Ferbern die Zweite.....
Moderator: Giraeffchen
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Ferbern die Zweite.....
Anja ich bin auch in der DDR aufgewachsen aber Menschen können sich gsd immer entscheiden
Liebe Grüße von Melli
Verplüscht und zugenäht
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Re: Ferbern die Zweite.....
der Blaue Elefant:
Schliess die Augen, Atme ganz tief und ruhig, und versuche dir KEINEN Blauen Elefanten vorzustellen. - Was siehst du vor deinem Inneren Auge?
Es ist mein Lieblingsbeispiel aufzuzeigen, wie ich mit meinem Kind Kommunizieren will. Es ist sehr schwer, sich bewusst KEINEN Blauen Elefanten vorzustellen. Wäre es nicht einfacher an der Stelle, wenn du dir keinen Blauen Elefanten vorstellen solltest, dir einfach einen Rosaroten vorzustellen? Aber nein, der Auftrag lautete ja, dir KEINEN Blauen vorzustellen.
So möchte ich es mit meinem Kind handhaben. Ich richte die Aufmerksamkeit auf das, was Positiv ist, was ich will. Wörtchen wie Kein und Nicht KÖNNEN auch von uns Erwachsenen nur eingeschränkt verarbeitet werden. Eben so alle die "LASS DAS" Formulierungen, die den Fokus nur noch mehr aufs nicht gewollte richten.
Daher auch der Ansatz, ihn gar nicht erst zum Schrank kommen zu lassen, sondern vorher "zu beschäftigen" Nicht zu bespassen. das meine ich nicht damit.
Konkret aus meinem Alltag, wo ich es am bewusstesten umsetze:
Hausarbeit, spezifisch Geschirrspühler ausräumen. Entweder versuche ich mit einem Kind, dass mir am Hosenbein hängt irgendwie durch die Küche zu schleifen, oder aber sie demoliert mir sonst was. Unsere Lösung war, dass ich sie, so wie sie kann mit ihren als wir begonnen 13 Monaten, sie mit einzuspannen. So steht sie aufgestützt (nein, sie geht noch Immer nicht frei) am Geschirrspüler und räumt einhändig stück für stück aus, was sie findet. Als Mama bin ich da gerne mal etwas rassiger unterwegs in der Angst um meine Teller. Aber weisst du was? in den paar Monaten, wo wir das schon so praktizieren ging noch nie was zu Bruch. Sle liebt die Verantwortung, die ich ihr abdelegiere, weil es ihr das Gefühl gibt: ich bin gross. Dasselbe spiel spielen wir auch mit der Wäsche. Diese Qualitätsmomente der Zusammenarbeit führen dazu, dass sie sich wertvoll fühlt. Gebraucht. Ich lobe sie nicht. sage ihr nur Danke, sobald ich was fest in der Hand habe, auch als Hinweis, dass sie jetzt loslassen darf, ohne, dass was herunter fällt. Aus diesem Zusammensein entsteht dann auch ein Verantwortungsbewusstes Alleinsein, wo ich sie springen lassen kann, ohne angst zu haben, dass sie was ausräumt, was ich nicht will. und wenn es doch mal vorkommt, so räumen wir wiederum gemeinsam auf.
Kannst du das nachvollziehen? spürst du das? diese Gemeinschaft? auch das schöne daran? woraus dann auch das Loslassen wieder entstehen kann.
Die Vertrauenspädagogik, wo auch mellmull davon schrieb arbeitet auf diesem Gedanke des Miteinanders.Sie unterscheidet sich nicht gross von den Klötersbriefen habe ich den Eindruck, finde sie einfach etwas kompakter. Kein Antiautoritäres ich folge dem Kind, sondern ein Elterlich geführtes Miteinander
Schliess die Augen, Atme ganz tief und ruhig, und versuche dir KEINEN Blauen Elefanten vorzustellen. - Was siehst du vor deinem Inneren Auge?
Es ist mein Lieblingsbeispiel aufzuzeigen, wie ich mit meinem Kind Kommunizieren will. Es ist sehr schwer, sich bewusst KEINEN Blauen Elefanten vorzustellen. Wäre es nicht einfacher an der Stelle, wenn du dir keinen Blauen Elefanten vorstellen solltest, dir einfach einen Rosaroten vorzustellen? Aber nein, der Auftrag lautete ja, dir KEINEN Blauen vorzustellen.
