Was spricht gegen Windelfrei?
-
novembersonne
- alter SuT-Hase
- Beiträge: 2966
- Registriert: 20.11.2005, 19:33
- Wohnort: Minga
Re: Was spricht gegen Windelfrei?
Genau wie bei merry.
Beim 1. Kind habe ich mit paar Monate angefangen, ging solala, ich war recht ehrgeizig.
Der 2. hat sich von Anfang an dagegen gewährt, ich habe dann halt nur immer gleich frische Windel gemacht.
Die 3. nun mag gern Kacka abgehalten werden, unterwegs geht aber auch zur Not die Windel.
Windel hat sie eh immer um, ich wechsle häufig, und bin froh das Kacka nicht an ihrer Haut und nicht im Abfall zu haben.
Dieses Fokussieren kostet so viel Aufmerksamkeit und Nerven, gar nicht mal wegen der Umgebung, sondern für die eigenen Ansprüche.
Ich entspann da lieber um freundlicher und aufmerksamer zum Rest sein zu können.
Vollzeitwindelfrei ist für mich hier in meinem Leben auch nicht stimmig.
Beim 1. Kind habe ich mit paar Monate angefangen, ging solala, ich war recht ehrgeizig.
Der 2. hat sich von Anfang an dagegen gewährt, ich habe dann halt nur immer gleich frische Windel gemacht.
Die 3. nun mag gern Kacka abgehalten werden, unterwegs geht aber auch zur Not die Windel.
Windel hat sie eh immer um, ich wechsle häufig, und bin froh das Kacka nicht an ihrer Haut und nicht im Abfall zu haben.
Dieses Fokussieren kostet so viel Aufmerksamkeit und Nerven, gar nicht mal wegen der Umgebung, sondern für die eigenen Ansprüche.
Ich entspann da lieber um freundlicher und aufmerksamer zum Rest sein zu können.
Vollzeitwindelfrei ist für mich hier in meinem Leben auch nicht stimmig.
Liebe Grüße
kado
Bub 07/2005; Bub 01/2008; lütte Deern 2/2012
kado
Bub 07/2005; Bub 01/2008; lütte Deern 2/2012
-
EhUKr
Re: Was spricht gegen Windelfrei?
Das Problem war fuer mich halt auch, wenn man nicht staendig aufmerksam ist und etwas ehrgeizig, dann hat man so viele Unfaelle, ist staendig am Aufputzen, und gerade bei Muttermilchstuhl in die Hose gibt es eine Riesensauerei, die es so mit Windeln nicht gibt.
-
Lösche Benutzer 5914
Re: Was spricht gegen Windelfrei?
Man muss Kinder halt echt viel nackig lassen, sonst wird es anstrengend 
- marykate
- ist nicht mehr wegzudenken
- Beiträge: 1095
- Registriert: 26.07.2011, 10:47
Re: Was spricht gegen Windelfrei?
Ich persönlich finde es gar nicht so wichtig ob da jetzt eine Windel dran ist oder nicht, sondern ob man sich um die Ausscheidungsbedürfnisse des Kindes kümmert oder nicht.
Mir war es in weiten Strecken unserer Ausscheidungskommunikation (den Begriff mag ich auch lieber als Windelfrei, ist nur länger und komplizierter) zu stressig ganz ohne Backup. Und das ist glaube ich das Schlimmste, was man mit "windelfrei" (ob jetzt mit oder ohne Windel) machen kann, dass es Stress verursacht. Das ist im Nachhinein für mich das A und O: KEIN STRESS.
Die Ausscheidungsbedürfnisse des Kindes respektieren heißt für mich auch zu respektieren wenn das Kind das Bedürfnis hat, sich selbst um seine Ausscheidungen zu kümmern und nicht abgehalten werden will. Wobei ich da zugegebenermaßen in Grenzsituationen auch noch an mir arbeiten darf
Ansonsten kann ich es mit meinen Erfahrungen nicht nachvollziehen, wenn z.B. ein kleines Baby eindeutig signalisiert, dass es Hilfe braucht beim großen Geschäft oder nicht in die Windel machen will und die Mutter trotzdem seelenruhig wartet bis die Windel voll ist. Bei (älteren) Babys die nicht signalisieren und auf Abhalten keine Lust haben finde ich windeln voll ok, bei ganz Kleinen, die wirklich teilweise noch weinen wenn sie müssen finde ich, dass man sich auch da genauso darum kümmern sollte wie um das Bedürfnis nach Nähe.
Mir war es in weiten Strecken unserer Ausscheidungskommunikation (den Begriff mag ich auch lieber als Windelfrei, ist nur länger und komplizierter) zu stressig ganz ohne Backup. Und das ist glaube ich das Schlimmste, was man mit "windelfrei" (ob jetzt mit oder ohne Windel) machen kann, dass es Stress verursacht. Das ist im Nachhinein für mich das A und O: KEIN STRESS.
