moonrise hat geschrieben:
Man denkt nur immer, dass man es anderen leichter machen kann, was man selbst "erst lernen musste"
Genau so ist es. Meine Schwester bekommt im Herbst ihr erstes Kind und ich möchte sie am liebsten vor allen Fehlern bewahren, die ich gemacht habe. Dann muss ich mir auch immer auf die Zunge beißen und mir vor Augen führen, dass es ihr Leben und ihre Familie ist und dass es noch lange nicht für sie passt, nur weil es für mich stimmig ist.
Aber das ist ganz schön schwierig
Liebe Grüße
F.
mit SchnubbelSchnu (08/2008), WuselPusel (04/2011) und WuschelPuschel 08/2014
Jadzia hat geschrieben:Nadine, ich finde du klingst aber exakt so, als wollest du bekehren.....
und warum sprecht ihr nicht einfach über die Themen?
Warum denn Bücher in die Hand drücken?
Das wirkt so ein bißchen, als hättest du kein Zutrauen zu ihnen und denkst sie hätten eh keine Ahnung.
Aber mal ehrlich : wenn ich jemanden als meinen Freund betrachte, dann kann ich doch mit ihm reden. Oder nicht?
Hierzu wollte ich noch sagen, dass wir eben letztens bei ihnen zum Frühstück waren und seine Mama auch da war. Wir haben eben etwas erzählt wg. Impfen und Stillen und nicht weinen lassen etc. Da sind wir bei ihr eben "etwas abgeblitzt", da sie auch nur sagte, naja, wir sind alle groß geworden und übertreiben muss man auch nicht. Und so ähnlich habe ich es eben auch von ihm schon gehört.
Deswegen dachte ich, kann ich ihnen auch das Gegenteil an die Hand geben. Aber wahrscheinlich besser mal in einem Gespräch.
Stefania hat geschrieben:Definitiv nein.
Es klingt wirklich so, als moechtest du sie bekehren.
Warum?
Glaubst du, ihr Kind kann ohne Stillen,FB und Nichtimpfen kein glueckliches,geliebtes oder gesundes Kind werden?
Ich finde,keiner hat das Recht,jemandem ungefragt seine Meinung zu Kindererziehung und Gesundheit "aufzuzwingen".
Das Kind wird sicherlich von seinen Eltern geliebt werden ,egal ob ungeimpft oder familiengebettet etc.
Du kannst ihnen nur mit Rat und Tat zurSeite stehen,wenn sie direkt auf dich zukommen mit Fragen..zu mehr hast du meiner Meinung nsch kein "Recht'".
LG Stefania
Nein, das glaube ich defintiv nicht.
Aber ich glaube, dass man sich zwei Seiten "anhören muss", um sagen zu können, das oder das ist was für mich.
Wie ich schon geschrieben habe, habe ich eben schon manchmal rausgehört, dass man es ja nicht übertreiben muss, mit dem "nach dem Kind rennen", nicht einmal Schreien lassen usw. Deswegen dachte ich, kann man sich auch das Gegenteil "einmal anhören". Und nur weil es meine/seine oder wessen Eltern auch immer so gemacht haben, muss es nicht der einzige Weg sein. Das wollte ich ihnen eigentlich mitgeben.
Es ist zugegebener Maßen ein schmaler Grat, aber ja: ich wuerde Informationen anbieten[/].
Meine Gedanken dazu:
nein, man kann anderen Eltern keine Umgehensweisen mit ihrem Kind aufzwingen oder aufdraengen, aber die Eltern haben nur dann die Chance, ihren Weg frei zu waehlen, wenn sie darueber informiert sind, zwischen welchen Wegen sie ueberhaupt waehlen koennen.
Und darin kannst Du sie unterstuetzen.
Wir alle wissen wohl aus eigener Empfehlung, dasd wir ueber viele wichtige, wertvolle Informationen, wie wir mit unseren Neugeborenen gut und richtig umgehen koennen, oft eher zufaellig gestolpert sind oder die Infos gar erst viel spaeter erhalten haben als es uns lieb gewesen waere.
Ich wuerde kein ganzes Buch empfehlen.
