Geburtsgewicht - 10%
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Häsin
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Geburtsgewicht - 10%
Hallo Ihr,
habe mal eine Frage vor allem an die Expertinnen hier im Forum. Woher kommt die Empfehlung, dass zugefüttert werden soll, wenn das Kind 10% seines Geburtsgewichtes abgenommen hat? Besteht dann Gefahr fürs Kind (z.B.Dehydrierung)? Oder macht man das, weil man davon ausgeht, dass in einem solchen Fall die Milch nicht reicht? Ist diese Empfehlung absolut und unumstritten oder gibt es Fälle in denen eine solche Gewichtsabnahme eher toleriert werden kann als in anderen Fällen.
Ich frage deswegen, weil mein Kind (4,3kg Geburtsgewicht, sekundäre Sectio, mehr als 2 Wochen nach dem Termin) am Tag 3 nach dem Kaiserschnitt mehr als diese 10% abgenommen hatte und mir im KH zimelich Stress gemacht wurde mit Stillproben usw. Ich hatte in der Nacht meinen Milcheinschuss gehabt und das Kind tat sich schwer mit trinken, weil alles zu prall war, an den Tagen davor hatte er recht oft getrunken aber auch viel geschwitzt (es war sehr heiß im Krankenzimmer) und auch immer wieder viel Mekonium und Urin in der Windel. Bin dann auf Anraten meiner Hebamme auf eigene Verantwortung heimgegangen und nach einer Woche war das Geburtsgewicht wieder erreicht und jetzt habe ich ein ziemlich wohlgenährtes Kind.
Jetzt geht mir dauernd durch den Kopf, was passiert wäre, wenn ich länger geblieben wäre. Insgesamt habe ich eher zu viel Milch als zu wenig und ein Milcheinschuss am 3. Tag ist ja auch nicht superspät und Kolostrum hatte ich ja auch. Irgendwie denke ich, dass es gar nicht an der Milch liegen kann, dass mein Kind so viel abgenommen hat, sonst würden ja die meisten Kaiserschnittkinder (später Milcheinschuss) so viel abnehmen und zugefüttert werden müssen. Kann es daran liegen, dass er "übertragen" war und Wasser eingelagert hatte (ich selbst hatte auch viel Wasser eingelagert). Oder daran, dass er viel Mekonium hatte? Oder nehmen Kinder, die bei der Geburt sehr schwer sind weil sie so lange im Bauch waren, nach der Geburt mehr ab?
Ich ärgere mich jetzt noch über die Schwestern dort. Sie haben mir nie gescheit geholfen, aber wollten immer kontrollieren (ich sollte klingeln, wenn ich stille, damit sie sehen, ob ich es richtig mache) und mich gefragt, ob ich eh Milchpulver zuhause hätte. Dabei hätte ein Blick auf meinen überlaufenden Brüste genügt, um zu sehen, dass das sicher nicht das Problem ist...
Bin für professionelle Einschätzungen sehr dankbar. Möchte so einen Stress nämlich nicht nochmal erleben.
Liebe Grüße
Häsin
habe mal eine Frage vor allem an die Expertinnen hier im Forum. Woher kommt die Empfehlung, dass zugefüttert werden soll, wenn das Kind 10% seines Geburtsgewichtes abgenommen hat? Besteht dann Gefahr fürs Kind (z.B.Dehydrierung)? Oder macht man das, weil man davon ausgeht, dass in einem solchen Fall die Milch nicht reicht? Ist diese Empfehlung absolut und unumstritten oder gibt es Fälle in denen eine solche Gewichtsabnahme eher toleriert werden kann als in anderen Fällen.
Ich frage deswegen, weil mein Kind (4,3kg Geburtsgewicht, sekundäre Sectio, mehr als 2 Wochen nach dem Termin) am Tag 3 nach dem Kaiserschnitt mehr als diese 10% abgenommen hatte und mir im KH zimelich Stress gemacht wurde mit Stillproben usw. Ich hatte in der Nacht meinen Milcheinschuss gehabt und das Kind tat sich schwer mit trinken, weil alles zu prall war, an den Tagen davor hatte er recht oft getrunken aber auch viel geschwitzt (es war sehr heiß im Krankenzimmer) und auch immer wieder viel Mekonium und Urin in der Windel. Bin dann auf Anraten meiner Hebamme auf eigene Verantwortung heimgegangen und nach einer Woche war das Geburtsgewicht wieder erreicht und jetzt habe ich ein ziemlich wohlgenährtes Kind.
