U5 - zu leicht, zu klein.

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Hubs
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U5 - zu leicht, zu klein.

Beitrag von Hubs »

Ich komm gerade von der U5. Ergebnis: Der Felix ist zu klein und zu leicht. Das Gewicht ist an der unteren Linie, das Verhältnis Größe Gewicht passt, die Kinderärztin meint, es kann trotzdem sein, dass er einfach zu wenig Milch bekommt, wir sollen in 2 Wochen zu Gewichtskontrolle und dann sehen wir weiter. Sie macht keinen Druck, sagt aber, dass wir das Gewicht unbedingt im Auge behalten sollten und ich solle dann eben auch bald mit der Beikost anfangen.

So. Also der Felix wird voll gestillt, ca. alle 2-3 Stunden, nachts weniger. Er ist sehr zufrieden, macht keinen hungrigen Eindruck, abends zum einschlafen hat er einen Schnuller, aber auch nur dann, tagsüber gar nicht. Dass er zu wenig Milch abkriegt, glaub ich eigentlich nicht. Und mit der Beikost? Eigentlich nehmen die Babys durch das Vollstillen doch am meisten zu, oder? Beikost ist doch wesentlich weniger kalorienhaltig als Muttermilch.
Ich hab kein Problem damit, dem Felix schon anderes Essen zu geben, er bekommt auch zu jedem gemeinsamen Familienessen etwas ab, d.h. mal nen Löffel zerdrückte Kartoffel, ein Stück Möhre zum rumlutschen. Interesse am Essen hat er ganz deutlich, aber ich hatte eigentlich vor, die Bekosteinführung langsam und ruhig mit Fingerfood anzufangen und da bekommt er natürlich nicht sonderlich viel ab.

Was meint ihr denn? Ich will mir keinen Druck machen lassen und wäre gern für die nächste Gewichtskontrolle mit Fakten gewappnet :)
Viele Grüße
Birgit mit den bieden Buben *04/2009 *01/2012

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Morgaine47
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Re: U5 - zu leicht, zu klein.

Beitrag von Morgaine47 »

Ich habe hier gelernt, dass es wenig Sinn macht ein zu dünnes Kidn mit Brei zufüttern, damit es zunimmt. Genau wie Du schon geschrieben hast. Und dann habe ich ncoh gelernt, dass die Still-Mods zum beurteilen alle Gewichtsdaten brauchen. Such die doch schon mal raus, die Du hast und poste sie, mit Datum und möglichst wer gewogen hat (KH, KiA, Hebamme), da die Art der Waage bei der Beurteilung auch eine Rolle spielt. Und die Angabe wieviel volle Windeln ist auch noch interessant.

Und dann habe ich hier letztens gelesen, dass das kreuzen von Gewichtskurven nicht besorgniserregend sein muss. Ich glaube es war in dem Thread, wo das Kind zwangsgefüttert werden sollte, bin aber nciht ganz sicher. Geschrieben hatte es ein Still-Mod mit Erklärung.
LG
Morgaine

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jusl
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Re: U5 - zu leicht, zu klein.

Beitrag von jusl »

Hallo Hubs,

ja, bitte reiche die Gewichtsdaten noch nach, siehe HIER.
Der Felix ist zu klein und zu leicht. Das Gewicht ist an der unteren Linie, das Verhältnis Größe Gewicht passt, die Kinderärztin meint, es kann trotzdem sein, dass er einfach zu wenig Milch bekommt
Das ergibt wenig Sinn. Selbst deutlich unterernährte Babys WACHSEN meist noch normal - das sieht man leicht an den Fernsehnachrichtenbildern aus den Hungergebieten Afrikas: die Leute sind viel zu dünn, aber durchaus normal groß.
Erst bei schwerer Mangel- bzw. Unterernährung droht ein ernährungsbedingtes vermindertes Wachstum (und erst danach dann vermindertes Kopfwachstum).

