Hallo,
ja, die Allergiepräventionsempfehlungen haben sich in den letzten Jahren dahingehend geändert, dass langes Vermeiden offenbar nicht das Risiko für das Auftreten von Allergien später verringert (während der Vermeidungsphase logischerweise schon

). Entsprechend gibt es keine Empfehlung mehr, bestimmte Lebensmittel (früher: Kuhmilch, Soja, Meeresfrüchte, Weizen, Gluten,...) möglichst lange vorzuenthalten.
(Laktose war nie Bestandteil dieser Empfehlungen. Muttermilch enthält ja auch Laktose - es spielte und spielt hinsichtlich Allergieprävention keine Rolle, ob ein Baby auch noch woanders her Laktose bekommt).
Die derzeitige Empfehlung, gerade allergene Lebensmittel möglichst FRÜH anzubieten, rührt allerdings NICHT daher, dass es toll ist, möglichst früh Allergene zu füttern, sondern daher, dass Mütter hierzulande sehr früh abstillen. Allergene Lebensmittel sollten möglichst noch während der Stillzeit eingeführt werden (da diese Maßnahme offenbar deren Verträglichkeit verbessert). Da hier die meisten Mütter schon nach wenigen Monaten komplett abgestillt haben, wurde daraus kurioserweise: "Möglichst früh Beikost!" (anstatt "Bitte länger stillen!", was viel nahliegender und gesundheitlich zweifellos sinnvoller wäre....).
Unterm Strich also: Ideal ist Stillen bis zur Beikostreife des Babys, und ab dann darf das Baby beinahe alles vom Familientisch probieren. Ausführliche Info zum aktuellen Stand der Beikosteinführung findest Du in unserer
Grundinfo Beikosteinführung.
LG
Julia