Da ich sowieso mal wieder zur Vorsorge zum Gyn gehen will, überlege ich, auch gleich einen Brustultraschall machen zu lassen.
Hintergrund: Ich konnte Töchterchen nie voll stillen und habe neun Monate lang mit dem BES zugefüttert. Von heut auf morgen brauchten wir es nicht mehr. Wir stillen noch.
Meine Stillberaterin und ich haben nie herausfinden können, was zu der wenigen Milch geführt hat.
Da wir irgendwann noch ein Baby haben möchten, will ich gern frühzeitig mit der Diagnostik beginnen, um beim nächsten Stillstart gewappnet zu sein. Wenn vorauszusehen ist, dass ich auch das neue Baby nicht vollstillen können werde, würde es wohl auch Sinn machen, dass meine Tochter bis zur Geburt nicht mehr stillt. Was denkt ihr dazu?
Nun zur Ausgangsfrage: Kann JEDER Gyn nen Brustultraschall machen und den auch auswerten oder brauch ich da einen Spezialisten?
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Kann jeder Gyn nen Brustultraschall?
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- eve
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Kann jeder Gyn nen Brustultraschall?
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"Ich bin Vegetarier aus gesundheitlichen Gründen, wegen der Gesundheit der Hühner." Isaac Bashevis Singer
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Re: Kann jeder Gyn nen Brustultraschall?
Also meine alte Gyn konnte es nicht, die hat mich dafür weiter überwiesen.
-
jusl
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Re: Kann jeder Gyn nen Brustultraschall?
Bestimmt meldet sich mondenkind dazu auch noch mal als Gyn, aber meines Wissens nach kann eine Beurteilung der Ausbildung des Drüsengewebes nur im Akutfall erfolgen. Also "vorsorglich schauen fürs nächste Baby" funktioniert nicht.Da wir irgendwann noch ein Baby haben möchten, will ich gern frühzeitig mit der Diagnostik beginnen, um beim nächsten Stillstart gewappnet zu sein. Wenn vorauszusehen ist, dass ich auch das neue Baby nicht vollstillen können werde, würde es wohl auch Sinn machen, dass meine Tochter bis zur Geburt nicht mehr stillt. Was denkt ihr dazu?
Neue Schwangerschaft, neue Hormone, neues Glück sozusagen. Du könntest zwar jetzt die MENGE beurteilen lassen, aber dies ist nur wenig aussagekräftig. Es gibt Frauen mit AAA-Körbchen, die problemlos vollstillen.
(Theoretisch kann das schon jeder Gyn machen, der ein US-Gerät in der Praxis hat - aber ob sich jeder Gyn so besonders gut mit der laktierenden Brust und deren Physiologien und Besonderheiten auskennt, wage ich zu bezweifeln... ideal wäre ein Gyn IBCLC.)
LG
Julia
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Mondenkind
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Re: Kann jeder Gyn nen Brustultraschall?
Nein, das kann nicht jeder Gyn, zumindest nicht gleich gut. Und viel wichtiger, dass jemand richtig gut schallen kann, heißt noch lange nicht, dass er/sie eine Aussage übers Stillen treffen kann. Ich kann da Schoten erzählen von den Mammasonographie-Kursen, was die Koryphäen des deutschen Brustultraschalls übers Stillen sagen... Peinlich, peinlich.
Ultraschall kann Dir zeigen, wie viel Brustdrüsengewebe da ist. Und dann kann es sein, dass ich da wenig Drüsengewebe sehe, normal viel oder sehr viel. Viel hilft aber nicht immer viel. Eine große Menge Drüsengewebe kann verhältnismäßig wenig Milch produzieren, wenn das Stillmanagement in der entsprechenden Zeit schlecht war. Und ein Mini-A-Cup kann Zwillinge voll stillen, wenn alles korrekt lief.
