Chronisch erschöpft - Abstillen?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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alessi_a
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Re: Chronisch erschöpft - Abstillen?

Beitrag von alessi_a »

Sakura,

Es würde mich wundern, wenn dein Eisenspiegel bzw. Ferritinwert im grünen Bereich ist. Das ist er nämlich so schon bei den wenigsten Menschen, bei Frauen sowieso nicht. Je nachdem, wie die Ergebnisse ausfallen diesbezüglich, würde ich dir zu einer Eisentherapie mittels Infusion raten. Eisenmangel kann nämlich üble Sachen mit einem machen ;) Ich hab das auch mal machen lassen und will das entweder bald wiederholen oder aber nach der Stillzeit sowieso. Im Moment trinke ich was mit Eisen drin.

Ich fülle meine Speicher so gut es geht auf. In dem bekannten DrogerieMarkt gibt so eine Immun Wochenkur, ein hochdosiertes Vitaminpräparat in Fläschchen, sowas hab ich immer und dann auch noch ein Vit B Komplex und eine Mischung aus Spurenelementen (Zink, Selen, Molybdän, Chrom...)
Da du schon lange stillst, könnte ich mir vorstellen, dass du Mangelzustände hast, weil, wie gesagt, die meisten Menschen einen Mangel haben, ohne zu stillen. Ich kenne aber generell nicht deine Ernährungsweise und dein Lebensstil, deshalb kann ich dir nur vorsichtig den Tip mit den Nährstoffen geben.

Alles Gute!
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tania
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Re: Chronisch erschöpft - Abstillen?

Beitrag von tania »

für mich war das jahr zwischen eins und zwei wirklich wunderschön und wirklich wirklich anstrengend. mein kind hat sehr viel gestillt und ich hatte wirklich immer das gefühl, es wäre ohne stillen nur anstrengender gewesen.

einige beispiele: die schlechte laune, die nach einem frustigen erlebnis bleibt, verschwindet sofort - die extrem gute laune des kindes hilft auch mir SEHR! für mich hat sich stillen angefühlt wie mama *tanken*. mit vollem bauch war er unabhängiger von mir, hat sich eher alleine beschäftigt, war alleine in einem zimmer oder im garten. oft kam er tatsächlich NUR zu stillen, brauchte sonst gerade keine aufmerksamkeit. und - ehrlich - ich finde aufmerksamkeit anstrengender als stillen. das merke ich auch jetzt, wo stillen schon seit einer weile aufmerksamkeit nicht mehr ersetzt. und was ich immer noch als großen vorteil des stillens empfinde: an tagen, wo ich echt nicht nett zu ihm war, ihm nich genug aufmerksamkeit geschenkt habe, viel genervt war, vielleicht sogar gebrüllt hab: abends und nachts kriegt er eine entspannte mama, die ihm via stillen nähe und mama schenken kann. eine nacht mit stillen nach einem blöden tag versöhnt mich und lässt mich den nächsten tag mit einem guten gefühl beginnen.

ich kenne einige mütter, die mehr oder weniger auf hormon durchs erste jahr gekommen sind und dann im zweiten echt auf dem zahnfleisch gingen. kinder haben ist anstrengend und schon nur ein kind ist sehr antrengend. stillen ist meist einfach nur das, was andere halt nich machen. und auch mütter, die fitter aussehen, ständig geschminkt sind und herrlich organisiert - auch die sind ganz schlimm erschöpft - immer wieder.
tania mit sohn *09 und sohn *12
Atlasnaja
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Re: Chronisch erschöpft - Abstillen?

Beitrag von Atlasnaja »

Ehrlich, ich glaube nicht, dass Abstillen Dir hilft. Ich denke auch an einen anderen Pfad von Dir. Ich glaube, vielleicht würde Dir doch auch mehr Abwechslung, mal was ohne Kind machen etc. mehr helfen.

