Bei meinem Großen war ich auch ziemlich uninformiert, ängstlich und prüde..
Mir war es schlicht unangenehm, in der Wohnung "oben ohne" herumzulaufen oder herumzusitzen und das Kind zu stillen.
Dazu kam, dass er recht leicht bei der Geburt war (2560g) und die Hebamme mir schon einen Tag nach der Entlassung Vorwürfe gemacht hatte, dass mein Kind bei mir nicht satt wird, und sie ihn ins KH einweisen lässt, wenn wir nicht bis zum nächsten Tag ne Gewichtszunahme von 60g hätten, etc pp..
Wir sollten lieber gleich zufüttern, dann könnten wir besser kontrollieren, wieviel er zu sich nimmt, etc bla bla..
Leider hab ich mich davon tatsächlich SO verunsicheren lassen, dass ich dazugefüttert habe,
und irgendwann "war halt keine Milch mehr da" - klar, wenn man nicht anlegt, und anlegt, und anlegt - dann KANN sich die Milchproduktion ja gar nicht vernünftig einpendeln..
JETZT weiß ich das..
Bei meiner Kleinen wollte ich es direkt anders machen,
und habe bereits bei der Vorstellung zur Geburt gesagt, dass mir a) ne natürliche Geburt mit möglichst wenig Medikamenten und b) das Stillen besonders wichtig sind.
Diesmal wusste ich, dass man viel anlegen muss, sich locker und entspannt halten sollte, etc..
Und siehe da - das Stillen hat schon im Kreißsaal geklappt (mei - was war mir das im KH beim Großen unangenehm, als die Hebamme meine Brust genommen, und meinem Sohn in den Mund geschoben hat..

).
Bei der Kleinen kam die Hebamme nach 20 min wieder rein und wollte uns beim Anlegen helfen - da hatte ich die Maus aber schon längst "dranhängen"
Es hat von Anfang an geklappt - am 2. Tag war die Milch da, und ich hatte ein SEHR zufriedenes Baby..
Am 3. oder 4. Tag hab ich mir nen Magen-Darm-Virus (ich behaupte immernoch, dass da was am Essen war....) zugezogen,
und hatte echt Angst, dass ich durch den Flüssigkeitsverlust zu wenig Milch produzieren würde,
und hab aber trotzdem darum gebeten meiner Tochter ne Flasche zu machen, damit SIE versorgt ist..
Hmm - irgendwie wurde das aber vergessen, der Hunger meiner Tochter größer, und ich wollte sie "zur Beruhigung" an die Brust nehmen..
-tja, als die Kinderschwester nach ner Dreiviertelstunde mit der Flasche kam, war meine Tochter bereits satt und im Tiefschlaf
ICH hab mich dann vorsorglich an den Tropf hängen lassen um mein Flüssigkeitsdefizit auszugleichen,
aber eine Flasche für die Kleine hab ich nicht mehr geordert..
DAS hat mir dann entgültig gezeigt, dass ich es kann,
und jetzt stille ich seit 12 Wochen voll, hab noch originalverpacktes Milchpulver im Küchenschrank stehen -
nur zur Sicherheit.. aber ich glaube nicht, dass wir es noch aufreissen müssen...
MEIN Fazit: Stillen ist Kopfsache..
Wenn man sich einredet, bzw einreden lässt, dass es nicht klappen wird, dann klappt es auch nicht.
Wenn man es wirklich will, überzeugt dahintersteht und "am Ball bleibt", dann KANN man es auch (mal ganz wenige Fälle ausgenommen, in denen es aus medizinischen Gründen nicht möglich ist)