Hilfe! Mein Stillkind soll Zwangsernährt werden

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kamala
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Re: Hilfe! Mein Stillkind soll Zwangsernährt werden

Beitrag von kamala »

Vielleicht bist Du an eine überengagierte Krankenschwetser geraten, die mal in die Luft eine Therapie vorhergesagt hat. Das ist mir auch schon passiert und ich hab (im nachhinein umsonst) gezittert. Ich drück die Daumen, dass ihr eine angemessene Therapie bekommt (und glaube auch nicht an eine Zwangsernährung wegen Eisenmangel, gegen Deinen Willen schonmal garnicht).
Kamala mit Tochter 04/12 und Sohn 12/14 und Tochter 07/18
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Campanula
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Re: Hilfe! Mein Stillkind soll Zwangsernährt werden

Beitrag von Campanula »

:shock: :shock: :shock:

Du Arme! Ich stelle mir das sehr schlimm vor: Sorge um das Kind und dann noch (unnoetiger Weise!!!) dieser zusaetzliche Stress fuer Dich. Das tut mir sehr leid!

Toll, dass Du von Dir aus so aufmerksam warst und die Werte hast ueberpruefen lassen.
Du kuemmerst Dich gut und hast die richtigen Instinkte. Bleib dabei - Du bist die Mutter.

Die Aussagen zum Behandlungsweg sind allerdings haarstraeubend. Ich will mich ueberhaupt nicht zur notwendigen Medikation aeussern, das liegt selbstverstaendlich ausserhalb meines Kompetenzbereichs.
Aber ich moechte Dir auch noch mal massiv den Ruecken staerken: was da gerade im Raum steht, ist so definitiv falsch, falsch, FALSCH!

Nach Deiner Schilderung habe ich denEindruck, dass Du da auch gerade zwischen die Fronten geraetst bzw. in die Zange genommen wirst: Kinderaerztin auf der einen Seite und Klinik auf der anderen.
Ganz ehrlich, mein Rat: tu Dir das nicht an!
Dein Kind muss untersucht und behandelt werden, ganz klar. Ggf auch recht zuegig.
Doch letztlich sind Aerzte und Kliniken auch nur Dienstleister, deren Service von Dir bezahlt wird, das geraet leicht in Vergessenheit. Wenn Du mit dem Service nicht zufrieden bist, dann trage Dein Geld zu einem anderen Dienstleister. Lass Dich nicht in Geiselhaft nehmen, indem manDir Angst macht oder einredet, Du wuerdest sonst fahrlaessig Dein Kind vernachlaessigen.

Ich habe keine Ahnung, wo Du wohnst und wie dort die medizinische Versorgungslage ist, aber es MUSS noch andere Kinderaerzte und ggf (wenn ueberhaupt notwendig) Kliniken geben.
Ueberlege, ob laengere Fahrtwege fuer Euch alle als Familie nicht deutlich weniger Stress darstellen als die jetzige Situation.
An solche (entschuldigung!) Barbaren wuerde ich weder weitere Zeitnoch Energie noch Geld verschwenden. DU bist die Kundin! DU entscheidest!

Meine persoenliche Vorgehensweise in solchen Situationen (und die hatte ich bei Aerzten leider in verschiedenen Lebenssituationen auch schon):
Aerzteliste zusammen stellen (zB Google hilft), ans Telefon klemmen, abtelefonieren.
Gar nicht erst auf gut Glueck hinfahren und vielleicht auf den naechsten Deppen treffen, sondern am Telefon direkt sehr konkret das Anliegen und den Sachverhalt schildern, sagen, was Dir bislang als "Loesung" offeriert wurde und was Du ausdruecklich NICHT willst, und fragen, was als Alternative angeboten wird. Nicht von inkompetenten Sprechstundenhilfen abwimmeln lassen, sondern ggf auf Ruecksprache mit dem Arzt bestehen. Danach dorthin fahren, wo kan ambesten auf Deine Wuensche, Fragen und Erwartungen eingeht.
Das kosten zwar auch etwas Zeit, Kraft und Nerven, laesst sich aber meist effizient an einem Vormittag erledigen - und es ist sinnvoll eingesetzte Zeit.

Waehle Deine jetzigen Aerzte ab - sie haben es nicht andrs verdient!

