Hilfe, wie schaffe ich es bloß endlich abzustillen?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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volleymaus82
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Hilfe, wie schaffe ich es bloß endlich abzustillen?

Beitrag von volleymaus82 »

Mein Sohn ist mittlererweile fast 14 Monate alt und wird noch in der Nacht gestillt sowie unter Tags zum Einschlafen. Ich habe immer sehr gerne gestillt und wollte eigentlich solange stillen, bis er einfach mal von selbst "sagt" er will nicht mehr. Nun ist es aber so, dass er seit etwa 8 Monate extrem schlecht schläft, obwohl er zuvor durchgeschlafen hat. Anfangs hat er zwischen 1,5-3 Stunden geschlafen aber seit ca. 6 Monaten schläft er (in guten Nächten) max. 2 Stunden ansonsten im Schnitt eine Stunde durch, es wird also immer schlechter, statt besser.
Ich weiss, dass das nicht zwangsläufig mit dem Stillen zusammenhängen muss, allerdings strapaziert dieser Schlafrhythmus zusehends meine Nerven. Zudem empfinde ich, seit ich wieder schwanger bin (mittlererweile in der 15.Woche), das Stillen immer mehr als Belastung, weil es durch die Überempfindlichkeit der Brustwarzen, vor allem Nachts zu einer echten Tortur geworden ist.
So leid es mir auch tut, habe ich für mich nun beschlossen abzustillen. Ich hab auch schon einiges versucht, wie z.B. Fläschchen statt Brust anzubieten, oder die Brust bevor er fest eingeschlafen ist zu entziehen, habe versucht ihn in den Schlaf zu wiegen oder zu streicheln, der Papa hats versucht und noch so einiges mehr. Allerdings alles ohne Erfolg. Schnuller akzeptiert er leider keinen mehr, den hat er sich mit 10 Monaten einfach so abgewöhnt. Und ich bin langsam am Ende meiner Weisheit angekommen und hoffe auf Tipps und Erfahrungen von euch.
Gibt es wirklich keine andere Methode mehr, einem Kind in dem Alter die Brust abzugewöhnen außer es ewig lange schreien zu lassen???
Wie habt ihr solche "Problemfälle" abgestillt?
Danke für eure Hilfe!!!
Bild mein kleiner Spatz 14.06.2011 Bild
Philine
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Re: Hilfe, wie schaffe ich es bloß endlich abzustillen?

Beitrag von Philine »

Hallo @volleymaus82,

das würde mich auch mal interessieren, stille mittlerweile auch schon 16 Monate und unsere Nächte sind alles andere als gut.

Hoffentlich kommen ein paar hilfreiche Antworten.....

Bin auf der Arbeit, sonst hätte ich noch mehr geschrieben.
(du bist also nicht alleine :wink: )

LG

Philine
Ehut

Re: Hilfe, wie schaffe ich es bloß endlich abzustillen?

Beitrag von Ehut »

Ich *glaube* die gibt es nicht. Vielleicht ist es nur eine Phase? Er ist ja jetzt in einem Alter wo sich viel verändert, die Motorik, er lernt sicher gerade laufen, stehen, rennen usw. - das ist doch ganz schön viel für so einen kleinen Spatz. Ich glaube nicht, dass er mit dem Abstillen besser schläft, ganz ehrlich gesagt.
jusl
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Re: Hilfe, wie schaffe ich es bloß endlich abzustillen?

Beitrag von jusl »

Gibt es wirklich keine andere Methode mehr, einem Kind in dem Alter die Brust abzugewöhnen außer es ewig lange schreien zu lassen???
Hallo volleymaus82,

versuche, den Erfolg Deiner Bemühungen nicht am Schreien festzumachen. Temperamentvolle Kinder äußern sich lauter und schreien mehr; das muss aber keineswegs mit mehr seelischem Schmerz gleichgesetzt werden. Stille Kinder leiden im Gegenzug still, mit nur wenig oder ganz ohne Schreien. Dass sie leise sind, heißt nicht automatisch, dass alles OK ist.

Fakt ist: SELBSTVERSTÄNDLICH wird Dein Kind ohne Stillen ein- und durchschlafen können, irgendwann. (Stell Dir vor, Du müsstest schwangerschaftsbedingt längere Zeit ins KH o.ä.. Dann müsste Dein Kind ja auch allein beim Papa bleiben, und die beiden würden ganz sicher einen Weg finden, in dieser Zeit allein klarzukommen). Und selbstverständlich wird es sich an Ersatz gewöhnen. Die Frage ist lediglich, wie lange das dauert, und wieviel Aufwand Eurerseits notwendig ist, Dein Baby dabei halbwegs bei Laune zu halten. Bei temperamentvollen Kindern kann das in der Tat recht aufwendig sein - diese Zeit erfordert von den Eltern ein hohes Maß an Geduld, Flexibilität und Sensibilität für die Bedürfnisse ihres Kindes.

