der vernachlässigte tragling

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Fliegenpilz
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der vernachlässigte tragling

Beitrag von Fliegenpilz »

Das ist dann relativ eindeutig :-D
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Steff
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Re: der vernachlässigte tragling

Beitrag von Steff »

Fliegenpilz hat geschrieben:Dafür bekomme ich zwar jetzt sicher eins auf den Deckel, aber: Das muss nicht am Mama vermissen liegen (das finde ich sogar fast schon unwahrscheinlich). Wenn die Männer nicht regelmäßig mit den Kindern alleine sind, dann sind sie naturgemäß nervös - und das bekommen auch die Kleinsten mit. Die sind dann verunsichert und schreien. Papa wird noch nervöser und kann das Kind nicht beruhigen.
Mama kommt Heim, kommt aus einer ganz anderen Situationen und - schwupps - Kind beruhigt sich in Sekunden.

Gewagte These...
Jau, find ich sehr gewagt : Und mag vehement widersprechen.

Die Mutter hat das Baby 9 Monate in sich getragen, es ist geprägt auf ihren Herzschlag, auf ihren Geruch, ihre Stimme. Die Mutter stillt es. Ist seine Überlebensgarantie. Unsere Kinder haben ja noch ihre Instinkte aus Urzeiten.

Nach meiner Beobachtung bei Stillkindern noch ausgeprägtere Mama-Fixierung als bei Flaschenkindern.

Hier klappte es mit Papa bei keinem der 4 Kinder. Obwohl er bei zweien auch 2 Monate Elternzeit direkt nach der Geburt hatte und anschließend noch 1 Monat Pause zwischen seiner alten und neuen Arbeitsstelle, also neben mir ganz viel beim Kind war.
Haben es auch immer nur kurz, und wenn sie nicht müde und satt waren, bei den nicht-nervösen Großmüttern, beide erfahrene Kinder- u Säuglingskrankenschwestern, ausgehalten.
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Steff
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Re: der vernachlässigte tragling

Beitrag von Steff »

Der Smiley hinter dem "gewagt" wurde irgendwie halb aufgefressen :)
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Fliegenpilz
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der vernachlässigte tragling

Beitrag von Fliegenpilz »

Ich habe nur den Vergleich von 2 Kindern, eins immer vollgestillt und das andere schon sehr früh reines Flaschenkind. Wir beide können unsere Kinder bedenkenlos abgeben, auch über Wach-, Schlaf- & Essphasen hinweg. Es gibt bei den beiden keine Unterschiede.

Das ist nicht empirisch, das ist nicht das Maß aller Dinge aber deshalb kann ich einfach nicht glauben, "dass das bei gestillten Kindern halt so ist". Gibt es bestimmt und ist bei SuT vielleicht häufiger als im echten Leben aber dass alle (oder auch nur die meisten) Kinder so aufgeschmissen ohne Mama sind, das glaube ich nicht.
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bienenmeister
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Re: der vernachlässigte tragling

Beitrag von bienenmeister »

Bin ich im falschen Forum gelandet?

Seit wann muss man sich hier für bedürfnisorientierte Säuglingspflege rechtfertigen?

Fliegenpilz du hast so viel Anteilnahme und Warmherzigkeit hier im Forum bzgl. deiner Stillgeschichte erfahren. Jeder hat dir geglaubt und dich ernst genommen. Ich finde es mehr als traurig, dass du dich hier gegenüber Familien mit Kindern, die sich nicht weggeben lassen, so ----- ach ich lass es :(