Aber schau doch mal, ob Du nicht ein paar gute, informative Flyer findest, die wichtige Fakten kurz und knapp wiedergeben.
Zum Thema Stillen kann ich Dir da z.B. die Flyer der AFS empfehlen, die Du im Shop unter http://www.afs-stillen.de kostenlos bestellen oder auch direkt herunterladen kannst.
So etwas kannst Du dann durchaus persoenlich weitergeben, etwa mit den Worten "Ich freue mich mit Euch auf den Familienzuwachs, und wenn Ihr Euch schon mal vorab ueber (xy, hier: Stillen) informieren wollt, dann koennt Ihr gerne mal hier rein schauen. Wenn Ihr dazu mehr Interesse und Fragen habt, dann sagt gerne Bescheid, ich kann Euch dann auch noch weitere Infos oder einen Ansprechpartner vermitteln."
Dami draengst Du niemandem etwas auf, aber Du gibst Deinen Freunden die tolle Chance, ihren eigenen Weg zu finden.
Und dafuer mueesen sie erst einmal ihre Wahlmoeglichkeiten kennen.
Toll, dass Du Dich kuemmerst!
Nebenbei:
ich finde es so, so wichtig, in der Schwangerschaft schon mal auf das Thema Stillen angesprochen zu werden.
Wir alle wissen, wie wichtig ein guter Stillstart ist, und das die Unterstuetzung hierfuer in den Kliniken nicht immer dir beste ist. Keine Frau muss vorab mit Fachinfos undmoeglichen Problemen bombadiert werden, aber es waere schoen, wenn jede werdende Mutter durch Freunde einfach mal darueber informiert werden wuerde, dass Stillen direkt nach der Geburt sinnvoll und bei fast jedem Geburtsverlauf moeglich ist, dass ein Kind nach Bedarf und nicht nach Uhrzeivorgaben angelegt werden sollte, und dass Muttermilch nach Bedarf produziert wird.
Meine riesige Bitte: klaert schwangere Freundinnen ueber ihre Hilfsmoeglichkeiten auf: gebt ihnen vor der Geburt die Telefonnummer einer kompetenten Stillberaterin - nur fuer den Fall der Faelle. Weisst sie darauf hin, dass es bundesweit eine taegliche bundesweite Stillberatungshotline zu niedrigem Tarif gibt. Schlagt ihr vor, doch bereits in der Schwangerschaft mal in einer Stillgruppe vorbeizusehen.
Gebt ihr die Mail-Adresse der kostenlosen schriftlichen Stillberatung. Oder einen Link hier ins Forum - je nachdem, als welchen Typ ihr Eure Freundin einschaetzt.
Niemand soll zu dem Thema andauernd zugeballert werden - aber es waere schoen, wenn jede Frau zumindest ueber die gielen existierenden Hilfsangebote informiert ist, damit sie auch zuegig kompetente Unterstuetzung erhalten kann, wennsie diese benoetigt und haben moechte.
Ich finde, das ist ein guter Freundschaftsdienst
Wiebke mit dem kleinen bunten Schaf (w, *27.12.2010) - auch weiterhin im Tragetuch
Hm, sicher hat da jeder seine eigene Biographie (und Empfindlichkeiten ), aber ich persönlich war in meiner ersten Schwangerschaft TOTAL FOH darüber, dass mich meine Freundin mit "den drei wichtigen AP-Büchern" versorgt hat, und fertig. Genauso hab ich's dann gemacht als das Baby da war, und alles war bestens. (Und ich kannte tatsächlich definitiv keine "zweite Seite" - ich dachte ernsthaft, praktisch alle Babys kommen in den Genuss von AP )
Wobei wir durchaus auch viel über Babybetreuung geredet haben (warum auch nicht??). Ich hätte es ausgesprochen blöde gefunden, hätte sie mich NICHT mit Infos versorgt!..
