geldbeutel hat geschrieben:Das ist es, was ich zu etablieren versuche; bislang kreischte sie allerdings schon auf der Treppe, wenn sie verstand, dass es ums "Hochgehen" ging. Setzte man sie ins Bett, krabbelte sie an den Rand um wieder rauszusteigen; nahm man sie in den Arm, wand sie sich und kreischte wütend, schlug um sich. Ich halte mich jetzt öfter oben mit ihr auf, damit sie den Raum, das Bett, die ganze Umgebung - eigentlich ist alles sehr einladend und heimelig gestaltet - als genau das wahrnimmt und nicht als Schlaf-Hölle

Im Prinzip ist diese Art Auszeit das, was sie heute gemacht hat: in meinem Arm gelegen, gekuschelt, aber halt nicht geschlafen.
Ich tu mich so schwer mit dem allen und frag mich, warum tausende anderer Mütter das offenbar spielend hinkriegen und nur ich nicht

...Und an der Idee mit dieser Begleitung, Aufarbeitung von Schwangerschaft und Geburt... da könnte schon was dran sein. Ich hab manchmal den Drang, über die Schwangerschaft, die Geburt (die ich ganz schrecklich fand), die Zeit danach (die noch schrecklicher war) zu reden, aber ich hab leider niemanden
Ich glaube, da liegt es wirklich an der traumatischen Geburtserfahrung und dem Danach, so wie du das jetzt schreibst. Das wußte ich ja vorher nicht. Und ich denke auch, daß viele Leute, die im Internet Fragen stellen, leider nicht alle Details beiliefern, die man brauchen würde, um eine Lösung zu finden. Ich verstehe auch nicht, wieso es so schwer ist, mit anderen Frauen über die traumatische Geburtserfahrung und dem Danach zu sprechen. Im Kindercafé oder in Stilltreffs gibt es dazu doch jede Menge Möglichkeiten. In Berlin jedenfalls. Oder Freunde und Familie sollten einem doch auf jeden Fall zuhören. Ich glaube, Du bist so eine, die eher alles mit sich allein ausmacht und Angst hat, andere zu belasten oder dadurch Freunde zu verlieren (was sind das eigentlich dann für Freunde, wenn die Freundschaft so wenig belastbar ist??) Die immer alles perfekt machen will und dann an ihrem eigenen hohen Anspruch scheitert (Dein O-Ton: Warum kriegen die anderen das so gut hin, ich aber nicht???)Muß bei dir immer der Haushalt perfekt sein, immer alles vorbereitet und viel selbstgekocht und selbstgemacht? Das erfordert Zeit und Mühe, die hat man aber im Kleinstkindalter mit so einem Säugling eigentlich nicht, zumindest nicht nach so einer traumatischen Erfahrung, wie du hier andeutest. Da müssen andere Prioritäten gesetzt werden, unabhängig davon ob der oder die die Nase darüber rümpft oder nicht.
Ich weiß ja nicht, was während der Geburt und danach so vorgefallen ist, aber so, wie du schreibst, hört sich das für mich an, als wenn du gleich nach der Geburt nicht diese ur-vertrauensvolle Beziehung zu deinem Kind hast aufbauen können, die überhaupt selbstverständlich für schnelles Einschlafen und generelle Zufriedenheit auf beiden Seiten ist. Vielleicht bist du an Ärzte geraten, die dich lange vom Kind getrennt haben und du hast brav alle Anordnungen befolgt, die sie dir (in deiner Region) so gegeben haben. Und hast nicht auf dein Gefühl gehört, warst vielleicht hilflos. Vielleicht ist was schiefgelaufen und du weißt nicht, ob oder wer schuld ist??
Warum läßt du sie nicht einfach machen und versuchts nicht immer, sie in irgendeinen Rahmen zu pressen, von dem du glaubst, sie müsse den haben? Vielleicht ist so eine Geburtsberaterin ja als neutrale Gesprächspartnerin gar nicht zu verachten. Ich glaube jedoch, daß es heutzutage viel zu viel Beratungsunwesen gibt. Für jeden Pups kann man heute eine Beratung in Anspruch nehmen, nix kann die moderne Frau von heute mehr selbständig machen. Neulich habe ich in einem Kindercafé gar eine Beratung und Begleitung für die Wechseljahre gesehen. Klar, bei Frauen in den Wechseljahren ist bestimmt viel Geld zu holen. Die Damen sind einsam und frustriert, haben aber gut gespart. Eine ideale Klientel also, die man sich da heranzüchten kann. Auf jeden Fall glaube ich, daß ihr zwei ganz viel nachzuholen habt. Aber dazu muß man sich eben öffnen und Gefühle zulassen. Auch mal Weinen. Das merkt auch das Kind und reagiert dann auch sehr positiv darauf, als wenn ihm man ständig Misses Perfekt vorspielt. Das wirkt nämlich eher unheimlich und unnatürlich.
LG
MarkusMama