Tragetuch/-hilfe und Fahrrad
Moderatoren: Cocolin, Frieda78
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Ann-Kathrin
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Re: Tragetuch/-hilfe und Fahrrad
Ich würde es trotzdem nicht machen... und ich meine, man regt sich hier über Babys auf die im BB nach vorne getragen werden und das soll dann ok sein?!Nochmal
Also nichts gegen dich louise das ist nur allgemein gehalten.
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Fiddlegirl
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Re: Tragetuch/-hilfe und Fahrrad
Also ihr könnt davon halten, was ihr wollt, aber ich finde es völlig okay, solange das Kind nicht irgendwie locker vor den Bauch geschnallt ist. Man mag mich gern als verantwortungslos beschimpfen, aber ich habe mein Baby, das noch nicht im Fahrradkindersitz allein sitzen kann, lieber bei mir (und zwar auf dem Rücken!) als dass ich kilometerweit zu Fuß unterwegs bin oder es so weit entfernt in einem sauteuren Anhänger zu transportieren. Es stört mich sehr, dass man den Wurm da so gar nicht im Blick hat, wenn er da drinnen aufbewahrt wird.
Ich denke auch, ein gewisses Maß an Risiko gehört halt zum Leben. Das betrifft nicht nur mich, sondern auch meine Kinder. Ich verbiete meinem Großen ja auch nicht, auf den Baum zu klettern, nur, weil andere einen Riesenschreck bekommen, denn er könnte ja herunter fallen. Immerhin passieren die meisten Unfälle im eigenen Haushalt durch Stürze von Leitern etc.
Gut, man mag hier argumentieren, dass ein Baby da noch nicht für sich selbst entscheiden kann, aber es betrifft ja entsprechend mich. Und ich kann für mich sehr gut einschätzen, wie sicher ich fahre und ob ich mich mit Kind auf dem Rücken ebenfalls sicher fühle. Ob ich nun mit dem Fahrrad angefahren werden kann oder damit wegrutsche (bei Glatteis würd ich freilich drauf verzichten), ist ein Risiko, dass ich als Fußgänger genauso habe. Daher spielt es für mich keine Rolle. Zu argumentieren, dass man dann ja im Auto auch nicht anschnallen muss, ist für mich kein Vergleich, denn im Auto ist man mit Geschwindigkeiten unterwegs, die man kaum kontrollieren kann. Und ja, ich oute mich, ich habe auch schon mal im zähfließenden Verkehr/Stau als Beifahrerin mein Baby aus dem Sitz genommen und gestillt, weil es nicht zu beruhigen war. Wenn wir mit 160km/h über die Autobahn fahren, kommt das selbstverständlich für mich nicht infrage. Dann würde ich anhalten. Aber das geht ja eben nicht immer.
Das Gesetz ist für mich außerdem kein Verbot. Viele schreiben, es wäre verboten. Das sehe ich anders. Das ist Auslegungssache. Für mich ist nämlich für ein noch nicht sitzendes Baby eine Tragehilfe oder ein Tragetuch die geeignetere Sitzmöglichkeit. Was anderes gibt es ja nicht für ein Kind in dem Alter (mal abgesehen von einem zusätzlichen Anhänger - der zählt für mich aber nicht direkt zum Fahrrad, um das es ja ging). In die Speichen kommt das Kind nicht. Also habe ich kein schlechtes Gewissen. Eine Helmpflicht existiert nicht.
Wenn ich ehrlich bin, finde ich das ganze Abgesichere übertrieben. Ich trage auch nie einen Helm, mein "Großer" trägt nur einen, weil er Fahranfänger ist und ab und zu doch noch hinfällt, seine Freunde fahren fast alle ohne. Wir wohnen allerdings auf dem Dorf. In der Stadt mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen, wäre das auch wieder was anderes. Ich habe die Verantwortung und lass sie mir auch nicht nehmen und finde es etwas übergriffig, wenn auf Mütter, die diese Entscheidung für sich und ihr Kind getroffen haben, geschimpft wird. Es gibt doch wirklich Schlimmeres. Aber da schauen leider viele lieber weg!
