Kohlenhydrate - Eiweisse

für die schwangere und/oder stillende Mutter (und ihre Familie)

Moderator: britje

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klimaforscherin
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Re: Kohlenhydrate - Eiweisse

Beitrag von klimaforscherin »

Gut, lassen wir mal den puren Zucker/zugesetzten Zucker beiseite.
Wenn aber Low-Carb ein Diättrend ist, sprich, ich dadurch abnehme, dann heisst es ja effektiv: ich nehme weniger Energie auf, als ich benötige. So baue ich Körpersubstanz (Fett bzw. Muskelmasse) ab. In dem Fall wohl eher Fett. Aber das will ich ja nicht. Ich will mich einfach nur gesund ernähren.
agata hat geschrieben:Kurzversion: Stoffwechselphysiologisch betrachter können KH "nur" zur Energiebereitstellung genutzt werden, während Eiweiße und Fette als Energieträger UND als Bausubstanzen dienen.
Du kannst also auf KH verzichten. Auf Eiweiße und Fette nicht.
Wozu wird denn Fett umgebau? Zu Fettgewebe in erster Linie, oder? (OK, bei Babys auch zu Gehirnmasse, aber sprechen wir mal nur von Erwachsenen.)
Und was passiert mit Kohlenhydraten? Das, was nicht zur sofortigen Energie verbraucht wird, landet doch auch im Fettgewebe. Also dienen doch KH auch als "Bausubstanz"??

Ich mag einfach nicht glauben, dass der Verzicht/das radikale Einschränken einer Nährstoffart (KH) eine gesunde Ernährung darstellt. Dazu gehören doch eine gute Mischung aus ALLEN Nährstoffen?
Lassen wir mal Beiseite, dass viele Menschen in unserer Kultur zuviel KH (Zuckerbomben, Chips, wasweisichfüreinZeugs) oder auch (nicht-hochwertiges) Fett (viel Frittiertes, Nutella, Schokosondermüll, wasauchimmerfürkomisches Fett) in sich hineinschaufeln.
Grüße
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Himmelblume83
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Re: Kohlenhydrate - Eiweisse

Beitrag von Himmelblume83 »

Irgendwie lauert genau dieser Gedanke auch schon ewig in mir! Ich bin auf weitere Antworten gespannt!!
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Re: Kohlenhydrate - Eiweisse

Beitrag von agata »

Ich versuche jetzt mal halbwegs sortiert zu antworten, ohne ein halbes Fachbuch zu schreiben :wink:

Zwei Begriffe zuerst:
Synthetisieren ist die Fähigkeit unseres Organismus' bestimmte Nährstoffe, die er benötigt, aus anderen herzustellen.
Essenziell ist ein Nährstoff dann, wenn unser Organismus ihn benötigt, aber nicht selber herstellen kann, sondern mit der Nahrung aufnehmen muss.

Jetzt zu den drei Makronährstoffen:
Eiweiße sind lange Ketten aus einzelnen Aminosäuren. Über 20 dieser Aminosäuren werden von unserem Organismus benötigt, acht davon sind essenziell (bei Kindern und Schwangeren zehn). Der menschliche Körper kann Aminosäuren zum Bau von Geweben (verschiedene Zellen benötigen unterschiedliche Arten und Mengen von Aminosäuren), Herstellung von Enzymen oder als Energielieferant nutzen.

Fette bestehen unter anderem aus verschiedenen Fettsäuren. Bestimmte Fettsäuren kann der menschliche Körper synthetisieren, andere sind essenziell. Fettsäuren werden zum Bau von Zellen (jede menschliche Zelle ist von einer Doppelschicht aus Fetten umgeben), Herstellung bestimmter Botenstoffe (z.B. Hormone) oder als Energielieferant verwendet.

Kohlenhydrate sind lange Ketten aus verschiedenen Zuckern. Es gibt keine essenziellen Zucker, der menschliche Körper kann Glucose selber synthetisieren. Zucker dienen als Energielieferanten.