Aber Kinder sind anstrengend und auch ein klasse Leben haben ist anstregend. Man ist halt 24 h verantwortlich für das Kind, versucht noch eine gute Partnerin und Freundin zu sein, vielleicht noch einen Beruf professionel zu betreiben oder das Haus in Schwung zu haben, DAS IST ANSTRENGEND. Vor allem finde ich es anstrengend, wenn man vorher voll und ggf. erfolgreich berufstätig war. Dann wird man irgendwie so runtergebremst und auch wenn das Kind toll und gewünscht und alles ist, ist diese Umstellung anstrengend. Ich jedenfalls finde diese Veränderung in meinem Leben von Vollzeitkarriere zu Mama mit Teilzeitkarriere oft sehr anstrengend.


Jetzt einfach nach dem Gießkannenprinzip Vitamine etc. einnehmen würde ich nicht. Das kann auch mehr schaden als nutzen. Da gab es in letzter Zeit eine Reihe von Artikeln zu.
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Sakura
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Re: Chronisch erschöpft - Abstillen?

Beitrag von Sakura »

tjaha... was ohne kind machen.... geht nicht. erstens hat sie aktuell EXTREME trennungsangst. sie fängt teilweise an zu weinen, wenn ich ihr nur den rücken zudrehe. und zweitens habe ich niemanden, der sie mir abnehmen könnte. wirklich niemanden, und auch keinen kita-platz. und ein ganzes wochenende ohne kind... erstens will ich das weder dem kind noch dem papa zumuten, und zweitens: wäre das nicht gleichbedeutend mit abstillen????

aber es ist nicht das kind, was mich belastet, ich fühle mich körperlich, als ob ich gestern einen marathon gelaufen wäre. am montag habe ich die auswertung des bluttest, dann sehen wir weiter.
Sakura mit zwei tollen Mädels 04/11 und 05/13

Ich werde sie lehren, den eigenen Weg zu gehen,
vor keinem Popanz, keinem Weltgericht,
vor keinem als sich selber gerade zu stehen. (Reinhard Mey)

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Campanula
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Re: Chronisch erschöpft - Abstillen?

Beitrag von Campanula »

Sakura - das seh ich ja erst jetzt! :shock:

(((((((Sakura)))))))

Hm, wenn ich mich recht erinnere, hast Du genau so ein "Steinzeitkind" wie ich, oder?
Hängt extrem an Mama und möchte bitte möglichst wenig abgesetzt oder gar abgegeben werden, stillt wie ein Weltmeister, schläft nachts quasi nur am Körper und stillt dabei in sehr kurzen Abständen?

Dann DARFST Du Dich müde und erschöpft fühlen (auch, wenn ich es Dir nicht wünsche!), denn Du LÄUFST gerade einen Marathon (und damit meine ich nicht das Stillen)! *drück*
Ich liebe mein eigenes Kind heiß und innig, aber zu behaupten, dass so ein betreuungsintensives, forderndes Kind einen nicht in gewisser Weise "aussaugt", das wäre gelogen. Und damit meine ich nicht das Stillen.

Was bzgl. unseren Vielstillkinder meines Erachtens wirklich wichtig ist, ist, bewusst SEHR gesund und SEHR häufig zu essen und SEHR viel zu trinken. Einfach mal vier, fünf Stunden nichts essen tagsüber, weil man grad unterwegs ist oder andere Dinge zu tun hat, das funktioniert zumindest bei mir gar nicht. Ich "gebe" momentan stilltechnisch enorm viel raus - das muss ich auch erstmal in meinen Körper reingeben, damit er gesund arbeiten kann. Und unter 4 Litern Flüssigkeit, davon mind 3 Litern Leitungswasser, geht bei mir momentan auch nichts, zu wenig Flüssigkeit recht sich bei mir enorm schnell mit Schlappheit und Kopfweh.
Das wäre für mich von Mutter zu Mutter von sehr fordernden Babys/Kleinkindern der erste Checkpunkt: wie sieht das bei Dir aus?

