Zusammensetzung Mumi
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BabyElf
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Zusammensetzung Mumi
Hallo ihr Lieben,
ich muss jetzt mal eine Frage stellen, die mich total beschäftigt, weil ich total auf dem Schlauch stehe.
Wie ist das?
Die Zusammensetzung der Muttermilch ist immer gleich, egal was die Mutter isst?
Das habe ich jetzt schon häufiger mal gelesen, finde es aber jedes Mal wieder komisch.
Und Geschmack "wandert" aber trotzdem über?
Also, wenn ich Spargel esse, dann riecht und schmeckt die Milch anders, als wenn ich Schokoladenpudding esse.
Aber die Zusammensetzung und der Nährstoffgehalt bleibt trotzdem gleich?
Ach wenn ich jeden Tag Burger und Pommes essen würde?
Helft mir mal, ich kapier das nicht...
LG, Niki
ich muss jetzt mal eine Frage stellen, die mich total beschäftigt, weil ich total auf dem Schlauch stehe.
Wie ist das?
Die Zusammensetzung der Muttermilch ist immer gleich, egal was die Mutter isst?
Das habe ich jetzt schon häufiger mal gelesen, finde es aber jedes Mal wieder komisch.
Und Geschmack "wandert" aber trotzdem über?
Also, wenn ich Spargel esse, dann riecht und schmeckt die Milch anders, als wenn ich Schokoladenpudding esse.
Aber die Zusammensetzung und der Nährstoffgehalt bleibt trotzdem gleich?
Ach wenn ich jeden Tag Burger und Pommes essen würde?
Helft mir mal, ich kapier das nicht...
LG, Niki
Liebe Grüsse von
Niki mit dem Elfenjungen 11/11 und Mandarinchen 8/13
*ein zarter Wind wiegt mein verzaubertes Herz*
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MaMaJa
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Re: Zusammensetzung Mumi
Das wollte ich auch schon mal fragen
Bin gespannt...
ChaosQueen mit AntiPrinzessin 06/11
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Re: Zusammensetzung Mumi
Die Frage hatten wir unlängst - finde aber grad den Thread-Titel nicht.
Es ist wohl so, dass die Zusammensetzung bzgl. der Hauptbestandteile (und deren Verhältnis zueinander) relativ unabhängig von der mütterlichen Ernährung ist: es ist immer soundsoviel Fett, soundsoviel Kohlenhydrate (Milchzucker), soundsoviel Eiweiß in einer durchschnittlichen Mahlzeit drin.
- "relativ" unabhängig, weil es bei extremer Mangelernährung (Hungersnot, Anorexie, ...) bei der Milch dann iiiiiirgendwann eben doch knapp an Makro-Nährstoffen wird. Das wird aber in unserer westlichen Welt so gut wie nicht vorkommen - wie gesagt, abgesehen von extremen Essstörungen der Mutter. Und ja, diesbezüglich ist es egal, ob Du jeden Tag Pommes und Burger oder vegan oder vollwertig oder oder oder isst.
- "durchschnittliche Mahlzeit" deshalb, weil man nicht sagen, kann "Muttermilch (zu einem beliebigen Zeitpunkt der Mahlzeit) enthält soundsoviel Fett, Eiweiß, Wasser, KH in %, da dies während der Mahlzeit, während des Tages etc. schwankt - und das aus gutem Grund: Je nach Stillverhalten des Säuglings (beide Seiten kurz, eine Seite lange, aller halbe Stunde, alle vier Stunden eine Stunde Dauerstillen, ... und der vielfältigen Möglichkeiten mehr, die ein Baby einem signalisieren kann) kann DAS BABY SELBST nämlich die Zusammensetzung der Muttermilch exakt seinem Bedarf an Eiweiß, Fett, Flüssigkeit etc. je nach Hunger, Durst, Wachstumsschub etc. regeln. Vorausgesetzt natürlich, man lässt es
Mit der Ernährung der Mutter haben solche Schwankungen aber eben nichts zu tun - sie sind kindgesteuert.
[Nebenbemerkung: darum sind auch Muttermilchanalysen abgepumpter Milch sehr fragwürdig, wenn es darum gehen soll zu sehen, "ob das Baby davon satt werden kann"
Früher wurde sowas manchmal gemacht - oder man sagte einer Mutter, die vielleicht beim Pumpen nichtmal eine halbe Baby-Mahlzeit simuliert bekommt, dass das BAby doch von dem "wässrigen Zeug" nicht satt werden könne - und beachte nicht, dass sich der Fettgehalt vielleicht in den nächsten Minuten noch vervielfacht hätte, wenn wirklich das BABY gesaugt hätte...