Die Ausscheidungsbedürfnisse des Kindes respektieren heißt für mich auch zu respektieren wenn das Kind das Bedürfnis hat, sich selbst um seine Ausscheidungen zu kümmern und nicht abgehalten werden will. Wobei ich da zugegebenermaßen in Grenzsituationen auch noch an mir arbeiten darf
Ansonsten kann ich es mit meinen Erfahrungen nicht nachvollziehen, wenn z.B. ein kleines Baby eindeutig signalisiert, dass es Hilfe braucht beim großen Geschäft oder nicht in die Windel machen will und die Mutter trotzdem seelenruhig wartet bis die Windel voll ist. Bei (älteren) Babys die nicht signalisieren und auf Abhalten keine Lust haben finde ich windeln voll ok, bei ganz Kleinen, die wirklich teilweise noch weinen wenn sie müssen finde ich, dass man sich auch da genauso darum kümmern sollte wie um das Bedürfnis nach Nähe.
Marykate mit Maienkind *11 und Augustbaby *14
„Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.“
Evelyn Beatrice Hall
„Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.“
Evelyn Beatrice Hall
-
Lösche Benutzer 5914
Re: Was spricht gegen Windelfrei?
Schön geschrieben, marykate.
Ich plane jetzt schon, wie ich beim nächsten Mal wf angehen werde, was gut war, was nicht...
Ich plane jetzt schon, wie ich beim nächsten Mal wf angehen werde, was gut war, was nicht...
-
BabyElf
- möchten wir nicht mehr missen
- Beiträge: 318
- Registriert: 27.03.2012, 22:48
Re: Was spricht gegen Windelfrei?
Kiri hat geschrieben:Ich hab beim ersten Kind ein paar Monate Windefrei gemacht und bin dann auf Windeln umgestigen, beim zweiten habe ich nur noch gewickelt. Ich fand windelfrei stressig und ich wollte meine Engergy und meine Aufmerksamkeit lieber fuer anderes verwenden, obwohl wir durchaus Zeiten hatten, in denen es sehr gut lief. Dieser staendige Fokus auf die Ausscheidungen fand ich anstrengend und es nahm fuer mich einfach zu viel Zeit und Platz ein. Ausserdem sass bei uns das Kind eben doch auch oefters in seinen Ausscheidungen, und wollte dann oft auch nicht gewechselt werden.
Liebe Gruesse
Ein bisschen so ähnlich ist es bei uns auch!
Ich hab einfach nicht so viel Kapazität. Wir führen ein ziemlich buntes Leben, viele Freunde, viele Baustellen, viel unterwegs, viel Durcheinander, wir sind Freelancer (Kunst- und Kulturschaffende) und haben kaum feste Strukturen. Ausser der Bettzeit, die mein Sohn sehr radikal vorgibt, ist eigentlich bei uns jeden Tag alles anders als am Vortag.
Die Zeichen sind ja oft sehr subtil, da hab ich es schon manchmal als stressig empfunden die ganze Zeit darauf zu achten, ob...oder nicht... oder doch....
Eine Weile war es so, dass er absolut nicht in die Windel machen wollte und ganz klar signalisiert hat-da habe ich ihn dann konsequent abgehalten. Auch bei Freunden, auch unterwegs im Winter, auch auf öffentlichen Toiletten...
Irgendwann aber waren seine Zeichen für mich nicht mehr so klar zu erkennen, weil jetzt neben Hunger, müde, Bauchweh und Pipi -was ich ziemlich zuverlässig unterscheiden konnte- auch noch Schub-Quengeligkeit bzw. der Wunsch nach Unterhaltung dazugekommen ist. Und hier kann ich nicht mehr so genau sagen, ob er muss oder nicht. Nachdem ich ein paar Mal falsch lag und völlig nassgeschwitzt auf einer Bahnhofs-Toilette mein weinendes Kind wieder ins Tragetuch gebunden habe, habe ich mich dafür entschieden, ihm und mir das nicht mehr anzutun und das Abhalten nicht mehr ausserhalb der Wohnung zu versuchen.
Nach wie vor macht er Pipi ins Klo wenn wir Zuhause sind und ich ganz sicher bin, dass er muss.
Das ist manchmal aber nur 2 Mal am Tag.
Er trinkt extrem viel Wasser (was ich übrigens hochgradig seltsam finde bei einem 5 Monate alten Still- und BLWKind, aber das nur so am Rande) und muss dementsprechend oft! Ich glaube, ich würde nur noch zum Klo rennen, wenn ich jedes Pipi auffangen wollen würde...
