Ich kann Deine Sorge sooo gut nachfühlen. Ich hab jetzt nicht alles gelesen im Thread sondern erzähl Dir mal unsere Geschichte:
Wir wurden auch ungefähr in dem Alter nervös und begannen, ihn beim KiA vorzustellen. Er hatte mit ca. 6 Monaten gelernt, sich zu drehen und dann passierte - NICHTS mehr in der motorischen Entwicklung. Manchmal schaffte er es, sich vielleicht 30 cm nach vorn zu robben und auch mal zu drehen (um dden Bauchnabel sozusagen, in Bauchlage), aber das war es auch schon. Meist lag er flach auf einer Spieldecke. Feinmotorisch war er aber fit und auch in anderen Entwicklungsbereichen.
Wir waren dann ab ca. 11,5 Monaten in Physiotherapie mit ihm. Dort wurde alles Mögliche versucht, hat alles nichts gebracht. Übungen, in denen wir z.B. den Vierfüßer passiv herstellen sollten (Kind an der Hüfte gepackt anhocken), endeteten meist darin, dass er sich sofort nach vorn durchstreckte, mit den Armen umkippte, mit dem Kinn aufschlug und weinte

. 6 Wochen Therapie brachten nichtmal ein ansatzweises Ergebnis in irgendeiner Richtung.
SPZ-Termin mit ca. 12,5 Monaten: noch selber Stand. Keine Auffälligkeiten bis auf das sehr hohe Gewicht (über der 97. Perzentile). Wir hatten sogar Termine bei der Kinderneurologie: auch da alles unauffällig. (Wir waren dennoch froh, dass alles abgeklärt wurde, man geht ja mit so viel Sorgen im Herzen zu solchen Terminen

)
Fazit nach allen Untersuchungen: Kind intellektuell und feinmotorisch fit. Grobmotorische Entwicklungsverzögerung ungeklärter Ursache

. Achso, ja, die einen sagten uns, das Gewicht sei wohl schuld (und wollten uns zur Ernährungsberatung schicken: damals war N. aber noch fast vollgestillt mit wenig gesundem Fingerfood als Beikost. Nur Wasser als zusätzliches Getränk - in der Kinderklinik sagte man uns, die Ernährung sei schlicht nicht verbesserbar und wir sollten bitte so weitermachen

Achso: Blutwerte - Eisen etc. - wurden noch gecheckt auf unseren Wunsch hin, weil er so lange so fast ausschließlich stillte. War aber alles in Ordnung.)
Die andere Ärztin vermutete als "Ursache" ernsthaft, dass er ja unser erstes Kind sei und wir auch noch beide in Elternzeit - da MÜSSE er sich ja gar nciht weiterentwickeln und sei einfach faul. Ja, ist klar, ne? Wenn Menschen die Wahl hätten, würden wir alle am liebsten sondenernährt in einem Intensivbett unser Leben fristen und uns nie selbstbestimmt irgendwohin bewegen wollen

