch zu besorgen, aber irgendwie sagt mir mein Instinkt, dass das nicht richtig sein kann. :?

Mein Mann sagt immer mal wieder er glaubt wir machen was falsch, tja aber was? Sie kommt Ende November in die Kita, da beginnt ganz langsam die Eingewöhnung, da will ich ihr das nächtliche Stillen nicht nehmen vorher.

Man muss dazu sagen, dass Helenchen bis auf die Anfangszeit nie ein großes Kuschelkind war (sehr zu meinem Leidwesen :) ), sie ist immer aktiv und kuschelt sich ganz ganz selten mal an einen. Sie macht eher Quatsch mit einem. Vielleicht braucht sie es dann gerade nachts bei mir so eng zu liegen? Sie entdeckt immer gern ihre Umwelt, zur Zeit entdeckt bzw. übt sie das krabbeln. Das macht sie toll. Hinzu kommt, dass sie im Moment extrem darauf reagiert, wenn ich aus ihrem Blickfeld verschwinde. Also mal schnell den Haushalt machen wird hier zur Geduldsprobe. Mir ist schon klar, dass sie jetzt begreift, hey, die kann auch weg gehen. Aber müsste nicht irgendwann auch der Prozess einsetzen: Aha, die kommt auch immer wieder?

Ich bin im Moment ein wenig ratlos und geb zu, dass ich sie vorhin auch mal kurz hab schreien lassen. Wir waren beide (also mein Mann und ich) erledigt und extrem genervt. Ich hab ihr leise Abba angemacht und bin aus dem Raum gegangen. Sie hat fünf Minuten gemeckert, allerdings war es richtiges Wutblubbern, kein verzweifeltes Weinen. Nach fünf Minuten war sie ruhig und hat jetzt ne halbe Stunde geschlafen. So viel dazu, dass die Kleinen besser und länger schlafen, wenn sie allein einschlafen. Ich geb ja zu und bin auch nicht stolz darauf, dass das keine gute Lösung war. Aber ich wusste mir eben nicht anders zu helfen. Einschlafstillen hat nicht funktioniert und sie war so müde, hat aber einfach nicht in den Schlaf gefunden. :oops:

So, nun ist es wahnsinnig lang geworden, ich wusste nicht, was für euch wichtig ist, darum so ausführlich. Danke fürs durchhalten. :D

Ich würde mich über Anregungen und Hilfestellungen sehr freuen, Kritik wird natürlich auch angenommen :)
Liebe Grüße von Anja mit Helene (*10/2011) und Luise (*07/2014)
Benutzeravatar
annikki
Dipl.-SuT
Beiträge: 4447
Registriert: 10.02.2011, 11:32
Wohnort: Sachsen

Re: Sich entwickelndes Schlafproblem

Beitrag von annikki »

falsch macht ihr sicher nix.

man könnte verschiedene möglichkeiten in betracht ziehen.

- ein entwicklungsschub

- die kleine maus sieht ja sicher auch sehr viel und nimmt viel mehr wahr. manche kinder vertragen ein zuviel an reizen nicht, reagieren mit schreien und unruhe beim einschlafen

- ist helene (ein wunderschöner name) mal von einem osteopathen angeschaut worden? blockaden, kiss... alles möglich, bewirken teilweise schlafprobleme und durchschlafstörungen. ich kann davon ein lied singen, mein großer hatte ähnliche probleme. (kiss, probleme normale reize zu verarbeiten.....)

was ich heute im rückblick anders machen würde, wäre ihn mit im elternbett schlafen zu lassen trotz seiner unruhe. es wäre für ihn sicher besser möglich gewesen, zu entspannen und ruhe zu finden.
teilweise hat meinem großen zincum metallicum geholfen zur ruhe zu kommen und gut zu schlafen.

aber bei frühchen kann das wieder alles anders sein. es sind hier nur vermutungen von mir.
Liebe Grüße Anni

mit Sternentochter Lilly 10/05, mit Bärchen 04/07 und Fröschlein 03/11 und Knöpfchen 06/14
Brunobär
gut eingelebt
Beiträge: 21
Registriert: 30.09.2012, 08:27

Re: Sich entwickelndes Schlafproblem

Beitrag von Brunobär »

Danke für deine Antwort, Anni.

