Ich bin von Mamatreffen oft nur deprimiert

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Sibi
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Re: Ich bin von Mamatreffen oft nur deprimiert

Beitrag von Sibi »

luna24 hat geschrieben: Kinder haben im Vergleich zu ihrem Körpergewicht/ihrer Magengröße einen sehr hohen Energiebedarf - Obst und vor allem Gemüse sind da nur bedingt attraktive Nahrungsmittel. Oft spiegelt die Gier nach Süßem/Ungesundem auch einfach das Bedürfnis nach Nahrungsmitteln mit einem hohen Energiegehalt wieder.
Danke, dass Du das erwähnst. Gerade wenn Eltern insgesamt auf einen niedrigen Fettgehalt in der Ernährung achten (fettarme Milch und Milchprodukte, auch bei Aufschnitt eher magere Sachen, Kochen mit wenig Fett), ist es kein Wunder, dass die Kinder irgendwann richtige Kalorienbomben suchen. Sie haben einen höheren Fettbedarf (anteilig an der Ernährung) als wir Erwachsene und wenn wir ihnen mit Diät-Ernährung kommen, ist klar, dass sie Ausgleich brauchen.
Ratze
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Re: Ich bin von Mamatreffen oft nur deprimiert

Beitrag von Ratze »

Super interessantes Thema :!:
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ChaiLatte
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Re: Ich bin von Mamatreffen oft nur deprimiert

Beitrag von ChaiLatte »

Sakura, mir geht und ging es bei solchen Treffen ähnlich wie dir. Irgendwann habe ich beschlossen an keiner Krabbelgruppe, Pekip etc. mehr teilzunehmen. Ich vermeide auch Treffen mit Eltern, die grundlegend andere Ansichten haben als ich. Ich habe festgestellt, dass ich bei solchen Treffen immer so angespannt, fassungslos, schockiert, traurig und gestresst bin, dass es weder für mich, noch für mein Kind gut ist.
Zum Glück gibt es in Bremen SuTler ;) und sogar unerzogene :)
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Sakura
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Re: Ich bin von Mamatreffen oft nur deprimiert

Beitrag von Sakura »

Sibi hat geschrieben:
wildmotzi hat geschrieben: Zum Beispiel weil mein 1,5 Jaehriger seine ganze Packung Kekse aufessen wuerde, wenn ich ihn lassen wuerde. Ebenso mit Schokolade oder sonstigem - und das find ich weder gesund noch sinnvoll...
Was macht ihr denn auf Geburtstagsfeiern, wenn alle Sahnetorte essen und Kind auch will?
Wie oft hat er denn schon die ganze Kekspackung aufgegessen? Warum traust Du ihm nicht zu, dass er davon isst, aber sich nicht davon ernähren will. Weißt Du was meine These ist? Dass Kinder, die spüren, dass etwas reglementiert ist, jede Gelegenheit nutzen, um möglichst viel davon zu essen, weil sie nicht wissen, wann sie wieder davon essen dürfen. Prinzipiell funktioniert das mit allen Lebensmitteln, die man kontrolliert - das hat nichts mit Süßem zu tun.

Was soll ich schon machen, wenn es Sahnetorte gibt? Meinem Kind was anbieten?! Und weißt Du was - meistens mag sie nicht (oder nur ein paar Löffel) und knautscht lieber Brot und Obst - wie an ihrem Geburtstag.
100% unterschreib.

und nochmal: das dilemma war in eine ganz bestimmt situation eingebunden. es war nicht die packung kekse, es war nicht kurz vor dem mittagessen, und meiner meinung nach hat(te) das kind schlichtweg hunger.

und: es ist ein 14 monate altes kind. das ist kein kind, das nach dem aufstehen eine packung kekse verlangt, weil es sich schlicht noch nicht artikulieren kann. in dem alter funktioniert essen noch intuitiv, und die kleinen KÖNNEN sich gar nicht überessen, genausowenig, wie sie "zuviel" muttermilch trinken können. das überessen - besonders an süßigkeiten - kommt normalerweise erst später. bei einigen schreiberinnen hier weiß ich nicht, wie alt die kinder sind, aber ja, es kommt der tag, wo kinder auf süßes abfahren. aber vorher? lassen. meine kriegt zucker, seit ca. dem 10. monat, und wisst ihr was? sie macht sich nix draus. kinderkekse? langweilig. fruchtzwerge? maximal nen halben kleinen. torte? nö, schmeckt nicht. aber erdbeeren? schleck! quietschsaure johannisbeeren? ja bitte! rosenkohl? kohlrabi? spinat? orangen? wird alles verputzt. freiwillig.

und es ist natürlich was anderes, wenn es alle ist. wir hatten vorhin jeder ein ei zum frühstück, das mäusel hat ihres gegessen, dann hat ihr noch der papa seines geopfert, aber dann war alle. auch wenn sie gern noch zwei gehabt hätte (hätte sie, weiß ich). das finde ich aber eine komplett andere situation, als wenn alle am tisch noch zwei oder drei eier genüsslich verzehren, und das mäusel zuschauen muss.
Sakura mit zwei tollen Mädels 04/11 und 05/13

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Prinzenmutti
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Re: Ich bin von Mamatreffen oft nur deprimiert

Beitrag von Prinzenmutti »

ich würd ihr erzählen das obst doch sehr wenig kalorien hat und sie sich keine sorgen machen muss-
LG Prinzenmutti mit 06.07 ; 05.09 ; 11.12 ; 08.14 ; 04.18 ;12.19 und 07.22
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Sakura
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Re: Ich bin von Mamatreffen oft nur deprimiert

