Fragen zur Kombi Stillen, Pumpen, BES

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Thalia
hat viel zu erzählen
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Re: Fragen zur Kombi Stillen, Pumpen, BES

Beitrag von Thalia »

jusl hat geschrieben:Das Argument der Zahnärztekammer bzgl. Schnuller und Daumen ist gültig, aber für die Praxis zu einseitig. Nicht alle Kinder interessieren sich für stundenlanges Legpspielen. ;-) Das zeigen einfach viel zu viele Gegenbeispiele: Ich habe schon soooo oft Kinder gesehen, die ihren Alltag mit DAUERHAFTEM Daumenlutschen verbringen (eine Hand ist noch frei; das reicht meistens! Und der Daumen wandert dann halt 100 x am Tag raus und rein, wenn die Nuckelhand gebraucht wird). Der Daumen ist IMMER dabei, immer verfügbar; Abgewöhnen ist entsprechend ungleich schwerer.
Glücklicherweise handelt es sich dabei nicht um das Hauptargument. Auf dem zitierten Kongress wurde vor allem besprochen, warum ein Schnuller (egal wie geformt oder aber am besten auch noch besonders kiefergerecht, um Zahnfehlstellungen vorzubeugen) eben nicht besser ist als der Daumen z.B. in Bezug auf die Entstehung eines offenen Bisses. Es wird immer noch von vielen Zahnärzten und Kieferorthopäden behauptet, dass nur der Daumen einen schlechten Einfluss auf die Kieferformung und die Zahnstellung ausübt. Es gibt darunter sogar welche, die sich von der Schnullerindustrie vor den Karren spannen lassen und in der Werbung für bestimmte Schnuller zitiert werden. Es ist gut, dass endlich mal ausgesprochen worden ist, dass es sich dabei um eine reine Marketingstrategie handelt und die Schnuller keinen präventiven Effekt auf die Entstehung von Zahnfehlstellungen haben.

Daher ist diese Zusammenfassung mit dem - zugegebenermaßen etwas einseitigen Zitat- aus kieferorthopädischer/zahnärztlicher Sicht auf jeden Fall gültig, wenn auch stark vereinfacht und verkürzt dargestellt.
Thalia mit Tochter 10/2011
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Bauan
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Re: Fragen zur Kombi Stillen, Pumpen, BES

Beitrag von Bauan »

Hallo Ihr Lieben,

zur Schnullerdiskussion: Den Daumen "zieh" ich aus dem Mund und probier ihn anderweitig zu beschäftigen. Wenn er richtig weint, kann auch der Daumen nicht helfen. Daumen ist etwas Zeitvertreib für ihn (also Ablenkung tut gut) und Jakob zahnt. Da geb ich ihm dann was zum Draufrumkauen, z.B. meinen abgewinkelten kleinen Finger. Den Beissring nimmt er nicht. Der ist wohl zu dick.

Ich wollte mal berichten, wie es uns so die Tage ergangen ist.

Hier mal die hard facts (den Rest sende ich dann morgen Abend):
11.08. 7320 g, 8x Stillen (2x davon Dauerstillen am Abend), 3x Zufüttern mit BES (70 ml Mumi, 100 ml PRE)
12.08. 7350 g, 11x Stillen, 1x Zufüttern mit BES (50 ml PRE)
13.08. 7380 g, bis 14:30: 5x Stillen, 1x Zufüttern mit BES (20 ml PRE)

Und die gefühlten ;-):
Ich habe die letzten drei Tage kein Fläschchen gegeben. Schonmal gut.
Samstag: Abends hatte ich 100 ml PRE im BES-Behälter und es hat ewig gedauert, bis der Behälter geleert war. Jakob ist immer wieder eingeschlafen. Aber nur für kurze Zeit, um dann aufzuwachen und wieder zu meckern. Letztendlich haben wir das in 2 Etappen dann geschafft. Mein Mann sagt, er würde das nicht mitmachen. Lieber aufhören, ihn nach aufwachen und meckern mit Schnulli beruhigen und ne Stunde später wieder anlegen. Wie seht ihr das? ich bin da teilweise 1,5 Stunden an die Couch gefesselt. Da sieht das natürlich auch gleich wieder anders aus, wenn ich mir vornehme, alle 2 Stunden die Brust anzubieten. Bin dann ja quasi grade erst fertig geworden.