Energielieferanten: Der menschliche Körper kann alle drei Makronährstoffe zu Energiebereitstellung nutzen. Unterschiedliche Organe "bevorzugen" bestimmte Energieformen: das Gehirn "liebt" Zucker, das Herz "steht eher auf" Fette.
Werden die Nährstoffe vom Körper nicht verbraucht, speichert er sie in Fettpolstern (als Baufett, Isoliermasse oder Energiedepot).
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agata
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Re: Kohlenhydrate - Eiweisse

Beitrag von agata »

Zu den verschiedenen Aussagen und Fragen, die hier zu Kohlenhydraten bisher aufgetaucht sind:
Was der Koerper EIGENTLICH will und braucht zum Sattwerden ist Eiweiss und nicht Kohlenhydrate.
So eine pauschale Aussage macht nicht besonders viel Sinn. Das Gefühl satt zu sein oder Hunger zu haben wird über viele komplexe Mechanismen im Gehirn geregelt. Dazu werden viele Informationen aus dem Körper verwertet. Unser Organismus ist keine Maschine, die auf die Zufuhr von bestimmten Stoffen immer gleich reagiert.
Zudem sind diese Mechanismen nur teilweise hinlänglich erforscht
Bei Interesse kann ich ein bisschen was zum Thema Sattheit und Hunger schreiben.
Ist es ohne KH eine ausgewogene Ernaehrung?
Ausgewogene Ernährung ist ein schwieriger Begriff. Wir wissen relativ gut, welche Nährstoffe für den Menschen essenziell sind. Was er also essen muss, um nicht am Mangel zu leiden/sterben. Dazu gehören Kohlenhydrate nicht.
Allerdings essen wir ja nicht Nährstoffe, sondern Lebensmittel. In allen Lebensmitteln sind verschiedene Nährstoffe unterschiedlich zusammengestellt. Wenn ich alle Lebensmittel vermeide, in denen Kohlenhydrate enthalten sind (also auch Obst und Gemüse), werden mir andere Nährstoffe (Vitamine, Spurenelemente) fehlen.
Ich muss diese dann also mit anderen Lebensmitteln mir zuführen. (Die Inuit z.B. verzehren traditionell kein Gemüse und nur geringste Mengen an Früchten. Jedoch essen sie alle Teile der erlegten Tiere, in denen viele Nährstoffe sind, die wir eher über Obst und Gemüse abdecken.)
Wie haben sich unsere Vorfahren ernaehrt?
Prinzipiel wissen wir, dass der Mensch die längste Zeit über Jäger und Sammler war. Sesshaffte oder halbsesshafte Lebensweisen gibt es erst seit ca. 10.000 Jahren. Jäger und Sammler ernähren sich von: erlegten Tieren, gesammelten tierischen Produkten (Eier, Honig) und gesammelten Wildpflanzen (Obst, Gemüse, Wurzeln). Welche Lebensmittel dies genau waren, in welchen Anteilen sie gegessen wurden und welche Zusammensetzung diese hatten, ist zum einen sehr unterschiedlich (je nach Klimazone z.B.), zum anderen aber auch unbekannt.
Bestimmte Lebensmittel, die für uns als Basisnahrung dienen, haben unsere Vorfahren nicht gegessen: z.B. Getreide und alles industriell Verarbeitete (Zucker und der Großteil der Sachen, die man in einem Karton kaufen kann :wink: )

Das Problem mit den kohlenhydratreichen Lebensmitteln ist hier, dass wir (im Gegensatz zu unseren Vorfahren) grundlegend sehr viele Lebensmittel essen, die außer Kohlenhydraten so gut wie nichts (oder in nicht wesentlicher Menge) für den menschlichen Organismus Nennenswertes enthalten: Getreide und Zucker. Diese Lebensmittel stellen sehr viel, sehr schnell verfügbare Engergie in Form von Glukose zur Verfügung, sonst aber nichts. Esse ich also z.B. anteilsmäßig viel Getreide und Zucker, so nehmen ich sehr viel Energie zu mir, die mein Körper wahrscheinlich nicht benötigt (und dann als Fett anlagert). Trotzdem habe ich immer noch Hunger oder bin nicht satt, weil mir viele notwendige Nährstoffe fehlen.

Zudem haben diese Lebensmittel eher problematische Auswirkungen auf unseren Stoffwechsel.
So umgeht Zucker die üblichen Sattheitssignale des Gehirns und löst eine direkte Reaktion im "Lustzentrum" aus. Das führt dazu, dass wir Süßes auch dann noch essen können, wenn wir eigentlich pappsatt sind.
Getreide enthält verschiedene Stoffe, die die Aufnahme essentieller Nährstoffe blockieren können oder an Rezeptoren andocken, an denen sie eigentlich nichts zu suchen haben.
Dieses Thema ist sehr komplex und wird aktuell intensiv erforscht.

