Hallo,
meine Sohn Miklas ist 6 1/2 Monate alt und wird noch so gut wie voll gestillt. Mittags bekommt er seit einer guten Woche Brei, ich stille ihn aber anschließend noch.
Bisher hat alles super geklappt, der Stillstart war weitaus besser als bei meiner Tochter damals und bisher war er ein schneller, guter Trinker.
Seit einiger Zeit merke ich aber, dass er oft erst sehr lange saugen muss, bis die Milch einschießt und er richtig lostrinken kann. Meistens stört ihn das nicht, ab und an fängt er an zu meckern, wenn es ihm nicht schnell genug geht.
Heute Nacht kam Miklas alle zwei Stunden, normalerweise hält er mindestens vier Stunden durch. Gegen 1 Uhr war es dann mal wieder soweit und er hat gesaugt und gesaugt- nichts kam. Er hat geschrien, weitergesaugt, geschrien, ich habe die andere Brust genommen, da das selbe Spiel. Letztendlich habe ich ihm dann die erste Flasche seines Lebens gemacht. Er hat sie gut angenommen und komplett ausgetrunken.
Dann hat er ca. vier Stunden geschlafen und anschließend wieder an der Brust getrunken. Es hat auch wieder etwas gedauert bis die Milch kam, aber es kam was.
Jetzt frage ich mich, was das sein kann? Bei meiner Tochter gab es sowas nie, da hatte ich immer genug Milch und sie musste sich nie dumm und dusselig saugen, damit die Milch einschießt.
Jetzt habe ich im Moment relativ viel Stress, auch mit Nia, die gerade mitten in der Trotzphase steckt und mir so manchen Nerv raubt, es steht ein Umbau und eine Hofüberschreibung an... Kann es sein, dass die Milch wegen des Stresses zurück geht? Ich konnte mir nie vorstellen, dass die Psyche da eine Rolle spielt, aber momentan irgendwie schon. Oder was kann es noch sein, wie kann ich es ändern?
Ich bin dankbar über jede Hilfe denn die Flasche heute Nacht sollte eine Ausnahme sein, ich würde gerne noch weiterstillen.
Liebe Grüße
Sabine
Plötzlich keine/wenig Milch?
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jusl
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Re: Plötzlich keine/wenig Milch?
Hallo und herzlich willkommen hier!
Für die MilchBILDUNG ist das Hormon Prolaktin verantwortlich. Der Prolaktinspiegel hängt kaum von Stress ab. Untersuchungen zeigen, dass der Prolaktinspiegel in akuten Stressphasen leicht steigt(!) und hingegen bei Dauerstress leicht sinkt, beides wahrscheinlich in einem Maße, der die Milchbildung kaum beeinflusst.
Damit das Baby an die Milch auch HERANKOMMT, ist das Hormon Oxytocin verantwortlich. Oxytocin löst den Milchspendereflex aus und drückt so die Milch in Richtung Ausgang. Der Oxytocinreflex ist tatsächlich leichter stressanfällig. Entspannung, Wärme, Ruhe - all dies hilft, um die Stresshormone zu vertreiben und den Milchspendereflex auszulösen.
Vielen Müttern hilft es schon, um diese Zusammenhänge zu wissen und immer wieder kurze Momente der Entspannung in den Alltag einzubauen. Gutes Essen und Trinken, gute Musik, ein warmes Bad, eine Rückenmassage, ein halbes Stündchen Mittagsschlaf... die Liste ist lang, was da guttun könnte. Die Wirkung folgt meist prompt, und die Milch fließt wieder wie gewohnt zügig.
Bei chronischer Überlastung ist es sinnvoll, nach effektiven LANGfristigen Hilfen zu suchen - da sind ein Kitaplatz, Babysitter, Putzhilfe usw. sicherlich erfolgreichere Maßnahmen als gelegentliche Rückenmassagen.