So möchte ich es mit meinem Kind handhaben. Ich richte die Aufmerksamkeit auf das, was Positiv ist, was ich will. Wörtchen wie Kein und Nicht KÖNNEN auch von uns Erwachsenen nur eingeschränkt verarbeitet werden. Eben so alle die "LASS DAS" Formulierungen, die den Fokus nur noch mehr aufs nicht gewollte richten.
Daher auch der Ansatz, ihn gar nicht erst zum Schrank kommen zu lassen, sondern vorher "zu beschäftigen" Nicht zu bespassen. das meine ich nicht damit.
Konkret aus meinem Alltag, wo ich es am bewusstesten umsetze:
Hausarbeit, spezifisch Geschirrspühler ausräumen. Entweder versuche ich mit einem Kind, dass mir am Hosenbein hängt irgendwie durch die Küche zu schleifen, oder aber sie demoliert mir sonst was. Unsere Lösung war, dass ich sie, so wie sie kann mit ihren als wir begonnen 13 Monaten, sie mit einzuspannen. So steht sie aufgestützt (nein, sie geht noch Immer nicht frei) am Geschirrspüler und räumt einhändig stück für stück aus, was sie findet. Als Mama bin ich da gerne mal etwas rassiger unterwegs in der Angst um meine Teller. Aber weisst du was? in den paar Monaten, wo wir das schon so praktizieren ging noch nie was zu Bruch. Sle liebt die Verantwortung, die ich ihr abdelegiere, weil es ihr das Gefühl gibt: ich bin gross. Dasselbe spiel spielen wir auch mit der Wäsche. Diese Qualitätsmomente der Zusammenarbeit führen dazu, dass sie sich wertvoll fühlt. Gebraucht. Ich lobe sie nicht. sage ihr nur Danke, sobald ich was fest in der Hand habe, auch als Hinweis, dass sie jetzt loslassen darf, ohne, dass was herunter fällt. Aus diesem Zusammensein entsteht dann auch ein Verantwortungsbewusstes Alleinsein, wo ich sie springen lassen kann, ohne angst zu haben, dass sie was ausräumt, was ich nicht will. und wenn es doch mal vorkommt, so räumen wir wiederum gemeinsam auf.
Kannst du das nachvollziehen? spürst du das? diese Gemeinschaft? auch das schöne daran? woraus dann auch das Loslassen wieder entstehen kann.
Die Vertrauenspädagogik, wo auch mellmull davon schrieb arbeitet auf diesem Gedanke des Miteinanders.Sie unterscheidet sich nicht gross von den Klötersbriefen habe ich den Eindruck, finde sie einfach etwas kompakter. Kein Antiautoritäres ich folge dem Kind, sondern ein Elterlich geführtes Miteinander
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Re: Ferbern die Zweite.....
@Karinke: das machen wir auch so, Spülmaschine, Wäsche und Frühstück auf- und abräumen.
Clara ist stolz wie Oskar und ich liebe diese Momente mit meinem Kind als Team zu agieren.
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Re: Ferbern die Zweite.....
Ich lese dich total gerne und weiß auch, was du meinst und will nicht absichtlich "falsch" lesen. Bin selber auch Ossi und meine Familie sind begeisterte Ferberer/Nichstiller. Wenn du mich schon öfter gelesen hast, dann weißt du, dass ich einen sehr großen Leidensdruck bezüglich den Ansichten meiner Eltern habe und enorm unter meiner "Ferber-Mutter" gelitten habe. Der Druck ist immens, es zerreißt mich, dass ich meine Mutter ja nunmal liebe, weil sie eben meine Mutter ist, aber ansonsten macht sie einfach (fast) alles in meinen Augen falschLeila hat geschrieben:Eigentlich wollte ich hier nichts schreiben, und, um es vorweg zu nehmen: Ich finde auch, dass ferbern und respektloser Umgang (Respekt ist nicht gleich Narrenfreiheit für das Kind!) so nicht sein sollten.