Jetzt geht mir dauernd durch den Kopf, was passiert wäre, wenn ich länger geblieben wäre. Insgesamt habe ich eher zu viel Milch als zu wenig und ein Milcheinschuss am 3. Tag ist ja auch nicht superspät und Kolostrum hatte ich ja auch. Irgendwie denke ich, dass es gar nicht an der Milch liegen kann, dass mein Kind so viel abgenommen hat, sonst würden ja die meisten Kaiserschnittkinder (später Milcheinschuss) so viel abnehmen und zugefüttert werden müssen. Kann es daran liegen, dass er "übertragen" war und Wasser eingelagert hatte (ich selbst hatte auch viel Wasser eingelagert). Oder daran, dass er viel Mekonium hatte? Oder nehmen Kinder, die bei der Geburt sehr schwer sind weil sie so lange im Bauch waren, nach der Geburt mehr ab?
Ich ärgere mich jetzt noch über die Schwestern dort. Sie haben mir nie gescheit geholfen, aber wollten immer kontrollieren (ich sollte klingeln, wenn ich stille, damit sie sehen, ob ich es richtig mache) und mich gefragt, ob ich eh Milchpulver zuhause hätte. Dabei hätte ein Blick auf meinen überlaufenden Brüste genügt, um zu sehen, dass das sicher nicht das Problem ist...
Bin für professionelle Einschätzungen sehr dankbar. Möchte so einen Stress nämlich nicht nochmal erleben.
Liebe Grüße
Häsin
Häsin mit Häschen (*2/2012)
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Bondolina
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Re: Geburtsgewicht - 10%
Meine beiden Kinder haben jeweils mehr als 10 Prozent Gewicht verloren. Bei Nummer eins lag das an Stillproblemen und Stress nach Sektion im Krankenhaus. Aber Nummer zwei habe ich ambulant entbunden und durchs Tandemstillen war vom ersten Tag an reichlich Milch da, trotzdem hat Baby so viel abgenommen und erst nach gut zwei Wochen sein Geburtsgewicht wieder erreicht. In den eineinhalb Wochen danach hat Baby dagegen gleich 500 g zugelegt... Es muss also kein Warnzeichen sein, sondern kann auch die individuelle Entwicklung sein.
Also: Lass Dich nicht verrückt machen!
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Lange gestillt und getragen habende Mama von Bondolinchen (Anfang 2009)
und Mini-Bondolinchen (Frühj. 2012)
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jusl
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Re: Geburtsgewicht - 10%
Hallo Häsin,
da stellst Du viele gute Fragen, ich versuch's mal der Reihe nach:
Ein Gewichtsverlust bis ca 5 % in den ersten Tagen nach der Geburt kann als physiologisch angesehen werden. Ab einem Gewichtsverlust von 7% sollte auf jeden Fall seitens des Fachpersonals genauer geschaut werden. Das heißt: Auf Stillmanagement und Anlegetechnik achten und ggf korrigieren, Komplikationen ausschließen, engmaschige, intensive stillberaterische Begleitung. Ein Gewichtsverlust von 10% kann strenggenommen bereits als Versagen des betreuenden Personals gelten und ist in den meisten Fällen (wenn auch nicht in allen, z.B. kann das Geburtsgewicht ja einfach falsch gemessen worden sein) als eindeutiges Alarmzeichen so werten, das etwas nicht stimmt. Eine automatische Zufütterindikation von künstlicher Milch besteht möglicherweise nicht, das hängt vom Einzelfall ab (kann ja sein, dass das Baby einfach schlecht stillt, saugschwach oder (stoffwechsel-)krank ist usw., obwohl die Mutter viel Milch bildet, das muss schon geklärt werden). Also: Ein WARNzeichen sind 10% Gewichtsverlust allemal, das definitiv. Und in den meisten Fällen stimmt auch was nicht, bzw. ist schlecht gelaufen in den ersten Tagen.