Hm, ja einen Entwicklungsschub macht sie bestimmt durch, wir haben das Buch "Oje ich wachse". Da entdecken wir sie in vielem wieder und es fällt uns auch leichter ihr Verhalten dann zu verstehen.

Sie lernt im Moment rasend schnell, krabbeln, sich hochziehen, alleine hinsetzen, man kann ihr täglich bei den Fortschritten zu schauen. Teilweise habe ich auch das Gefühl, dass sie das überfordert. Wir sind in einem Frühchenzentrum zur regelmäßigen Überwachung. Helene ist, wenn man ihr korrigiertes Alter nimmt, absolut zeitgerecht entwickelt. Wir brauchen keine zusätzlichen Therapien etc. Der KA das sagte aber auch beim letzten Mal, dass man merkt, dass sie vom Kopf her schon viel weiter ist und sich dann ärgert, wenn es nicht ganz so klappt wie sie eigentlich will. Sie kommt mir dann frustriert vor.

Nein, bei einem Osteopaten waren wir noch nicht, ich hab das aber schon einige Male gelesen. Wir kommen aus Berlin, gibt es hier eine Forenecke mit entsprechenden Empfehlungen?

KISS würde ich ausschließen, ich hab schon einiges darüber gelesen, da erkenne ich sie nicht wieder.

Wenn sie ein zuviel an Reizen hat im Moment, wie soll man das dann begrenzen oder ihr helfen? :?:
Liebe Grüße von Anja mit Helene (*10/2011) und Luise (*07/2014)
Brunobär
gut eingelebt
Beiträge: 21
Registriert: 30.09.2012, 08:27

Re: Sich entwickelndes Schlafproblem

Beitrag von Brunobär »

Ach ja, sie schläft nach wie vor bei uns im Familienbett. Wir haben noch ein Beistellbettchen, da schläft sie immer ein. Wenn sie dann wach wird, wechselt sie in unsere Mitte. Zwischendurch hat sie im Beistellbett sogar besser geschlafen. Im Moment eher nicht, also muss sie auch nicht. Zum einschlafen ist es mir sicherer, da sie das geschützter liegt. :)
Liebe Grüße von Anja mit Helene (*10/2011) und Luise (*07/2014)
Benutzeravatar
annikki
Dipl.-SuT
Beiträge: 4447
Registriert: 10.02.2011, 11:32
Wohnort: Sachsen

Re: Sich entwickelndes Schlafproblem

Beitrag von annikki »

das familienbett würde ich auf alle fälle beibehalten. das ist sicher gut zum entspannen.

ja, wie bringt man ruhe in den tagesablauf. ich war mit meinem großen viel draußen, habe versucht ihn auch draußen im kiwa schlafen zu lassen, tragen war bei ihm leider nicht möglich. wir haben wenn möglich geräuscharme gegenden zum spazierengehen gesucht. an befahrenen straßen ging das gar nicht, da haben wir dann abends immer eine schreistunde gehabt.

wir haben uns eingeschränkt bei fernsehen und radio. nur, wenn er nicht dabei war. musik haben wir zusammen immer nur 10 min gehört, also alles absolut dosiert.

schlafen war nur in absoluter ruhe und dunkelheit möglich. nur unter diesen bedingungen konnte er gut schlafen und sich vor allem erholen.

osteopathen kannst du finden unter
http://www.daao.info/

http://www.osteopathie.de/de-therapeute ... liste.html

ich würde allerdings erstere liste empfehlen.
Liebe Grüße Anni

mit Sternentochter Lilly 10/05, mit Bärchen 04/07 und Fröschlein 03/11 und Knöpfchen 06/14
Brunobär
gut eingelebt
Beiträge: 21
Registriert: 30.09.2012, 08:27

Re: Sich entwickelndes Schlafproblem

Beitrag von Brunobär »

Danke für die Links, ich werde mich da mal durchgucken. :)

Ja, das Familienbett wollen wir auch noch ne Weile beibehalten.