Sonntag: War erstaunlich gut. Wir waren zu Besuch bei der Verwandtschaft und sind an den See gefahren. ich immer wieder gestillt. Ca. alle zwei Stunden. Und Jakob - der war gut gelaunt wie selten. Also wirklich kein bischen quengelig. Da bin ich auch nicht davon ausgegangen, dass er Hunger hat. Erst abends wieder gezappel und Gemecker an der Brust. Da hat er dann auch nicht viel getrunken. Obs jetzt an der Brust oder an ihm lag, weiss ich nicht. Meine Vermutung ist ja immer wieder, dass er unruhig wird, weil nichts mehr kommt. Ich habs zwei mal probiert im Abstand von einer halben Stunde. Leider erfolglos. 10 Minten bevor wir daheim waren, kam dann der Hunger dann im Auto. Bis ich auf der Couch sass, flossen natürlich Tränen. Ich war auch den Tränen nahe. Vom BES hat er dann noch 50 ml getrunken und ist dann eingeschlafen.
Habt ihr einen Tipp für mich, wie ich mich in solchen Situationen besser verhalten kann?

Und mein grundsätzliches Problem ist ja immer wieder: ich habe das Gefühl, aus der Brust kommt zu wenig. Er trinkt oft keine zwei Minuten, dann wechseln wir. Selbst wenn er ein Schnelltrinker wäre, wäre das für mich gefühlt zu kurz.
Wenn er gut am BES trinkt, dann zieht und schluckt er schön gleichmäßig. Ohne BSs sieht es so aus, dass nach dem MSR einiges kommt, das er gierig trinkt. Dann wird es aber auch schnell zäh. Wir wechseln oft die Seiten. Zwischendrin vielleicht noch mal ein paar Züge, die gut aus der Brust kommen und Feierabend.
Beim Stilltreff hat die Beraterin mal zugeschaut und meine Brust gedrückt um zu prüfen, ob da noch was kommt. Und es kam. Sogar ein kleiner Strahl. Aber er holt sich das nicht.
Wie ist das mit der Milchproduktion? ich weiss, dass häufiges Anlegen viel bringt und nicht unbedingt die Länge einer Stillsitzung.
Aber ich frage mich oft: Liegt es an Jakobs Technik oder an meiner Milchmenge?

Wieder mal ein langer Text geworden. Ich hoffe, das ist ok. Freue mich auf Eure Einschätzung und sende liebe Grüße, Andrea
jusl
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Re: Fragen zur Kombi Stillen, Pumpen, BES

Beitrag von jusl »

Hallo Andrea,

das klingt ja überwiegend sehr erfreulich, was Du schreibst. :D
10 Minten bevor wir daheim waren, kam dann der Hunger dann im Auto. Bis ich auf der Couch sass, flossen natürlich Tränen. Ich war auch den Tränen nahe. Vom BES hat er dann noch 50 ml getrunken und ist dann eingeschlafen.
Habt ihr einen Tipp für mich, wie ich mich in solchen Situationen besser verhalten kann?
Wie wäre es mit "rechts ranfahren und stillen", und zwar ehe er so doll weint? ;-) Ich bin sehr sicher, dass sich da keineswegs der Hunger vom Tage "angesammelt" hatte, sondern dass er da einfach keine Lust mehr zum Autofahren hatte. Gerade, wenn er ein Schnelltrinker ist, lassen sich doch solche Pausen eigentlich problemlos in die Fahrt einschieben.
Und mein grundsätzliches Problem ist ja immer wieder: ich habe das Gefühl, aus der Brust kommt zu wenig. Er trinkt oft keine zwei Minuten, dann wechseln wir. Selbst wenn er ein Schnelltrinker wäre, wäre das für mich gefühlt zu kurz.
Wenn er gut am BES trinkt, dann zieht und schluckt er schön gleichmäßig. Ohne BSs sieht es so aus, dass nach dem MSR einiges kommt, das er gierig trinkt. Dann wird es aber auch schnell zäh. Wir wechseln oft die Seiten. Zwischendrin vielleicht noch mal ein paar Züge, die gut aus der Brust kommen und Feierabend.
Mehrmaliges Wechseln der Seite während einer Mahlzeit ist völlig OK (und ausgesprochen sinnvoll, wenn eine Steigerung der Milchmenge gewünscht ist!) Deine Zufüttermenge pro Tag ist ja relativ gering - das bedeutet, dass er grundsätzlich durchaus an genug Milch herankommt.
Beim Stilltreff hat die Beraterin mal zugeschaut und meine Brust gedrückt um zu prüfen, ob da noch was kommt. Und es kam. Sogar ein kleiner Strahl.
Eben. ;-)
Aber er holt sich das nicht.
Es ist wirklich eine realistische Möglichkeit, dass er dann tatsächlich gar keinen Hunger mehr hat. Er könnte ja trinken - genau wie in den Minuten zuvor! Probier doch mal folgendes: wenn er aufhört, nimm ihn SOFORT hoch, trag ihn auf dem Arm, lauft gemeinsam herum, schaukelt usw., irgendwas lustiges, was er gerne mag. Eine halbe Stunde später o.ä. (der genaue Zeitpunkt ist vollkommen wurscht) kannst Du ja noch mal anbieten.
Wie ist das mit der Milchproduktion? ich weiss, dass häufiges Anlegen viel bringt und nicht unbedingt die Länge einer Stillsitzung.
Aber ich frage mich oft: Liegt es an Jakobs Technik oder an meiner Milchmenge?
Richtig, "häufig" bringt mehr als "lang". Eine gute Trinktechnik ist dabei das A und O - und es ist ausgeschlossen, dass die Technik bei Jakob "total schlecht" ist, denn dann wäre das Stillen viiiiel schwieriger und Ihr müsstet viiiiiel mehr zufüttern. Also: Geduld! Und der Verzicht auf Flaschensauger wird sich mit Sicherheit spürbar positiv aufs Stillen auswirken, also weiter so! :D