Was zur Beurteilung hilft: in der Schwangerschaft, hat sich die Brust verändert, ist größer, schwerer, fester geworden, tut vielleicht weh beim Draufliegen? Nach der Geburt, gab es einen merklichen Milcheinschuss? (Diese Anzeichen können allerdings sehr milde ausfallen, wenn man in der Schwangerschaft noch das ältere Kind stillt, das ist dann mitunter durchaus normal).
Was wichtig ist: liegen Erkrankungen vor, die für die Milchmenge relevant sein können? Das sind vor allem Erkrankungen, die den Hormonhaushalt betreffen, Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen, Polycystische Ovarien, deutliches Übergewicht.
Falls bis hier alles unauffällig ist, würde ich nicht davon ausgehen, dass die Milchbildung beeinträchtigt sein wird. Was man aber tun kann für einen optimalen Start in die Laktation: dafür sorgen, dass man nach der Geburt möglichst nicht vom Kind getrennt wird, frühes Stillen nach der Geburt (innerhalb von 30 Minuten das erste Mal anlegen), auch danach sollten Mutter und Kind nie getrennt werden, Stillen nach Bedarf, ein schläfriger Säugling wird nach spätestens 4 Stunden geweckt, keine künstlichen Sauger, keine Zufütterung. Hautkontakt, Hautkontakt, Hautkontakt. Sollten Trennungen medizinisch nötig sein, stillfreundlich verfahren (siehe Sauger etc). Diese Maßnahmen stellen in aller Regel sicher, dass die Brust optimal stimuliert wird, dass die Rezeptoren, die die Milchbildung vermitteln in ausreichender Menge ausgebildet werden und die Regelkreise einwandfrei funktionieren können.
Fazit: Drüsengewebe muss da sein, klar, und das ist es bei Dir, denn Du hast ja schon gestillt. Da wird ein Brustultraschall wenig Neues zeigen können. Der Rest ist in den meisten Fällen eine Frage des Stillmanagements, vorausgesetzt es liegen keine gesundheitlichen Besonderheiten vor. Jetzt im Voraus kannst Du in meinen Augen kaum was machen und was es in eurem Fall damals war, vermag ich so jetzt natürlich auch nicht zu beurteilen, aber vielleicht helfen Dir diese Infos ja ein wenig, denn was Du tun kannst, ist die Bedingungen für einen optimalen Start zu kennen, der ist oft schon die halbe Miete.
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung
Ultraschall kann Dir zeigen, wie viel Brustdrüsengewebe da ist. Und dann kann es sein, dass ich da wenig Drüsengewebe sehe, normal viel oder sehr viel. Viel hilft aber nicht immer viel. Eine große Menge Drüsengewebe kann verhältnismäßig wenig Milch produzieren, wenn das Stillmanagement in der entsprechenden Zeit schlecht war. Und ein Mini-A-Cup kann Zwillinge voll stillen, wenn alles korrekt lief.
Was zur Beurteilung hilft: in der Schwangerschaft, hat sich die Brust verändert, ist größer, schwerer, fester geworden, tut vielleicht weh beim Draufliegen? Nach der Geburt, gab es einen merklichen Milcheinschuss? (Diese Anzeichen können allerdings sehr milde ausfallen, wenn man in der Schwangerschaft noch das ältere Kind stillt, das ist dann mitunter durchaus normal).
Was wichtig ist: liegen Erkrankungen vor, die für die Milchmenge relevant sein können? Das sind vor allem Erkrankungen, die den Hormonhaushalt betreffen, Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen, Polycystische Ovarien, deutliches Übergewicht.
Falls bis hier alles unauffällig ist, würde ich nicht davon ausgehen, dass die Milchbildung beeinträchtigt sein wird. Was man aber tun kann für einen optimalen Start in die Laktation: dafür sorgen, dass man nach der Geburt möglichst nicht vom Kind getrennt wird, frühes Stillen nach der Geburt (innerhalb von 30 Minuten das erste Mal anlegen), auch danach sollten Mutter und Kind nie getrennt werden, Stillen nach Bedarf, ein schläfriger Säugling wird nach spätestens 4 Stunden geweckt, keine künstlichen Sauger, keine Zufütterung. Hautkontakt, Hautkontakt, Hautkontakt. Sollten Trennungen medizinisch nötig sein, stillfreundlich verfahren (siehe Sauger etc). Diese Maßnahmen stellen in aller Regel sicher, dass die Brust optimal stimuliert wird, dass die Rezeptoren, die die Milchbildung vermitteln in ausreichender Menge ausgebildet werden und die Regelkreise einwandfrei funktionieren können.
