jusl hat geschrieben:nur weil DEINE 3 Kinder keine Probleme mit Saugverwirrung hatten, heißt das nicht, dass es sie nicht gibt. Ich bin Stillberaterin seit 2005 und habe Hunderte Mütter und Kinder bei der Überwindung schwerer, eindeutig durch künstliche Sauger (mit-)verursachte Saugstörungen begleitet. Deshalb ist MIR wichtig, dass der Gedanke in den Köpfen landet, dass für das notwendige Zufüttern ANDERE Methoden gewählt werden sollten, falls den Müttern am Stillen liegt.
Danke dafür!
(ich find deine Beiträge hier immer wieder ganz toll)
Lamama, ich muss gestehen, wenn ich deine Beiträge mit meiner Erfahrungs-Brille lese, komme ich mir etwas angegriffen vor. Ich glaub, das möchtest du nicht, aber es kommt so an... Ich habe ein wirklich riesen großes Problem damit, dass ich bei meiner Tochter nicht mehr gemacht. Mehr Hilfe gefordert habe, mehr Selbstvertrauen gehabt habe, mehr Wissen gehabt habe, mehr gekämpft habe. Das ist ein wirklich wirklich großes Problem. Zum einen hab ich da dieses "halb verhungerte" Kind, das "dank" der Flasche endlich auch etwas zu Essen bekommen hat - auf der anderen Seite habe ich mein persönliches Scheitern. Mein Scheitern bezieht sich nicht auf die Tatsache, dass es mit dem Stillen nicht so geklappt hat, wie es für mein Empfinden normal gewesen wäre (nämlich so, wie es dann bei meinem zweiten gelaufen ist - total unspäktakulär und unglorifizierend), sondern dass ich "aufgegeben" habe, nicht für mein Kind gekämpft habe. Da hab ich richtig einen Weg und würde am liebsten jedes Mal heulen, wenn ich daran denke. Aber nein, ich bin groß, mein Kind ist gesund und glücklich.... Es geht ja "nur" ums Stillen...
Jetzt klingen deine Beträge für mich sehr.... hmmm..... drüberbürstend. Als wär das alles lockerleicht und null problemo. Es WAR ein RIESEN Problem. Sie nahm von Anfang an die Brust, wenn überhaupt, nur mit Stillhütchen "richtig" (=kaute auf dem Nippel rum, Vorhof war komplett draußen). Ohne Hütchen wars ein Drama (ich hätte mir die keinesfalls aufschätzen lassen sollen von der $%&/()= Hebamme), nichts ging. 3 Monate lang habe ich die Maus praktisch tagsüber den kompletten Tag gestillt. Bis 16:00 hier und da mal mit ner Pause, dann durchgehend bis um 21:00 oder so. 900g in drei Monaten... Da ist es LOGISCH, wenn das Kind zum ersten mal fließende Nahrung im Mund spürt, dass es die Brust komplett ablehnt. Das ist dann keine Frage eines guten Stillmanagements mehr. Dass ist dann ein Überlebenskampf des Kindes! In so einem Fall bedeutet die Flasche dann das aus. (meistens) Eine gute, einfühlsame und fachkundige Hilfe hätten sicher die Stillbeziehung eher retten können als die Flasche.
Irgendwie schweifen wir arg vom Thema ab...? Ich will definitiv keine Angst vorm Stillen machen. Aber sowas gehört auch dazu. Das ist die Realität - aber das sind alles Probleme, die gelöst werden können. Zum Glück gibt es so tolle Stillvereinigungen, die einem ganz ganz GANZ viel Rat geben können - der auch auf jeden Fall abgeschöpft werden sollte. Denn so gut wie jede Frau kann Stillen - nur sie muss es manchmal erst auch ein bisschen lernen. Das ist garnicht schlimm. Und dann ist es das wunderbarste, unkomplizierteste, natürlichste, simpelste, nein, nicht beste, sondern schlicht normalste der Welt. Das grandioseste an meiner zweiten Stillbeziehung war diese sagenhafte Normalität. Es hat sich noch nie im Leben etwas zu gleich so richtig wie auch simpel für mich angefühlt. Es war emotional intensiv, aber dennoch leicht. Das ist es, was ich in der ersten Stillbeziehung vermisse. Nicht die himmelhochjauchzenden Gefühle, wenn ich mein Kindlein verliebt anschaue. Sondern dieses normale. Das selbstverständliche. Keinen Stress, keine unnötigen Vorkehrungen, kein Hantieren mit Wasserkochern, keine Vorratshaltung, kein Planen und kein Schleppen. Einfach T-Shirt hoch, Kind ran. Und fertig. So wies sein soll.