LG
Julia
Bauan
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Re: Fragen zur Kombi Stillen, Pumpen, BES

Beitrag von Bauan »

Hallo Julia,

vielen lieben Dank für Deine schnelle Antwort.
Normalerweise halten wir auch mit dem Auto. Am Sonntag dachte ich allerdings: Lieber noch schnell heim. Hatte auch Angst, dass es wieder so lange dauert und er von der Brust alleine nicht zufrieden wird. Ich geh manchmal schon mit einem etwas mulmigen Gefühl ans Stillen ran. Vor allem dann, wenn die Male davor nicht so dolle liefen.

Du schreibst, dass Jakob ein Schnelltrinker ist. kann es tatsächlich sein, dass er sich in 2 - 5 Minuten das holt, was er braucht?

Das mit dem Rumlaufen beim Abdocken hab ich probiert: Wenn er allerdings frustriert ist oder sowieso schon an der Brust schreit, dann muss ich ihn erst richtig runterholen. z.B. mit Schnulli. Oder der Föhn ist auch immer gut. Er kann sich da auch richtig reinsteigern und schluckt dann viel Luft, wenn ich ihn zu früh wieder ran nehme.
Was übrigens auch ganz gut hilft, wenn er viel zappelt: Singen oder die Spieluhr.

Gestern Abend war es wieder ähnlich. Zwei Mal sehr schlecht getrunken an der Brust, dann etwas geschlafen und beim Aufwachen gleich angefangen zu brüllen. Diesmal waren wir daheim und ich hatte das BES schon fertig mit 100 ml.
Er hat relativ zügig getrunken und ca. 80 ml dabei vom BES zu sich genommen. Und ich glaub, das war das erste Mal, wo er den Kopf zurück genommen, mich mit großen Augen angeguckt und angelächelt hat. Da wusste ich wirklich: Jetzt ist er zufrieden.
Nur kurz vor dem ins Bett gehen, gab es noch eine kleine Mahlzeit.

Hab ich denn Chancen, dass mein Milchfluss länger dauert und es für Jakob nicht so schnell "zäh" wird. Ich sag absichtlich nicht, dass der Milchfluss versiegt. Aber ich denke, es wird mit der Zeit halt immer schwieriger für die kleinen etwas raus zu bekommen.

Liebe Grüße, Andrea
jusl
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Re: Fragen zur Kombi Stillen, Pumpen, BES

Beitrag von jusl »