Ich finde es total toll und eine unglaubliche Bereicherung, diese Art von Kommunikation aufrecht zu erhalten, sie gibt mir das Gefühl im Einklang mit meinem Kind zu sein, es macht mich stolz, wenn ich seine Zeichen lesen und richtig deuten kann. Es ist super, so ein tolles "Geheimnis" mit meinem Mann zu haben, wenn wir beide genau wissen, warum unser Kind plötzlich quengelt, und der Rest der Welt die wildesten Vermutungen anstellt. Und das allerschönste: seinem breiten Grinsen nach zu urteilen, findet mein kleiner Baby-Sohn es auch super, das Plätschern ins Klo zu hören und noch mal ganz anders verstanden zu werden.
ABER: ich hab aufgehört, im Halbschlaf Windeln abzumachen und einen kleinen schlaffen Mehlsack aus dem warmen Bettchen zu zerren-wenn er sich herumwälzt wie verrückt mache ich es manchmal. Oft reicht aber auch ihn für 2 Minuten zu stillen, dann entspannt er sich und macht in die Windel. Das ist für uns beide gemütlicher, glaube ich.
Ausserdem dagegen spricht für mich der krasse Windel-Verschleiss. Ich mag ihm nicht die nasse Windel wieder anziehen, die Lösung mit Unterhose und Binde hat aber bei den Wassermassen nicht funktioniert, also habe ich an manchen Tagen locker 12 oder sogar mehr Windeln verbraucht...
Zu teuer und zu umwelt-sauig!
Und ich habe das Gefühl, dass er ein bisschen besser schläft, seitdem er auch problemlos in die Windel Pipi macht! Das kann aber auch mit Beikost, Alter, Wetter, momentanem Befinden ect. zutun haben.
Aber wie gesagt, davon ab finde ich Windelfrei super und bin gerne bereit den Mehraufwand in Kauf zu nehmen um uns dieses kleine Plus an Achtsamkeit und Kommunikation zu gönnen. Nur halt nicht zu ehrgeizig...
LG, Niki
Liebe Grüsse von
Niki mit dem Elfenjungen 11/11 und Mandarinchen 8/13
*ein zarter Wind wiegt mein verzaubertes Herz*
Niki mit dem Elfenjungen 11/11 und Mandarinchen 8/13
*ein zarter Wind wiegt mein verzaubertes Herz*
-
BabyElf
- möchten wir nicht mehr missen
- Beiträge: 318
- Registriert: 27.03.2012, 22:48
Re: Was spricht gegen Windelfrei?
marykate hat geschrieben:Ich persönlich finde es gar nicht so wichtig ob da jetzt eine Windel dran ist oder nicht, sondern ob man sich um die Ausscheidungsbedürfnisse des Kindes kümmert oder nicht.
Mir war es in weiten Strecken unserer Ausscheidungskommunikation (den Begriff mag ich auch lieber als Windelfrei, ist nur länger und komplizierter) zu stressig ganz ohne Backup. Und das ist glaube ich das Schlimmste, was man mit "windelfrei" (ob jetzt mit oder ohne Windel) machen kann, dass es Stress verursacht. Das ist im Nachhinein für mich das A und O: KEIN STRESS.
Die Ausscheidungsbedürfnisse des Kindes respektieren heißt für mich auch zu respektieren wenn das Kind das Bedürfnis hat, sich selbst um seine Ausscheidungen zu kümmern und nicht abgehalten werden will. Wobei ich da zugegebenermaßen in Grenzsituationen auch noch an mir arbeiten darf![]()
Ansonsten kann ich es mit meinen Erfahrungen nicht nachvollziehen, wenn z.B. ein kleines Baby eindeutig signalisiert, dass es Hilfe braucht beim großen Geschäft oder nicht in die Windel machen will und die Mutter trotzdem seelenruhig wartet bis die Windel voll ist. Bei (älteren) Babys die nicht signalisieren und auf Abhalten keine Lust haben finde ich windeln voll ok, bei ganz Kleinen, die wirklich teilweise noch weinen wenn sie müssen finde ich, dass man sich auch da genauso darum kümmern sollte wie um das Bedürfnis nach Nähe.
Finde ich toll geschrieben und sehr zutreffend!
Wenn wir unterwegs sind, dann sage ich ganz oft zu meinem Sohn, dass es jetzt gerade ein zu grosser Stress für uns beide wäre ihn aus dem Tuch zu pellen, dass er ruhig in die Windel machen kann, und dass ich sie dann wechsele sobald wir wieder "auf dem Festland angekommen sind".
Vielleicht ist das albern aber ich bilde mir ein, dass auch das Kommunikation zum Thema Ausscheidungen ist!
Und ich hoffe, dass er merkt, dass ich mir Mühe gebe, ihn zu verstehen und seine Bedürfnisse ernst zu nehmen.
