Zahn ziehen in Stillzeit - welches Antibiotikum?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

Moderatoren: Anjamaria01, klecksauge, SchneFiMa, Mondenkind

Benutzeravatar
Kloentje
möchten wir nicht mehr missen
Beiträge: 315
Registriert: 09.01.2012, 19:09

Zahn ziehen in Stillzeit - welches Antibiotikum?

Beitrag von Kloentje »

Hallo,
leider muss bei mir ein Backenzahn gezogen werden. Da ich diverse Immunsuppressiva nehme, muss ich bei solchen Sachen immer auch ein Antibiotikum nehmen.

Meine Zahnärztin meinte, es gäbe kein AB, das hierfür in Frage kommt. Ich müsse also so oder so abstillen. Das bezweifle ich ganz heftig und bin sicher nicht bereit, meine nun einjährige Tochter abrupt von der Brust zu entwöhnen. Darum wechsle ich gerade den Zahnarzt. Ich möchte aber vorbereitet sein und ihm - falls der Tenor wieder so ist - ein oder zwei passende stillverträgliche Antibiotika vorschlagen.
Daher meine Frage an anwesende Stillberaterinnen, Ärztinnen und/oder andere Erfahrene: Welches AB eignet sich als bspw. Myokarditisprophylaxe beim Zahnziehen und ist zugleich stillverträglich?
Ihr würdet mir sehr helfen! Danke schonmal!
Kloentje
--
mit Töchterchen J. (09/2011): Gestillt bis 3,5 Jahre. Wir tragen und schlafen im Familienbett.
Mondenkind
Forumsleitung
Beiträge: 30237
Registriert: 25.09.2008, 17:33

Re: Zahn ziehen in Stillzeit - welches Antibiotikum?

Beitrag von Mondenkind »

Grundsätzlich kann man vor allem die Penicilline, Makrolide und viele Cefalosporine als absolut stillverträglich ansehen. Zahnärzte geben bei sowas auch gern Clindamycin, das geht auch. Die Zahnärztin hat keine Ahnung. Gute Besserung!
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung

Sei ein Mensch! M. Reif

Mondenkind mit K1 (3/08) und K2 (3/11)
Benutzeravatar
nwsurgeon
ist mit Leidenschaft dabei
Beiträge: 772
Registriert: 24.09.2008, 09:05
Wohnort: NRW

Re: Zahn ziehen in Stillzeit - welches Antibiotikum?

Beitrag von nwsurgeon »

Hallo,
Habe gerade im "Arzneimittel Pocket" nachgeschaut:
Amoxicillin wird als Stillverträglich eingestuft und ist zur Endokarditis- Prophylaxe geeignet.
Ob es sich mit Deinen Medis verträgt, müßte Dein Doc noch nachschauen.
Und wie immer: er kann ja auch bei Embryotox anrufen oder in der Gyn-Ambulanz der nächsten Klinik, die sollten auch kompetente Auskunft geben können.
Oder selbst sein "Arzneimittel pocket" zücken.
LG
Und gute Besserung
nwsurgeon mit zwei großen Mädels (10/2006 und 09/2009), Hündin *2019 und Stute *2017
Nur noch selten hier unterwegs.
Benutzeravatar
nwsurgeon
ist mit Leidenschaft dabei
Beiträge: 772
Registriert: 24.09.2008, 09:05
Wohnort: NRW

Re: Zahn ziehen in Stillzeit - welches Antibiotikum?

Beitrag von nwsurgeon »

Mondenkind war wieder mal schneller :)
nwsurgeon mit zwei großen Mädels (10/2006 und 09/2009), Hündin *2019 und Stute *2017
Nur noch selten hier unterwegs.
Benutzeravatar
Kloentje
möchten wir nicht mehr missen
Beiträge: 315
Registriert: 09.01.2012, 19:09

Re: AW: Zahn ziehen in Stillzeit - welches Antibiotikum?

Beitrag von Kloentje »

Danke, Ihr seid super, superer, am supersten!
(sorry, bin gerade etwas albern, freue mich aber sehr über Eure Infos.)
--
mit Töchterchen J. (09/2011): Gestillt bis 3,5 Jahre. Wir tragen und schlafen im Familienbett.
spacerabbit
ist mit Leidenschaft dabei
Beiträge: 831
Registriert: 06.04.2011, 15:15
Wohnort: Frankfurt

Re: Zahn ziehen in Stillzeit - welches Antibiotikum?

Beitrag von spacerabbit »

Den Zahnärzten kannst Du immer Embryotox vorschlagen, wenn Du gleich ein bestimmtes Antibiotikum vorschlägst, kann es sein, dass sich der Arzt damit etwas vor den Kopf gestoßen fühlt, letztendlich möchte dann doch der Arzt selbst das Medikament bestimmen. Als umsichtige Ärztin / Arzt sollte aber ein Arzt offen sein für Informationen über stillverträgliche Medikamente.
Was mich aber viel mehr interessiert: Was für eine Art Immunsuppressiva nimmst Du denn?
Großer Bruder 29.06.2008
Kleine Schwester 10.02.2011
Kleinste Schwester 06.11.2014
Benutzeravatar
Minchen
Dipl.-SuT
Beiträge: 4677
Registriert: 18.11.2008, 09:09

Re: Zahn ziehen in Stillzeit - welches Antibiotikum?

