Nächtliches Stillen- Schlafqualität des Kindes

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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anne-gretel
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Nächtliches Stillen- Schlafqualität des Kindes

Beitrag von anne-gretel »

Gestern hatte ich mal wieder eine Diskussion mit der Mutter eines Bekannten über unser Stillen.
Wir waren auf einem Geburtstag und ich habe meinen Kleinen (14Mon) dort 2x gestillt.
Ich wurde dann so Sachen gefragt, ob er noch nicht am Tisch mitisst (tut er, schluckt aber dabei nichts runter) und wie es nachts so ist (ca 3-10x Stillen).
An einem Punkt war ich mir selbst unsicher. Und zwar hatte diese Mutter das Stillen nicht gänzlich verurteilt und lehnt auch Schreienlassen (gemeint ist Ferbern) ab, aber sie meinte, das auch für das Kind ein erholsamer Schlaf wichtig ist und es nicht ständig wach werden sollte, um sich durch Nuckeln zu beruhigen (natürlich alles angewöhnt). Sie findet nicht, dass Nuckeln eine natürliche Methode ist, um das Kind zu beruhigen (sondern Stillen=Essen -> Essen nachts ist nicht erforderlich). Da gibt es bei mir nichts zu rütteln. Ich mache das, was unser Kind beruhigt. Und so schläft er am schnellsten wieder weiter.
Aber leidet seine Schlafqualität darunter?
Ich habe gesagt, dass ist, wie wenn wir uns nachts mal rumdrehen. Und das tun wir ja nicht in den Tiefschlafphasen. Zugegeben, wir hatten schon Nächte mit über 15x an die Brust kommen; so viel Leichtschlafphasen sollte man nicht haben und diese Nächte sind wohl für uns beide nicht so erholsam. Aber wir sprechen von der Regel mit geschätzten 4-5x (+morgens mehr oder weniger Dauernuckeln [hab ich gar nicht verraten]).
Was wisst ihr darüber?
Ich denke das geschieht in den REM-Phasen und ist daher kein Störfaktor für die Schlafqualität. Aber ich bin mir wirklich nicht sicher, ob vielleicht die Dauer der Tiefschlafphasen durchs Stillen abnimmt.
Ich komme damit recht gut klar, auch wenn wir uns manchmal mehr Schlaf wünschen.
Ist nächtliches Abstillen eine gute Option?
Was sind eurer Meinung die Argumente für oder gegen nächtliches Stillen?
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BlueSwan
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Re: Nächtliches Stillen- Schlafqualität des Kindes

Beitrag von BlueSwan »

Das würde mich ja auch mal interessieren?! Mein Kleiner ist ja noch nicht so alt und ich denke das sein nächtliches „Nuckeln” normal ist, aber wenn ich ab und zu lese wie oft ältere Kinder aufwachen/stillen frag ich mich das auch schon. Aber ich hab auch eine Bekannte deren 2 1/2 jährige Tochter nachts 1 Liter (Milch und Tee) trinkt ist wohl normal bei ihr und die wurde nie gestillt. Ich denke es dauert halt bis sich das Kind von „ich wach alle halbe Stunde auf um zu prüfen das alles IO ist” zu „hier bin ich sicher mir kann nix passieren und ich schlaf durch” seine Zeit brauch bei und die ist halt bei jedem anders. Ach ja wenn nächtliches Nuckeln nicht natürlich wäre wieso werden dann soooo viele Babys und Kleinkinder mit Schnuller zu Bett gebracht ???
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Teazer
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Re: Nächtliches Stillen- Schlafqualität des Kindes