LG
Julia
da stellst Du viele gute Fragen, ich versuch's mal der Reihe nach:
WOHER diese Empfehlung kommt, also wer sie zuerst formuliert hat, kann ich Dir ohne weitere Recherche auch nicht sagen. Aber grundsätzlich ist es folgendermaßen:Woher kommt die Empfehlung, dass zugefüttert werden soll, wenn das Kind 10% seines Geburtsgewichtes abgenommen hat? Besteht dann Gefahr fürs Kind (z.B.Dehydrierung)? Oder macht man das, weil man davon ausgeht, dass in einem solchen Fall die Milch nicht reicht? Ist diese Empfehlung absolut und unumstritten oder gibt es Fälle in denen eine solche Gewichtsabnahme eher toleriert werden kann als in anderen Fällen.
Ein Gewichtsverlust bis ca 5 % in den ersten Tagen nach der Geburt kann als physiologisch angesehen werden. Ab einem Gewichtsverlust von 7% sollte auf jeden Fall seitens des Fachpersonals genauer geschaut werden. Das heißt: Auf Stillmanagement und Anlegetechnik achten und ggf korrigieren, Komplikationen ausschließen, engmaschige, intensive stillberaterische Begleitung. Ein Gewichtsverlust von 10% kann strenggenommen bereits als Versagen des betreuenden Personals gelten und ist in den meisten Fällen (wenn auch nicht in allen, z.B. kann das Geburtsgewicht ja einfach falsch gemessen worden sein) als eindeutiges Alarmzeichen so werten, das etwas nicht stimmt. Eine automatische Zufütterindikation von künstlicher Milch besteht möglicherweise nicht, das hängt vom Einzelfall ab (kann ja sein, dass das Baby einfach schlecht stillt, saugschwach oder (stoffwechsel-)krank ist usw., obwohl die Mutter viel Milch bildet, das muss schon geklärt werden). Also: Ein WARNzeichen sind 10% Gewichtsverlust allemal, das definitiv. Und in den meisten Fällen stimmt auch was nicht, bzw. ist schlecht gelaufen in den ersten Tagen.
Ja, das ist möglich. Mütter, die per PDA und/oder Kaiserschnitt entbinden, haben oft einen oder mehrere Tropf gelegt bekommen; das kann auch die Kinder etwas "aufschwemmen", so dass diese postnatal etwas mehr abnehmen, das ganze Wasser nämlich.Kann es daran liegen, dass er "übertragen" war und Wasser eingelagert hatte (ich selbst hatte auch viel Wasser eingelagert).
Nein, diese "5%-7%-10%"-Regel gilt für alle reifgeborenen Kinder, unabhängig vom Geburtsgewicht.Oder nehmen Kinder, die bei der Geburt sehr schwer sind weil sie so lange im Bauch waren, nach der Geburt mehr ab?
Das kann ich gut verstehen. Eure Betreuung war sicher nicht die beste - die Frage nach Milchpulver im Haus, wenn mit der mütterlichen Michbildung offensichtlich alles bestens ist, ist sehr doof.Möchte so einen Stress nämlich nicht nochmal erleben.
LG
Julia
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Häsin
- hat viel zu erzählen
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Re: Geburtsgewicht - 10%
Liebe Julia,
vielen lieben Dank für Deine ausführliche Antwort
Aber vielleicht war ich einfach nur beratungsresistent und wollte lieber von meiner Nachsorgehebamme betreut werden als vom Personal dort. Die hat mich im Krankenhaus besucht und mir das richtige Anlegen gezeigt. Sonst bestand die Betreuung eben aus Kontrolle und aus "Brustwarze in den Mund stopfen" oder "Kolostrum ausstreichen und dem Kind einflösen". Das war mir unangenehm. Lieber hätte ich ein "versuchen sie es mal selbst wir schauen zu und helfen ggf." gehabt
Das heißt also es ist ein Alarmzeichen, dass das Stillen nicht klappt, nicht unbedingt ein Zeichen dafür, dass es dem Kind akut schlecht geht und zugefüttert werden muss?
Ich frag mich halt, wie das generell nach Kaiserschnitt ist. Ein Milcheinschuss in der 3. Nacht ist ja da glaub sogar recht früh, da müssten ja noch mehr Kinder dieses Problem haben. Die Vormilch ist ja nicht so wahnsinnig viel, dass sie so einen Gewichtsverlust nennenswert stoppen könnte.