Wisst ihr wahrscheinlich schon: In den USA benutzen sie übrigens einfach das Kürzel EC (Elimination Communication). Das ist kürzer.
Liebe Grüsse von
Niki mit dem Elfenjungen 11/11 und Mandarinchen 8/13
*ein zarter Wind wiegt mein verzaubertes Herz*
Niki mit dem Elfenjungen 11/11 und Mandarinchen 8/13
*ein zarter Wind wiegt mein verzaubertes Herz*
-
BabyElf
- möchten wir nicht mehr missen
- Beiträge: 318
- Registriert: 27.03.2012, 22:48
Re: Was spricht gegen Windelfrei?
Noch mal ich. Oh Mann, wo hab ich nur meinen Kopf...
Was ich noch sagen wollte:
Zu WF gekommen bin ich, weil mein Sohn sein grosses Geschäft einfach nicht in die Windel machen wollte und ein echt blödes Bauchwehproblem dadurch bekommen hat. Ich bin heilfroh, dass ich ihm helfen konnte. Heute läuft seine Verdauung viel "runder", und Nummer 2 geht nur sehr sehr selten mal in die Windel. Kein Bauchweh mehr und noch nie wund gewesen.
Was diesen Punkt betrifft gibt es für mich absolut NICHTS was gegen WF spricht.
So, jetzt aber: Gute Nacht!
Was ich noch sagen wollte:
Zu WF gekommen bin ich, weil mein Sohn sein grosses Geschäft einfach nicht in die Windel machen wollte und ein echt blödes Bauchwehproblem dadurch bekommen hat. Ich bin heilfroh, dass ich ihm helfen konnte. Heute läuft seine Verdauung viel "runder", und Nummer 2 geht nur sehr sehr selten mal in die Windel. Kein Bauchweh mehr und noch nie wund gewesen.
Was diesen Punkt betrifft gibt es für mich absolut NICHTS was gegen WF spricht.
So, jetzt aber: Gute Nacht!
Liebe Grüsse von
Niki mit dem Elfenjungen 11/11 und Mandarinchen 8/13
*ein zarter Wind wiegt mein verzaubertes Herz*
Niki mit dem Elfenjungen 11/11 und Mandarinchen 8/13
*ein zarter Wind wiegt mein verzaubertes Herz*
-
SophiesWelt
- ist mit Leidenschaft dabei
- Beiträge: 697
- Registriert: 26.07.2011, 12:13
Re: Was spricht gegen Windelfrei?
Ja, ich sehe es auch so, wie die meisten hier: Stress will ich mir auch keinen machen und wenn ich merke, dass es mir zu viel ist bzw. wenn wir unterwegs sind etc. dann trägt sie eine Windel und ich achte natürlich trotzdem auf ihr Ausscheidungsbedürfnis und reagiere darauf. Wenn zuhause mal was daneben geht, seh ich das recht locker.
Ich werde es beim nächsten Kind auf jeden Fall wieder machen, wenn es das Kind will! Bei meiner Tochter habe ich von Anfang an gemerkt, dass sie nicht gern in die Windel macht und noch bevor ich von WF überhaupt gehört habe, habe ich intuitiv immer gewartet bis sie pinkelt, bevor ich ihr die frische Windel angezogen habe. Aber Kinder sind da sicher sehr verschieden...
Ich werde es beim nächsten Kind auf jeden Fall wieder machen, wenn es das Kind will! Bei meiner Tochter habe ich von Anfang an gemerkt, dass sie nicht gern in die Windel macht und noch bevor ich von WF überhaupt gehört habe, habe ich intuitiv immer gewartet bis sie pinkelt, bevor ich ihr die frische Windel angezogen habe. Aber Kinder sind da sicher sehr verschieden...
mit Aprilmädchen '11, Junimädchen '13 und Oktoberüberraschung '16
-
Sibi
- Profi-SuTler
- Beiträge: 3829
- Registriert: 21.05.2011, 20:39
Re: Was spricht gegen Windelfrei?
Ist ja lustig, gerade unterwegs haben wir immer am konsequentesten EC gemacht. Weil meine Tochter auch einfach rabiat wird und nicht zu vertrösten ist. Sie wartete dann halt mal 20 min (mit 6 Monaten), bis ich zu Hause war, nicht ohne alle paar Minuten deutlich zu signalisieren, dass sie es nicht lustig findet.BabyElf hat geschrieben:Wenn wir unterwegs sind, dann sage ich ganz oft zu meinem Sohn, dass es jetzt gerade ein zu grosser Stress für uns beide wäre ihn aus dem Tuch zu pellen, dass er ruhig in die Windel machen kann, und dass ich sie dann wechsele sobald wir wieder "auf dem Festland angekommen sind".