Hallo Andrea,
Ich geh manchmal schon mit einem etwas mulmigen Gefühl ans Stillen ran. Vor allem dann, wenn die Male davor nicht so dolle liefen.
Ja, das ist sehr gut nachvollziehbar. Aber sicherlich trägt das mulmige Gefühl selbst zum Problem bei - Zuversicht und Vertrauen helfen beim Aufbau einer problemlosen Stillbeziehung. Ich weiß, das sagt sich total leicht und lässt sich leider überhaupt nicht auf Knopfdruck ändern. Aber die Tatsache, dass Ihr mengenmäßig nur wenig zufüttert und Dein Kind damit gut zurechtkommt, sollte Dein Vertrauen da definitiv stärken. ;-)
Du schreibst, dass Jakob ein Schnelltrinker ist. kann es tatsächlich sein, dass er sich in 2 - 5 Minuten das holt, was er braucht?
Ja, möglich ist das auf jeden Fall (hatte selbst so ein Schnelltrinker-Kind, allerdings ohne Stillproblem-Geschichte).
Das mit dem Rumlaufen beim Abdocken hab ich probiert: Wenn er allerdings frustriert ist oder sowieso schon an der Brust schreit, dann muss ich ihn erst richtig runterholen. z.B. mit Schnulli. Oder der Föhn ist auch immer gut. Er kann sich da auch richtig reinsteigern und schluckt dann viel Luft, wenn ich ihn zu früh wieder ran nehme.
Was übrigens auch ganz gut hilft, wenn er viel zappelt: Singen oder die Spieluhr.
Herauszufinden, was dem Baby aktuell hilft, ist in der Tat nicht immer leicht, aber Du hast schon eine ganze Reihe funktionierender "Techniken" gefunden, prima! Darauf kannst Du sehr gut aufbauen. Da kann man ruhig mit etwas sportlichem Ehrgeiz drangehen: Das Baby möglichst glücklich bei Laune zu halten, damit bekommt man den Tag prima herum. ;-)
Hab ich denn Chancen, dass mein Milchfluss länger dauert und es für Jakob nicht so schnell "zäh" wird. Ich sag absichtlich nicht, dass der Milchfluss versiegt.
Klares ja. Dranbleiben, möglichst wenig zufüttern, häufig stillen, möglichst keine künstlichen Sauger.
Aber ich denke, es wird mit der Zeit halt immer schwieriger für die kleinen etwas raus zu bekommen.
Nein, mit der Zeit trinken praktisch alle Babys BESSER (weil mehr Routine, mehr Muskelkraft zum Saugen usw.). Und ich kann mich da nur wiederholen: Dein Baby gedeiht bestens, und das mit nur WENIG zufüttern und SCHNELL trinken. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass daran "mit der Zeit" irgendetwas schwieriger werden wird.

LG
Julia
Bauan
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Re: Fragen zur Kombi Stillen, Pumpen, BES

Beitrag von Bauan »

Hallo Julia,

vielen Dank für die aufmunternden Worte. Die tun sehr gut.
Heute hatte ich einen anstrengenden Tag. Jakob war sehr weinerlich und ich hatte das Gefühl, einfach auf der Couch sitzen bleiben und Brust ausgepackt lassen wäre für ihn am besten gewesen. Er kann schlafen, aufwachen, wieder a bissi nuckeln und trinken, bespasst werden, dann wieder schlafen usw. Jetzt schläft er in seinem Bettchen und ich bin froh drum, durchatmen zu können.

Hier sind nun die vollständigen Zahlen der letzten vier Tage:
11.08. 7320 g, 8x Stillen (2x davon Dauerstillen am Abend), 3x Zufüttern mit BES (70 ml Mumi, 100 ml PRE)
12.08. 7350 g, 11x Stillen, 1x Zufüttern mit BES (50 ml PRE)
13.08. 7380 g, 11x Stillen, 3x Zufüttern mit BES (120 ml PRE)
14.08. 7450 g, 14x Stillen, 2x Zufüttern mit BES (160 ml PRE)

gepumpt habe ich gar nicht mehr. Und gefüttert auch nur mit BES. Schnulli war am Start. Ohne gehts nicht.
Kann sein, dass das Gewicht heute Morgen höher war, da er noch keinen Stuhlgang hatte. Den ganzen Tag übrigens noch nicht.

Mir ist noch etwas eingefallen, als ich einen anderen aktuellen Thread eben gelesen habe. Ganz zu Beginn sagte meine Hebamme, dass Jakob ein verkürztes Zungenbändchen habe. Daher hatte ich auch sehr empfindliche Brustwarzen, die stark schmerzten. Ist mittlerweile aber alles ok. Ich bin völlig schmerzfrei. Aber kann das auch mit seiner Saugtechnik zusammenhängen bzw. es ihm erschweren, an die Milch zu kommen?

Ich habe geschrieben
Aber ich denke, es wird mit der Zeit halt immer schwieriger für die kleinen etwas raus zu bekommen.
Damit meinte ich die Zeit innerhalb einer Stillmahlzeit. Dass es eben schwieriger ist, 10 Minuten nach Beginn an die Milch zu kommen, als direkt nach dem MSR. Bin mir unsicher, ob das korrekt rüber kam.