@ Nadine: FRAG SIE DOCH EINFACH, ob sie sich noch was anlesen mag und etwas wissen will. Oder schenk ihr "In Liebe wachsen" zum Geburtstag oder zur Geburt. Rede doch einfach ganz normal smalltalkmäßig mit ihr drüber "wie sie das alles so plant" wenn das Baby da ist. Welche werdende Mutter quatscht da nicht gerne mit ihrer guten Freundin drüber?!?
moonrise hat geschrieben:
Aber ich glaube, dass man sich zwei Seiten "anhören muss", um sagen zu können, das oder das ist was für mich.
Wie ich schon geschrieben habe, habe ich eben schon manchmal rausgehört, dass man es ja nicht übertreiben muss, mit dem "nach dem Kind rennen", nicht einmal Schreien lassen usw. Deswegen dachte ich, kann man sich auch das Gegenteil "einmal anhören". Und nur weil es meine/seine oder wessen Eltern auch immer so gemacht haben, muss es nicht der einzige Weg sein. Das wollte ich ihnen eigentlich mitgeben.
Man kann niemanden zum "Hören" zwingen. Aber ich verstehe, was Du meinst. Ich würde höchstens in Gesprächen einhaken. Also wenn das "Verwöhn-Argument" kommt, fragen, was konkret derjenige darunter versteht und was Du darunter verstehst. Und dass Du glaubst, dass ein Kind nicht schreien müsse, dass es Hinweise gibt, dass der dabei ausgelöste Stress nicht gut für die Gehirnentwicklung (Stichwort Spiegelneuronen) ist. Aber wirklich immer erst mal fragen, wie der andere zu seiner Meinung/Äußerung kommt.
Und ansonsten darauf hoffen, dass Euer tolles Kind ihnen zeigt, dass ihr alles richtig gemacht habt.
Jusl,
ich habe tatsächlich eine sehr gute Freundin, die über solche Dinge nicht redet. Ich denke, sie ist eher Mainstream-mäßig unterwegs, zudem sehr fix wieder im Beruf und bei ein paar Dingen dachte ich auch "Mein Gott, warum fragt sie mich denn nicht?" (Tragehilfen z. B.), aber so ist sie eben. Von daher kann ich verstehen, dass es sich manchmal schwer ergibt, über bestimmte Dinge zu reden.
Ich halte es auch für eher "abschreckend", ihnen "Info-Material" in die Hand zu drücken. Mich hätte das vor der Geburt meiner Tochter etwas genervt...ich hätte den Eindruck gehabt, dass schon im Vorfeld an unseren "Qualitäten" als Eltern gezweifelt wird
Vermutlich ist es ja schon ausreichend, wenn sie bei guten Freunden (also euch) sehen, wie man mit Kindern umgehen kann, dass Familienbett, langes Stillen, später oder Nicht-Impfen keine Tabus sind und es anderen Kindern damit gut geht. Sind sie an deiner Meinung, euren Gründen für FB und Nicht-Schreien-lassen etc. interessiert, dann werden sie fragen (vielleicht auch erst später, wenn sich ihre (Wunsch-)Vorstellungen nicht in die Tat umsetzen lassen) - so wie ich deine Ausgangsfrage verstanden habe, bekommen sie das bei euch ja durchaus mit. Ihr zeigt also auch ohne Drauf-aufmerksam-Machen einen Weg auf, über den sie sich sicherlich unterhalten werden und wenn sie nicht mit dir über diese Themen sprechen wollen, dann werden sie ihre Gründe haben, zumal es ja bevor man das erste Mal ein Kind bekommt kaum spannendere Themen als den eigenen späteren Alltag gibt.
Ich würde einfach abwarten in dem Bewusstsein, dass euer Umgang mit eurem Kind nur einer von vielen möglichen Wegen ist mit Kindern zu leben. Wenn diese Themen noch einmal zur Sprache kommen, kannst du natürlich gerne dein Lieblingsbuch dazu empfehlen - ich hätte es vermutlich eher nicht gelesen, aber das liegt auch daran, dass mir "Ratgeber" häufig suspekt sind und ich dann lieber etwas zur allgemeinen Entwicklung des menschlichen Gehirns aus der Biologie-/Psychologie-Abteilung der Bibliothek gelesen habe.
T. mit Rumpeltochter (04.11), Purzelsohn (08.13) und Flitzeline (08.19)