]
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So, davon unabhängig gibt es aber ja noch die Ebene der Mikro-Nährstoffe (Vitamine, Spurenelemente, ...) und der ART der Fette z.B.
Gut, Milchzucker ist immer Milchzucker '(das ist sogar immer der gleiche Milchzucker nicht nur unabhängig von der Mutter und deren Ernährung - sondern sogar unabhängig davon, ob die Milch von einer Kuh, einer Katze oder einer Stute stammt). Aber bei den Fetten gibt es meines Wissens schon einen Einfluss, ob die Mutter nun, sagen wir mal den ganzen Tag Fastfood isst, oder "mediterrane Kost" mit viel Omega-Fettsäuren etc.
Und soweit ich weiß, ist die Sache bei den Vitaminen etc. sogar noch komplexer: Klar, Stoffe, die der menschliche Körper nicht selbst herstellen kann (die heißen dann "essentiell"), können auch in der Muttermilch nur auftauchen, wenn die Mutter davon zumindest geringe Mengen zu sich nimmt. Aber: obwohl Muttermilch aus dem Blut(plasma) der Mutter gemacht ist, kann die Milch eine wesentlich höhere Konzentration an z.B. Vitamin C enthalten als das mütterliche Plasma. Soll heißen: in der Milch wird so viel von einem Vitamin angereichert, wie fürs Baby gebraucht wird, erst dann wird die Mutter wieder mit dem Rest versorgt.
Nun weiß ich nicht, ob das für alle Vitamine so gilt oder ob es auch welche gibt, die erst der mütterliche Körper verbraucht und die dann erst in der Milch landen (bei Vitamin D bin ich mir da nicht so sicher - denn da wird eine fürs Baby ausreichende Konzentration wohl erst erreicht, wenn die Mutter 4000 I.E. täglich zu sich nimmt - wird bei 1000 I.E. Einnahme der Mutter dann erst die Mutter versorgt und es geht nicht viel in die Milch?) Vitamin D wird ja aber darum Babys auch zusätzlich gegeben (und ist eigentlich auch nicht essentiell, da bei genügend Sonneneinstrahlung auf nackter Haut der Mensch eigentlich genug "Vitamin" D produzieren würde). Andere Vitamine werden nicht standardmäßig verabreicht, weshalb Vt. D vielleicht eine Ausnahme ist (?).
Im Allgemeinen gilt aber wohl so ähnlich wie in der Schwangerschaft: erst wird das Baby versorgt und was übrig ist, bleibt für die Mutter - darum bekommt die Mutter im Zweifelsfall auch zuerst den Mangel.
Im Endeffekt ergibt sich aber eben auch die Logik: wo gar nichts ist an einem Vitamin, kann auch nichts in der Muttermilch landen. Sprich: wenn z.B. eine sich vegan ernährende Mutter eine chronische Unterversorgung mit einem Vitamin B12 hat, wird auch in der Milch keins sein können.
Es ist wohl so, dass die Zusammensetzung bzgl. der Hauptbestandteile (und deren Verhältnis zueinander) relativ unabhängig von der mütterlichen Ernährung ist: es ist immer soundsoviel Fett, soundsoviel Kohlenhydrate (Milchzucker), soundsoviel Eiweiß in einer durchschnittlichen Mahlzeit drin.
- "relativ" unabhängig, weil es bei extremer Mangelernährung (Hungersnot, Anorexie, ...) bei der Milch dann iiiiiirgendwann eben doch knapp an Makro-Nährstoffen wird. Das wird aber in unserer westlichen Welt so gut wie nicht vorkommen - wie gesagt, abgesehen von extremen Essstörungen der Mutter. Und ja, diesbezüglich ist es egal, ob Du jeden Tag Pommes und Burger oder vegan oder vollwertig oder oder oder isst.
- "durchschnittliche Mahlzeit" deshalb, weil man nicht sagen, kann "Muttermilch (zu einem beliebigen Zeitpunkt der Mahlzeit) enthält soundsoviel Fett, Eiweiß, Wasser, KH in %, da dies während der Mahlzeit, während des Tages etc. schwankt - und das aus gutem Grund: Je nach Stillverhalten des Säuglings (beide Seiten kurz, eine Seite lange, aller halbe Stunde, alle vier Stunden eine Stunde Dauerstillen, ... und der vielfältigen Möglichkeiten mehr, die ein Baby einem signalisieren kann) kann DAS BABY SELBST nämlich die Zusammensetzung der Muttermilch exakt seinem Bedarf an Eiweiß, Fett, Flüssigkeit etc. je nach Hunger, Durst, Wachstumsschub etc. regeln. Vorausgesetzt natürlich, man lässt es
Mit der Ernährung der Mutter haben solche Schwankungen aber eben nichts zu tun - sie sind kindgesteuert.
