Hallo und herzlich willkommen hier!
Dann musste ich leider wieder ins Krankenhaus - meine Wunde hatte sich infiziert. Durch das Antibiotikum ging meine Milchmenge zurück - das Anlegen war durch die schmerzende Wunde ein Grauß.
Oh je, das ist leider gar nicht so selten, dass sich wunde Brustwarzen bakteriell oder mit Pilzen (oder mit beidem) inzifizieren. Übliche Behandlungsmethode sind entsprechende antimykotische und antibakterielle Salben, die normalerweise sehr schnell anschlagen - innerhalb weniger Tage, evtl. sogar spürbar innerhalb weniger Stunden.
Eine systemische Gabe von Antibiotika kann in schweren Fällen notwendig sein, aber die Milchmenge kann davon nicht zurückgehen (für einen derartigen Zusammenhang gibt es keinerlei Belege, und auch keinerlei Hinweis auf einen möglichen Wirkmechanismus). Sehr viel nahelegender ist, dass die Milchmenge auf Grund des vermutlich selteneren und/oder kürzeren Stillens zurückgegangen ist.
Jetzt sind wir wieder daheim und es klappt leider wieder nichts... mein FA hat bei mir Soor in den Milchgängen diagnostiziert.

Das Stillen tut einfach nur höllisch weh.
Ja, Milchgangsoor kann extrem schmerzhaft sein. Die klassische Behandlung beinhaltet die systemische Gabe von Antimykotika (also Tabletten - mit Salben von außen kommt da nicht heran) und stillverträglichen Schmerzmittel. Antimykotika schlagen in der Regel sehr schnell an, siehe oben.
Ich weiß einfach nimmer weiter. Eigentlich will ich meinen Kleinen ja den bestmöglichen Start in sein Leben bieten (und Muttermilch ist das ja angeblich) - zum anderen möcht ich einfach nur wieder eine schöne Beziehung mit ihm aufbaun ohne das Damokles Schwert "Stillen" über meinem Kopf zu haben.
Ich glaub der Kleine spürt meine Angst und meinen Stress beim "Andocken" und beim Stillen und ist dann bei mir dementsprechend unruhig.
Ich kann Deinen Konflikt sehr gut nachvollziehen - auf der einen Seite möchtest Du Dein Baby stillen, auf der anderen Seite verleiden Dir die vielen Schmerzen an Brust und Kaiserschnittnarbe gerade massiv die Freude daran.
Vielleicht hilft Dir die Perspektive, dass Deine aktuellen Beschwerden NICHT VON DAUER sein werden. Ich weiß, momentan ist schon die Vorstellung, bloß einen weiteren Tag stillen zu müssen, ziemlich grausam... aber schon in kurzer Zeit werden die Beschwerden (korrekte Diagnose vorausgesetzt) ganz erheblich weniger werden.
Wichtig dabei ist:
* Nimm die stillverträglichen Schmerzmittel in Absprache mit dem Arzt mit dem ALLERBESTEN GEWISSEN. Sie HELFEN Dir - und indirekt Deinem Baby auch: Wenn zuviele Schmerzhormone den Körper fluten, haben es die Stillhormone schwer - von nicht angemessen behandelten Schmerzen (und dies dürfte auch eine ganze Reihe Kaiserschnittmütter zutreffen) kann in der Tat die Milchbildung beeinträchtigt werden, nicht "psychomäßig" oder sowas, sondern aus rein hormonellen Gründen.
* Behandle umgehend den Milchgangsoor nach ärztlicher Vorschrift/Packungsbeilage. Wenn es innerhalb von 1-2 Tagen nicht ganz erheblich besser wird, war es kein Soor! (Bzw. nicht nur Soor.) Milchgangsoor ist grundsätzliche eine Ausschlussdiagnose. Das bedeutet, man stellt ihn fest, indem man alles andere ausschließt, auf Soor behandelt und hinterher - weil's von der Behandlung wegging - sagen kann: "Es war Milchgangsoor.". Andere Ursachen (bakterielle Infektionen oder Vasospasmen z.B.) sind aber ebenfalls möglich. Diese also im Hinterkopf behalten.
* Wenn Stillen vor Schmerzen einfach nicht geht, ist eine Stillpause auf jeden Fall noch eine Möglichkeit. Damit schmeißt Du nicht gleich hin, sondern Du hast immernoch die Möglichkeit, die Stillzeit noch zu retten. WÄhrend dieser Zeit sollte sehr gut geplant und überlegt sein, WIE GENAU das Baby gefüttert wird und WIE GENAU man die Milchmenge aufrechterhalten möchte. Hier ist stillberaterische Begleitung sicher sehr sinnvoll.
Wie geht es inzwischen Deinen Brustwarzen? Hast Du da auch noch Schmerzen, oder "nur" in der Brust und an der Kaiserschnittnarbe?
Ich weiß da nicht mehr weiter. Er ist doch erst 3 Wochen - kann ich jetzt schon beim Stillen "aufgaben"?
Du bist die Mutter. Du allein entscheidest, wie Du Dein Kind künftig ernähren und versorgen möchtest. Du kannst aus den allerbesten Gründen an Eurer Stillzeit festhalten, jetzt die Probleme behandeln, in Kürze die Probleme lossein und noch eine lange Stillzeit genießen - oder Du kannst entscheiden, dass Deine Kräfte dafür einfach nicht reichen oder Dir die Strapazen doch zu groß sind und deshalb abstillen (oder auch alternativ Dein Baby mit abgepumpter Muttermilch ernähren). Für viele Mütter ist das eine Art "Identitätsfrage" - fühlst Du Dich als "Stillmama" oder eher nicht? Je nach dem, wie Du da Dein Selbstbild siehst, kannst Du entscheiden. Wichtig für diese Entscheidung ist das FESTE WISSEN, dass das Stillen definitiv NICHT so schrecklich bleiben wird wie momentan, falls Du Dich fürs Weiterstillen entscheidest.
Normalerweise ist Stillen schön, lustig und entspannend...

und das wird es auch bei Dir sein, sobald Eure Probleme überwunden sind.
Kennst Du schon unsere
Linksammlung Stillwissen? Darin findest Du alles Wesentliche z.B. über die Behandlung von schmerzenden / wunden BW, Schmerzen in der Brust und stillfreundliches Zufüttern.
Ich hoffe, diese ersten Hinweise sind hilfreich für Dich, Rückfragen immer gerne und
LG
Julia