ABER: Ich bin in der ehemaligen DDR aufgewachsen, da war es üblich, den Kindern sehr früh klar zu machen, dass sie zu funktionieren haben. Die Eltern waren angehalten, die Kinder früh an den Rhythmus im Kindergarten / -krippe anzupassen, und dies wurde auch gemacht. Es war halt damals so, wenige haben das hinterfragt. So, und diese Kinder, die nichts anderes kennen gelernt haben (und ich möchte ausdrücklich betonen, dass die Eltern ihre Kinder trotzdem geliebt haben!) bekommen nun selbst Kinder. Sie haben keine anderen Methoden an der Hand, als eben die, die sie selbst kennengelernt haben. Und wenn dann das Umfeld (die eigenen Eltern, es hat ja schließlich so funktioniert) auch noch Druck macht (Siehe Kindergarten, feste Schlafenszeiten und so, ich denke, da wird auch noch die Schiene gefahren, dass Kinder zurechtgebogen gehören), dann ist es unglaublich schwer, dagegen anzukommen. Es wird einem doch immer suggeriert (schon bevor man selbst Kinder hat), dass die Kleinen den eltern auf der Nase rumtanzen, erzogen gehören etc.
So, und in einer solchen Situation wird nun eine junge Frau Mutter. Das Kind funktioniert nicht, wie man es immer liest und erzählt bekommt. Wisst ihr, wie schwer das ist, da raus zu kommen, das anders Denken und Fühlen konsequent zu verfolgen, wenn der partner vielleicht auch nicht wirklich mit macht? Es ist furchtbar schwer, aus eingefahrenen Mustern auszubrechen, das eigene Verhalten ständig zu reflektieren, und auch zu sich selbst kritisch zu sein? Vielleicht ist sie einfach noch nicht so weit. Das Erfordert eine Menge Arbeit. Und auch das Einsehen, dass man selbst nicht perfekt ist, und eben nicht alles so funktioniert, wie man es selbst gern hätte. Sich voll und ganz auf einen anderen Menschen einzulassen, sich selbst zurückzunehemen, wenn andere sagen, dass man das nicht darf / muss ist ganz schwer.
Anja
Ich widerspreche Dir auf das Heftigste.
Meine Familie hat mich schon in der Schwangerschaft TERRORISIERT, wie man ein Baby zu ERZIEHEN habe, und es hält an. Natürlich sei mein Kind ein Tyrann, ein Monster, ein Schreifasan, der alle um den Finger wickelt und die Mutti austrickst (und natürlich haben es mir alle vorher gesagt
Mein Kind hat noch keine einzige Minute in seinem Leben schreiend im Bett verbracht. Ich kann mir meine Augenringe um die Beine wickeln und ich kenne die Tage, an denen man völlig am Limit ist und nur noch mitweint.
Ich bin mit meinem Kind in meinen 4 Wänden - wieso sollte ich meinen Eltern zu liebe das Kind schreien lassen? Keiner sieht mich, ich muss dem Druck, der durch die Familie entsteht NICHT nachgeben. Sie können es ja nichtmal kontrollieren. Wenn ich meine Familie häufig sehe, geht es mir schlechter, weil ich dem Gegenwind standhalten muss, MUSS, für mein Kind! Es ist verzehrend, das tausendstemal NEIN sagen zu müssen auf Ansagen wie "Leg ihn doch mal in sein Bett, er ist ja ganz müde, er hat ein ganz kleines Gesicht, er schläft zu wenig, du hälst ihn künstlich wach (
Aber zu Hause, warum bitte? Ich werde das niemals, NIEMALS verstehen!
Ich weiß dass es unangenehm ist, sich zurückzuerinnern. Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich geferbert wurde (da sie es nicht auf die Babyzeit beschränkt haben, es hat wohl nicht so gut funktioniert wie gedacht). Ich weiß noch genau, wie es ist, schreiend, am Limit schreiend im Bett zu liegen und die Eltern kommen mit Absicht nicht. Mir wurde auch schon mal als Kind gesagt, wenn du nicht aufhörst, dann kommt die Mama nie wieder
Diese Erinnerungen tun weh - aber sie sind da. Und sie helfen mir, meinem Kind zu helfen. Lange habe ich Angst gehabt, ich könnte genauso werden wie meine Mutter, versehentlich, entgegen aller Absichten. Diese Angst habe ich nicht mehr!
Mein Schicksal und das meiner Kinder ist nicht an das meiner Eltern geknüpft.
Aber ich bewundere dich dafür, dass du Verständnis und Diplomatie aufbringen kannst. Das ist sehr klug!
mit Äffchen (02/2012) und Sommerhoffnung (07/2015)
Tragen für Fortgeschrittene: Heute mal ohne Tuch!
.... lost in translation ....
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Re: Ferbern die Zweite.....
Maryam+Leo hat geschrieben:Das Problem ist ja, wenn ich dann da bin, sagt er "weg" zu mir und schubst mich weg. Klasse, Was will er denn nun?
