Ich wollte mal unsere Still-Odyssee beschreiben. Vielleicht hat ja irgendjemand noch den ein oder anderen Rat für uns.
Also, ich fang mal ganz vorne an. Schon in der Schwangerschaft ist mir aufgefallen, dass die Kleine die letzten 4 Monate nur in einer Position lag: Kopf unten, Po links, Füße rechts. Daran hat sich auch nichts mehr geändert bis zum Schluss, außer einmal nach einer Vorsorge-U, da lag sie mit Po rechts, aber da gings uns beiden nicht gut bei. Also hat sie sich wieder zurückgedreht.
Geburt hat ewig gedauert, ineffektive Wehen trotz Einleitung, schließlich Notsectio, weil mir und dem Kind von der PDA der Kreislauf kollabiert ist. Schon mal n super Start.
Dann wurde sie mir immerhin gleich nachdem ich wieder wach geworden war angelegt, so dass wir gleich mit dem Stillen anfangen konnten. Nun war die kleine mit 4050g nicht gerade winzig und hatte entsprechend Hunger. Nach 2 Tagen hatte sie meine Brustwarzen komplett wund gekaut. Die Schwestern meinten, naja, es gibt halt so Kinder, denen gehts immer nicht schnell genug (hahaha!). Man zeigte mir die Football-Haltung, um die BW ein weng zu entlasten. Bis die Milch eingeschossen war, hatte ich allerdings schon ziemliche Schmerzen... mit Lanolin, Heilwolle und Rescuecreme gings einigermaßen.
Immerhin hatte ich dann so viel Milch, dass ich damit die Blumen hätte gießen können und die kleine hat auch recht gut getrunken, bis auf das beißen, dass sie leider nicht sein ließ...
Die ersten ca 6 Wochen ging es dann alles relativ entspannt, bis auf dolle BauchwehAttacken am Abend. Da hat sie dann auch mal 1-2 Stunden durchgebrüllt und sich überstreckt, dass mir die Arme abfielen und ich war leicht verzweifelt, wie ich das arme Würmchen beruhigen könnte. Mit viel tragen, singen, am Finger lutschen etc ging es dann immer irgendwie. Der KiA meinte nur, das wär normal, das gibt sich. Und auch, dass sie immer den Kopf beim schlafen so nach links oben bog, sei normal, das gibt sich. Und dass sie immer "gehechelt" hat, also ständig völlig aus der Puste war, sei auch normal. Das gibt sich *grummel*
Tagsüber hat sie immer viel geschlafen und war wirklich pflegeleicht.
Naja, plötzlich schlug das dann ins Gegenteil um. Ich glaube nach etwa 6 Wochen.
Auf einmal ging gar nichts mehr, als ob jemand den Schalter umgelegt hat. Sie konnte nicht mehr alleine schlafen, wollte nur noch aufm Arm sein, hat sich nur noch durchgebogen und überstreckt, ganz viel geweint, nach dem schlafen, nach dem Stillen, beim Stillen, beim einschlafen, ...
Aber am schlimmsten war das Stillen, sie hat so oft nur drei- vier mal genuckelt, dann sofort losgelassen und angefangen zu brüllen. Es war egal, wie ich sie angelegt hab. Eine zeitlang konnte sie rechts fast gar nicht trinken. Manchmal hat es im Liegen geklappt, wenn ich mich irgendwie so über sie gehängt hab, dass sie ohne den Kopf noch bewegen zu müssen drankam. Meistens war sie aber schon so fix und fertig, dass sie dann nur noch geweint hat und nicht mehr trinken wollte.
Meine erste Hebamme hat mir ein Stillhütchen "verschrieben", mehr für meine kaputten Brustwarzen, als für das Kind. Das ging zwar einigermaßen, tat zumindest nicht so weh, aber im Endeffekt war es Quatsch. Mein Hund war sicher der gleichen Meinung, denn er hat das Stillhütchen nach einigen Tagen verschleppt und aufgefressen. Ich habe mir kein neues besorgt.
Mein Frauenarzt kam dann schließlich auf die glorreiche Idee, dass ich das Kind mal einem guten Osteopathen vorstellen sollte, denn es würde den Kopf so merkwürdig halten. (Der KiA fand das alles normal).
Er erwähnte dann auch das KISS-Syndrom, von dem ich noch nie etwas gehört hatte. Als ich dann im INet gesucht hab und darüber gelesen hab, fiel es mir wie Schuppen von den Augen... Die Kleine zeigte eigentlich alle KISS-Symptome, die man so haben kann... wir waren dann erst bei einer Heilpraktikerin (weil die hier um die Ecke wohnt), die meinte sich mit Osteopathie auszukennen, was aber eher nicht so war, und jetzt sind wir bei Dr Henning in Schneverdingen, der ist auch Orthopäde und scheint recht fähig zu sein.