Die hätte gern mal ein paar Tage mit uns verbringen dürfen und die zunehmende Unzufriedenheit eines Einjährigen erleben, der sich nicht selbst fortbewegen kann, um die Welt zu erforschen
Um es etwas abzukürzen: Die Physiotherapeutin beharrte dann darauf, dass in der Entwicklung irgendwas nicht stimme. Am Auffälligsten sei, dass unser Sohn in Rückenlage nicht mit den Füßen/Beinen oben spielte, sondern nur die Hände benutzte. Sie sagte uns, solange er das nicht mache, sei er noch Wochen vom Sitzen entfernt - eine Ursache war aber für sie nicht zu finden. Die Therapeutin vermutete darum irgendwelche Blockaden und bat uns, einen KISS-Spezialisten aufzusuchen. Im Rückblick bin ich ihr dafür sehr dankbar.
Wir hatten unseren Sohn schonmal mit vier Monaten behandeln lassen (er war nicht sehr auffällig gewesen - konnte nur den Kopf nicht gut heben in BAuchlage und wir hatten einige Stillprobleme, die auszuführen jetzt zu weit führen würde. Manchmal lag er ETWAS asymmetrisch, aber nicht immer). Wir hatten die KISS-Sache uns dummerweise etwas ausreden lassen, weil ALLE Ärzte entweder meinten, das sei Quatsch, oder (wenn sie an KISS "glaubten") erklärten nach einem Blick auf ihn, unser Sohn sei diesbezüglich nicht auffällig.
Gut. Wir waren also dann dennoch mit unserem Sohn (nach wie vor konnte er nur platt auf dem Rücken liegen, kleinste STrecken robben, nicht sitzen, nicht krabbeln, ...) in Hamburg bei Dr. Koch. Er hat ihn untersucht, behandelt: und ab dem Tag nach der Behandlung spielte unser Sohn fast IMMER in Rückenlage mit den Füßchen oben und übte spontan den Vierfüßer - ganz von selbst

! Da war er 13,5 Monate alt. Mit 14,5 Monaten lernte er, sich selbst hinzusetzen. Mit ca. 16 Monaten krabbeln und von da ging es Schlag auf Schlag. Richtig frei laufen kann er jetzt seit einigen Wochen - mit reichlich zwei Jahren also. (An einer Hand von Mama laufen kann er aber schon seit Monaten - ein zweijähriger Lauflerner ist halt vorsichtiger

).
Er hat sich kaum je gestoßen, ist fast nie hingefallen. Seit der KISS-Behandlung lief alles immer sehr "rund" in der Motorik

und vor allem: auf einmal völlig normal weiter - mit dem reichlichen halben Jahr Stillstand davor eben. Unser KiA sah nie wieder Bedarf für Physiotherapie oder weitere diagnostische Abklärung.
Besonders die lange Krabbelphase, die er dann - wenn auch spät - hatte, hat alle sehr beruhigt, da Krabbeln eine wichtige Phase für die Hirnentwicklung ist. Nicht zu krabbeln sondern gleich in die Aufrechte zu gehen (manche Kinder rutschen z.B. auf dem Po) ist wohl auch so ein typischen Anzeichen für KISS und sollte abgeklärt werden.
Wenn Du magst, informier Dich doch vielleicht mal über KISS.
Diese Seite hier ist sehr gut (dort findet man auch eine Therapeutenliste) und
diese von Dr. Koch auch (dort gibt es einen guten Film).
Uns hat es damals beruhigt, in verschiedene Richtungen alles ärztlich abklären zu lassen, was therapierelevant hätte sein können (wobei wir uns leider auch gegen einige invasive Untersuchungen haben wehren müssen, bei denen sich durch hartnäckiges Nachfragen herausstellte, dass man mit dem Ergebnis hätte ÜBERHAUPT NICHTS in Richtung irgendeiner Behandlung/Therapie anfangen können, außer, dass man dann einen Namen für irgendeine Diagnose hätte aufschreiben können...

Es lohnt sich also manchmal im Sinne des Kindes nachzuhaken, ob etwas wirklich sinnvoll und zielführend ist bei einem solchen Diagnostik-Marathon.) Aber letzlich war die KISS-Behandlung bei uns wirklich der Durchbruch schlechthin.
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Achso, das wollte ich noch sagen: man hat uns aller Orten eindringlich gebeten, ihn NICHT hinzusetzen, solange er das nicht selbst kann! Besonders bei hohem Gewicht. Ausnahme: gut abgestützt/angelehnt auf dem Schoß eines Erwachsenen oder mal 10 min. im gut stützenden Hochstuhl bei der Mahlzeit. Bitte bitte nicht beim Spielen! Ja, ich weiß, das Kind ist irgendwann echt ungeduldig und mag auch mal was anderes machen, aber Hinsetzen muss von selbst passieren können, sonst kann das wirklich später mal Probleme mit dem Skelett machen...