Suse Allround Tragejacke - ein persönlicher Test

Hauptforum: Trageberatung

Moderatoren: Springerle, Cocolin

Antworten
Benutzeravatar
MaareMum
Dipl.-SuT
Beiträge: 4462
Registriert: 24.01.2012, 22:10
Wohnort: Deutschland

Suse Allround Tragejacke - ein persönlicher Test

Beitrag von MaareMum »

Nachdem ich lange, lange im Internet über Tragejacken und Co. gelesen und gesucht habe, habe ich mich schlussendlich für die Suse Allround Tragejacke entschieden.
Da ich nirgendwo einen wirklich ausführlichen Testbericht gefunden habe, hab ich nun selbst begonnen, in einem anderen Forum einen Bericht zu schreiben, und will ihn gern mit euch teilen.


Material:

Die erste Jacke hab ich direkt zurückgeschickt. Ich wollte eigentlich Rot-schwarz, gabs aber nimmer, also hab ich die Farbe Sand genommen. Das war aber nicht wirklich sandfarben sondern eher Pfirsich *schüttel*. Hab dann Schwarz stattdessen genommen.

Das Erste, was auffiel: der Flies stank regelrecht nach Chemie, also erstmal in die Wäsche. Danach war das glücklicherweise komplett weg (und der Flies ist nicht gefusselt). Es macht mir aber schon Bedenken bezüglich Schadstoffbelastung der Jacke. Hmm.

Die jeweiligen Teile für die Erweiterungen gehen sehr leicht und problemlos reinzuzippen (am Rücken ist es fest integriert aber versteckt).

Bisher habe ich noch keinerlei Probleme bezüglich aufgehender Nähte, die Jacke scheint eigentlich gut verarbeitet zu sein. Es scheint dort aber deutliche Unterschiede zu geben. Denn die Dame vom Shop schrieb mir in einer email, dass sie noch eine Jacke der Farbe xy da hätte, die aber schlecht verarbeitet sei. Ich hätte diese dann etwas billiger bekommen.


Größe:

Es viel auf, dass die Jacken doch recht unterschiedlich ausfallen. Beide Jacken waren M, aber die Sand-Jacke sah doch etwas plusterig/sackig aus, während die Schwarze richtig gut sitzt.
Ich bin 174cm groß und normalgewichtig. Da ich wegen der Größe unsicher war, hab ich beim Shop nachgefragt, welche Größe für mich in Frage käme. Mir wurde zu M geraten, was auch gut passt. S hätte vermutlich mir selbst noch gepasst, aber dann wird es mit dem Tragen (vor allem wohl später auf dem Rücken) eng.
Die Ärmel fallen recht kurz aus. Wer lange Arme hat oder gerne die Hände in den Ärmeln verschwinden lässt, wird mit dieser Jacke sicherlich nicht glücklich.
Die Länge reicht bei mir soweit, dass etwa Hälfte bis zwei Drittel vom Po noch bedekt sind. Ich hatte eigentlich mit einer längeren Jacke gerechnet, weil es heisst, dass die Allround länger ist als die 3in1 (ich will gar nicht wissen, wie kurz dann die 3in1 ist).


Funktionalität:

Bisher kann ich nur vom Vorne Tragen berichten.

Der Fleece alleine trägt sich sehr angenehm. Man hat selbst den Hals frei, so wie in einer normalen Jacke, aber der Ausschnitt ist dann enger zusammen, so dass man es mit Schal gut warm hat. Das Kind kann man auch bis zum Kopf einzippen, wenn man es in optimaler Tragetuchhöhe gebunden hat.

Die Öffnung für den Kinderkopf in der Aussenjacke finde ich nicht ausgereift. Die eigentliche Öffnung sitzt so hoch, dass man das Kind extrem hoch binden müsste. Dann hätte man den Kopf des Kindes genau vor der Nase, was nicht sehr praktisch ist. Und gerade bei den ganz Kleinen geht das gar nicht, weil die ja den Kopf nicht halten können. Die Öffnung, wo eigentlich der Kinderkopf rausgucken soll, ist per Reissverschluss zu öffnen. Diese Öffnung ist aber echt klein, da würde es glaubich dem Kind ganz schön den Hals zuschnüren, wenn es da überhaupt rausgucken könnte.
So muss man die Reisverschlüsse etwas offen lassen (ich hab sonst zumindest Sorge, dass das Kind nicht genug Luft bekommt). Ich mach es dann bei gutem Wetter so, dass ich einfach den reingezippten Teil bis zum Hals den Kindes schließe und den überbleibenden Rest nach Innen umklappe, dann kann das Kind auch wa sehen.
Der Abschnitt, der den eigenen Hals schützen soll, ist riesig. Er ist zwar mit einem Gummizug ausgestattet, aber der ist sehr schwergängig und verkleinert auch nur unwesentlich. Und wie gesagt, da man die Reisverschlüsse etwas offen lassen muss, kann man ihn zumindest bei kleinen Babies nicht benutzen (das gleiche gilt dann für nur die Aussenjacke). Ich hab aber schon ne Idee: es gibt ein paar Klettverschlüsse an den Seiten, da werd ich mir einfach was eigenes Kleines hinkletten, als Hals-Schutz.