Das stillen klappt seit dem etwas besser, aber noch nicht prima.
Mit einer anderen Hebamme habe ich weitere Stillpositionen probiert, aber bei allem hat die kleine Maus jämmerlich geweint und das trinken verweigert, auch nach vielen Versuchen. Nur den Wiegegriff mag sie. Da halte ich sie ganz fest im Arm, stütze ihren Kopf, weil sie immer nach hinten zieht, und ihre Arme, weil sie immer fuchtelt oder mir das Gesicht zerkratzt. Mit dem Ellenbogen drücke ich etwas auf ihr Beine, weil sie sonst nur zappelt. Manchmal wickle ich sie in ein Handtuch, aber das mag sie nicht so gerne. Richtiges Pucken findet sie ganz fürchterlich.
Wechseltechnik ging auch nicht, es bringt zu viel Unruhe, die kleine verweigert dann ganz.
Weil die kleine irgendwann so schwach gesaugt hat, dass sie den Milchflussreflex nicht mehr in Gang kriegte, bzw vorher aufgegeben hat, habe ich mir eine Handpumpe besorgt und sauge immer vor dem Stillen an. Das klappt einigermaßen und so ist die kleine nicht sofort entmutigt, weil nichts kommt. Ohne ansaugen klappt es nur nachts. Ach ja, generell habe ich festgestellt, dass sie nur direkt nach, oder noch besser direkt aus dem Schlaf an der Brust trinkt. Wenn sie schon länger wach war, klappt es fast nie, wahrscheinlich ist sie da dann schon zu müde und überreizt. Insofern bin ich die meiste Zeit des Tages damit beschäftigt, das Kind in den Schlaf zu tun, damit ich sie anschließend stillen kann. Die Abstände dürfen auch nicht zu groß werden, sonst geht die Milch gleich wieder weg.
Ich habe mir dann die Medala Symphonie MiPu besorgt, damit ich abpumpen kann, wenn die kleine nicht trinkt. Die Hebi meinte, ich solle immer anschließend nach dem Stillen abpumpen, um die Milchmenge aufrecht zu erhalten, da es immer weniger wurde. Am Anfang hatte ich eher das Gefühl, dass meine Milch vom abpumpen weggeht, inzwischen kann ich sie zumindest halten. Steigern aber nicht, da kann ich pumpen wie ich will. Mal abgesehen davon kann die Pumpe nur sehr schwer meinen MFR/MSR (?) anregen. Auch wenn ich ne halbe Stunde herumpumpe, kriege ich nur schlappe 50 ml heraus.
Ernährungstechnisch habe ich auch schon einiges ausprobiert, um die Milchmenge zu steigern. MB-Tee, Milchkugeln, ausgewogene Ernährung.. super ist alkoholfreies Bier, aber das macht mir (und dem Kind?) so dolle Blähungen.
Nun stille ich also nach Bedarf, das heißt alle 2-3 Stunden, nachts alle 3-4 Stunden, immer nach dem schlafen im Wiegegriff, mit ganz viel festhalten, pumpe immer nach dem Stillen ab und sammle die Reste. Die gebe ich der kleinen dann abends vor dem schlafen gehen. Das sind meist so 50 - 80 ml. Mit dem Fläschchen. Und nein, das Fläschchen macht der Kleinen keine saugverwirrung. Ich habe das Fläschchen und auch den Schnuller erst sehr spät eingeführt, und es hat sich dadurch ihr Trinkverhalten in keiner Weise verändert. Da habe ich sehr genau drauf geachtet.
Den Schnuller nimmt sie übrigens nur zum einschlafen. Später spuckt sie ihn von selbst aus. Wenn sie wach ist, braucht sie ihn auch nicht, es sei denn, es geht ihr mal sehr schlecht.
Ja, das Problem ist aber immer noch, dass ich eigentlich etwas zu wenig Milch habe. Die kleine ist nicht untergewichtig, aber schon hart an der Grenze. Sie könnte gern etwas mehr vertragen. Alles was ich bisher aus lauter Verzweiflung zugefüttert habe, hat sie nicht vertragen. Ich denke, das beste ist für sie, wenn ich so lange wie möglich stille.
Dumm nur, dass sie so schlappi saugt und meine Milch einfach nicht mehr wird.
Zwischendurch hatten wir ein paar Tage, da hat sie mal ganz prima getrunken und schwupps hatte ich mehr Milch. Aber das hält leider nie, weil bei dem Kind alles so fürchterlich instabil und wechselhaft ist.
Weiß noch jemand Rat?
Ich habe einen halben Roman geschrieben, ich hoffe das macht nichts, ich kann mich immer so schlecht kurz fassen... könnte ja alles wichtig sein
Und wehe, mir sagt jetzt einer ich hab alles falsch gemacht, dann brech ich zusammen...