Beitrag von Teazer »

anne-gretel hat geschrieben:Sie findet nicht, dass Nuckeln eine natürliche Methode ist, um das Kind zu beruhigen (sondern Stillen=Essen -> Essen nachts ist nicht erforderlich). Da gibt es bei mir nichts zu rütteln. Ich mache das, was unser Kind beruhigt. Und so schläft er am schnellsten wieder weiter.
Aber leidet seine Schlafqualität darunter??
Ein Säugling, der Nuckeln nicht braucht. Interessante Theorie. ;-) Die Schlafqualität Deines Kindes leidet sicher nicht. Es wacht ja nach seinem eignen Rhythmus auf. Ich würde eher das Gegenteil annehmen, denn das Nuckeln erleichtert ihm das wieder Einschlafen. Wie es mit Dir aussieht, ist natürlich die andere Sache. Ich persönlich habe nachts nicht abgestillt, auch wenn ich die Große mittlerweile nachts auch mal vertröste (wenn es geht). Der Kleine darf so oft wie er es braucht (klar in dem Alter :lol: ).

Mein Hauptargument wäre tatsächlich, dass das Stillen eine solche Multifunktion hat (Hunger/Durst stillen, Beruhigen, Sichern, ...) dass eine Einschränkung im ersten Lebensjahr (und darüber hinaus) die Schlafqualität eher verschlechtert als verbessert.
Viele Grüße von Teazer (Stillmodteam)

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saiidi
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Re: Nächtliches Stillen- Schlafqualität des Kindes

Beitrag von saiidi »

kennst du babyjahre von largo? anfangs haben babys kürzere schlafphasen, je älter umso länger werden. und jedes kind darf sich in seinem eigenen tempo entwickeln.
Ausserdem schützt häufiges aufwachen gegen sids. mein großer ist nachts ewig alle 2 std aufgewacht und nur durch stillen wieder eingeschlafen. irgendwann wachsen sie dann raus und schlafen durch. glaub da war er sogar über 3 schon. hab echt glück mit der kleinen, die schläft jetzt schon viel besser.
(sorry wg kleinschreibung, geht grad nicht anders)
Liebe Grüße
Saiidi

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Re: Nächtliches Stillen- Schlafqualität des Kindes

Beitrag von spacerabbit »

Unsere Kleine ist auch 14 Monate alt, momentan stille ich sie nachts ca. alle 2 Stunden, es gab aber auch schon Näche, in denen sie nur einmal nachts wach war, ohne, dass ich irgendwas von außen verädert habe. Meine Theorie ist, dass es eben einige Kinder gibt, bei denen es länger dauert, bis sich das Schlafverhalten ändert. Und mein Bauchgefühl sagt mir, dass die Kleine momentan das Stillen eben noch so oft braucht. Ich bin aber auch schon öfters komisch gefragt worden, wie lange ich denn noch stillen will. Und der Große hatte übrigens mit etwas über einem Jahr sich ganz von selbst abgestillt. Solange es für einen selbst stimmig ist, ist das völlig in Ordnung. Und die Schlafqualität bessert sich bestimmt nicht (von Mutter und Kind!), wenn man versucht, nachts nicht mehr zu stillen und das Kind total lange weint ( wäre bei uns dann zumindest der Fall...)
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Re: Nächtliches Stillen- Schlafqualität des Kindes

Beitrag von Feleni »

Also ich merke schon, daß es ein großer Unterschied ist, ob F. bei mir im Bett schläft oder in ihrem.
Auch bei den Jungs war es so.
Die Babies haben recht lange bei mir im Bett geschlafen, aber irgendwann hatte ich nen Punkt, wo ich dann nicht mehr
ausschließlich FB wollte und die Kinder dann im KiZi in den Schlaf gestillt hab und in ihr Bett gelegt hab.

Nun ist es denn so, daß ich oft zu faul bin, im KiZi nachts zu stillen - kalt, müde,...
Wenn ich sie dann hole (oder sie kommt und ich sie nicht ins KiZi zurück bringe), sind die Nächte deutlich unruhiger und mit Dauerstillen oder sehr oft stillen verbunden.
Quäle ich mich gegen 1 h aus dem Bett ins KiZi, schläft sie recht schnell wieder ein und dann is bis 5 oder 6 wieder Ruhe.

Ich schlafe leider nicht so gut mit Stillkind im Bett, daher entscheide ich mich eher für Variante 2.

