blueberry das ist es ja. Dass kein Mensch von Grund auf böse und kein böser Mensch immer böse bleiben muss. Dass jeder Mensch der ihm begegnet einen gewissen Einfluss darauf hat ob er dieses Bild von sich selbst weiter aufrecht erhält oder ob sich was in ihm ändert.
Neulich kam im Radio was über einen jungen Erwachsenen/Jugendlichen, der ein Mädchen vergewaltigte, umbrachte und liegen ließ. Furchtbare Vorstellung als Mutter sowieso, das Kind so zu verlieren, zu wissen es hat so gelitten. Ich war ERSCHÜTTERT als die Menschen, mit denen ich im Auto saß, Sachen sagten wie "Dem sollte man den *** abschneiden", "der gehört erschossen" usw.

Während ich da saß und mir vorstellte, wie ich wohl reagieren würde, wenn MEIN Kind einen anderen umbringen würde, was den jungen Mann wohl dazu gebracht hat, wie es SEINER Familie auch damit gehen muss usw. Es steckt einfach so so viel mehr hinter einer "Tat". Es gibt nicht das schwarz und weiß. Streng genommen auch immer mehr als ein Opfer. Naja. Ich möchte mich - und mein Kind - einfach frei halten von diesen Verurteilungen, den Strafgedanken, der Angst vor anderen Menschen usw *grübel* Ich glaube GfK hat dazu viel beigetragen dass mein erster Gedanke jetzt immer ist "Was macht diesen Menschen so traurig/was beschäftigt ihn so sehr/was hat ihn so verletzt (etc) dass er so handeln muss".
Und ja - umgekehrt fragen finde ich gut. Oftmals sind Fragen auch einfach eine Aufforderung zur Kommunikation und Gedankenaustausch