Bei kleinen UND leichten Kindern ist entsprechend deutlich wahrscheinlicher, dass sie einfach aus Anlage heraus zart sind, insb. wenn es bislang keinerlei Hinweis auf Mangelernährung und/oder medizinische Probleme gab.
wir sollen in 2 Wochen zu Gewichtskontrolle und dann sehen wir weiter.
2 Wochen sind zu kurz. Es wäre völlig OK (und leider völlig ohne Aussagekraft), wenn in dem Alter innerhalb von 2 Wochen gar keine Gewichtsveränderung gemessen wird, denn die Gewichtszunahme, die statistisch für diesen Altersbereich zu erwarten wäre, ist GERINGER als die Schwankungen, die SOWIESO jeden Tag entstehen durch unterschiedliche Füllstände von Magen, Blase und Darm, und durch Schwitzen.
Da muss man entweder länger warten (schätzungsweise mind. 4-6 Wochen) oder öfter messen, oder beides. "Heute und dann in 2 Wochen noch einmal" wiegen ergibt jedenfalls keinen Sinn.
Und mit der Beikost? Eigentlich nehmen die Babys durch das Vollstillen doch am meisten zu, oder? Beikost ist doch wesentlich weniger kalorienhaltig als Muttermilch.
Das kann man so nicht sagen. Es gibt sowohl Beikost (die meisten Obst und Gemüse), die weniger Kalorien hat als Muttermilch, als auch Beikost (Getreide, Avocado, Mandeln, Banane,...), mit deutlich mehr Kalorien. Der Punkt ist der: ein Baby, das mit Muttermilch noch gut versorgt ist, wird einfach entsprechend WENIGER Mumi trinken, wenn es eine Banane intus hat. ;-)
Auf der anderen Seite sollten beikostreife Babys zweifellos Beikost erhalten - und manchmal ist geringe Gewichtszunahme durchaus ein guter Grund, mit Beikost zu starten, oder auch von Fingerfood zum Teil auf Brei umzusteigen. Da sollte man nicht dogmatisch sein - sondern einfach schauen, womit es am besten klappt (und hier wäre dann in der Tat sinnvoll, hochkalorische Beikost auszuwählen anstatt Möhrchen).

Ich hoffe diese ersten Infos sind hilfreich für Dich. Wenn Du die fehlenden Gewichtsdaten nachreichst, können wir gerne gemeinsam einen Blick draufwerfen.

LG
Julia
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Hubs
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Re: U5 - zu leicht, zu klein.

Beitrag von Hubs »

Danke für die Antwort. Also hier mal nochmal alles zusammen inklusive Gewichts- und Größedaten

Der Felix witd vollgestillt, bekommt während wir essen, irgenetwas wie z.B. Möhre zum lutschen.
Er stillt alle 2-3 Stunden, eine Stillmahlzeit dauert 5-10 Minuten.
Er schläft tagsüber ca. 3-4 mal davon hat er oft eine lange Schlafphase von 3 Stunden, die anderern sind dann ca. 30-60 Minuten. In den ersten 3 Monaten hat er fast nur geschlafen und war eigentlich nur zum Stillen alle 2-3 Stunden wach.
Der Stillstart war völlig problemlos.
Abends zum einschlafen hat der Felix einen Schnuller, tagsüber hat er keinen und hat auch sonst keine künstlichen Sauger.

Hier die Daten:

10.01. 2920g, 46cm Geburt KH
12.01. 2770g, 46cm Entlassung KH
07.02. 4030g, 51cm, U3, Kinderarzt
27.04. 6110g, 59cm, U4 Kinderarzt
25.06. 6690g, 51,5cm U5 Kinderarzt

Er war halt schon bei der Geburt ein Zwergerl, ich bin klein, mein Mann ist nicht besonders groß, auch der Bruder ist inzwischen eher klein.
Viele Grüße
Birgit mit den bieden Buben *04/2009 *01/2012

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Herbstmami
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Re: U5 - zu leicht, zu klein.

Beitrag von Herbstmami »

Also ich finde die Zunahme eigentlich ganz gut..
Unser Mini hatte auch nicht mehr Gewicht bei der U5 und ist aber mit 3180g auf die Welt gekommen.
Einzig bei der Größe, da war unser Mini bei 62cm, ist aber auch mit 51cm geboren worden. :wink:

Liebe Grüße..
J. mit Himbeerprinzessin M. (04/07) und Herbstprinz F. (09/11) und kleinem Herbstkönigskind M. (09/18)
EhUSb

Re: U5 - zu leicht, zu klein.

Beitrag von EhUSb »

Die Größe bei der U5 ist sicherlich ein Vertipper, oder? Er hat vermutlich 61,5 cm? Sonst wäre er geschrumpft..

Ich bin ja keine große Freundin des Kindervergleichens, aber zur Beruhigung mal: Meine Tochter hatte bei der Geburt 3395 Gramm bei 51 cm. Bei der U5 mit 6 Monaten, 1 Woche: 64,5 cm und 6110 Gramm (!!). Der KiA hat gar nix dazu gesagt, Kind ist altersgerecht entwickelt und fit. (Aber ja, Sorgen macht man sich trotzdem ab und an... :-))
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Hubs
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Re: U5 - zu leicht, zu klein.

Beitrag von Hubs »

Oh danke Sommerbaby, ja klar, das heit 61,5cm. Geschrumpft isser nicht! ;)
Also so große Sorgen mache ich mir eigentlich nicht. Auch mein Mann, der sich bei der Gesundheit unserer Kinder eigentlich wesentlich schneller Sorgen macht als ich, sagte nur, "die Kinderärzin muss das so betonen, das ist ihre ärztliche Plficht, denn sie trägt als Kinderärztin einfach eine große rechtliche Verantwortung." Aber ich würde gern wissen, wie Stillberaterinnen die Situation einschätzen, schon allein, dass ich eben mit Argumenten gewappnet bin, damit ich mich nicht doch noch von der Kinderärztin verrückt machen lassen muss...
Viele Grüße
Birgit mit den bieden Buben *04/2009 *01/2012

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jusl
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Re: U5 - zu leicht, zu klein.

