Stehe am Scheideweg

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

Moderatoren: Anjamaria01, klecksauge, SchneFiMa, Mondenkind

Antworten
bunny
gut eingelebt
Beiträge: 20
Registriert: 03.12.2011, 07:14

Stehe am Scheideweg

Beitrag von bunny »

Guten Morgen
Wie beurteilt ihr meine Situation und wie weiter?
Meine Kleine wird bald 4 Monate und hat gerade mal die 5000g Grenze geknackt-viel zu wenig bei einem GG von 3410g.Im Schnitt nimmt sie 80g zu.Trotz Hebammenrat,Stillberaterin,div.Stillhilfen(BES)und milchfördernden Mittelchen ist Ende der Fahnenstange.
70-75g (mehrmalige Stillwiegung)bekommt die Kleine aus der Brust,mit BES kommt sie auf etwa 100ml,sie nimmt einfach nicht mehr.Fläschchen allerdings schon.Stillen tu ich so alle 2-2 1/2 Stunden und sie scheint zufrieden,aber es scheint eben nur so.Das Dilemma ist:Ersetze ich mehr Mahlzeiten durch das Fläschchen,geht SOFORT meine Milchmenge zurück.

Ich stehe in Kontakt mit mehreren Stillberaterinnen,die sich einig sind,mehr geht nicht.

Allerdings kann es so auch nicht weitergehen.Abpumpen,was ja sinnvoll wäre,bringt nichts-mit 3 veschiedenen Produkten,nicht mal 5 ml nach 20 min.

Soll ich, um das Beste für mein Kind zu tun, aufhören mit stillen??????

LG
jusl
Jusl Almighty
Beiträge: 16020
Registriert: 19.03.2007, 10:54
Wohnort: nördlich des Weißwurstäquators

Re: Stehe am Scheideweg

Beitrag von jusl »

Hallo bunny,

70 g ist eine ganz normale Mahlzeitengröße. Wird 10 mal am Tag gestillt (eine ganz normale Stillfrequenz), ergibt sich als Gesamttagestrinkmenge ca 700 ml, was ebenfalls eine völlig normale Menge ist (Quelle). Mit BES-Unterstützung ergibt sich entsprechend eine Gesamttagestrinkmenge von bis zu 1000 ml, das wäre schon oberer Durchschnitt bzw. überdurchschnittlich viel für ein eher leichtes Baby.

Sprich: Warum auch immer Dein Baby so leicht ist, es liegt nachweislich NICHT an einem zu geringen Milchangebot. Das Umsteigen auf künstliche Milch hätte ausschließlich Nachteile für Dein Baby, und es gibt keinerlei Grund anzunehmen, dass es damit besser versorgt sei, im Gegenteil. Muttermilch ist leichter verdaulich, es kommt mehr beim Baby an davon.
Ratsam ist bei auffällig geringer Gewichtszunahme, mögliche medizinische Probleme, die geringe Gewichtszunahme verursachen können, ärztlich ausschließen zu lassen. Stoffwechselstörungn, Nährstoffmangel, Malabsorptionserkrankungen z.B.

Aber das Umsteigen auf künstliche Milch bzw. Flaschenfütterung wenn das Stillen an sich gut klappt, ergibt wirklich gar keinen Sinn.

LG
Julia
Ginevere
SuT-Legende
Beiträge: 8767
Registriert: 14.07.2009, 08:50
Kontaktdaten:

Re: Stehe am Scheideweg

Beitrag von Ginevere »

Ich habs gerade nicht mehr genau im Kopf, meine aber dass meine Kleine in dem Alter ein ähnliches Gewicht hatte. Die 10kg hatten wir zum Beispiel erst kurz vor dem 3. Geburtstag geknackt.

Sie isst heute noch viele kleine Mahlzeiten am Tag, daher denke ich das ist einfach so bei ihr.