Wenn ich da bin kuschelt er nicht mit mir wie vielleicht eure Kinder. Ich sitze neben seinem Bett, er schreit..... Soll das nun die Erfüllung der Bedürfnisse sein ? Wenn ich ihn auf den Arm nehmen will, haut er mich... klasse. wohl auch nicht das richtige.... .
Wie fühlst Du Dich in dieser Situation?
Ganz ehrlich, einfach die Wahrheit.
Lass Dir Zeit, das zu beantworten.
glg!
Mäusel 6/05 Brudi 3/07 
Leben auf Augenhöhe - Lieben Herz an Herz
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Re: Ferbern die Zweite.....
Ich bin nicht in der DDR aufgewachsen und ich wußte auch nicht, daß Maryam als Kind in so einer furchtbaren Krippe war, in diesem Thread steht ja nichts davon und ich kenne nicht alle ihre Beiträge. Ich bin nur in einer völlig kaputten BRD-Familie aufgewachsen. Mit Schlägen, und, was viel schlimmer für mich war, Liebesentzug. Ich weiß, daß es schwer ist, aus solchen Mustern rauszukommen. Ich habe lange vor meiner ersten Schwangerschaft nachgedacht, ob ich das kann, denn ich wollte nie, das meine Kinder so aufwachsen. Als Kind schon habe ich immer gesagt, daß meine Kinder nie so leben sollen, sie sollen nie um meine Liebe kämpfen müssen und sie sollen nie die Verantwortung für eine funktionierende Eltern-Kind-Beziehung übernehmen müssen, wie es mir in meiner Kindheit von meiner Stiefmutter aufgedrückt wurde. Ich habe deshalb lange vor meiner ersten Schwangerschaft nachgedacht, ob ich das will und kann, mir war da schon klar, daß das harte Arbeit bedeutet, diese alten Muster, die ich gelernt habe, zu überwinden, vielleicht mein ganzes Leben lang.
Ich verstehe auch, daß ich dadurch einen zeitlichen Vorsprung gegenüber Maryam habe, die ungeplant? schwanger geworden ist. Außerdem ist meine Familie weit weg, wir sehen uns selten und dadurch habe ich natürlich nicht viel Gegenwind aus der Richtung, sie bekommen ja fast gar nichts aus unserem Leben mit. Trotzdem finde ich, daß man sich mit einem Kind nicht auf seiner eigenen schlechten Kindheit ausruhen kann (hat sie hier ja auch gar nicht). Sie hat sich für dieses Kind entschieden . Damit muß sie auch die Verantwortung über sein Wohlergehen übernehmen, es läßt sich nunmal nicht in die Ecke stellen.
Ich verstehe auch, daß ich dadurch einen zeitlichen Vorsprung gegenüber Maryam habe, die ungeplant? schwanger geworden ist. Außerdem ist meine Familie weit weg, wir sehen uns selten und dadurch habe ich natürlich nicht viel Gegenwind aus der Richtung, sie bekommen ja fast gar nichts aus unserem Leben mit. Trotzdem finde ich, daß man sich mit einem Kind nicht auf seiner eigenen schlechten Kindheit ausruhen kann (hat sie hier ja auch gar nicht). Sie hat sich für dieses Kind entschieden . Damit muß sie auch die Verantwortung über sein Wohlergehen übernehmen, es läßt sich nunmal nicht in die Ecke stellen.
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Eine Mutfrage
Wer wagt es, sich den donnernden Zügen entgegenzustellen?
Die kleinen Blumen zwischen den Eisenbahnschwellen! (Erich Kästner)
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- greenie bird
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Re: Ferbern die Zweite.....
ok, dein kind möchte nicht auf den arm (das interpretierst du weil, er dich dann haut) es möchte nicht schlafen onwohl es müde ist, aber nicht allein. du 'respektierst' dass er nicht festgehalten werden möchte, aber nicht, dass er nicht allein schlafen will. ja, manchmal ist es schwer herauszufinden, was das kind braucht, denn es ist schwer das zu äußern.
auch teenager wissen, dass sie in die schule gehen 'sollen' (dein sohn weiß, dass er den schrank nicht ausräumen soll) aber sie schwänzen- es gibt so vieles, was man nicht machen soll. jeder macht anders auf sich aufmerksam, wenn ihm etwas fehlt, auch wenn man das an den handlungen nicht immer erkennt- der weg des allein lassens führt nicht zu einem gemeinsamen erfolg.
auch teenager wissen, dass sie in die schule gehen 'sollen' (dein sohn weiß, dass er den schrank nicht ausräumen soll) aber sie schwänzen- es gibt so vieles, was man nicht machen soll. jeder macht anders auf sich aufmerksam, wenn ihm etwas fehlt, auch wenn man das an den handlungen nicht immer erkennt- der weg des allein lassens führt nicht zu einem gemeinsamen erfolg.