Die Frage, ob und wie Dein Kind isst, ist dann noch mal eine ganz andere, aber erst einmal geht es ja um die akute Behandlungsfrage.
Da bist Du der Boss - lass Dir das von niemandemaus der Hand nehmen!

Alles Gute und eine Umarmung.



... mal wieder mit 1 Finger und schlafendem Stillkind am iPod getippt, entschuldigt die vielen Fehler.
Wiebke mit dem kleinen bunten Schaf (w, *27.12.2010) - auch weiterhin im Tragetuch ;-)
Heidi555
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Re: Hilfe! Mein Stillkind soll Zwangsernährt werden

Beitrag von Heidi555 »

Hallo

ich bin nun zurück aus der Klinik. Der Kleine muss nicht stationär aufgenommen werden. Er hat Eisentropfen verschrieben bekommen. In zwei Wochen will man gucken, ob der Wert sich auch tatsächlich verbessert hat. Allerdings wurde mir auch nahe gelegt, dass ich meinen Sohn aufgrund der wirklich dramatischen Werte unbedingt parallel hungern lassen muss, um ihn an die Beikost wieder ranzubringen. Man war äusserst sensibel mit mir und nett...das muss ich dazu sagen. Sowohl der Arzt als auch die die Sekretärin, Mutter von 3 Kindern, haben mir deutlich zu verstehen gegeben, dass sie mich verstehen können und es alles andere als einfach wird und wie ich es am wenigsten schlimm anstellen kann. Im Endeffekt ist es aber schlimm für ihn. Ich soll halt morgens wenn ich auch frühstücke was Beikost anbieten und wenn er nicht will, dann nichts anbieten (auch keine Muttermilch) bis zum Mittagessen und wenn er dann nicht will auch wieder weiter hungern lassen bis zum Abend. Zwischendurch soll ich auf jedenfall Wasser geben (das nimmt er Gott sei Dank auch an aus dem Becher). Sie sagten über den Tag halt so versuchen, weil er lernen soll, dass es nicht den ganzen Tag was gibt. Und das soll ich ein paar Tage durchziehen. Er wird nicht verhungern sagten sie und irgendwann auch essen. Zwangsernahrung mit festhalten etc haben sie garnicht angesprochen. Aber das Hungern lassen ist ja auch eine Folter. Wären die Werte nicht so ultra schlecht, dann wäre die Option Hunger lassen DEFINITIV nichts für uns! Aber ich solle an ihn denken, denn jetzt ist es ernst wegen seiner Gesundheit. Die Tropfen kann er ja nicht auf ewig nehmen und haben ja auch ihre Nebenwirkungen wie Verstopfung zum Beispiel. Das heisst er muss dann auch irgendwann wieder weg von den Tropfen. Mir graut schon der erste Moment wo er bitterlich weint, mich und meine Brust anguckt dabei mit einem vorwurfsvollen Blick warum ich ihm nicht Milch gebe. Geschweige von der Hysterie anschliessend. Ich versuche ihn bis zur nächsten Mahlzeit abzulenken damit er nicht zuviel weinen muss. Aber ich weiß leider auch nicht mehr weiter. Morgen beginne ich mit den Tropfen (sind erst dann in der Apotheke verfügbar) und dann schauen wir wie er klarkommt. Was denkt ihr? Berücksichtigt bitte, dass es hier um die Situation mit äussert lechten HB Werten geht, längeres Warten evtl sogar lebensberohlich wird, z.B. wenn die Eisentropfen garnicht wirken (die Optionen hat der Arzt mir erklärt), und nicht um eine Situation wo lediglich einfach so mit der Beikost endlich gestarten bzw wieder angefangen werden soll.

Danke
Heidi
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Zierbanane
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Hilfe! Mein Stillkind soll Zwangsernährt werden

Beitrag von Zierbanane »

Heidi, rein vom Muttergefühl aus geht es mir wie Dir, aber ich verstehe auch die ärztliche Sicht (also die des letzten Posts). Versuch es würde ich sagen. Hast Du eventuell eine weitere Vertrauensperson in der Nähe, die Dich mal vertreten kann und beim Kleinen bleibt? Dann wäre Deine Brust nicht immer so "greifbar".
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Re: Hilfe! Mein Stillkind soll Zwangsernährt werden

Beitrag von Sibi »