Hm, ja so ähnlich versuchen wir es auch. Ich bin eh jeden Tag mit ihr und unserem Hund unterwegs, da schläft sie meistens auch ganz gut. Allerdings auch in der Trage nicht mehr so lang und fest wie vor diesem Schub/Problem. Nu kommt noch hinzu, dass sich unser Wuffel vertreten hat und im Moment nur kleine runden gehen darf. :(

Ich würde ihr halt gern helfen wieder besser und fester zu schlafen. Sie tut mir auch so leid, wenn sie sich ständig die Äuglein reibt und müde aussieht. :(
Liebe Grüße von Anja mit Helene (*10/2011) und Luise (*07/2014)
Brunobär
gut eingelebt
Beiträge: 21
Registriert: 30.09.2012, 08:27

Re: Sich entwickelndes Schlafproblem

Beitrag von Brunobär »

Ich habe heute übrigens versucht beim tagsüber Schlafen die Jalousin zu schließen. Keine Veränderung, nach knapp 30 Min. war sie wieder wach. :?

Ich hab jetzt eine Osteopathin hier genannt bekommen und werde nächste Woche mal Kontakt aufnehmen.
Liebe Grüße von Anja mit Helene (*10/2011) und Luise (*07/2014)
Brunobär
gut eingelebt
Beiträge: 21
Registriert: 30.09.2012, 08:27

Re: Sich entwickelndes Schlafproblem

Beitrag von Brunobär »

Sollte natürlich Jalousien heißen. Gibts hier keine Änderungsfunktion? :?:
Liebe Grüße von Anja mit Helene (*10/2011) und Luise (*07/2014)
scarlett79
ist gern hier dabei
Beiträge: 93
Registriert: 09.04.2012, 21:36
Wohnort: Hamburg

Re: Sich entwickelndes Schlafproblem

Beitrag von scarlett79 »

Huhu,

das Problem hatten wir auch. Das Einschlafstillen abends wurde bei uns eine Katastrophe und ich bin dann umgestiegen aufs Einschlaftragen. Das machen wir mittlerweile seit einem Jahr und es klappt wunderbar.
Mit ca. 1 Jahr haben wir versucht, dieses kurzen Schläfchen tagsüber nicht mehr zu machen, sondern wirklich nur noch Mittagsschalf. Die Umstellung war zwar anstrengend, aber es ging ganz gut. Mittags braucht er 5-15 Minuten bis er eingeschalfen ist und dann lege ich ihn in unser Bett, wo er 2 Stunden schläft und abends das Gleiche. Da braucht er abends aber etwas länger, weil er da nochmal richtig in Fahrt kommt. Aber er schläft durch.
Seitdem ich die Schlafenszeit und das Einschlafstillen umgestellt habe schläft das kind durch. Das ist jetzt kein Patentrezept, aber für uns war das die Beste Lösung auf Dauer. Ach, und mein Mann hat sich ausquartiert, weil er extrem laut schnarcht. Das hat unseren Schlaf auch sehr gestört.

ich hoffe, es waren ein paar Tips dabei, die euch helfen konnten

Alles Gute
Claudia mit Nikki (12/01), Luca (03/04) und Linus (02/11)

ClauWi Trageberaterin (GK 04/12, MK 09/12, AK 08/13)
zertifizierte Kangatrainerin
Doula - Geburtsbegleiterin

Bild Bild
Bild
Antworten

Zurück zu „Schlaf, Kindlein, schlaf...“