Kinder kommen mit TATSACHEN zurecht. Du stillst nicht mehr, fertig. Stelle das nicht zur Debatte, das ist wichtig (bist Du Dir selbst darüber bereits KLAR? Oder "eierst" Du noch ein bisschen?..). Und DANN kannst Du ausprobieren, womit Dein Kind als Alternative zurechtkommen könnte; da gibt es in der Tat eine ganz breite Palette, die von Familie zu Familie ganz unterschiedlich ausfallen kann. (Beispiel: weiterhin "wenigstens" bei Mama schlafen, und lieber ganz beim Papa? Im Bett einschlafen oder im Tragetuch? Früh ins Bett oder lieber ganz spät? Nachts Milch oder Wasserbedarf? Bestimmte Stillmahlzeiten beibehalten oder schnell komplett abstillen?... Hier ist Flexibilität Eurerseits unbedingt sinnvoll!)

Vielleicht noch als Hinweis dazu: Probiere, in Sachen Abstillen eine positive, geduldige und v.a. verständnisvolle Haltung Deinem Kind gegenüber einzunehmen. Dein Kind kam mit der angeborenen Erwartung auf die Welt, mehrere Jahre gestillt zu werden. Mit gut einem Jahr ist es jetzt eigentlich noch im besten Säuglingsalter! Es kann nichts dafür, dass Du schon wieder schwanger bist und die Brustwarzen schmerzen. Das bedeutet, es kann überhaupt nicht verstehen, warum Du von seinem biologisch erwartetem Verhalten abweichst und jetzt vorzeitig abstillen willst. Wohlgemerkt, Du hast zweifellos das Recht dazu, und auch gute Gründe dafür - aber Verständnis oder bewusste Kooperation kannst Du da von Deinem Kind nicht erwarten, das ist einfach unrealistisch. Dass er diese von ihm unerwünschten und für ihn unverständlichen Veränderungen mit Schreien und ähnlichen Unmutsäußerungen beantwortet, wirst Du also akzeptieren müssen. Hilf ihm, tröste ihn, steht das zusammen durch wie eine Phase schlechten Wetters (darüber kann man sich auch seeehr ärgern, aber es nützt bekanntlich nichts, sich übers Wetter aufzuregen), dann wirst Du ihn sehr bald entwöhnt haben.

LG und alles Gute
Julia
volleymaus82
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Re: Hilfe, wie schaffe ich es bloß endlich abzustillen?

Beitrag von volleymaus82 »

Tja so wies aussieht, bleibt mir nichts übrig als das Geschrei in kauf zu nehmen, wenn ich ihm die Brust einfach nicht mehr anbiete in der Nacht. Ich hatte aber eben gehofft, es gäbe eine "schonende" Methode ohne viel Gebrüll und Kampf, weil ich das aufgrund meines monatelangen Schlafentzugs in der Nacht einfach nicht ertrage und ihm dann die Brust gebe, nur um wenigstens ein paar Minuten Schlaf zu bekommen.

Ich will ja auch nicht abstillen, weil ich mir davon erwarte, dass mein Kind dann von heute auf morgen durchschläft. Ich empfinde es eben nur als sehr schmerzhaft, was letztlich auch der Grund ist, warum ich abstillen möchte. Er schreit auch nicht, wenn er in der Nacht wach wird. Er weint schon von Geburt an nur sehr wenig und in der Nacht im Prinzip gar nicht. Er würde erst zu schreien beginnen, wenn ich ihn und seine Bedürfnisse ignoriere.
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alessi_a
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Re: Hilfe, wie schaffe ich es bloß endlich abzustillen?

Beitrag von alessi_a »

super geschrieben von Julia. hab aber auch nichts anderes erwartet.

Ich lese hier mal mit, bei uns sieht es, bis auf das Alter des Kindes, recht ähnlich aus.
Ich hab mir und im Forum die Frage gestellt, wie man wohl "sanft" ein Kind abstillt, für das Stillen viel bedeutet und alle anderen Beruhigungsmethoden neben dem Stillen abgelehnt werden. Ach ja, und das Temperament.... davon hat es hier mehr als genug. Ich weiss aber auch, von wem er das hat :)
alessi mit dem Zirkusdirektor! *07.10.11
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jusl
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Re: Hilfe, wie schaffe ich es bloß endlich abzustillen?