Mein Kind besteht aus mehr als Wach-Schlaf- und Stillphasen. Er lässt sich ja nicht mal flach hinlegen. Die ersten Lebenswochen hat er ausschließlich auf Papa im Sitzen im Sessel geschlafen, mein Mann hat ihn mir zum Stillen gereicht (ca. alle 1,5 - 2 h) (soviel zu den gemeinen Kommentaren hier, Mama=Glucke, Papa=abwesend, unser Papa war nach Geburt 6 Wochen zu Hause). Erst als die nächtlichen Schlafphasen länger wurden, konnten wir nachts alle in der Horizontalen schlafen. Zunächst mit ausschließlichen Körpervollkontakt, nun können wir manchmal wechseln oder ihn auch einfach in der Mitte pennen lassen. Wenn er muckelt, beruhigt ihn meist ein liebes Wort. Mein Mann hat seinen aktuellen, stressbedingten Tragestreik überwunden und nun können die beiden auch mal ohne mich losziehen. Aber es ist schwierig. Mein Sohn stillt stündlich, bei heißem Wetter auch gerne noch öfter (was inkludiert, dass tagsüber seine Schlafphasen nie länger als eine Stunde sind). Einschlafen fast ausnahmslos mit Stillen. Manchmal mit Papa. Heute morgen zum Beispiel ist mein Mann sehr sehr verspätet (ca. 3 h) zur Arbeit gegangen, da er unser schreiendes Baby in den Schlaf getragen hat, während ich in der Wohnung gewuselt und geheult habe.

Was sehr wichtig für Kinder ist, ist Gesellschaft. Wie Wilada geschrieben hat (danke!). Hier bei uns kommen die einen Großeltern nicht, mit den anderen gibts immer Knatsch. Tanten und Onkels besuchen unseren Sohn nicht. Also ziehe ich jeden Tag los. Freunde treffen, ins Kindercafe gehen. Manche Stammgäste aus dem Cafe erkennt er wieder und lässt sich vergnügt von diesen bespaßen. Wenn ich hier niemanden treffe, dann fahre ich manchmal einfach Bus. So ein Baby ist ein Oma-Magnet und oft lande ich in einer langen langen Unterhaltung mit einer älteren Dame, die ihn natürlich auch mal halten will und darf. Mir wäre es lieber, es wäre anders, aber ich Versuche Ausgleiche zu schaffen.

Vielleicht habe ich auch irgendwann mal ein "pflegeleichtes" Kind. Aber ich bin mit meinem überglücklich und möchte nicht tauschen. Und ich bin glücklich jeden Tag ununterbrochen mit ihm zusammenzusein und ihn zu tragen. Nachher gehen wir Flaschenpfand wegbringen und Unterschriften gegen so ein neues Autobahnkreuz in der Nähe sammeln. Ich bin immer ich, auch mit Kind auf dem Rücken.
mit Äffchen (02/2012) und Sommerhoffnung (07/2015)
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der vernachlässigte tragling

Beitrag von Fliegenpilz »

Bienenmeister, entweder ich drücke mich wirklich unglaublich missverständlich aus oder du liest Sachen die ich weder schreibe, noch meine oder gar je gedacht habe.

Niemand muss sich für irgendwas rechtfertigen, möchte ich mein Kind nicht weggeben lasse ich es und genieße es. Oder ich geh auch mal ohne Kind und genieße dann das. Bedürfnisorientiert heißt doch, die Bedürfnisse des Kindes wahrzunehmen, oder? Wenn mein Kind also nicht das Bedürfnis hat nur bei mir zu sein, dann habe ich was falsch gemacht? Hä?

Ich fühle mich gerade wirklich so absichtlich missverstanden und dass mir hier Worte in den Mund gelegt werden die erfunden sind, dass ich mich hier raushalte. Unfassbar, echt.
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bienenmeister
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Re: der vernachlässigte tragling

Beitrag von bienenmeister »

du hast dich mehr als unmissverständlich ausgedrückt!
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Fliegenpilz
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der vernachlässigte tragling

Beitrag von Fliegenpilz »

Und zwar wo? Dass ich nicht glauben kann, dass sie Vielzahl der Kinder von innen heraus von Geburt an so ist?
Das?
Das tut mir sehr leid, ich kann aber auch nur schreiben wie ich es eben kenne, wie meine Erfahrungen sind, wie es die Mütter aus den vielen Babytreffen erzählen. Lügen die?