Nochmal also: Problematisch sind nicht die Kohlenhydrate selber, sondern Lebensmittel, die fast nur Kohlenhydrate enthalten .
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Re: Kohlenhydrate - Eiweisse

Beitrag von agata »

Ich hab neulich in nem Artikel über Ernährung gelesen, dass zu viel Eiweiß den Körper übersäuert.
Eiweiße können je nach Zusammensetzung basisch, sauer oder neutral sein. Jetzt weiß ich aber nicht, was der Artikel als Übersäuerung meint :?:.
Wenn aber Low-Carb ein Diättrend ist, sprich, ich dadurch abnehme, dann heisst es ja effektiv: ich nehme weniger Energie auf, als ich benötige. So baue ich Körpersubstanz (Fett bzw. Muskelmasse) ab. In dem Fall wohl eher Fett.
Low-Carb ist tatsächlich zunächst bekannt geworden als Mittel zum Abnehmen.
Aber: Bei einer Low-Carb-Ernährung wird keine Muskelmasse abgebaut. Und: Das mit der Energieaufnahme und dem Zunehmen/Abnehmen ist nicht so einfach. Nur weil ich ein Lebensmittel mit einem bestimmten Energiegehalt esse, heiß es noch lange nicht, dass auch diese ganze potentielle Energie in Fett umgebaut wird. Energiegehalt meines Essens ist nicht gleich der Energienutzung.
Zudem kann ich Low-Carb essen und dabei meine Energiemenge nicht reduzieren. Indem ich z.B. mehr Fett esse und meinen Energiehaushalt hauptsächlich dadurch bestreite.
Ich mag einfach nicht glauben, dass der Verzicht/das radikale Einschränken einer Nährstoffart (KH) eine gesunde Ernährung darstellt. Dazu gehören doch eine gute Mischung aus ALLEN Nährstoffen?
Du hast völlig Recht: Wie immer kommt es auf die Mischung an.
Die Frage ist nur: In welchem Verhältnis, in welcher Menge, und vor allem: Welche Lebensmittel esse ich?!

Und jetzt ist es doch ein halbes Fachbuch geworden :wink:.
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Dickkopf-Mama
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Re: Kohlenhydrate - Eiweisse

Beitrag von Dickkopf-Mama »

Interessant zu lesen.
Ich muss mich hier dank Ernährungsumstellung meines Mannes auch gerade mit einer Variante von "Low-Carb" rumschlagen :lol: .
Hier geht`s gerade um die Logi Ernährung. Was ich nach dem Einstieg zugeben muss ist, dass nach ner Weile Umgewöhnung mein Hunger tatsächlich auch mit Quark, Nüssen und Obst weggeht.
Was ich dabei insgesamt recht gut finde ist, dass es keine Absoluten Verbote und Vorschriften gibt. Obst ist trotz KH selbstverständlich erlaubt, weil die Vorteile da einfach überwiegen. Ich finde es nur schwer die Mahlzeiten Logigerecht umzustellen, da ich noch kein passendes Kochbuch gefunden habe. Die Sachen aus dem Kochbuch was wir momentan aus der Bücherei haben sind alle lecker und lassen in keinster Weise das Gefühl aufkommen sich einseitig zu ernähren, aber irgendwie gehen sie alle am Geschmack meiner Kinder vorbei (und die sind eigentlich garnicht zu speziell :roll: ), dann muss es auch noch vegetarisch sein und Hülsenfrüchte bitte nicht zu viel, die sind immer so unberechenbar (Diabetes :? ). Für "Allesesser" bzw. Nichtdiabetiker dürfte es da schon deutlich einfacher sein, aber die Kombination hier finde ich echt schwierig, wobei ich zusätzlich sowieso noch mal einen ganz anderen Stoffwechsel habe als mein Mann.
Liebe Grüße von Meike mit drei Dickköpfen ( * 2007),( * 2010) und (*2013)
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Re: Kohlenhydrate - Eiweisse

Beitrag von klimaforscherin »