Sprache ist ein mangelhaftes Instrument zum Ausdrücken von Gefühlen bzw. scheine ich schlecht darin zu sein, bitte fragt bei zweifelhaften Äußerungen von mir nach...
Gazelle (08/07)+Katerchen (07/10)
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Leila
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Re: Ferbern die Zweite.....
(((bienenmeister)))) Das liest sich wirklich schlimm, dieser ganze Druck. Wir hatten das große Glück, bei der Großen weit genug weg von all dem zu sein, wir waren in Canada, von daher war der Einfluss meiner MA, die das wirklich nicht böse gemeint hat (!), überschaubar. Sie hat es so gelernt, wir haben mehr oder weniger so funktioniert (ich weniger), und das wollte sie mir weiter geben. Sie wollte mir was gutes tun, mir tipps geben. Dass das völlig daneben war, mußte ich ihr auch recht deutlich klar machen, wir haben viel gesprochen miteinander, und unser Verhältnis hat sich seitdem deutlich verbessert, aber ich mußte auch lernen, ihr keine Vorwürfe zu machen. Es war einfach damals die Zeit. Ich finde es bewundernswert, dass du dich dagegen auflehnst, das kostet eine Menge kraft. Und es gibt mütter, die können diese Kraft eben nicht aufbringen, weil sie weniger Probleme mit ihrer eigenen Erziehung haben.bienenmeister hat geschrieben:
Ich lese dich total gerne und weiß auch, was du meinst und will nicht absichtlich "falsch" lesen. Bin selber auch Ossi und meine Familie sind begeisterte Ferberer/Nichstiller. Wenn du mich schon öfter gelesen hast, dann weißt du, dass ich einen sehr großen Leidensdruck bezüglich den Ansichten meiner Eltern habe und enorm unter meiner "Ferber-Mutter" gelitten habe. Der Druck ist immens, es zerreißt mich, dass ich meine Mutter ja nunmal liebe, weil sie eben meine Mutter ist, aber ansonsten macht sie einfach (fast) alles in meinen Augen falsch![]()
Ich widerspreche Dir auf das Heftigste.
Meine Familie hat mich schon in der Schwangerschaft TERRORISIERT, wie man ein Baby zu ERZIEHEN habe, und es hält an. Natürlich sei mein Kind ein Tyrann, ein Monster, ein Schreifasan, der alle um den Finger wickelt und die Mutti austrickst (und natürlich haben es mir alle vorher gesagt). Wenn er dann lacht und glücklich gluckst, ist er natürlich süß und herzig - aber wehe er funktioniert nicht nach Plan, lässt sich nicht in den Alltag der Erwachsenen integrieren.
Mein Kind hat noch keine einzige Minute in seinem Leben schreiend im Bett verbracht. Ich kann mir meine Augenringe um die Beine wickeln und ich kenne die Tage, an denen man völlig am Limit ist und nur noch mitweint.
Ich bin mit meinem Kind in meinen 4 Wänden - wieso sollte ich meinen Eltern zu liebe das Kind schreien lassen? Keiner sieht mich, ich muss dem Druck, der durch die Familie entsteht NICHT nachgeben. Sie können es ja nichtmal kontrollieren. Wenn ich meine Familie häufig sehe, geht es mir schlechter, weil ich dem Gegenwind standhalten muss, MUSS, für mein Kind! Es ist verzehrend, das tausendstemal NEIN sagen zu müssen auf Ansagen wie "Leg ihn doch mal in sein Bett, er ist ja ganz müde, er hat ein ganz kleines Gesicht, er schläft zu wenig, du hälst ihn künstlich wach (), bei uns hat es sowas nicht gegeben, er MUSS ins Bett usw usw usw usw". Die Lösung dafür ist einfach, Kontakt minimieren, nur hingehen, wenn man genügend Kraft dafür hat.
Aber zu Hause, warum bitte? Ich werde das niemals, NIEMALS verstehen!