Ich denke auch, ein gewisses Maß an Risiko gehört halt zum Leben. Das betrifft nicht nur mich, sondern auch meine Kinder. Ich verbiete meinem Großen ja auch nicht, auf den Baum zu klettern, nur, weil andere einen Riesenschreck bekommen, denn er könnte ja herunter fallen. Immerhin passieren die meisten Unfälle im eigenen Haushalt durch Stürze von Leitern etc.
Gut, man mag hier argumentieren, dass ein Baby da noch nicht für sich selbst entscheiden kann, aber es betrifft ja entsprechend mich. Und ich kann für mich sehr gut einschätzen, wie sicher ich fahre und ob ich mich mit Kind auf dem Rücken ebenfalls sicher fühle. Ob ich nun mit dem Fahrrad angefahren werden kann oder damit wegrutsche (bei Glatteis würd ich freilich drauf verzichten), ist ein Risiko, dass ich als Fußgänger genauso habe. Daher spielt es für mich keine Rolle. Zu argumentieren, dass man dann ja im Auto auch nicht anschnallen muss, ist für mich kein Vergleich, denn im Auto ist man mit Geschwindigkeiten unterwegs, die man kaum kontrollieren kann. Und ja, ich oute mich, ich habe auch schon mal im zähfließenden Verkehr/Stau als Beifahrerin mein Baby aus dem Sitz genommen und gestillt, weil es nicht zu beruhigen war. Wenn wir mit 160km/h über die Autobahn fahren, kommt das selbstverständlich für mich nicht infrage. Dann würde ich anhalten. Aber das geht ja eben nicht immer.
Das Gesetz ist für mich außerdem kein Verbot. Viele schreiben, es wäre verboten. Das sehe ich anders. Das ist Auslegungssache. Für mich ist nämlich für ein noch nicht sitzendes Baby eine Tragehilfe oder ein Tragetuch die geeignetere Sitzmöglichkeit. Was anderes gibt es ja nicht für ein Kind in dem Alter (mal abgesehen von einem zusätzlichen Anhänger - der zählt für mich aber nicht direkt zum Fahrrad, um das es ja ging). In die Speichen kommt das Kind nicht. Also habe ich kein schlechtes Gewissen. Eine Helmpflicht existiert nicht.
Wenn ich ehrlich bin, finde ich das ganze Abgesichere übertrieben. Ich trage auch nie einen Helm, mein "Großer" trägt nur einen, weil er Fahranfänger ist und ab und zu doch noch hinfällt, seine Freunde fahren fast alle ohne. Wir wohnen allerdings auf dem Dorf. In der Stadt mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen, wäre das auch wieder was anderes. Ich habe die Verantwortung und lass sie mir auch nicht nehmen und finde es etwas übergriffig, wenn auf Mütter, die diese Entscheidung für sich und ihr Kind getroffen haben, geschimpft wird. Es gibt doch wirklich Schlimmeres. Aber da schauen leider viele lieber weg!
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asujakin
- Power-SuTler
- Beiträge: 6376
- Registriert: 25.03.2009, 13:43
Re: Tragetuch/-hilfe und Fahrrad
Was wenn du stürzt? Dann liegst du ggf. AUF deinem Kind. Mit voller Wucht! Und das Kind ist dann an dir FESTGEBUNDEN wenn du ohnmächtig bist, man muss es erst freischneiden... Zudem fällt es viel tiefer als wenn zB der Anhänger umkippt. Von der Knautschzone mal gar nicht zu sprechen. Das Baby ist NULL geschützt auf deinem Rücken! Ich find's einfach echt verantwortungslos.
Babies gehören für mich ausnahmslos in einen Anhänger mit Weberschale und Sitzkinder idealerweise auch - Helm so früh wie möglich eben und wenn kein Anhänger geht fahre ich nicht mit Säugling - PUNKT. Dann erst ab Sitzalter mit Kind im dafür vorgesehenen Sitz.
Im Auto hast das Kind doch auch nich auf'm Schoß oder?
Nee...diese Logik versteh ich echt nicht.
Babies gehören für mich ausnahmslos in einen Anhänger mit Weberschale und Sitzkinder idealerweise auch - Helm so früh wie möglich eben und wenn kein Anhänger geht fahre ich nicht mit Säugling - PUNKT. Dann erst ab Sitzalter mit Kind im dafür vorgesehenen Sitz.