Puh, danke für die Ausführungen, sehr interessant! :D
Der erste Abschnitt war mir im Wesentlichen klar. Allerdings habe ich noch nie von einer Mangelerscheinung gehört, weil jemand zuwenig einer Art von essentiellen Fettsäure oder ein Eiweiss aufgenommen hat. Gibts das? Hier doch eher ungewöhnlich?
agata hat geschrieben:Zu den verschiedenen Aussagen und Fragen, die hier zu Kohlenhydraten bisher aufgetaucht sind:
Was der Koerper EIGENTLICH will und braucht zum Sattwerden ist Eiweiss und nicht Kohlenhydrate.
So eine pauschale Aussage macht nicht besonders viel Sinn.
Find ich auch großen Unfug. Was mich sehr wundert, dieser Mensch ist mir nicht als jemand bekannt, der kritiklos irgendwelchen Pauschalaussagen übernimmt. Aber man lernt nie aus. Das bestärkt mich im Hinterfragen von Meinungen.
Und: ich glaube nicht, dass es sooo gesund ist, morgens Quark, abends Quark. Der gemeine Mitteleuropäer verträgt zwar Milch, ist aber doch kein Kälbchen.
agata hat geschrieben: Das Gefühl satt zu sein oder Hunger zu haben wird über viele komplexe Mechanismen im Gehirn geregelt. Dazu werden viele Informationen aus dem Körper verwertet. Unser Organismus ist keine Maschine, die auf die Zufuhr von bestimmten Stoffen immer gleich reagiert.
Zudem sind diese Mechanismen nur teilweise hinlänglich erforscht
Bei Interesse kann ich ein bisschen was zum Thema Sattheit und Hunger schreiben.
Das muss schon verdammt komplex sein. Mein eigenes Körpergefühl geht sehr differenziert mit Hunger/Appetit um. Das sind 2 komplett unterschiedliche Dinge. Und wenn sie nicht gemeinsam auftreten, habe ich ein Problem.
agata hat geschrieben:
Ist es ohne KH eine ausgewogene Ernaehrung?
Ausgewogene Ernährung ist ein schwieriger Begriff. Wir wissen relativ gut, welche Nährstoffe für den Menschen essenziell sind. Was er also essen muss, um nicht am Mangel zu leiden/sterben. Dazu gehören Kohlenhydrate nicht.
Allerdings essen wir ja nicht Nährstoffe, sondern Lebensmittel. In allen Lebensmitteln sind verschiedene Nährstoffe unterschiedlich zusammengestellt. Wenn ich alle Lebensmittel vermeide, in denen Kohlenhydrate enthalten sind (also auch Obst und Gemüse), werden mir andere Nährstoffe (Vitamine, Spurenelemente) fehlen.
Ich muss diese dann also mit anderen Lebensmitteln mir zuführen. (Die Inuit z.B. verzehren traditionell kein Gemüse und nur geringste Mengen an Früchten. Jedoch essen sie alle Teile der erlegten Tiere, in denen viele Nährstoffe sind, die wir eher über Obst und Gemüse abdecken.)
Die Inuit faszinieren mich auch. Klar, Obstbäume oder Getreidefelder sind dort wohl weniger anzutreffen... Sind dort keinerlei Mangelerscheinungen üblich?
agata hat geschrieben:
Wie haben sich unsere Vorfahren ernaehrt?
Prinzipiel wissen wir, dass der Mensch die längste Zeit über Jäger und Sammler war. Sesshaffte oder halbsesshafte Lebensweisen gibt es erst seit ca. 10.000 Jahren. Jäger und Sammler ernähren sich von: erlegten Tieren, gesammelten tierischen Produkten (Eier, Honig) und gesammelten Wildpflanzen (Obst, Gemüse, Wurzeln). Welche Lebensmittel dies genau waren, in welchen Anteilen sie gegessen wurden und welche Zusammensetzung diese hatten, ist zum einen sehr unterschiedlich (je nach Klimazone z.B.), zum anderen aber auch unbekannt.
Bestimmte Lebensmittel, die für uns als Basisnahrung dienen, haben unsere Vorfahren nicht gegessen: z.B. Getreide und alles industriell Verarbeitete (Zucker und der Großteil der Sachen, die man in einem Karton kaufen kann :wink: )
Hier muss ich nochmal etwas einwerfen: Dass ich Milch vertrage, liegt ja wohl daran, dass unter meinen Vorfahren Viehhirten gelebt haben. Offenbar ein Einfluss der Evolution. Sprich: so ganz der Steinzeitmensch bin ich nicht mehr. Ackerbau ist auch nicht mehr so gaaanz neu, ich vermute auch hier, dass dies Spuren im Erbgut hinterlassen hat. Gut, McDoof und Schokoriegel sind eher neueren Datums, vergessen wir's einfach mal... :mrgreen:
agata hat geschrieben:
Das Problem mit den kohlenhydratreichen Lebensmitteln ist hier, dass wir (im Gegensatz zu unseren Vorfahren) grundlegend sehr viele Lebensmittel essen, die außer Kohlenhydraten so gut wie nichts (oder in nicht wesentlicher Menge) für den menschlichen Organismus Nennenswertes enthalten: Getreide und Zucker. Diese Lebensmittel stellen sehr viel, sehr schnell verfügbare Engergie in Form von Glukose zur Verfügung, sonst aber nichts. Esse ich also z.B. anteilsmäßig viel Getreide und Zucker, so nehmen ich sehr viel Energie zu mir, die mein Körper wahrscheinlich nicht benötigt (und dann als Fett anlagert). Trotzdem habe ich immer noch Hunger oder bin nicht satt, weil mir viele notwendige Nährstoffe fehlen.