Ich weiß dass es unangenehm ist, sich zurückzuerinnern. Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich geferbert wurde (da sie es nicht auf die Babyzeit beschränkt haben, es hat wohl nicht so gut funktioniert wie gedacht). Ich weiß noch genau, wie es ist, schreiend, am Limit schreiend im Bett zu liegen und die Eltern kommen mit Absicht nicht. Mir wurde auch schon mal als Kind gesagt, wenn du nicht aufhörst, dann kommt die Mama nie wiederIch habe geweint, bis mir schlecht wurde. Einmal habe ich in Rage vors Bett gekotzt. Dafür gabs erst richtig Ärger.
Diese Erinnerungen tun weh - aber sie sind da. Und sie helfen mir, meinem Kind zu helfen. Lange habe ich Angst gehabt, ich könnte genauso werden wie meine Mutter, versehentlich, entgegen aller Absichten. Diese Angst habe ich nicht mehr!
Mein Schicksal und das meiner Kinder ist nicht an das meiner Eltern geknüpft.
Aber ich bewundere dich dafür, dass du Verständnis und Diplomatie aufbringen kannst. Das ist sehr klug!
Ich denke schon, dass das eigene Schicksal mit dem meiner Eltern insofern zusammenhängt, dass sie mich geprägt haben. Meine Mutter ist von ihrem Vater mehrfach hefitg misshandelt worden, und sie hat sich geschworen, dies nie ihren Kindern anzutun. Dafür bin ich ihr sehr dankbar, sie hat nicht ein mal (doch, 2 mal, aber da war ich in der Pubertät und habe sie auf äußerste gereizt) die Hand gegen mich erhoben. Allerdings sind andere Dinge passiert (Scheidung meiner Eltern, und vieles, was damit zusammenhing), von denen ich mir geschworen habe, dass unsere Kinder dies nie erleben müssen. Manchmal ertappe ich mich auch dabei, wie ich meinen Kindern meinen Willen auf"zwingen" möchte, einfach, weil ich das jetzt so will.
Wir sind am Anfang des Umdenkens, was Kindererziehung angeht. Ich finde es toll, dass das Schlagen verboten ist (eigentlich sollte es selbstverständlich sein, schwächere nicht zu schlagen), allerdings wird den Eltern dummerweise keine Alternative an die Hand gegeben. Ebenso ist es mit dem Ferbern und anderen zweifelhaften Methoden. Einerseits wird gesagt, man soll das nicht tun (was richtig ist), aber wirkliche Alternativen für Eltern, die eben noch nicht refelektieren können, gibt es selten. Da müßte sich gesellschaftlich einiges ändern. Aber ich schweife ab...
Ganz lieben Gruß
Anja
Teenie-Töchter 01/2008 und 06/2010
"Alles im Leben hat seine Zeit,
jedes Ding hat seine Stunde unter dem Himmel.
Für das Geboren werden gibt es eine Zeit
und eine Zeit für das Sterben." Kohelet
"God, grant me the serenity to accept the things I cannot change,
courage to change the things I can,
and wisdom to know the difference." Reinhold Niebuhr
"Alles im Leben hat seine Zeit,
jedes Ding hat seine Stunde unter dem Himmel.
Für das Geboren werden gibt es eine Zeit
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Leila
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Re: Ferbern die Zweite.....
greenie bird hat geschrieben:ok, dein kind möchte nicht auf den arm (das interpretierst du weil, er dich dann haut) es möchte nicht schlafen onwohl es müde ist, aber nicht allein. du 'respektierst' dass er nicht festgehalten werden möchte, aber nicht, dass er nicht allein schlafen will. ja, manchmal ist es schwer herauszufinden, was das kind braucht, denn es ist schwer das zu äußern.
auch teenager wissen, dass sie in die schule gehen 'sollen' (dein sohn weiß, dass er den schrank nicht ausräumen soll) aber sie schwänzen- es gibt so vieles, was man nicht machen soll. jeder macht anders auf sich aufmerksam, wenn ihm etwas fehlt, auch wenn man das an den handlungen nicht immer erkennt- der weg des allein lassens führt nicht zu einem gemeinsamen erfolg.
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Re: Ferbern die Zweite.....
na da kann ich mich ja gar nicht einfühlenLeila hat geschrieben:
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Zum Thema "nicht sollen": Ich weiß mit meinen 31 Jahren, dass ich nicht die Schokolade essen soll, die vor mir auf dem Tisch liegt. Ich kann aber nicht anders...
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Gazelle (08/07)+Katerchen (07/10)
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