Das alles beschäftigt mich eben, weil ich da im KH das Gefühl vermittelt bekommen habe, ich sei eine Milchkuh, die nicht genug Leistung bringt, (das Kind wurde mir im Aufwachraum direkt angelegt, ich durfte es nichtmal anschauen vorher) und wissen möchte, wie ich mich am besten verhalte, sollte sowas beim zweiten Kind auch vorkommen. Will ja nicht ein physiologisch notwendiges vorübergehendes Zufüttern ablehnen (zu dem es glücklicherweise nicht kam)- ein unnötiges aber eben schon.
Danke auch Bondolina für Deine Erfahrungen!
Liebe Grüße
Häsin
vielen lieben Dank für Deine ausführliche Antwort
interessant; ich habe eher das Gefühl vermittelt bekommen, dass da ein Versagen meinerseits vorliegtjusl hat geschrieben: Ein Gewichtsverlust bis ca 5 % in den ersten Tagen nach der Geburt kann als physiologisch angesehen werden. Ab einem Gewichtsverlust von 7% sollte auf jeden Fall seitens des Fachpersonals genauer geschaut werden. Das heißt: Auf Stillmanagement und Anlegetechnik achten und ggf korrigieren, Komplikationen ausschließen, engmaschige, intensive stillberaterische Begleitung. Ein Gewichtsverlust von 10% kann strenggenommen bereits als Versagen des betreuenden Personals gelten und ist in den meisten Fällen (wenn auch nicht in allen, z.B. kann das Geburtsgewicht ja einfach falsch gemessen worden sein) als eindeutiges Alarmzeichen so werten, das etwas nicht stimmt.
Aber vielleicht war ich einfach nur beratungsresistent und wollte lieber von meiner Nachsorgehebamme betreut werden als vom Personal dort. Die hat mich im Krankenhaus besucht und mir das richtige Anlegen gezeigt. Sonst bestand die Betreuung eben aus Kontrolle und aus "Brustwarze in den Mund stopfen" oder "Kolostrum ausstreichen und dem Kind einflösen". Das war mir unangenehm. Lieber hätte ich ein "versuchen sie es mal selbst wir schauen zu und helfen ggf." gehabt
Das heißt also es ist ein Alarmzeichen, dass das Stillen nicht klappt, nicht unbedingt ein Zeichen dafür, dass es dem Kind akut schlecht geht und zugefüttert werden muss?
Ich frag mich halt, wie das generell nach Kaiserschnitt ist. Ein Milcheinschuss in der 3. Nacht ist ja da glaub sogar recht früh, da müssten ja noch mehr Kinder dieses Problem haben. Die Vormilch ist ja nicht so wahnsinnig viel, dass sie so einen Gewichtsverlust nennenswert stoppen könnte.
stimmt, habe ich bekommenjusl hat geschrieben:Ja, das ist möglich. Mütter, die per PDA und/oder Kaiserschnitt entbinden, haben oft einen oder mehrere Tropf gelegt bekommen; das kann auch die Kinder etwas "aufschwemmen", so dass diese postnatal etwas mehr abnehmen, das ganze Wasser nämlich.Kann es daran liegen, dass er "übertragen" war und Wasser eingelagert hatte (ich selbst hatte auch viel Wasser eingelagert).
Das alles beschäftigt mich eben, weil ich da im KH das Gefühl vermittelt bekommen habe, ich sei eine Milchkuh, die nicht genug Leistung bringt, (das Kind wurde mir im Aufwachraum direkt angelegt, ich durfte es nichtmal anschauen vorher) und wissen möchte, wie ich mich am besten verhalte, sollte sowas beim zweiten Kind auch vorkommen. Will ja nicht ein physiologisch notwendiges vorübergehendes Zufüttern ablehnen (zu dem es glücklicherweise nicht kam)- ein unnötiges aber eben schon.
Danke auch Bondolina für Deine Erfahrungen!
Liebe Grüße
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Häsin mit Häschen (*2/2012)
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jusl
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Re: Geburtsgewicht - 10%
Ja, das hast Du wunderbar den Dreh- und Angelpunkt aller stillberaterischer Kunst in einen Satz gepackt.Will ja nicht ein physiologisch notwendiges vorübergehendes Zufüttern ablehnen (zu dem es glücklicherweise nicht kam)- ein unnötiges aber eben schon.