Beitrag von jusl »

Hallo Hubs,

vielen Dank für die Gewichtsdaten. Ein schönes Beispiel dafür, dass man bei selten genommen Daten halt irgendwie nur raten kann. ;-)

In den ersten 4 Wochen lag die durchschnittliche wöchentliche Gewichtszunahme bei über 300 g. Das ist ein sehr sehr hoher Wert und ein absolut sicheres Zeichen dafür, dass mit Milchbildung und Stilltechnik alles allerbestens ist.

In den folgenden 7 Wochen lag die durchschnittliche wöchentliche Gewichtszunahme immernoch bei knapp 300 g. :shock: :lol: Das ist ein sehr sehr sehr hoher Wert und ein absolut sicheres Zeichen dafür, dass mit 100%iger Sicherheit eine Phase DEUTLICH verringerter Zunahme folgen wird, denn sonst würde Dein Kind an seinem 1. Geburtstag so viel wiegen wie meins bei seiner Einschulung. ;-)

Von Ende April bis Ende Juni waren es dann rund 45 g wöchentlich. Dieser Wert ist unterdurchschnittlich (Quelle). Die wahrscheinlichsten drei Ursachen sind: 1. Der Messwert aus Juni ist falsch. 2. Der Messwert aus April ist falsch. oder 3. Beide sind falsch. Andere Ursachen wie Krankheit oder Fehlernährung sind erheblich unwahrscheinlicher, denn beim Arzt ward Ihr ja gerade (da sollte Krankheit also ausgeschlossen sein) und fehlernährt ist Dein Baby nachweislich auch nicht: es stillt perfekt (siehe Gewichtsdaten der ersten Wochen) und isst völlig altersangemessene Beikost.

Angenommen, nur der April-Wert ist falsch und lag in echt bei 5500 g oder sowas. Dann wäre die Gewichtszunahme vorher (rund 200 g wöchentlich) und nachher (rund 100 g wöchentlich) völlig unauffällig.

Ob die Annahme stimmt, wissen wir natürlich nicht - das ist leider das Problem von seltenen Gewichtsmessungen, die einander nicht absicher können.

Meine Empfehlung: Nochmal zum KiA gehen und explizit fragen, welche medizinischen(!) Ursachen er vermutet und wie er diese überprüfen würde. Und ansonsten einfach so weitermachen ;-)

LG
Julia
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Re: U5 - zu leicht, zu klein.

Beitrag von Hubs »

Danke Julia, für Deine ausführliche Erklärung.
In den ersten Wochen war die Gewichtszunahme wirklich sehr groß. Ich bin mir aber auch ziemlich sicher, dass die Gewichtsangaben stimmen. Vor der U3 war ich mit ihm bei uns auf der Waage, da hatte er auch ziemlich genau 4kg. Und auch bei der U4 wusste ich vorher, dass er ungefähr um die 6kg hat. Dass er jetzt wesentlich mehr wiegt glaub ich nicht, weil er eben auch für seine Größe ganz proper aussieht. Aber was soll's wie Du sagst, wissen tun wir's nicht.
Ich hatte heute extra noch nachgefragt, was es für Gründe haben kann, da kam als Antwort nur dass die Milchmenge eben nicht viel ist. Ich hab in zwei Wochen nochmal einen Termin, die U Untersuchung hat heute die Vertretung gemacht und in zwei Wochen gehe ich zu meiner eigentlichen Kinderärztin, mal sehen, was sie dazu sagt.
Nochmal Danke Julia für Deine Mühe. Ich mach einfach mal so weiter, wie ich denke, dass es für den Felix am besten ist, ob mit Brei oder Fingerfood, auf jeden Fall mit viel MuMi :)
Viele Grüße
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Re: U5 - zu leicht, zu klein.

Beitrag von jusl »

Ich hatte heute extra noch nachgefragt, was es für Gründe haben kann, da kam als Antwort nur dass die Milchmenge eben nicht viel ist.
uff, das ist natürlich blöd - da scheint der KiA offenbar keine Recht Lust zu haben, ernsthaft zu forschen. Selbstverständlich gibt es eine ganze REIHE an medizinischen Grunderkrankungen, Stoffwechsel- und Malabsorptionsstörungen z.B., die in der Tat eine symptomatisch auffällig geringe Gewichtszunahme bei ausreichendem Milchangebot zur Folge haben. Ziemlich albern, dies nicht mal zu erwähnen und einfach auf die Milch zu schieben.
:runzel
Ernsthaftes Bemühen und verantwortungsvolle Beratung sehen anders aus.

Alles Gute für Euren Wiegetermin und LG
Julia
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