Was meinst Du? Hast Du eine Idee für mich, wie ich weiter vorgehen könnte, mir dabei aber sicher sein kann, dass mein Kind optimal versorgt ist?

Vielen Dank nochmal und schlaft gut, Andrea
jusl
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Re: Fragen zur Kombi Stillen, Pumpen, BES

Beitrag von jusl »

Mir ist noch etwas eingefallen, als ich einen anderen aktuellen Thread eben gelesen habe. Ganz zu Beginn sagte meine Hebamme, dass Jakob ein verkürztes Zungenbändchen habe. Daher hatte ich auch sehr empfindliche Brustwarzen, die stark schmerzten. Ist mittlerweile aber alles ok. Ich bin völlig schmerzfrei. Aber kann das auch mit seiner Saugtechnik zusammenhängen bzw. es ihm erschweren, an die Milch zu kommen?
Das ist nicht ausgeschlossen, aber ich halte das hier für eher unwahrscheinlich. Der Grund: Er nimmt ja - bis auf die ca 100-150 ml PRE - genug Milch zu sich, und er nimmt sehr gut zu. Das ist ein sicherer Hinweis dafür, dass er die Milch gut herausmelken kann (dafür muss die Zunge ja weit genug nach vorn kommen können).
Damit meinte ich die Zeit innerhalb einer Stillmahlzeit. Dass es eben schwieriger ist, 10 Minuten nach Beginn an die Milch zu kommen, als direkt nach dem MSR. Bin mir unsicher, ob das korrekt rüber kam.
Was meinst Du?
Ja, die Milch fließt natürlich schneller/leichter direkt nach dem MSR. Aber während einer Stillmahlzeit sind mehrer MSRe möglich (die muss man nicht unbedingt spüren) - Gelassenheit und Wohlgefühl sind dafür die besten Voraussetzungen.
Hast Du eine Idee für mich, wie ich weiter vorgehen könnte, mir dabei aber sicher sein kann, dass mein Kind optimal versorgt ist?
Ja: genau so weitermachen wie bisher. Du ermittelst und dokumentierst sorgfältig täglich das Gewicht - hiermit hast Du jederzeit die Kontrolle, dass Dein Kind optimal versorgt ist. Ihr "braucht" die 160 ml nicht - nicht wenn er 2 Tage vorher mit 50 zufrieden war.
Weil Dein Kind so gut zunimmt, kannst Du nach und nach etwas weniger Milch per BES anbieten (jeden Tag insgesamt ca 10-20 ml täglich weniger). Während dieser Reduktionszeit ist der "Haupt-Sport": Kind glücklich halten. Geh komplett nach Gefühl: Was Du meinst, was jetzt gegen Weinen hilft bzw. Weinen verhindern könnte, das tu!

Was meinst Du dazu?

LG
Julia
Bauan
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Re: Fragen zur Kombi Stillen, Pumpen, BES

Beitrag von Bauan »

Hallo liebe Julia,

ja, das werde ich gerne versuchen.
Also was mir die letzten Tage schonmal positiv aufgefallen ist, dass ich ihn auch ganz gut an der Brust glücklich machen kann. Das war auch schonmal anders. Er hat danach meistens geschrien und war unzufrieden. Diese Unzufriedenheit habe ich nun meist eher ab (Spät-)Nachmittag.

Am Sonntag hatte ich ja auch nur 50 ml zugefüttert, heute noch gar nichts. An beiden Tagen waren wir komplett unterwegs und Jakob hatte Action, sprich Ablenkung und war insgesamt zufrieden mit dem was ich für ihn hatte.
Gestern waren wir daheim mit Ausnahme eines Spaziergangs und sind in Summe bei 160 ml gelandet.

Ich tu mich etwas schwer mit der Reduzierung, da ich ja nicht jeden Tag gleich viel gebe, sondern nach Gefühl. Wie würdest Du da reduzieren?
Kannst Du mir hier bitte noch einen Hinweis geben? Denn an den angegebenen Mengen machen wir ja nun schon seit längerer Zeit rum.