Im Auto hast das Kind doch auch nich auf'm Schoß oder?
Nee...diese Logik versteh ich echt nicht.
- blauelagune
- Moderatoren-Team
- Beiträge: 9625
- Registriert: 17.12.2010, 12:51
Re: Tragetuch/-hilfe und Fahrrad
Danke Asujakin.
Und zu:
Und zu:
asujakin hat geschrieben:
Im Auto hast das Kind doch auch nich auf'm Schoß oder?
Wieso kann man denn nicht an den Rand fahren? Also bitte ....Fiddlegirl hat geschrieben: Und ja, ich oute mich, ich habe auch schon mal im zähfließenden Verkehr/Stau als Beifahrerin mein Baby aus dem Sitz genommen und gestillt, weil es nicht zu beruhigen war. Wenn wir mit 160km/h über die Autobahn fahren, kommt das selbstverständlich für mich nicht infrage. Dann würde ich anhalten. Aber das geht ja eben nicht immer.
rd.
mit den drei Jungs (08/09) und (06/12) und (06/16)
- Brombeere
- gehört zum Inventar
- Beiträge: 501
- Registriert: 07.06.2010, 16:31
Re: Tragetuch/-hilfe und Fahrrad
Ich mag einwerfen, dass ich schon oft mit dem Rad in blöde Situationen kam, wo dann eben das Rad fiel, ich aber stehen bleiben konnte. Mit meinem Körper kann ich zumindest noch reagieren.
Was nicht heißt, das ich mit Kind im TT Rad fahren würde, aber ich sehe nicht, warum es so unglaublich abwegig sein soll.
Was nicht heißt, das ich mit Kind im TT Rad fahren würde, aber ich sehe nicht, warum es so unglaublich abwegig sein soll.
LG Brombeere
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EhMiwm
Re: Tragetuch/-hilfe und Fahrrad
Für mich ist es unbegreiflich, wie naiv und gleichgültig manche Menschen doch sind!
Ein Baby/Kind (wie auch immer) gehört bei der Teilnahme am Straßenverkehr mit einem Fortbewegungsmittel immer bestmöglich geschützt! Dazu gehört es nicht, dass das Kind im Auto auf dem Schoß sitzt, sche*ß egal, wie schnell man fährt! Und es gehört sich erst recht nicht mit Kind in Tuch oder Tragehilfe Fahrrad zu fahren!
Man nimmt dadurch vollkommen unkalkulierbare Risiken auf sich!
Leichtsinnig ist hier echt noch deutlich zu freundlich fomuliert.
Ein Baby/Kind (wie auch immer) gehört bei der Teilnahme am Straßenverkehr mit einem Fortbewegungsmittel immer bestmöglich geschützt! Dazu gehört es nicht, dass das Kind im Auto auf dem Schoß sitzt, sche*ß egal, wie schnell man fährt! Und es gehört sich erst recht nicht mit Kind in Tuch oder Tragehilfe Fahrrad zu fahren!
Man nimmt dadurch vollkommen unkalkulierbare Risiken auf sich!
Leichtsinnig ist hier echt noch deutlich zu freundlich fomuliert.
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hausdrachin
- ist gern hier dabei
- Beiträge: 86
- Registriert: 21.08.2012, 12:45
- Wohnort: Oldenburg, Nds
Re: Tragetuch/-hilfe und Fahrrad
Es gab hier mal eine Diskussion zum Vergleich der Sicherheit des Kindes zwischen Kinderwagen und TT. Da war die Argumentation, TT sei viel sicherer, da wenn man stürzt, würde man reflexartig sein Kind schützen.
Wieso sollte das beim Fahrradsturz anders sein? Ich kann mir gerade gar nicht vorstellen, wie man es schafft, auf das Kind draufzufallen. Wenn ich bisher (ohne Kind) mit Rad gestürzt bin, dann auf Hände und Knie. Weder mein Bauch noch mein Rücken haben je den Boden berührt.
Und nein, ich fahre nicht mit Kind im TT Rad, aber finde es auch irre, wie hier so heftig contra gepostet wird.
Da kann och mich anschließen.
Und die Gefahr, angefahren zu werden, hat man auch als Fußgänger.
