Am Anfang der Stillzeit (also in den ersten Monaten/1. LJ.) wird durchaus auch immer bissl Milch auf Vorrat gebildet zwischen den Mahlzeiten. (Da diese in der Brust ja aber luftdicht verpackt ist und antibakterielle Wirkstoffe/Fresszellen etc. enthält kein Problem der Haltbarkeit - das nur am Rande). Das ist dann das, was eine Frau auch ohne Auslösen des MSR abpumpen kann. Meist ist diese Milch recht wässrig und eben sehr wenig - unter 20 ml meist. Wenn auf einmal ungewohnt lange Stillpausen eintreten (Kind schläft auf einmal länger am Stück, ist tagsüber mal durch bissl Beikost ne Weile länger satt, ...), muss die Brust das erst merken und sich drauf einstellen in ihrer "Vorratsproduktion".
Je länger die Stillbeziehung dauert, desto weniger wird "zwischengelagert" und desto weicher fühlen sich die Brüste auch wieder an - ohne dass die "Tagesmilchmenge" deshalb zurückgegangen sein muss. Es werden ja nun auch die Stillabstände größer, das Kind löst den MSR schnell und effektiv aus und Bedarf und Angebot stellen sich ideal aufeinander ein.
Irgendwann sinkt dann auch der Basis-Prolaktinspiegel wieder auf Normalstillniveau und die komplette Milchbildung findet dann nur noch aufgrund der Nachfrage direkt beim Stillen statt.
Das, was die Brüste beim sogenannten "Milcheinschuss" nach der GEburt so prall und dick macht, ist übrigens gar nicht "einschießende Milch" sondern Gewebeflüssigkeit aufgrund der plötzlich einsetzenden heftigen Aktivität des Drüsengewebes. Also eigentlich eine Schwellung - keine Füllung mit Milchmassen. Wenn von Anfang an oft (8-12 mal in 24 Stunden) und nach Bedarf gestillt wird, fällt diese Reaktion der Brüste wohl auch in der Regel viel geringer aus. Auch Frauen, die keine merkliche Schwellung im Frühwochenbett haben meist ganz normal irgendwann reife Milch in ausreichender Menge.
Wie "dick" "voll" "schwer" ... sich Brüste zu irgendeinem ZEitpunkt der Stillzeit anfühlen hat also wenig darüber zu sagen, wieviel Milch in ihnen gebildet wird und wieviel Milch das Kind aus ihnen bekommt.
Soweit mein Wissensstand aus dem Kopf - Korrekturen willkommen