Ich danke Dir!
LG, Andrea
jusl
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Re: Fragen zur Kombi Stillen, Pumpen, BES

Beitrag von jusl »

Ich tu mich etwas schwer mit der Reduzierung, da ich ja nicht jeden Tag gleich viel gebe, sondern nach Gefühl. Wie würdest Du da reduzieren?
Kannst Du mir hier bitte noch einen Hinweis geben? Denn an den angegebenen Mengen machen wir ja nun schon seit längerer Zeit rum.
Ich würde systematisch vorgehen (keine Sorge, dieses System ist keineswegs völlig starr, aber es hilft dabei, das Vollstill-Ziel zu erreichen un dabei den Überblick zu behalten):

Du startest bei einem beliebigen Zufütter-Anfangswert. 100 ml, 120 ml, 150 ml - welchen genauen Wert Du nimmst, ist tatsächlich ziemlich egal - der Unterschied wird nur "in wenigen Tagen früher oder später am Ziel" zu sehen sein. Der Einfachheit halber kannst Du einfach den Wert von heute (oder morgen, übermorgen...) nehmen.

Und dann heißt es: An Tag 1 der Zufütterreduktionsaktion HÖCHSTENS diese Menge anbieten. Wenn das Baby weniger trinkt, OK, aber mehr nicht. An Tag 2 verringerst Du die Ausgangsmenge um ca 15 ml und bietest MAXIMAL diese an. Wenn das Baby weniger trinkt, OK, aber mehr als "Ausgangsmenge minus 15 ml" gibt es an Tag 2 nicht. An Tag 3 dann wieder um weitere 15 ml verringern - und immer so weiter, bis Ihr das Zufüttern ganz sein lassen könnt.

Soweit die Theorie, die funktioniert in vielen Fällen sehr gut. Manchmal gibt es allerdings Tage, da ist irgendwie der Wurm drin, Mama und Baby sind quengelig usw. ;-), dann gibt man eben ausnahmsweise mehr Zufüttermilch, falls das hilft, das ist kein Beinbruch. Am nächsten Tag läuft es erfahrungsgemäß wieder besser, und man macht wieder nach gewohntem Schema weiter.

Wichtig während der Reduktionszeit ist:

* Weiterhin konsequent das Gewicht messen und notieren
* Die Pipi-Windeln zählen, innerhalb 24 Stunden sollten es mind. 4 Windeln mit Urin drin sein.
* Häufig stillen, mind. 10-12 mal in 24 Stunden anbieten
* Das Baby möglichst glücklich und zufrieden halten. Wenn Du z.B. merkst, dass Euch viel unterwegs/draußen Sein mit virl Action dabei hilft, dann mach das.

Was meinst Du zu diesem Vorgehen?

LG
Julia
Bauan
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Re: Fragen zur Kombi Stillen, Pumpen, BES

Beitrag von Bauan »

Hallo Julia,
Ich würde systematisch vorgehen (keine Sorge, dieses System ist keineswegs völlig starr, aber es hilft dabei, das Vollstill-Ziel zu erreichen un dabei den Überblick zu behalten):
Systematische Vgw. ist für mich immer gut. Meine kleine Schwester sagt über mich, ich würde am liebsten noch nen Plan entwerfen, um die Lichterkette am Weihnachtsbaum anzubringen. Insofern - genau so was brauch ich.

Ich hab mir Gedanken gemacht, bei welcher Zufüttermenge ich dann starten werde und hab mich für die 120 ml entschlossen.
Bis jetzt waren es heute nur 60 ml. Dann hab ich bei den 120 ml noch ein wenig Spielraum ;-) Und ich hab verstanden wie es funktionieren kann. Ausreissertage sind auch ok. ich möchte deshalb keinen Stress aufkommen lassen.

Noch eine Frage zu den Pipi-Windeln. Meinst, ich soll die wiegen? Habe ich in anderen Threads gelesen.
Und wie ist das an so einem heissen Tag wie heute? Jakob ist ein guter Schwitzer. D.h. er schwitzt beim Stillen ins Kissen, natürlich in den maxi Cosi, im Kinderwagen usw. Er hat richtige Schweissperlen auf der Stirn. Das ist ja letztendlich Flüssigkeit die ausgeschieden wird und nicht als Pipi in der Windel landet. Ist das zu berücksichtigen? Die Kleinen wollen an heissen Tagen dafür ja auch öfter an die Brust - nur um zu trinken. Ich frag, da ich heute nach vier Stunden die Windel gewechselt hatte und die war noch sehr leicht - gut, er hat mir dann auch auf die Wickelauflage gepieselt, aber ich glaub, das hätte die Windel auch nicht sehr viel schwerer gemacht. ;-)

Dann werde ich morgen mal mit Tag 1 starten - 120 ml.

Danke auch für das geduldige Beantworten meiner Fragen - Andrea
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