Und dann: wir haben einfach momentan kaum eine Pause - da darf man sich nichts vormachen. Schlaf bekomme ich grundsätzlich auch genug, aber das ist etwas anderes als mal vier Stunden entspannt auf dem Sofa zu liegen wenn man es gerade will(!) und ein Buch bei netter Musik zu lesen. Körper und Seele gehören zusammen, und auch wenn der Körper genügen Nahrung, Flüssigkeit und Schlaf bekommt, reagiert er immer noch mit Erschöpfung, wenn er zwischendurch nicht auch so einfach mal eine psychische Pause bekommt und quasi "einfach mal an die Wand starren" darf.
... auch bei (nur) einem Kind ist das leichter gesagt als getan - und wenn dann noch die üblichen Tücken des Alltags dazu kommen (Krankheit des Kindes, eigene Krankheit, irgendein eigentlich normaler Stressfaktor, dann doch mal zwei unruhigere Nächste, auch wenn die schon etwas zurückliegen...), dann fühlt man sich meines Erachtens pötzlich schnell mal wie ein wandelnder Zombie, ausgelaugt, ausgesaugt und blutleer, und man weiß gar nicht so recht, wo das jetzt plötzlich herkommt.

Könnte es das sein?
Ich finde mich in Deiner Beschreibung nämlich recht gut wieder, habe hier auch immer wieder solche Phasen und bin mehr krank als früher - merke aber, wie es mir besser geht, wenn ich a) die Ernährung wirklich gut im Auge behalte und b) durch meinen Freund derzeit nachmittags gut entlastet werde.
Sprich: erhalte ich Freiräume, bessert sich der "Zombie-Zustand" - obwohl hier weiterhin aus allen Rohren sehr, sehr viel gestillt wird ;-)

Das bietet jetzt natürlich noch keine Lösung, wie es Dir möglichst bald besser geht, aber vielleicht eine Perspektive, dass die "Stellschrauben" zum Lösen des Problems in der Tat nicht beim Stillen liegen.

Alle Liebe Dir!
Wiebke mit dem kleinen bunten Schaf (w, *27.12.2010) - auch weiterhin im Tragetuch ;-)
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tussi
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Re: Chronisch erschöpft - Abstillen?

Beitrag von tussi »

campanulas beitrag kann ich nur so unterschreiben. bei mir geht jetzt gerade das anstrengendste jahr meines lebens zu ende u uff, es ist noch lange kein ende in sicht. nicht, weil ich jetzt 2 kinder hab, sondern weil ich eins von diesen, welch ein netter ausdruck *kicher* steinzeitkindern hab. absolut kein vergleich zu meinem ersten babyjahr, in dem ich zusätzlich noch schwanger u schwangermüde war. ich würd diesen druck nicht unterschätzen, der auf uns lastet.
gerade durch den vergleich zu meiner tochter fällt mir immer wieder auf, wie angespannt ich mit meinem kleinen schatz jetzt raus geh. endlich kann ich mit ihm raus, aber es ist u bleibt glückssache, ob ich nicht doch unterwegs o die rückfahrt über angebrüllt werde. es kommt auch immer noch vor, dass er auf meinem arm nicht ruhig wird.

bei meiner maus hatte ich, als sie 10 monate alt war, schwangerschaftsbedingt keine milch mehr. ihre essenportiönchen wurden erst nennenswert größer, als sie weit über 1 gewesen ist, dafür hat sie unmengen an premilch verdrückt u ich sag dir ganz ehrlich, nachts 2 o 3 fläschchen anzurühren ist sehr viel anstrengender als im halbschlaf zu stillen. soll angeblich übungssache sein, aber ich war hinterher jedesmal hellwach durchs wasserabmessen.

bin gespannt auf deine blutergebnisse u drück dich (((sakura)))
lg tussi

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Wenn aus Liebe Leben wird, hat das Glück einen Namen.
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Salo81
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Re: Chronisch erschöpft - Abstillen?