Ich drück Dir die Daumen, dass bald wieder etwas Ruhe einkehrt - Stillen könnt Ihr ganz sicher so lange, wie Du magst.
LG
Julia
Für die MilchBILDUNG ist das Hormon Prolaktin verantwortlich. Der Prolaktinspiegel hängt kaum von Stress ab. Untersuchungen zeigen, dass der Prolaktinspiegel in akuten Stressphasen leicht steigt(!) und hingegen bei Dauerstress leicht sinkt, beides wahrscheinlich in einem Maße, der die Milchbildung kaum beeinflusst.
Damit das Baby an die Milch auch HERANKOMMT, ist das Hormon Oxytocin verantwortlich. Oxytocin löst den Milchspendereflex aus und drückt so die Milch in Richtung Ausgang. Der Oxytocinreflex ist tatsächlich leichter stressanfällig. Entspannung, Wärme, Ruhe - all dies hilft, um die Stresshormone zu vertreiben und den Milchspendereflex auszulösen.
Vielen Müttern hilft es schon, um diese Zusammenhänge zu wissen und immer wieder kurze Momente der Entspannung in den Alltag einzubauen. Gutes Essen und Trinken, gute Musik, ein warmes Bad, eine Rückenmassage, ein halbes Stündchen Mittagsschlaf... die Liste ist lang, was da guttun könnte. Die Wirkung folgt meist prompt, und die Milch fließt wieder wie gewohnt zügig.
Bei chronischer Überlastung ist es sinnvoll, nach effektiven LANGfristigen Hilfen zu suchen - da sind ein Kitaplatz, Babysitter, Putzhilfe usw. sicherlich erfolgreichere Maßnahmen als gelegentliche Rückenmassagen.
Ich drück Dir die Daumen, dass bald wieder etwas Ruhe einkehrt - Stillen könnt Ihr ganz sicher so lange, wie Du magst.
LG
Julia
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Re: Plötzlich keine/wenig Milch?
Danke für die Antwort Julia!
Prolaktin und Oxytocin sind mir schon ein Begriff, was aber wie auf Stress reagiert, war mir nicht klar. Und ja, es scheint eher am Herankommen an die Milch zu liegen als an der Milchbildung selbst.
Also Stress reduzieren- das ist meistens leichter gesagt als getan, aber ich werde es versuchen.
Leider gibt es im Moment auch nachts Stress bei uns, also gerade da wo man sich richtig entspannen sollte. Unsere Tochter lässt sich im Moment nur von mir ins Bett legen, zudecken...und wenn sie nachts zu uns ins Bett kommt und ich grade stille geht das ja nicht. Und wenn der Papa es dann machen will, gibt es ein riesen Theater....Miklas wird beim Trinken gestört, schreit dann bzw. ist hellwach...da kommt dann eins zum anderen.
Und gerade nachts habe ich bei genauerem Nachdenken auch meistens das Problem mit dem späten Milchspendereflex. Weil ich schon in dem Moment wo Miklas sich muckt, weil er Hunger hat daran denke, dass Nia gleich kommen könnte und das Spielchen wieder losgeht?! Vielleicht sollte ich diese Nachdenkerei nachts sein lassen, da mache ich mir ja nur unnötig selbst Stress mit!?
Ich hoffe ja auch noch, dass das jetzt nur eine Phase ist. Ich warte mal ab, wie die nächsten Nächte so werden und versuche über den Tag verteilt mal ein paar Auszeiten zu nehmen.
Prolaktin und Oxytocin sind mir schon ein Begriff, was aber wie auf Stress reagiert, war mir nicht klar. Und ja, es scheint eher am Herankommen an die Milch zu liegen als an der Milchbildung selbst.
Also Stress reduzieren- das ist meistens leichter gesagt als getan, aber ich werde es versuchen.