Das klingt in der Tat unlustig. Da hätten wohl alle Mütter eine liebe Nachsorgehebamme vorgezogen.Aber vielleicht war ich einfach nur beratungsresistent und wollte lieber von meiner Nachsorgehebamme betreut werden als vom Personal dort. Die hat mich im Krankenhaus besucht und mir das richtige Anlegen gezeigt. Sonst bestand die Betreuung eben aus Kontrolle und aus "Brustwarze in den Mund stopfen" oder "Kolostrum ausstreichen und dem Kind einflösen". Das war mir unangenehm. Lieber hätte ich ein "versuchen sie es mal selbst wir schauen zu und helfen ggf." gehabt
Ja, das ist natürlich übel. Und "sachlich" in Deinem Fall ja nun ausgeschlossen. Und selbstverständlich sollten auch Mütter, bei denen es tatsächlich "an ihnen" liegt, z.B. wegen med. Besonderheiten, nicht das diffuse Gefühl vermittelt bekommen, sie würden "versagen"... das ist ja völlig sinnfrei. Und hilft eben auch NIE.ich habe eher das Gefühl vermittelt bekommen, dass da ein Versagen meinerseits vorliegt
Nein, nicht ganz. Es ist ein Alarmzeichen. Das auf jeden Fall. Zum Beispiel dafür, dass das Stillen an sich nicht gut klappt. Oder dass das Stillmangement verbessert werden muss. Oder dafür, dass ein med. Problem bei der Mutter vorliegt. Oder dafür, dass ein med. Problem beim Baby vorliegt.Das heißt also es ist ein Alarmzeichen, dass das Stillen nicht klappt, nicht unbedingt ein Zeichen dafür, dass es dem Kind akut schlecht geht und zugefüttert werden muss?
Ob es dem Kind bereits so schlecht geht, dass zugefüttert werden muss, hängt nicht nur an 10% Gewichtsverlust. Gelbsucht-, Hypoglykämie- oder Exsikkosetendenzen müssen auf jeden Fall ebenfalls im Auge behalten und hinsichtlich einer Zufütterindikation beurteilt werden. Wenn z.B. mal ein Problem vorlag UND es aber bereits behoben ist, UND also entsprechend zu erwarten ist, dass das Baby jetzt schnell zunimmt, dann kann man aufs Zufüttern wahrscheinlich verzichten. Unter sorgfältiger, fachkundiger Beobachtung halt...
In der Tat werden laut einiger Autoren nach Kaiserschnitt häufiger Still- und Gedeihprobleme beobachtet. Die interessante Frage ist, woran GENAU das liegt. An der Schnittentbindung selbst und den damit verbundenen Nachteilen fürs Baby, oder an den Ursachen, die zum Kaiserschnitt führten, oder doch eher an den Rahmenbedingungen, wie die ersten Stunden und Tage post partum gestaltet werden? Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus allen dreien, aber ich persönlich glaube, dass den Rahmenbedingungen da die größte Bedeutung zukommt. Krankenhaus-Atmo, ständig wechselndes Personal (und die sind nunmal nicht alle gleich fit), fehlende Intimsphäre, gestörte Privatsphäre, ungünstige Tagesabläufe... kann alles nachweislich negativ auf den Stillerfolg wirken.Ich frag mich halt, wie das generell nach Kaiserschnitt ist. Ein Milcheinschuss in der 3. Nacht ist ja da glaub sogar recht früh, da müssten ja noch mehr Kinder dieses Problem haben. Die Vormilch ist ja nicht so wahnsinnig viel, dass sie so einen Gewichtsverlust nennenswert stoppen könnte.
Also allein die Tatsache, dass Du Dich jetzt so viel damit beschäftigt, Infos einholst, Erfahungsberichte liest usw., macht es unwahrscheinlich, dass Dir das beim zweiten Kind auch passiert. Du wirst dann eine erfahrene Mutter sein. Die vermeintlichen Kleinigkeiten kennen, auf dies es aber eben ankommen kann. Und vermutlich wirst Du selbstsicherer sein und irgendwelchen eventuellen Unsinn, wenn er denn vom Fachpersonal kommt, sogleich als solchen zurückweisen und gar nicht erst an Dich heranlassen.und wissen möchte, wie ich mich am besten verhalte, sollte sowas beim zweiten Kind auch vorkommen.