Beitrag von Salo81 »

Sakura hat geschrieben:tjaha... was ohne kind machen.... geht nicht. erstens hat sie aktuell EXTREME trennungsangst. sie fängt teilweise an zu weinen, wenn ich ihr nur den rücken zudrehe. und zweitens habe ich niemanden, der sie mir abnehmen könnte. wirklich niemanden, und auch keinen kita-platz. und ein ganzes wochenende ohne kind... erstens will ich das weder dem kind noch dem papa zumuten, und zweitens: wäre das nicht gleichbedeutend mit abstillen????

aber es ist nicht das kind, was mich belastet, ich fühle mich körperlich, als ob ich gestern einen marathon gelaufen wäre. am montag habe ich die auswertung des bluttest, dann sehen wir weiter.
Für mich liegt hier bischen der Hase im Pfeffer.

Was arbeitet dein Mann/Freund denn?
Wo leben denn deine Verwandten/Eltern ect?
Könnte man da mal ein Wochenende hinfahren?

Ich kann dir sehr gut nachfühlen was die Erschöpfung ect. angeht.
Ich habe bei meinem Großen in dem Alter dann angefangen, ihn mal paar Stunden bei der Oma zu lassen.
Gut, du hast keine verfügbar. Aber ich denke wenn man nach einer Möglichkeit sucht und das wirklich auch will,
findet man was. Die Kinder arrangieren sich dann schon mit der Person.
Wenn sie gern ißt dann lass sie doch dort was essen was sie mag und stillen kann sie hinterher wieder.

Lg
Salo
Salo mit Henry (06/05) und Flora (09/07) und Luise (06/11)
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Punilein
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Re: Chronisch erschöpft - Abstillen?

Beitrag von Punilein »

Ich drück Dich auch einfach mal (((Sakura)))

Juli ist ja nun schon fast 22 Monate und auch ein "Steinzeitkind". Sehr guter Ausdruck übrigens. :wink:
Sie stillt tagsüber 4-5 Mal und nachts sowieso... In schlechten Nächten dauernd und in guten Nächten 2-4 Mal.
Ich gehe auch manchmal am Stock,
aber soooooo ausgelaugt wie Du es beschreibst habe ich mich nie ( länger als einen halben Tag ) gefühlt !

Mir helfen an solchen Tagen auch literweise Wasser und viiiiiel Bewegung an der frischen Luft...
Wir sind immer draußen, bei Wind und Wetter dank unserer Hunde und wenn ich mal einen Tag nicht draußen war am WE zB,
das schlägt mir direkt aufs Gemüt...

Es tut mir leid, dass Du so in den Seilen hängst !


Ich hoffe, dass Du schnell heraus findest,
was für Dich und Deine Seele eine Art Balsam sein kann..

Abstillen ist nicht der Weg,
das ist MEINE Meinung.

Ich drücke die Daumen,
dass Deine Blutergebnisse Aufschluß geben !

Liebe Grüße
Punilein mit Juli (07/2010)
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BEcKa
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Re: Chronisch erschöpft - Abstillen?

Beitrag von BEcKa »

Folsäure
B-Vitamine

Auf gute Ernährung achten!!
Liebe Grüße
Becka
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und ein Bild- Dich trag ich bei mir, bis der Vorhang fällt...



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tania
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Re: Chronisch erschöpft - Abstillen?

Beitrag von tania »

ich habe mein kind auch nicht abgeben können (kann es immer noch nicht), aber ich kann ihn beschäftigen lassen, durch cousins, freunde usw. wir haben eine freundin, die rufe ich an, wenn ich nicht mehr kann, die kommt, mein sohn liebt sie und ich kann mich hinlegen. sie macht sich inzwischen auch alleine einen kaffee ;-)
tania mit sohn *09 und sohn *12
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