Hallo Zusammen,
habe gerade gesehen, dass es momentan einen sehr lebhaften Thread zur Fremdbetreuung gibt aber ich möchte diesen Thread nicht aufwärmen, daher mache ich einen seperaten Thread auf.
Ich werde ab Mai wieder zwei Nachmittage arbeiten und habe mich sehr frühzeitig nach einer Tagesmutter umgesehen (6 Monate vorher). Leider sind wir nicht fündig geworden. Eine Tagesmutter die ich ganz gut fand ist auf unbestimmte Zeit krank geworden. Die andere Tagesmutter, die uns angeboten wurde, fand ich inakzeptabel. Tja und mehr Angebote hatten wir leider nicht.
Dann haben wir eine Spielgruppe gefunden, von der ich von Anfang an begeistert und überzeugt war. Der Betreuungsschlüssel ist dort 1:4, sie arbeiten mit Montessori und Emmi Pikler-Material und insgesamt finde ich dort den Ton und Umgang mit den Kindern einfach nur toll.
Nun gehe mit meiner Tochter seit 6 Wochen zur Eingewöhnung dorthin. Am Anfang lief es sehr gut. Sie ist super gerne dort hingegangen, hat ihre Bezugsbetreuerin ins Herz geschlossen - allerdings war ich da auch immer noch mit im Raum. Dann bin ich irgendwann auf den Flur geblieben, sie war in der Gruppe, das lief auch noch ganz gut. Dann vor 2 Wochen sollte ich zum ersten Mal gehen und da fing das Drama an. Sie hat sehr geweint und war wirklich untröstlich. Danach habe ich mit den Betreuerinnen beschlossen, dass wir nun erst einmal täglich dorthin gehen da zweimal in der Woche wenig ist, um eine Routine zu entwickeln. Nun gehen wir also täglich und ich denke, mittlerweile bin ich das Problem. Ich habe schon so einen Horror davor, dass sie wieder weint, dass ich völlig daneben bin. D.h. ich sitze dort mit Tränen in den Augen bis ich mich verabschiede und hole sie auch fast weinend wieder ab. Wenn ich hier zu Hause daran denke, bin ich auch schon völlig fertig mit den Nerven und schlafen kann ich auch nicht mehr gut. Das ist nicht sehr konstruktiv und natürlich auch ein Teufelskreis denn meine Tochter wird vermutlich nicht spontan mit dem Weinen aufhören, wenn sie von mir das Signal empfängt, dass irgend etwas ganz schlimm ist.
Also, ich habe wirklich das Gefühl, dass sie dort gut aufgehoben und liebevoll betreut ist und ich hadere auch nicht generell mit der Entscheidung zwei Nachmittage arbeiten zu gehen. Ich bin nur eben so weich, bzw. habe meine Tochter auch nie weinen lassen, dass es für mich fast unerträglich ist, sie so zu sehen. Was kann ich nun tun, dass ich mehr in mir Ruhe und meiner Tochter nicht noch zusätzlich die Situation erschwere? Habt Ihr einen Tipp für mich?
Danke schon einmal vorab
Nema
Eingewöhnung Spielgruppe
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Eingewöhnung Spielgruppe
Nema mit Tochter (2010) und Sohn (2013)
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Re: Eingewöhnung Spielgruppe
Ich habe zwei Eingewöhnungen hinter mir und kenne das, dass die Krippe mit Mama in der Ecke begeistert angenommen wird, bis die Kleinen merken, dass Mama nicht immer in der Ecke sitzen wird.
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Dann lese Deinen Satz immer wieder durch bis er wirklich "oben" angekommen istNema hat geschrieben:Also, ich habe wirklich das Gefühl, dass sie dort gut aufgehoben und liebevoll betreut ist und ich hadere auch nicht generell mit der Entscheidung zwei Nachmittage arbeiten zu gehen.
Bei der Eingewöhnung lässt Du Dein Kind nicht weinen. Das Weinen kann eine normale Reaktion des Kindes sein, da es die Mama lieber bei sich hätte. Wenn Deine Tochter wie Du schreibst ihre Betreuerin ins Herz geschlossen hat, so lässt sie sich sehr schnell vom Trennungsschmerz ablenken und weint nicht mehr, sobald die Mama außer Sichtweite ist. Das musst Du Dir klar machen. Du lässt Dein Kind nicht weinen. Wenn Du selber mit den Nerven fertig bist, bist Du Deinem Kind keine Hilfe. Nicht nur Deine Tochter, auch Du als Mutter musst lernen, den Betreuern zu vertrauen!Nema hat geschrieben:Ich bin nur eben so weich, bzw. habe meine Tochter auch nie weinen lassen, dass es für mich fast unerträglich ist, sie so zu sehen.
Ist doch wunderbar! Kopf hoch, das wird schon noch! Hab Vertrauen in Deine Tochter und deren Betreuer!Nema hat geschrieben:Dann haben wir eine Spielgruppe gefunden, von der ich von Anfang an begeistert und überzeugt war. Der Betreuungsschlüssel ist dort 1:4, sie arbeiten mit Montessori und Emmi Pikler-Material und insgesamt finde ich dort den Ton und Umgang mit den Kindern einfach nur toll.