Das führt doch zu nichts, ich fühle mich angegriffen und als ob ich mich nicht kritisch mit meiner eigenen Lebensweise auseinandersetzen dürfte. Aber wenn alles tippitoppi sein muss und man seine eigenen Entscheidungen nicht hinterfragen darf ohne, dass die Mistgabeln gezückt werden bin ich still. Außerdem fühlst du sich offensichtlich auch wahnsinnig angegriffen, das brauchst du nicht. Weder wende ich mich an dich, noch denke ich, dass du etwas falsch gemacht hast oder ich etwas richtiger als du. Mein Kind ist mit 5 Monaten ganz anders als mit 4, 3 oder 2 Monaten, sie findet andere Sachen spannend und will andere Sachen oder nicht. Ich schließe nicht aus, dass noch eine 100% Mama Phase kommt und werde nicht denken, ob ich was falsch gemacht habe - weil es sich gut und richtig anfühlt, was wir machen, für uns alle 3.

Bis das Kind 12 Wochen alt war tolerierte sie ausschließlich getragen werden, war mit auf dem Klo, schlief in unseren Armen, hat nonstop an ihrem Fläschchen gelegen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Dann wurde sie mobiler, wollte auf ihre Decke und sich ausprobieren. In ihrem eigenen Bett hat sie geschlafen, ohne Schnulli, ohne Einschlafbegleitung. Seit einer Weile schläft sie abends nur noch mit Schnulli ein, nachts schläft sie in unserem Bett, mal mit Körperkontakt und mal ohne. JEDE dieser Phasen war okay, gut und zum Genießen. Jede hatte und hat etwas schönes. Keine war falsch, alle richtig. So ist MEIN Kind. Ich weiß nicht wie dein Kind ist.

Ist das echt missverständlich?
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Steff
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Re: der vernachlässigte tragling

Beitrag von Steff »

Ich glaube in der Tat, dass viele -vor allem nicht-Attachment-Parenting lebende Mütter lügen, bzw. die Wahrheit gern ein wenig verdrehen um besser, als fähigere Mutter, dazustehen.

Wer sagt nicht gerne mal, auf die Frage, ob das Kind schon durchschlafe "ja", einfach um blöden Diskussionen und Belehrungen aus dem Weg zu gehen, auch wenn noch alle 2 Std. nachts gestillt wird.

Ferbernde Mütter sagen ja auch, dass es ihrem Kind nicht geschadet hat, oder sogar gut getan hat, weil es endlich mal richtig durchschlafen kann. Tatsache ist jedoch eine andere wie wir wissen.
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bienenmeister
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Re: der vernachlässigte tragling

Beitrag von bienenmeister »

(((( )))))


Na klar fühle ich mich von dir angegriffen. Ist doch logisch. So wie du von mir. Ich hatte ja auch expilzit geschrieben, dass ich das Gefühl habe du siehst mich als Glucke. Und das hat so was abwertendes heutzutage :cry: Ich fands auch schade, dass du darauf nicht eingegangen bist, obwohl ich das Gefühl hatte, einen Schritt auf dich zugegangen zu sein.

Ich sehe es keinesfalls so, dass du etwas falsch machst. Diene Interpretation von Liedloff hat mich geärgert, ja. Aber ich bin nicht einmal davon ausgegangen, dass du dein Kind gegen seinen Willen beim Vater lässt! Ich glaube die rhetorische Frage von posy hat das ganze hier in eine blöde Richtung geschubst.


Fliegenpilz hat geschrieben:Dass ich nicht glauben kann, dass ( eine Vielzahl der ) Kinder von innen heraus von Geburt an so ist?
Das?
Das tut mir sehr leid, ich kann aber auch nur schreiben wie ich es eben kenne, wie meine Erfahrungen sind, wie es die Mütter aus den vielen Babytreffen erzählen. Lügen die?
Es geht nicht um eine Vielzahl von Kindern. Es ist total egal wieviele Kinder pflegeleicht sind und wieviele nicht.

Fakt ist, es GIBT diese Kinder.

Und denkst du, deren Eltern lügen? Denkst du, dass ich lüge? Dass Steff und noch ein paar andere Frauen hier im Forum lügen?




PS: Mal abgesehen davon, glaube ich schon, dass viele Mütter im Rübi- oder Babytreffen lügen :lol: Mamas mit komplizierten Kindern haben nämlich keine gute Lobby.
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