Heidi555 hat geschrieben: Wären die Werte nicht so ultra schlecht, dann wäre die Option Hunger lassen DEFINITIV nichts für uns! Aber ich solle an ihn denken, denn jetzt ist es ernst wegen seiner Gesundheit. Die Tropfen kann er ja nicht auf ewig nehmen und haben ja auch ihre Nebenwirkungen wie Verstopfung zum Beispiel. Das heisst er muss dann auch irgendwann wieder weg von den Tropfen. Mir graut schon der erste Moment wo er bitterlich weint, mich und meine Brust anguckt dabei mit einem vorwurfsvollen Blick warum ich ihm nicht Milch gebe. Geschweige von der Hysterie anschliessend. Ich versuche ihn bis zur nächsten Mahlzeit abzulenken damit er nicht zuviel weinen muss. Aber ich weiß leider auch nicht mehr weiter. Morgen beginne ich mit den Tropfen (sind erst dann in der Apotheke verfügbar) und dann schauen wir wie er klarkommt. Was denkt ihr?
Das gleiche, was ich vorhin geschrieben habe. Und nimm Dir bitte Mondenkinds Rat als zu Herzen.
Und außerdem solltest Du dringend folgendes Buch lesen: Gonzalez - Mein Kind will nicht essen.
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Re: Hilfe! Mein Stillkind soll Zwangsernährt werden

Beitrag von luna24 »

Hungern lassen sehe ich in dem Fall ehrlich gesagt nicht als Option! Eisenmangel hemmt den Appetit und schlechtesten Fall wäre er komplett unbeeindruckt von der Situation und würde sich zusätzlich noch emotional zurückgewiesen fühlen. Ich kann Deine Sorgen aber sehr gut nachvollziehen - ich war auch schon in der Situation, dass ich gegen den Rat der Ärzte gehandelt habe... und ich habe viele schlaflose Nächte damit verbracht, wissenschaftliche Studien zu suchen und zu lesen, die mir meinen Weg bestätigt haben.

Ich würde erstmal weitermachen wie bisher - (eisenhaltige) Beikost anbieten, Stillen und darauf hoffen, dass die Tropfen bald Wirkung zeigen. Ich bin natürlich keine Medizinerin, aber hungern lassen erscheint mir in der Situation doch wenig zielführend. Alles Gute!
Mondenkind
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Re: Hilfe! Mein Stillkind soll Zwangsernährt werden

Beitrag von Mondenkind »

Ich muss jetzt mal ganz entsetzt fragen: DAS WILLST DU ECHT SO MACHEN??? :shock:
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung

Sei ein Mensch! M. Reif

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BEcKa
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Re: Hilfe! Mein Stillkind soll Zwangsernährt werden

Beitrag von BEcKa »

Wennein Kind wegen Eisenmangel keinen Apetrit hat dann ist doch hungern lassen überhaupt nicht zielführend....außerdem sollte der Apettit dann doch schon durch die Medikamentation aufkommen...

Ich halte es für ungut ein Kind so zu behandeln, ich könnte mir vorstellen, dass es das Vertrauen verliert.


Trinkt er außer Wasser auch anderes gern? Wie wäre es denn mit eisenhaltigen Säften?


Hast Du eine Zweitmeinung hinsichtlich der Lebensbedrohlichkeit der Eisenwerte?
Liebe Grüße
Becka
BildBild
und ein Bild- Dich trag ich bei mir, bis der Vorhang fällt...



Nolle in causa est, non posse praetenditur
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Re: Hilfe! Mein Stillkind soll Zwangsernährt werden

Beitrag von Mondenkind »

Im Endeffekt ist es aber schlimm für ihn. Ich soll halt morgens wenn ich auch frühstücke was Beikost anbieten und wenn er nicht will, dann nichts anbieten (auch keine Muttermilch) bis zum Mittagessen und wenn er dann nicht will auch wieder weiter hungern lassen bis zum Abend. Zwischendurch soll ich auf jedenfall Wasser geben (das nimmt er Gott sei Dank auch an aus dem Becher). Sie sagten über den Tag halt so versuchen, weil er lernen soll, dass es nicht den ganzen Tag was gibt. Und das soll ich ein paar Tage durchziehen. Er wird nicht verhungern sagten sie und irgendwann auch essen.
Hier will man im übrigen keine Ernährungsberatung mit Dir machen. Da will man Dir sagen, wie Du Dein Kind zu "erziehen" hast. Das ist keine Medizin, das soll Dein Kind brechen.
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung

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Kate
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Re: Hilfe! Mein Stillkind soll Zwangsernährt werden

Beitrag von Kate »

Mondenkind hat geschrieben:
Im Endeffekt ist es aber schlimm für ihn. Ich soll halt morgens wenn ich auch frühstücke was Beikost anbieten und wenn er nicht will, dann nichts anbieten (auch keine Muttermilch) bis zum Mittagessen und wenn er dann nicht will auch wieder weiter hungern lassen bis zum Abend. Zwischendurch soll ich auf jedenfall Wasser geben (das nimmt er Gott sei Dank auch an aus dem Becher). Sie sagten über den Tag halt so versuchen, weil er lernen soll, dass es nicht den ganzen Tag was gibt. Und das soll ich ein paar Tage durchziehen. Er wird nicht verhungern sagten sie und irgendwann auch essen.
Hier will man im übrigen keine Ernährungsberatung mit Dir machen. Da will man Dir sagen, wie Du Dein Kind zu "erziehen" hast. Das ist keine Medizin, das soll Dein Kind brechen.
Das sehe ich genauso;

besonders wegen dieses Satzes:
Sie sagten über den Tag halt so versuchen, weil er lernen soll, dass es nicht den ganzen Tag was gibt.
Geht es nun um lebensbedrohlichen Nährstoffmangel (da würden doch wohl andere Maßnahmen als Tropfen ergriffen werden?!!) oder darum, ein paar Lernübungen mit deinem Kind anzustellen?

Soll dein Kind verstehen, dass es Essen MUSS, wenn du was anbietest, weil es nicht weiß, wann seine Mutter ihm sonst wieder etwas gibt und weil der Schmerz eines leeren Magens größer ist?

Ich bin ehrlich gesagt total geschockt und perplex, dass ein Arzt ernsthaft empfiehlt, ein Kind hungern zu lassen! Das ist doch Folter. Erst recht für ein so kleines Kind.

Die einen Ärzte wollen ihn zwangsernähren, die anderen hungern lassen, das ist doch Wahnsinn. Bitte versuch mal beide Meinungen auszuschalten und hör in dich hinein, was du meinst, was dein Kind braucht. Es ist bestimmt schwierig für dich: Du machst dir Sorgen ums Kind, willst das richtige machen und bekommst so viele unterschiedliche Ratschläge, dass du gar nicht weißt, was du tun sollst.


Ich erzähl mal von uns: Vor einem Jahr hatte mein Kind einen Eisenmangel. Abgesehen von den Tropfen, die wir immer versucht haben, zusammen mit Vitamin C zu geben, z. B. Saft oder Obstpürree, haben wir nichts geändert. Weiter gestillt, weiter Beikost angeboten. Und siehe da, mit der Zeit hat er immer mehr gegessen und weiterhin gestillt. Korrigiert mich, falls ich falsch liege, aber soweit ich weiß, wird das Eisen aus der Muttermilch viel besser verarbeitet / aufgenommen als Eisen aus Nahrung. Also weiterstillen (und dafür gibt's ja noch 1 Mio andere gute Gründe). Nach ein paar Wochen haben wir einen neuen Bluttest gemacht und alles war gut. Kind isst viel und abwechselungsreich, Appetit in Ordnung, Eisenwert gut.


Zu festen Mahlzeiten: Mein Kind ist total unterschiedlich. Manchmal isst er zum Frühstück das Mittagessen, was ich manchmal parallel vorbereite. Manchmal ist er stundenlang nichts und haut dann voll rein. Manchmal isst er über den ganzen Tag verteilt kleine Häppchen. Genauso wie er es braucht. Da möchte ich die Empfehlung zu Gonzales "Mein Kind will nicht essen" unterschreiben.


Bitte, liebe Heidi, lass dein Kind weiter so stillen und essen, wie dein Kind es braucht und will,
gib parallel dazu die Tropfen und ihr kriegt das hin.
„Wenn wir einfach schon ganz früh erfahren dürfen, dass wir sind und dass wir, weil wir sind, gut sind, ich glaube, das kann eine Gesellschaft wirklich grundlegend verändern.“ (Alexandra)
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