LG
Julia
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Lila
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- Registriert: 20.06.2007, 23:58
Re: Geburtsgewicht - 10%
diese und vergleichbare probleme gibt es tatsächlich häufiger. zumindest ist meine erfahrung, dass wirklich extrem viele frauen stillschwierigkeiten haben, stillhütchen nehmen, sehr schnell zufüttern müssen, da die babies nicht gut zunehmen oder aber das gegenteil, die babys nehmen zu wenig zu und es wird viel zu spät reagiert, nämlich wenn ziemlich viel schon schief gegangen ist und eine rückkehr zum stillen nach bedarf gelingt den frauen nicht mehr.
mein erstes kind kam spontan, et+9 mit 4020gr., es hatte zwar viel mekonium, aber allein darauf ist es nicht zu schieben, dass es innerhalb der ersten drei tage auf 3400gr. abgenommen hat !! = 15% ... wir als erstlingseltern haben es nicht realisiert, nach dem motto, das kind verhungert schon nicht an der vollen brust und ich hatte ja immer wieder angeboten, aber kind hat nicht gewollt. wir wurden dann erst viel zu spät in kenntnis gesetzt über die situation (vermutlich schon fiebrig, eingefallene fontanelle) und - wirklich durch ein wunder - bekam das baby irgendwie die kurve und hat dann innerhalb einer woche 500gr. zugenommen und wurde propper ... ach ja, die hebamme hat damals nur gemeint, dass es an mir läge und dass ich vermutlich nicht stillen könnte (aus psychischen gründen) das baby würde das super machen. *hüstel* später wurde mir mehr klar, anstrengende geburt, baby mit geringem muskeltonus und letztendlich auch mit einer komischen saugtechnik.
ich glaube, also dass es oft probleme gibt, ich finde wichtig, dass so wie jusl es beschrieben hat, reagiert wird und dass die leute wachsam und unterstützend sind ... dies hast leider auch du nicht erfahren und das tut mir leid.
lg
mein erstes kind kam spontan, et+9 mit 4020gr., es hatte zwar viel mekonium, aber allein darauf ist es nicht zu schieben, dass es innerhalb der ersten drei tage auf 3400gr. abgenommen hat !! = 15% ... wir als erstlingseltern haben es nicht realisiert, nach dem motto, das kind verhungert schon nicht an der vollen brust und ich hatte ja immer wieder angeboten, aber kind hat nicht gewollt. wir wurden dann erst viel zu spät in kenntnis gesetzt über die situation (vermutlich schon fiebrig, eingefallene fontanelle) und - wirklich durch ein wunder - bekam das baby irgendwie die kurve und hat dann innerhalb einer woche 500gr. zugenommen und wurde propper ... ach ja, die hebamme hat damals nur gemeint, dass es an mir läge und dass ich vermutlich nicht stillen könnte (aus psychischen gründen) das baby würde das super machen. *hüstel* später wurde mir mehr klar, anstrengende geburt, baby mit geringem muskeltonus und letztendlich auch mit einer komischen saugtechnik.
ich glaube, also dass es oft probleme gibt, ich finde wichtig, dass so wie jusl es beschrieben hat, reagiert wird und dass die leute wachsam und unterstützend sind ... dies hast leider auch du nicht erfahren und das tut mir leid.
lg
Lila mit zwei Kindern (*2003 und *2006)
- Sakura
- Miss SuTiversum
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- Registriert: 01.05.2011, 19:17
- Wohnort: MEI
Re: Geburtsgewicht - 10%
Die Kaiserschnittmamis die ich kenne hatten den Milcheinschuss alle später, und alle diese Kinder wurden in der Klinik zugefüttert. Das ging soweit, dass bei einigen dank massivem Zufütterns das Stillen nur noch teilweise möglich war. Wobei Dein Kind ja auch sehr groß und schwer war. Eine Freundin hat ein Kind von 2,7 kg entbunden, und das hat mehr als 10% seines Gewichtes verloren. Du kannst dir ausrechnen, wieviel Kind da übrig bleibt.Häsin hat geschrieben:Ich frag mich halt, wie das generell nach Kaiserschnitt ist. Ein Milcheinschuss in der 3. Nacht ist ja da glaub sogar recht früh, da müssten ja noch mehr Kinder dieses Problem haben.