Leider gibt es im Moment auch nachts Stress bei uns, also gerade da wo man sich richtig entspannen sollte. Unsere Tochter lässt sich im Moment nur von mir ins Bett legen, zudecken...und wenn sie nachts zu uns ins Bett kommt und ich grade stille geht das ja nicht. Und wenn der Papa es dann machen will, gibt es ein riesen Theater....Miklas wird beim Trinken gestört, schreit dann bzw. ist hellwach...da kommt dann eins zum anderen.
Und gerade nachts habe ich bei genauerem Nachdenken auch meistens das Problem mit dem späten Milchspendereflex. Weil ich schon in dem Moment wo Miklas sich muckt, weil er Hunger hat daran denke, dass Nia gleich kommen könnte und das Spielchen wieder losgeht?! Vielleicht sollte ich diese Nachdenkerei nachts sein lassen, da mache ich mir ja nur unnötig selbst Stress mit!?
Ich hoffe ja auch noch, dass das jetzt nur eine Phase ist. Ich warte mal ab, wie die nächsten Nächte so werden und versuche über den Tag verteilt mal ein paar Auszeiten zu nehmen.
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jusl
- Jusl Almighty
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Re: Plötzlich keine/wenig Milch?
Verstehe. Wie wäre es denn, wenn Ihr in der nächsten Zeit einfach zusammenschlaft? Sehr viele Mütter schlafen mit Baby UND Kleinkind in einem Bett. Dann könntest Du z.B. einfach ein Kind auf jede Seite legen und Dich bei Bedarf hin- und herdrehen.
Vielleicht magst Du einfach (noch) ein bisschen experimentieren, damit Ihr für nachts einen Weg findet, der für alle weitgehend stressfrei ist?
LG
Julia
Naja, wenn Nachdenken zu LÖSUNGEN führt, dann reduziert sich der Stress; das ist doch sinnvoll.Vielleicht sollte ich diese Nachdenkerei nachts sein lassen, da mache ich mir ja nur unnötig selbst Stress mit!?
LG
Julia
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Buchstabentauscher
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Re: Plötzlich keine/wenig Milch?
Miklas schläft in seinem Bett neben mir, aber ohne Gitter so dass sein Bettchen wie eine Erweiterung von unserem Bett ist. Platz genug für zwei Kinder ist also allemale und es kommt auch oft genug vor, dass morgens zwei Kinder bei uns liegen.
Nia hat kein Problem abends in ihrem Bett einzuschlafen und meistens schläft sie auch durch. Wenn sie aber nachts wach wird darf sie auch gerne rüber kommen, das macht sie auch alleine und normalerweise legt sie sich dann zwischen meinen Mann und mich und schläft sofort weiter. Momentan haben wir aber diese "Mama-Phase" und wenn sie dann rüber kommt und mein Mann es nur wagt für sie die Decke zurück zu schlagen, ist das in ihren Augen schon falsch und es gibt Ärger. Es ist also egal, ob sie nun von Anfang an bei uns im Bett schlafen würde oder erst irgendwann in der Nacht.
Mit dem Nachdenken meine ich ja nicht das Nachdenken nach Lösungen, sondern dass ich beim Stillen drüber nachdenke, welches Szenario sich gleich abspielen könnte, wenn Nia wach wird.
Nia hat kein Problem abends in ihrem Bett einzuschlafen und meistens schläft sie auch durch. Wenn sie aber nachts wach wird darf sie auch gerne rüber kommen, das macht sie auch alleine und normalerweise legt sie sich dann zwischen meinen Mann und mich und schläft sofort weiter. Momentan haben wir aber diese "Mama-Phase" und wenn sie dann rüber kommt und mein Mann es nur wagt für sie die Decke zurück zu schlagen, ist das in ihren Augen schon falsch und es gibt Ärger. Es ist also egal, ob sie nun von Anfang an bei uns im Bett schlafen würde oder erst irgendwann in der Nacht.
Mit dem Nachdenken meine ich ja nicht das Nachdenken nach Lösungen, sondern dass ich beim Stillen drüber nachdenke, welches Szenario sich gleich abspielen könnte, wenn Nia wach wird.