Und das war auch schon bei den Jungs so.
Die Milchbar ist dann einfach nicht direkt greifbar. Entweder das Kind hat Hunger, dann macht es das auch deutlich kund, oder aber es ist kein Hunger, dann kann es auch ggf. allein weiterschlafen.

Ich weiß es nicht ganz genau, aber ich meine, das mit dem im eigenen Bett zu Bett bringen hab ich bei allen dreien um den 1. Geburtstag begonnen. Da gabs nen Schub und danach war ich so genervt vom Nachts-stillen, daß das probiert wurde.
Hier hats geklappt, liegt aber auch an den Kindern....

Von daher: ICH glaube, daß das nächstliche Stillen schon Einfluß auf die Schlafqualität hat. Aber halt auch in alle Richtungen. Manche Mama kann gut stillend im Bett schlafen, andere nicht... Manche Babys brauchen die Mamanähe nachts, andere nicht unbedingt....
Genau wie der Mensch zwar ein Tragling ist, aber es sicher auch Kinder gibt, die nicht getragen werden mögen...
LG U. mit M. und unseren Kindern J. (*07/06), M.(*11/08) und F. (*10/10)
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Captainsparrow

Re: Nächtliches Stillen- Schlafqualität des Kindes

Beitrag von Captainsparrow »

Das ist für ein Baby ein normales Schlafverhalten. Es ist grundsätzlich falsch das Schlafverhalten von Babys mit dem von Erwachsenen zu vergleichen. Für einen Säugling /ein Kleinstkind war es früher lebensnotwendig ständig in engem körperlichen Kontakt zur Mutter zu stehen, da ist es doch eigentlich ganz schlau von der Natur dass sie es so eigerichtet hat das das Kind im Halbschlaf den Kontakt zum mütterlichen Körper sucht und sich dann erst wieder beruhigt, wenn es von dort ein körperliches Feedback gibt. Natürlich gibt es auch Kinder bei denen das nicht so ausgeprägt ist, einige sogar, und die haben daraus ja auch keinen körperlichen Nachteil heutzutage, aber deshalb kann man nicht im Umkehrschluss behaupten, dass das häufige Aufwachen und Stillen falsch ist, bloß weil es uns nicht in unseren eigenen Rhythmus passt. Und in Urzeiten haben auch Erwachsene garantiert nicht 8 Stunden am Stück geschlafen wie ein Stein....Mama und Kind die so tief geschlafen haven, waren damals nämlich Ruck-Zuck Futter für das nächste Raubtier das um die Ecke kam.....
Captainsparrow

Re: Nächtliches Stillen- Schlafqualität des Kindes

Beitrag von Captainsparrow »

Ach ja, die Schlafphasen von stillenden Mamas im FB und Säuglingen ist sogar SEHR verändert zu dem von anderen Menschen. Das ist aber eine Tatsache die "halt so ist", das Schlafverhalten von Mama und Kind passt sich einander ganz gut an. Was auch einen großen Beitrag zur SIDS-Prävention leistet, weil eine stillende Mama und das Kind nachts tatsächlich "verknüpft" sind.http://cosleeping.nd.edu/assets/31970/m ... ould_n.pdf
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anne-gretel
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Re: Nächtliches Stillen- Schlafqualität des Kindes

Beitrag von anne-gretel »

Ja, Chrissi, das mit dem angepassten Schlafrhythmus merke ich auch. Das hab ich auch schon bei Sears gelesen. Für mich ist es meist auch kein größeres Problem, meistens bin ich auch grad im Halbschlaf.
Für mich war es nur nochmal wichtig zu wissen, dass auch andere ihrem Bauchgefühl folgen und das gut so fürs Kind ist.
Anne mit Winterzwerg 01/2011 und Herbstmäuschen 10/13
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Re: Nächtliches Stillen- Schlafqualität des Kindes

Beitrag von SevenOf9 »

Ich finde das ist doch mal ein ganz tolles Thema, in die Richtung habe ich noch gar nicht nachgedacht. Ich finde den Denkansatz wirklich interessant.
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