Beitrag von Minchen »

Als Zahnarztleidgeplagte: warum muss der Zahn denn zwingend raus? Etwas anderes ist nicht mehr möglich? (WSR, Kronenaufbau)
"Tanze mit Deinem Baby im Mondschein, wenn es die Nacht zum Tag macht, singe fröhliche Lieder mit Deinen Kindern im Regen, mache Kissenschlachten, matsche mit ihnen im Schlamm und springe in Pfützen, macht ein Picknick UNTERM Tisch - vergiss nie: in 20 Jahren wirst Du sagen, es war die schönste Zeit Deines Lebens!"
von Minchen mit Frühling (2008), Sommer (2009), Herbst (2013) und Winter (2011)
Benutzeravatar
Kloentje
möchten wir nicht mehr missen
Beiträge: 315
Registriert: 09.01.2012, 19:09

Re: AW: Zahn ziehen in Stillzeit - welches Antibiotikum?

Beitrag von Kloentje »

spacerabbit hat geschrieben:Den Zahnärzten kannst Du immer Embryotox vorschlagen, (...)
Was mich aber viel mehr interessiert: Was für eine Art Immunsuppressiva nimmst Du denn?
Ja, das mit Embryotox würde ich wohl machen. Ich wollte mich nur wappnen, falls wieder so ein totales Contra gekommen wäre.
Und an Medikamenten nehme ich Kortison, Azathioprin und Quensyl. Bist Du auch "betroffen" oder woher kommt Dein Interesse?
--
mit Töchterchen J. (09/2011): Gestillt bis 3,5 Jahre. Wir tragen und schlafen im Familienbett.
Benutzeravatar
Kloentje
möchten wir nicht mehr missen
Beiträge: 315
Registriert: 09.01.2012, 19:09

Re: AW: Zahn ziehen in Stillzeit - welches Antibiotikum?

Beitrag von Kloentje »

Minchen hat geschrieben:Als Zahnarztleidgeplagte: warum muss der Zahn denn zwingend raus? Etwas anderes ist nicht mehr möglich? (WSR, Kronenaufbau)
Naja, in gewisser Weise ist das bei dem neuen Arzt ja die Zweitmeinung, die ich mir einhole. Laienhaft schätze ich persönlich aber, dass da nix mehr zu machen ist: eine Wurzelbehandlung hatte ich da schon. Ebenso eine Krone, die aber nun leider mitsamt einem Stück Zahn abgebrochen ist. Eine neue Krone wäre möglich, aber nur ohne Garantie und vor allem mit schlechter Prognose (40% Wahrscheinlichkeit, dass auch die abfällt). Ist halt nicht mehr viel da von dem Zahn.
Wahrscheinlich läuft es wohl langfristig auf ein Implantat hinaus. Habe aber echte Angst davor wegen meiner Autoimmunkrankheit. Naja, mal hören, was der neue Arzt dazu sagt.
--
mit Töchterchen J. (09/2011): Gestillt bis 3,5 Jahre. Wir tragen und schlafen im Familienbett.
Benutzeravatar
Minchen
Dipl.-SuT
Beiträge: 4677
Registriert: 18.11.2008, 09:09

Re: Zahn ziehen in Stillzeit - welches Antibiotikum?

Beitrag von Minchen »

Urgs, das lingt nicht gut. Mir ist im Frühjahr auch ne Krone abgebrochen, Zahn bereits wurzelbehandelt, soweit runtergebrochen, dass ich ihn nur noch knapp fühlen konnte. Meine ZÄ meinte aber, man können den gut aufbauen. Hat zwar mehr gekostet als ne normale Krone und man braucht sicher nen ZA, der sich Zeit nimmt (bei mir zum Glück die Mutter einer Freundin, die eigentlich nicht mehr praktiziert, nur noch für besondere Patienten und so sichere ich ihr wohl noch über Jahre ihr Auskommen... :roll: :wink: ). Man kann einen Stift einsetzen, wenn die Wurzel noch gut halten kann, lass Dich da gut beraten, ehrlich! Ein Zahn weniger oder ein Implantat ist immer schlechter als das Erhalten der eigenen Zähne!

Hast Du denn noch Schmerzen oder Probleme an dem Zahn?

Ich drücke Dir ganz doll die Daumen! Und bestehe auf Embryotox, meine ZÄ war ganz erstaunt, dass es das gibt! :shock: :D
"Tanze mit Deinem Baby im Mondschein, wenn es die Nacht zum Tag macht, singe fröhliche Lieder mit Deinen Kindern im Regen, mache Kissenschlachten, matsche mit ihnen im Schlamm und springe in Pfützen, macht ein Picknick UNTERM Tisch - vergiss nie: in 20 Jahren wirst Du sagen, es war die schönste Zeit Deines Lebens!"
von Minchen mit Frühling (2008), Sommer (2009), Herbst (2013) und Winter (2011)
Antworten

Zurück zu „Stillforum“