Beitrag von jusl »

Er würde erst zu schreien beginnen, wenn ich ihn und seine Bedürfnisse ignoriere.
Vorzeitiges Abstillen ist das Gegenteil davon. Mütterlich eingeleitetes Abstillen gegen die Natur des Kindes erfordert ganz besonderes Bemühen(!) beim Eingehen auf dessen Bedürfnisse: Man muss gemeinsam mit dem Kind herausfinden, was das "zweitbeste" ist, womit sich das Kind wohlfühlt. Anstrengend, aber wird funktionieren.
Tja so wies aussieht, bleibt mir nichts übrig als das Geschrei in kauf zu nehmen, wenn ich ihm die Brust einfach nicht mehr anbiete in der Nacht. Ich hatte aber eben gehofft, es gäbe eine "schonende" Methode ohne viel Gebrüll und Kampf,
Ich bin nicht ganz sicher, ob ich mich verständlich genug ausgedrückt habe. ;-) Von "Gebrüll und Kampf" war keine Rede...
Kleine Kinder reagieren normalerweise traurig, nervös und aufgeregt auf Veränderungen, die sich (zunächst) nicht gut anfühlen. Nimm folgendes Gedankenexperiment:
Stell Dir vor, Du dürftest Deinen Mann nicht mehr umarmen (wegen Hautkrankheit - Berühren tut höllsich weh). Angucken, Reden, freundliches Lächeln - ja, aber KEIN Anfassen. Du würdest Dich daran gewöhnen, ganz bestimmt, aber Du wärst sicher zunächst traurig, verstört, vielleicht auch sauer, dass Euch sowas schlimmes passiert. Weinen würdest Du bestimmt auch. Aber Du würdest irgerndwann vernünftig(!) einsehen, dass es nunmal nicht geht, Du würdest viel darüber sprechen mit Mann und Freunden, und Ihr würdet Euch Ersatz suchen, um Euch einander nah zu sein.
Dein Baby wird sich ebenfalls dran gewöhnen (vielleicht sogar schneller als Du erwartest), aber es hat noch WEDER Vernunft, um daran irgendetwas einzusehen, NOCH hat es Sprache, um darüber zu reden. Nur seine Gefühle, und dazu ganz begrenzte Möglichkeiten, seiner Trauer, Angst oder Ärger Ausdruck zu verleihen (weinen halt).
Das ist kein "Kampf", sondern GEMEINSAMES Meistern einer Aufgabe.

Vielleicht hilft Dir diese Sichtweise, etwas zuversichtlicher an die Sache heranzugehen?

LG
Julia
volleymaus82
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Re: Hilfe, wie schaffe ich es bloß endlich abzustillen?

Beitrag von volleymaus82 »

Ja, ich habe das schon richtig verstanden, deine Antwort war auch wirklich toll formuliert und spiegelt das wieder, was ich schon vermutet habe. Der Kampf bezieht sich auch eher auf mich. Da es für mich in der Nacht ein Kampf ist, geduldig und ruhig auf mein schreiendes unter Brustentzug leidendes Kind einzugehen, weil er eben aufgrund der von dir beschriebenen fehlenden Vernunft und Ausdrucksweise nicht verstehen kann, dass ich ihm eigentlich nichts böses will. :-)
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jusl
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Re: Hilfe, wie schaffe ich es bloß endlich abzustillen?

Beitrag von jusl »

Dann drücke ich Dir die Daumen, dass Dein Kind überraschend gut mitmacht und Ihr schnell neue, funktionierende Routinen entwickeln könnt.

LG und alles Gute
Julia
Luncheon

Re: Hilfe, wie schaffe ich es bloß endlich abzustillen?

Beitrag von Luncheon »

Unser kleiner Mann war auch ein echt schlechter Schlaefer. Er wurde zum Teil in der Nacht auch alle zwei Stunden wach. Wir haben dann den Tipp von unserer Kinderaerztin uebernommen und mein Mann hat die Nachtschicht uebernommen. Das heisst wenn unser Sohn in der Nacht aufgewacht ist, ist er ins Zimmer und hat versucht in zu beruhigen. Die ersten Beiden Naechte hat er schon sehr geweint. Ich glaube so nach der dritten/vierten Nacht wurde es besser und er wurde nicht mehr so oft wach. Mein Mann hat es ueber eine Woche durchgezogen. Damals war unser Sohn 12 Monate. Jetzt mit 15 Monaten haben wir Naecht da schlaft er durch, aber manchmal wird er nochmal einmal wach, aber da kann ich reingehen ihm den Schnuller geben und er schlaeft wieder ein.:)
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