Zudem haben diese Lebensmittel eher problematische Auswirkungen auf unseren Stoffwechsel.
So umgeht Zucker die üblichen Sattheitssignale des Gehirns und löst eine direkte Reaktion im "Lustzentrum" aus. Das führt dazu, dass wir Süßes auch dann noch essen können, wenn wir eigentlich pappsatt sind.
Getreide enthält verschiedene Stoffe, die die Aufnahme essentieller Nährstoffe blockieren können oder an Rezeptoren andocken, an denen sie eigentlich nichts zu suchen haben.
Dieses Thema ist sehr komplex und wird aktuell intensiv erforscht.

Nochmal also: Problematisch sind nicht die Kohlenhydrate selber, sondern Lebensmittel, die fast nur Kohlenhydrate enthalten .
Ahhhh, deswegen habe ich einen Nachtischmagen! :lol: Na, der wird sich freuen, wenn er in ein paar Monaten wieder mal was kriegt.
Aber: KH sind ja nicht nur Brot, sondern auch Nudeln, Reis, Hirse, Hülsenfrüchte, Kartoffeln. Und zu einer Mahlzeit (Mittagessen) nehme ich nicht nur eine Portion dieser Sachen zu mir, sondern auch: mal Fleisch/Fisch, Gemüse, Milchprodukt, Ei.
Grüße
klimaforscherin
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Re: Kohlenhydrate - Eiweisse

Beitrag von Bright Berry »

Es ist ja auch so, dass viele Lebensmittel beides enthalten. Kartoffeln z. B. liefern ja auch hochwertiges Eiweiß mit allen acht essenziellen Aminosäuren. Sowas kann man doch nicht als reine KH-Mahlzeit einstufen, oder?
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Re: Kohlenhydrate - Eiweisse

Beitrag von Bright Berry »

klimaforscherin hat geschrieben:Mein eigenes Körpergefühl geht sehr differenziert mit Hunger/Appetit um. Das sind 2 komplett unterschiedliche Dinge. Und wenn sie nicht gemeinsam auftreten, habe ich ein Problem.
So geht's mir leider auch manchmal. Besonders wenn ich krank bin oder mich nicht wohlfühle, bin ich extrem appetitgesteuert. Meist geht in solchen Fällen nichts Gesalzenes oder herzhaft Gewürztes, sondern eher Obst, Marmeladenbrot oder Kekse. Vor Dingen, auf die ich dann keinen Appetit hab, ekel ich mich regelrecht. Ich könnte dann trotz Hunger nichts essen.
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Re: Kohlenhydrate - Eiweisse

Beitrag von klimaforscherin »

Mir ist noch etwas eingefallen: Bei Babys führt ja übermäßiger Verzehr von Eiweiss u.a. auch zu späterem Übergewicht, weshalb ja auch Kuhmilch als Muttermilchersatz nicht geeignet ist.
Eiweisse sind andererseits aber fürs Wachstum wichtig. Nun wächst ja ein Erwachsener nicht mehr in dem Maße wie ein Baby...Kann das gut sein, viiiel Eiweiss zu essen?
Hm, was ist jetzt verkehrt in dem Gedankengang??
Grüße
klimaforscherin
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