Hast ja schon Rat von der Fachfrau bekommen. :wink:
Ich würde auch auf keinen Fall abstillen!
LG Gini
… mit A🩰 3/09 und E 🏐 3/12
Benutzeravatar
youtee
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1184
Registriert: 05.12.2010, 20:44
Wohnort: Franken

Re: Stehe am Scheideweg

Beitrag von youtee »

Meine beiden Kinder hatten auch bei mittigem Geburtsgewicht (einmal 3500 und einmal 3000g) relativ geringe Gewichtszunahmen - sind auch beide fein und zart, und gut so wie sie sind. Nur so als Unterstützung, denn den besten Rat hast Du ja schon bekommen.
ClauWi Trageberaterin, MK 06/12
bunny
gut eingelebt
Beiträge: 20
Registriert: 03.12.2011, 07:14

Re: Stehe am Scheideweg

Beitrag von bunny »

OH Danke
Naja die Stillberaterin gestern in der Still Ambulanz meinte 100ml sollten es sein.Und hat mir ans Herz gelegt einen KA aufzusuchen-eben weil sie altersgemäß doch zu wenig wiegt.
Du sprichst Stoffwechselstörungen an,meist du damit,daß sie meine Milch nicht verträgt?Und Nährstoffmangel würde ja auch darauf hinauslaufen,daß sie von mir zu wenig nahrhaftes bekommt,oder verstehe ich das falsch.
Sonst ist die Kleine eigentlich recht aufgeweckt,greift zielsicher mit beiden Händchen nach Gegenständen,dreht sich aber noch nicht(vielleicht doch Kraftmangel),sie hat aber auch nicht die kleinen Speckfalten und Grübchen(die ich vom älteren Kind her noch kenne).
Du würdest also befürworten:
1.einen KA aufzusuchen(allerdings ist er kein Stillbefürworter)
2.bei der von mir beschriebenen Methode zu bleiben
Nur der Nahrungsbedarf wird ja höher,mein "Angebot" läßt sich nicht steigern.Wie würdest du zufüttern?
LG
jusl
Jusl Almighty
Beiträge: 16020
Registriert: 19.03.2007, 10:54
Wohnort: nördlich des Weißwurstäquators

Re: Stehe am Scheideweg

Beitrag von jusl »

Naja die Stillberaterin gestern in der Still Ambulanz meinte 100ml sollten es sein.
Für diese Aussage gibt es keinerlei vernünftigen Grund, sie ist viel zu pauschal. Für ein junges Baby, dass 14 mal am tag stillt, sind jedes Mal 100 ml viel zu viel; für ein älteres Baby, das aber noch nichts Festes isst und nur 5 mal am Tag stillt, sind jeweils 100 ml viel zu wenig. Man muss das GESAMTE Bild anschauen. Und wie gesagt: 50 oder 70 ml sind als Mahlzeitengröße völlig in Ordnung, vorausgesetzt, dass eben OFT GENUG gestillt wird.
Du sprichst Stoffwechselstörungen an,meist du damit,daß sie meine Milch nicht verträgt?
Nein. Stoffwechselstörungen sind meist angeboren und haben nichts mit "Milch nicht vertragen" zu tun.
Und Nährstoffmangel würde ja auch darauf hinauslaufen,daß sie von mir zu wenig nahrhaftes bekommt,
Ebenfalls nein. (also: ja, das hast Du falsch verstanden ;-)) Nährstoffmangel kann verursacht sein durch Grunderkrankungen, siehe oben, desweiteren z.B. durch besondere Schwangerschafts- und Geburtsumstände und durch zufällige Veranlagung. All dies hat überhaupt nichts mit "nahrhafter Milch" zu tun. Babys, die frühgeboren oder mit zu geringem Geburtsgewicht oder per Kaiserschnitt geboren wurden, haben z.B. ein höheres Risiko für Eisenmangel im ersten Lebensjahr; wenn einer dieser Umstände vorliegt, sollte das überprüft werden.
Du würdest also befürworten:
1.einen KA aufzusuchen(allerdings ist er kein Stillbefürworter)
2.bei der von mir beschriebenen Methode zu bleiben
Ich würde ein großes Blutbild machen lassen wegen Nährstoffstatus und auf gängige Stoffwechselstörungen und andere chronische Erkrankungen wie z.B. Zöliakie testen lassen. Davon abgesehen weiter nach Bedarf stillen und bei Bedarf mit dem BES zufüttern.
Nur der Nahrungsbedarf wird ja höher,mein "Angebot" läßt sich nicht steigern.Wie würdest du zufüttern?
Nö, so sehr wird der Nahrungsbedarf erstmal nicht steigen, sie ist ja schon fast 4 Monate alt. Lies mal die von mir verlinkte Quelle. ;-) Darin findest Du die Info, dass sich der Gesamttagesbedarf in den nächsten Monaten nicht mehr stark erhöht. Die Babys werden zwar größer, aber wachsen langesamer, deshalb sinkt der Energiebedarf relativ zum Körpergewicht kontinuierlich ab.
Zum Zufüttern ist bei Bedarf PRE-Nahrung übers BES geeignet, oder wenn Dein Baby mindestens 4 Monate alt ist: babygeeignete Schonkost mit relativ hohem Kaloriengehalt. Also z.B. gestampfte Kartoffel, fein püriertes Fleisch, Reis- oder Haferbreie mit Fettzugabe, Banane, Avocado,... jeweils gematscht/püriert per Löffel gefüttert. Nebenbei einfach nach Bedarf weiterstillen, das wäre das Beste.