[Nebenbemerkung: darum sind auch Muttermilchanalysen abgepumpter Milch sehr fragwürdig, wenn es darum gehen soll zu sehen, "ob das Baby davon satt werden kann"
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So, davon unabhängig gibt es aber ja noch die Ebene der Mikro-Nährstoffe (Vitamine, Spurenelemente, ...) und der ART der Fette z.B.
Gut, Milchzucker ist immer Milchzucker '(das ist sogar immer der gleiche Milchzucker nicht nur unabhängig von der Mutter und deren Ernährung - sondern sogar unabhängig davon, ob die Milch von einer Kuh, einer Katze oder einer Stute stammt). Aber bei den Fetten gibt es meines Wissens schon einen Einfluss, ob die Mutter nun, sagen wir mal den ganzen Tag Fastfood isst, oder "mediterrane Kost" mit viel Omega-Fettsäuren etc.
Und soweit ich weiß, ist die Sache bei den Vitaminen etc. sogar noch komplexer: Klar, Stoffe, die der menschliche Körper nicht selbst herstellen kann (die heißen dann "essentiell"), können auch in der Muttermilch nur auftauchen, wenn die Mutter davon zumindest geringe Mengen zu sich nimmt. Aber: obwohl Muttermilch aus dem Blut(plasma) der Mutter gemacht ist, kann die Milch eine wesentlich höhere Konzentration an z.B. Vitamin C enthalten als das mütterliche Plasma. Soll heißen: in der Milch wird so viel von einem Vitamin angereichert, wie fürs Baby gebraucht wird, erst dann wird die Mutter wieder mit dem Rest versorgt.
Nun weiß ich nicht, ob das für alle Vitamine so gilt oder ob es auch welche gibt, die erst der mütterliche Körper verbraucht und die dann erst in der Milch landen (bei Vitamin D bin ich mir da nicht so sicher - denn da wird eine fürs Baby ausreichende Konzentration wohl erst erreicht, wenn die Mutter 4000 I.E. täglich zu sich nimmt - wird bei 1000 I.E. Einnahme der Mutter dann erst die Mutter versorgt und es geht nicht viel in die Milch?) Vitamin D wird ja aber darum Babys auch zusätzlich gegeben (und ist eigentlich auch nicht essentiell, da bei genügend Sonneneinstrahlung auf nackter Haut der Mensch eigentlich genug "Vitamin" D produzieren würde). Andere Vitamine werden nicht standardmäßig verabreicht, weshalb Vt. D vielleicht eine Ausnahme ist (?).
Im Allgemeinen gilt aber wohl so ähnlich wie in der Schwangerschaft: erst wird das Baby versorgt und was übrig ist, bleibt für die Mutter - darum bekommt die Mutter im Zweifelsfall auch zuerst den Mangel.
Im Endeffekt ergibt sich aber eben auch die Logik: wo gar nichts ist an einem Vitamin, kann auch nichts in der Muttermilch landen. Sprich: wenn z.B. eine sich vegan ernährende Mutter eine chronische Unterversorgung mit einem Vitamin B12 hat, wird auch in der Milch keins sein können.
blueberry mit großem und kleinem Frühlingskind (2010 und 2013)
- blueberry
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Re: Zusammensetzung Mumi
"einem" im letzten Satz vor "Vitamin B12" streichen 
blueberry mit großem und kleinem Frühlingskind (2010 und 2013)
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BabyElf
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Re: Zusammensetzung Mumi
Wow, vielen vielen Dank für diese ausführliche Erklärung.
Toll geschrieben und sogar für eine Bio/Chemie-Null verständlich!
Ich glaube, jetzt habe ich es kapiert.
Viele liebe Grüsse von einer schlauen Niki
Toll geschrieben und sogar für eine Bio/Chemie-Null verständlich!
Ich glaube, jetzt habe ich es kapiert.
Viele liebe Grüsse von einer schlauen Niki
Liebe Grüsse von
Niki mit dem Elfenjungen 11/11 und Mandarinchen 8/13
*ein zarter Wind wiegt mein verzaubertes Herz*
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- blueberry
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Re: Zusammensetzung Mumi
Danke
Und es mögen mich bitte gern Leute korrigieren, wenn irgenwas nicht stimmt.
Und es mögen mich bitte gern Leute korrigieren, wenn irgenwas nicht stimmt.
blueberry mit großem und kleinem Frühlingskind (2010 und 2013)
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jusl
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