Beitrag von Sakura »

mal noch ein wenig reflektierter: ich glaube, was mich wirklich fertig gemacht hat, war die ART, in der das kind geweint hat.

wenn mein mäusel weint, dann ist das meistens ein wütendes weinen. oder sie tut sich wirklich weh, oder sie ist müde. klingt alles dreis anders, aber alles sehr charakteristisch. da ist immer pfeffer hinterm weinen, immer mit viel verve.

aber dieses kind, dass daß da, und hat so VERZWEIFELT geweint. VERZWEIFLET durch den schnuller geschluchzt.

das hat mir so das herz gebrochen. und mich auch so nachdenklich gemacht. denn wenn mein mäusel keine erdbeeren gekriegt hätte, dann hätte sie vermutlich WÜTEND geweint. aber nicht verzweifelt. sie hatte in ihrem leben bisher nur dreimal grund zu verzweifeltem weinen, und das hat sie auch gemacht. und das klang auch so. aber sonst?

ansonsten habe ich hier wohl ein sensibles thema berührt: kinder und das essen, dass sie kriegen dürfen/sollen/müssen.
wenn das schon hier im forum für soviel diskussion sorgt, werde ich da live bestimmt keine anzetteln.
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Lösche Benutzer 7240

Re: Ich bin von Mamatreffen oft nur deprimiert

Beitrag von Lösche Benutzer 7240 »

Oh, das verzweifelte Weinen, das kenne ich (leider), das bricht einem das Herz. Meiner hat einmal beim Autofahren nach ewigem Schreien irgendwann nur noch beim Einschlafen so geschluchzt, es war grau-en-voll. Und wir mussten nach Hause, in den Zug umsteigen war keine Option, Pausen, stillen, singen, Bücher, spielen, Fingerreime, nochmal Pause, stillen hatten wir alles durch. Grauenvoll, so resigniert und traurig.
Zum Glück schreit er ansonsten mit Macht und Kraft, wütend, sauer und traurig, aber halt nicht so resigniert, still und nach innen verzweifelt.

Nochmal zum Essen: Loslassen und Kontrolle abgeben ist nicht einfach, aber irgendwann wird der Tag eh kommen. Wenn die Kinder größer sind und sich halt vom Taschengeld eine Packung Kekse kaufen (oder auch drei) und die dann heimlich essen, weil das zuhause ja unerwünscht ist. Dann lass ich mein Kind lieber den (Über)Konsum von Zucker in einem Alter testen, wo er noch ganz wertfrei fühlt, ach nee, reicht jetzt. Interessanterweise isst er ganz wenig Süßigkeiten, das mag natürlich Typfrage sein, nur bei Rosinen gibt es kein Halten - aber nach zwei Schüsselchen ist dann meist gut für ein paar Tage oder Wochen ;)
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Lea97
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Re: Ich bin von Mamatreffen oft nur deprimiert

Beitrag von Lea97 »

Sakura hat geschrieben:mal noch ein wenig reflektierter: ich glaube, was mich wirklich fertig gemacht hat, war die ART, in der das kind geweint hat.

wenn mein mäusel weint, dann ist das meistens ein wütendes weinen. oder sie tut sich wirklich weh, oder sie ist müde. klingt alles dreis anders, aber alles sehr charakteristisch. da ist immer pfeffer hinterm weinen, immer mit viel verve.

aber dieses kind, dass daß da, und hat so VERZWEIFELT geweint. VERZWEIFLET durch den schnuller geschluchzt.
Und genau DAS war es auch, was mir bei deiner reinen Beschreibung schon die Luft abschnürte. Das und die Reaktion der Mutter, die einfach den Schnuller reinschiebt und zur Tagesordnung übergeht. Scheinbar nichts erklärt, nicht tröstet, nicht nach einer Alternative schaut. Das find ich persönlich viel schlimmer und aussagekräftiger als die Frage, ob und wann und wieviel Kinder wovon essen dürfen.
Obwohl ich dieses Thema auch extrem spannend und interessant finde und schon wieder viel gelernt habe!
Liebe Grüße, Tine.

Wenn Sie beschließen, ein Kind zu bekommen,
dürfen Sie eines nicht vergessen:
Ihr Herz schlägt fortan außerhalb Ihres eigenen Körpers.
Katherine Hadley


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honigtopf2010
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AW: Ich bin von Mamatreffen oft nur deprimiert

Beitrag von honigtopf2010 »

Ich finde, das ist generell ein schwieriges Thema. Was wäre denn gewesen, wenn ein Kind die Erdbeeren gesundheitlich nicht verträgt? Dann hätte es auch zusehen müssen. Ich hätte bspw. gerne auf weiße Brötchen verzichtet. Völlig unmöglich! Das bieten hier wildfremde Mütter auf dem Spielplatz an.

Zum Thema Süßes: Unser Kind isst dann eben Sahnetorte. Mit derlei Ausnahmetagen habe ich kein Problem. Regelmäßig gibt es jedoch nichts. Also nicht jeden Tag.
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eve
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AW: Ich bin von Mamatreffen oft nur deprimiert

Beitrag von eve »

Ich kann dich sehr gut verstehen, sakura. Gerade Essen scheint für viele Eltern ein sehr schwieriges Thema zu sein, was mit ganz viel Angst besetzt ist. Angst vor Übergewicht, vor Untergewicht, vor zu wenigen Nährstoffen und Angst vor Machtverlust..
Ich treff nur noch sehr ausgewählte (unerzogenen) Eltern, weil ich diesen ständigen Machtmissbrauch den Kindern gegenüber schlecht ertrag. Wobei ich aktuell einer Bekannten im Wochenbett etwas helf; letztes Mal brauchte ich danach Telefonseelsorge von Chailatte ;)

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