LG
Julia
Jadzia
Dipl.-SuT
Beiträge: 4594
Registriert: 15.07.2011, 21:10

Re: Stehe am Scheideweg

Beitrag von Jadzia »

Hallo Bunny


Meine Tochter hat nie große Stllmahlzeiten geschafft. Bis heute nicht. Sie spuckt mir dann alles um die Ohren. 100ml oder mehr hat sie erst mit 8 Monaten zu sich nehmen können, vorher waren so 50-100ml, je nach Umständen drin.

Allerdings hat sie trotzdem wunderbar zugenommen.

Wir haben aber die komplette Diagnostik gemacht, weil sie am Anfang nicht zunahm sondern nur ab.

Schilddrüse, Infektionskrankheiten, dies und das.......Es kam nix raus ( dann kam die Zunahme von allein und hat alle Fragen überflüssig gemacht)

Es gibt einige Umstände die dafür sorgen könne, daß ein Kind schlecht zunimmt. das habe dann im KH alles mal so im vorbeigehen mitbekommen. das reicht von schlimmen Erkrankungen über kleinere harmlosere problemchen.

Stell dich aber darauf ein, daß du evtl alles mögliche als "Verdacht" zu hören bekommst. das kann einem dann schon angst machen.
in deinem fall würde ich aber doch zur Sicherheit mal nachsehen lassen.

wenn nix ist kannst du einfach von Veranlagung ausgehen und bist dann endlich auch beruhigt. wenn was ist ist es besser das zu finden.

alles gute
Alles kann, Liebe muss

Jadzia mit Dax (03/11)

1000 Streams, 100 Kommentare, 50 mal 5 ⭐️
Sind unser Ziel ( psst, geht auch doppelt und dreifach und sogar ohne Zuzuhören 😊)

https://open.spotify.com/episode/4UUhYl ... OBYY39nlir

https://youtu.be/4fegPvOL94Y?si=-3kT2Fg70wF1BD7H

https://www.instagram.com/12briefe_der_ ... _source=qr
Mauserl
hat viel zu erzählen
Beiträge: 222
Registriert: 18.11.2011, 20:11
Wohnort: Österreich

Re: Stehe am Scheideweg

Beitrag von Mauserl »

Ich wollt nur mal kurz was zum "Drehen aus Kraftmangel" sagen:

Meine Kleine ist über 6 Monate alt und ist alles andere als zart gebaut, im Gegenteil! Sie dreht sich hin und her, aber nicht auf den Bauch. Dabei hätte sie bestimmt genug Kraft.

Ich finde mit 4 Monaten umdrehen auch recht früh. Kein Baby in meinem Bekanntenkreis war so bald dran! Also ganz ruhig angehen lassen, das kommt von allein!
Lg von Mauserl

mit großem (03) und kleinem (11) Herbstkind
Benutzeravatar
youtee
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1184
Registriert: 05.12.2010, 20:44
Wohnort: Franken

Re: Stehe am Scheideweg

Beitrag von youtee »

Meine Tochter hat sich erst mit 8 Monaten gedreht. Ist heute 6einhalb - und völlig normal! :lol: Zeitspannen können ruhig gaaaaanz locker gesehen werden.
ClauWi Trageberaterin, MK 06/12
Antworten

Zurück zu „Stillforum“