Wieso sollte das beim Fahrradsturz anders sein? Ich kann mir gerade gar nicht vorstellen, wie man es schafft, auf das Kind draufzufallen. Wenn ich bisher (ohne Kind) mit Rad gestürzt bin, dann auf Hände und Knie. Weder mein Bauch noch mein Rücken haben je den Boden berührt.
Und nein, ich fahre nicht mit Kind im TT Rad, aber finde es auch irre, wie hier so heftig contra gepostet wird.
Fiddlegirl hat geschrieben:Also ihr könnt davon halten, was ihr wollt, aber ich finde es völlig okay, solange das Kind nicht irgendwie locker vor den Bauch geschnallt ist.
Da kann och mich anschließen.
Und die Gefahr, angefahren zu werden, hat man auch als Fußgänger.
"Aus dem Bauch heraus, mitten ins Herz!" Kleiner Frühlingsbär 03/12
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EhMiwm
Re: Tragetuch/-hilfe und Fahrrad
Wenn man zu Fuß unterwegs ist, ist die Gefahr in Verkehrsunfälle verwickelt zu werden wesentlich (!) geringer!!! Allein dieser Punkt sollte dem gesunden Menschenverstand reichen!hausdrachin hat geschrieben:Es gab hier mal eine Diskussion zum Vergleich der Sicherheit des Kindes zwischen Kinderwagen und TT. Da war die Argumentation, TT sei viel sicherer, da wenn man stürzt, würde man reflexartig sein Kind schützen.
Wieso sollte das beim Fahrradsturz anders sein? Ich kann mir gerade gar nicht vorstellen, wie man es schafft, auf das Kind draufzufallen. Wenn ich bisher (ohne Kind) mit Rad gestürzt bin, dann auf Hände und Knie. Weder mein Bauch noch mein Rücken haben je den Boden berührt.
Und nein, ich fahre nicht mit Kind im TT Rad, aber finde es auch irre, wie hier so heftig contra gepostet wird.
Fiddlegirl hat geschrieben:Also ihr könnt davon halten, was ihr wollt, aber ich finde es völlig okay, solange das Kind nicht irgendwie locker vor den Bauch geschnallt ist.
Da kann och mich anschließen.
Und die Gefahr, angefahren zu werden, hat man auch als Fußgänger.
Unglaublich!
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agata
- möchten wir nicht mehr missen
- Beiträge: 276
- Registriert: 19.08.2012, 19:08
- Wohnort: Hilden bei Düsseldorf
Re: Tragetuch/-hilfe und Fahrrad
Ich fahre viel mit dem Rad, dann in der Stadt oft ÖPNV, längere Strecken mit dem Auto.
Im Auto transportiere ich meine Kleine nie ohne Babyschale.
Fürs Stillen wird immer angehalten. Auch wenn ich dafür von der Autobahn muss. Die einzige - theoretische - Außnahme, die ich mir vorstellen könnte, wäre Vollstau ohne absehbare Abfahrtmöglichkeit.
Fürs Rad kommt sie in den Anhänger und auch dort in den Babysitz. Mit dem Anhänger versuche ich auch die verkehrsreichsten Straßen zu meiden.
Alles andere kommt für mich nicht in Frage. Denn auch wenn ich mir selber eine noch so gute Körperbeherrschung oder Aufmerksamkeit zutrauen würde, kann ich nicht das Gleiche für die Millionen anderer Verkehrsteilnehmer sagen.
Im Auto transportiere ich meine Kleine nie ohne Babyschale.
Fürs Stillen wird immer angehalten. Auch wenn ich dafür von der Autobahn muss. Die einzige - theoretische - Außnahme, die ich mir vorstellen könnte, wäre Vollstau ohne absehbare Abfahrtmöglichkeit.
Fürs Rad kommt sie in den Anhänger und auch dort in den Babysitz. Mit dem Anhänger versuche ich auch die verkehrsreichsten Straßen zu meiden.
Alles andere kommt für mich nicht in Frage. Denn auch wenn ich mir selber eine noch so gute Körperbeherrschung oder Aufmerksamkeit zutrauen würde, kann ich nicht das Gleiche für die Millionen anderer Verkehrsteilnehmer sagen.