Fazit: Drüsengewebe muss da sein, klar, und das ist es bei Dir, denn Du hast ja schon gestillt. Da wird ein Brustultraschall wenig Neues zeigen können. Der Rest ist in den meisten Fällen eine Frage des Stillmanagements, vorausgesetzt es liegen keine gesundheitlichen Besonderheiten vor. Jetzt im Voraus kannst Du in meinen Augen kaum was machen und was es in eurem Fall damals war, vermag ich so jetzt natürlich auch nicht zu beurteilen, aber vielleicht helfen Dir diese Infos ja ein wenig, denn was Du tun kannst, ist die Bedingungen für einen optimalen Start zu kennen, der ist oft schon die halbe Miete.
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Sei ein Mensch! M. Reif
Mondenkind mit K1 (3/08) und K2 (3/11)
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- eve
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Re: AW: Kann jeder Gyn nen Brustultraschall?
Danke für eure Antworten!
Ich geh da auf jeden Fall noch drauf ein, jetzt bin ich erstmal bis Sonntag unterwegs..
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Re: AW: Kann jeder Gyn nen Brustultraschall?
Deutliches Übergewicht hab ich leider und komm davon gerade irgendwie auch nicht weiter weg
Ich streng mich ab morgen mal wieder richtig an!!
In der letzten/ersten Schwangerschaft haben sich meine Brüste quasi überhaupt nicht verändert.
Einen merklichen Milcheinschuss hatte ich auch nicht, die wenige Milch, die sich rausdrücken ließ, war einfach irgendwann gelblich-weiß.
Fast alles, was du zu einem guten Stillmanagement aufgezählt hast, mondenkind, war bei uns so. Allerdings hat mir meine Hebamme, als die Urinmenge meiner Tochter angeblich zu gering war, erst dazu geraten, ihr am 4. Tag Tee zu geben und dann am 5., als ihr Gewicht immer weiter sank, Pre zuzufüttern. Das ganze via Flasche. Weil ich wusste, dass das Murks ist, kontaktierte ich eine Stillberaterin, bei der ich mir ein BES ausleihen konnte. Ich versuchte, so wenig Pre wie nur möglich zu verfüttern. Eigentlich ging es uns allen erst so richtig gut, als wir unsere Tochter immer so viel Pre gegeben haben, bis sie nicht mehr wollte. Und auch erst dann begann sie "gut" zuzunehmen. Da war sie etwa acht Wochen alt..
Soviel erstmal.
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In der letzten/ersten Schwangerschaft haben sich meine Brüste quasi überhaupt nicht verändert.
Einen merklichen Milcheinschuss hatte ich auch nicht, die wenige Milch, die sich rausdrücken ließ, war einfach irgendwann gelblich-weiß.
Fast alles, was du zu einem guten Stillmanagement aufgezählt hast, mondenkind, war bei uns so. Allerdings hat mir meine Hebamme, als die Urinmenge meiner Tochter angeblich zu gering war, erst dazu geraten, ihr am 4. Tag Tee zu geben und dann am 5., als ihr Gewicht immer weiter sank, Pre zuzufüttern. Das ganze via Flasche. Weil ich wusste, dass das Murks ist, kontaktierte ich eine Stillberaterin, bei der ich mir ein BES ausleihen konnte. Ich versuchte, so wenig Pre wie nur möglich zu verfüttern. Eigentlich ging es uns allen erst so richtig gut, als wir unsere Tochter immer so viel Pre gegeben haben, bis sie nicht mehr wollte. Und auch erst dann begann sie "gut" zuzunehmen. Da war sie etwa acht Wochen alt..
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