"On ne connaît son chemin que quand on arrive au bout." (Le Destin - Bénabar) 🎶
Amber mit dem Elftklässler (Mai 2009) und der Neuntklässlerin (Januar 2011)
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Re: Eingewöhnung Spielgruppe
Du kannst hier etwas über die Eingewöhnung von Kleinkindern in Tageseinrichtungen nachlesen. Diese Seite hat mir sehr weitergeholfen. Finde beide Seiten sehr informativ, sowohl was die Bindungstheorie angeht, als auch zum Thema 'sanfte Eingewöhnung'.
Ich sehe es etwas anders als die Vorschreiberin. In der Tat ist es ein Zeichen, dass ein Kind zu seiner Erzieherin eine Bindung aufgebaut hat, wenn es sich trösten lässt. Der Aufbau dieser Bindung ist ja Ziel der Eingewöhnung. Ich bin trotzdem der Meinung, dass ein Abschied ohne Tränen gehen muss und kann, wenn das Kind soweit ist.
Und dass ein Kind sich trösten lässt, wenn Mama weg ist und dann auch 'schön' spielt, heisst nicht automatisch, das es auch gerne in der Betreuung ist oder nicht lieber zu Hause wäre. Es KANN auch einfach sein, dass das Kind sich mit der Situation abgefunden hat. Es muss nicht zwangsläufig glücklich und gerne in der Fremdbetreuung sein. Was für Euch zutrifft, kannst aber natürlich nur Du selbst beurteilen.
Ich sehe es etwas anders als die Vorschreiberin. In der Tat ist es ein Zeichen, dass ein Kind zu seiner Erzieherin eine Bindung aufgebaut hat, wenn es sich trösten lässt. Der Aufbau dieser Bindung ist ja Ziel der Eingewöhnung. Ich bin trotzdem der Meinung, dass ein Abschied ohne Tränen gehen muss und kann, wenn das Kind soweit ist.
Und dass ein Kind sich trösten lässt, wenn Mama weg ist und dann auch 'schön' spielt, heisst nicht automatisch, das es auch gerne in der Betreuung ist oder nicht lieber zu Hause wäre. Es KANN auch einfach sein, dass das Kind sich mit der Situation abgefunden hat. Es muss nicht zwangsläufig glücklich und gerne in der Fremdbetreuung sein. Was für Euch zutrifft, kannst aber natürlich nur Du selbst beurteilen.
Rhapsody mit Koboldsohn 10/2008, Koboldtochter 06/2011 und Babykobold 02/2014
Trageberatung in Stuttgart (Clauwi GK)
Wenn Kinder mit einer Bitte kommen, wollen sie immer zwei Dinge gleichzeitig: Das Eis und Kontakt. Sie kommen gut ohne das Eis aus, aber nicht ohne Kontakt." Jesper Juul
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- Nema
- alter SuT-Hase
- Beiträge: 2877
- Registriert: 08.01.2011, 22:08
Re: Eingewöhnung Spielgruppe
Vielen Dank für Eure Antworten, das hat mir schon weitergeholfen, bzw. teilweise noch meinen Verdacht erhärtet, dass meine Tochter evtl. einfach mehr Zeit braucht. Denn ich hatte eben nicht das Gefühl, dass ihr Weinen nur ein kurzer Trennungsschmerz ist sondern schon noch recht intensiv. Heute Nacht hat sich das Gedankenkarussell dann immer schneller und immer weiter gedreht und ich habe gedanklich schon meine Kündigung formuliert. Am Morgen bin ich dann aufgestanden und habe gedacht: so ein Quatsch, Du rufst jetzt auf der Arbeit an und fragst, ob Du im ersten Monat weniger Stunden und viel von zu Hause aus arbeiten kannst. Das habe ich gemacht und es ist kein Problem. Manchmal steht man sich selber im Weg!
Werde heute in der Spielgruppe vorschlagen, dass wir noch einmal einen Schritt zurückgehen und ich wieder im Flur bin während meine Tochter in der Gruppe ist. Hoffe, die sind damit einverstanden und ich denke, mit noch einmal zusätzlich 6 Wochen Zeit, sollte es möglich sein, dass sie sich gut und ohne (oder wenig) Tränen dort eingewöhnt.
Danke noch einmal.
Werde heute in der Spielgruppe vorschlagen, dass wir noch einmal einen Schritt zurückgehen und ich wieder im Flur bin während meine Tochter in der Gruppe ist. Hoffe, die sind damit einverstanden und ich denke, mit noch einmal zusätzlich 6 Wochen Zeit, sollte es möglich sein, dass sie sich gut und ohne (oder wenig) Tränen dort eingewöhnt.
Danke noch einmal.
Nema mit Tochter (2010) und Sohn (2013)