Gibt es in Deiner Gegend "Babyfreundlich" zertifizierte Krankenhäuseer? Das ist ein Zertifikat für stillfreundliche Kliniken, mindestens meine war sehr empfehlenswert, BESONDERS im Vergleich zur näherliegenden aber nicht stillfreundlichen Klinik.und wissen möchte, wie ich mich am besten verhalte, sollte sowas beim zweiten Kind auch vorkommen
Sakura mit zwei tollen Mädels 04/11 und 05/13
Ich werde sie lehren, den eigenen Weg zu gehen,
vor keinem Popanz, keinem Weltgericht,
vor keinem als sich selber gerade zu stehen. (Reinhard Mey)
Ich werde sie lehren, den eigenen Weg zu gehen,
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- klimaforscherin
- Prof. Dr. SuT
- Beiträge: 7128
- Registriert: 06.05.2010, 19:22
- Wohnort: bei der Pyramide
Re: Geburtsgewicht - 10%
Sehr interessant! Was sind denn überhaupt Zufuetterindikationen in den ersten Tagen von abgepumpter Milch, PRE, Zuckerwasser, Tee:roll:, Wasser:roll: ?
Grüße
klimaforscherin
mit Wetterfrosch 2010 und Schwälbchen 2012

klimaforscherin
mit Wetterfrosch 2010 und Schwälbchen 2012

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Thalia
- hat viel zu erzählen
- Beiträge: 206
- Registriert: 28.01.2012, 20:58
Re: Geburtsgewicht - 10%
Ich hab hier einen guten Artikel gelesen zur Zufütterungsindikation im KH bzw. in den ersten Lebenstagen: http://www.velb.org/docs/ls-1_2004-rich ... enhaus.pdfklimaforscherin hat geschrieben:Sehr interessant! Was sind denn überhaupt Zufuetterindikationen in den ersten Tagen von abgepumpter Milch, PRE, Zuckerwasser, Tee:roll:, Wasser:roll: ?
Ich kann aber aus eigener Erfahrung sagen, dass wir schon bei 8% Gewichtsverlust zufüttern mussten, da meine Tochter deutliche Zeichen einer Exsikkose mit Fieber hatte. Das Stillmanagement war nicht mehr zu verbessern. Sie war übrigens 10 Tage übertragen (mit Übertragunszeichen, also kein "Terminberechnungsfehler"), diese Babys haben wohl auch etwas weniger Reserven. Und das war richtig. Man kann sowas nicht immer verteufeln, wie jusl bereits geschrieben hat gibt es Situationen in denen zugefüttert werden muss, die Kunst ist zu erkennen wann, wie und was für weitere Maßnahmen zum Erhalt des Stillens getroffen werden müssen. Ich finde es genauso unverantwortlich einem Baby die notwendige Zufütterung aus dogmatischen Gründen zu verweigern ebenso wie das Baby routinemäßig mit Glucose. Pre o.ä. im Krankenhaus "abzufüttern", weil man das so dort so macht. Ich war übrigens in einem babyfreundlichen Krankenhaus.
Thalia mit Tochter 10/2011
*gestillt, getragen und familiengebettet*
*gestillt, getragen und familiengebettet*
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neroli
Re: Geburtsgewicht - 10%
mein thema - beschäftigt mich auch sehr, da ich wieder per sectio entbinden werde und mein kleiner kerl knapp die 10% abgenommen hat (milcheinschuss am 5.tag), er war zusätzlich ikterisch und hatte (erst mit 2 monaten festgestellt) einen muttermilchinduzierten ikterus - mir wurde gesagt, dass das beim 2.kind mit hoher wahrscheinlichkeit auch so sein wird...
mein problem ist, dass ich in einem nicht sehr stillfreundlichem landkh entbinde...
deswegen möchte ich auch vorbereitet sein!
mein problem ist, dass ich in einem nicht sehr stillfreundlichem landkh entbinde...
deswegen möchte ich auch vorbereitet sein!