Die eingebaute dünne Kapuze ist ein bissl läppisch und wirklich eher für den Notfall, die Anknöpfbare ist dafür super und schließt auch um den eigenen Hals rum.

Die Kapuze vom Kind nützt mir (noch) nix, weil das Baby ja wie gesagt nicht so hoch gebunden ist, dass die eigentliche Halsöffnung benutzt wird. Aber dafür nehm ich jetzt einfach den Teil, der eigentlich meinen Hals schützen sollte und klette ihn an die vorgesehene Stelle. Dann ist er als Dach über dem Kopf des Kindes, ich hab nen geschützten Hals (und durch den seitlich etwas offenen Reisverschluss bekommt das Kind Luft, die aber nicht kalt bis zu mir durchkommt.

Was sehr gut ist, man kann die Jacke unten mit einem Gummi zuziehen, so dass von unten keine Kälte an die Babyfüße kommt. Denn das war in meiner normalen Jacke ein Problem.


Taschen:

Was mich sehr stört: die Jacke hat kaum Taschen, die einzigen großen Taschen sind die an den Seiten für die Hände an Fleece und Aussenjacke, und diese haben keine Reisverschlüsse - und das vermisse ich sehr.
Auf einem Ärmel ist eine Tasche aufgenäht, da sagen die in der Werbung, man könne eines dieser kleinen modernen Handys reinstecken. HAHA, die Tasche ist etwa 5x5 cm groß. Da passt gar nix rein. Ausserdem kommt man mit Tragling gar nicht mehr dran.
In der Aussenjacke gibt es eine kleine Innentasche mit Klettverschluss, wo Handy oder Geldbeutel reinpassen.
Am Po gibt es noch eine Tasche aus Netzstoff, die für Windeln und Co. sein soll. In diese Tasche passt aber maximal eine 1er Windel rein.

Ich werd mir jetzt von ner Freundin Reissverschlüsse in die Seitentaschen der Fleecejacke nähen lassen, dann hab ich zumindest vernünftige Taschen, wenn ich nur Fleece oder beide zusammen anziehe.


Wind und Wetter

Aussenjacke + Fleece zusammen ist super warm.
Die Jacke ist wunderbar wasserfest. Da hatte ich ein bissl Sorge denn das weiss man ja nie bei "atmungsaktiven" Stoffen. Es scheint aber wirklich irgendwie atmungsaktiv zu sein, denn ich schwitze nicht so drin wie in einer Regenjacke.


Mein bisheriges Fazit:

Die Jacke hat viele Kniffe und durchdachte Details, und an anderen Ecken versteht man die Details überhaupt nicht bzw sind sie überhaupt nicht durchdacht. Es gibt so Einiges an Verbesserungspotential. Aber grundsätzlich bin ich zufrieden denn sie erfüllt den Zweck, dass ich und der Zwerg es bei jedem Wetter warm haben. Und es gibt leider für meine Zwecke keine Alternativen, daher hab ich die Jacke behalten.


Wenn der Zwerg größer ist und ich auch das Tragen auf Hüfte und Rücken testen konnte, werd ich wieder berichten.
Gruß, MaareMum
mit dem Großkind (2011) an der Hand und dem Kleinkind (2014) im Tuch
Benutzeravatar
MaareMum
Dipl.-SuT
Beiträge: 4462
Registriert: 24.01.2012, 22:10
Wohnort: Deutschland

Re: Suse Allround Tragejacke - ein persönlicher Bericht

Beitrag von MaareMum »

Oups, ich hätte es vielleicht nochmal vor dem Senden lesen sollen, sorry für die Rechtschreibfehler :-)
Gruß, MaareMum
mit dem Großkind (2011) an der Hand und dem Kleinkind (2014) im Tuch
Benutzeravatar
MaareMum
Dipl.-SuT
Beiträge: 4462
Registriert: 24.01.2012, 22:10
Wohnort: Deutschland

Re: Suse Allround Tragejacke - ein persönlicher Bericht

Beitrag von MaareMum »

So, wir sind beim Rückentragen angelangt und daher gibt es den Rücken-Testbericht:

Beim Rückentragen hat die Suse's Kinder Tragejacke ihre wahre Stärke.
Am Rücken sind versteckte Reisverschlüsse eingearbeitet. Wenn man diese öffnet, dann hat die Jacke hinten einen regelrechten Beutel, der sich um das Kind schmiegt. Das Alleine-Anziehen muss man ein bissl üben. Man muss sich und dem Kind die Jacke praktisch überwerfen. Aber das geht nach ein paar Mal üben vor dem Spiegel wirklich gut (und dann auch ohne Spiegel). Mein Zwerg ist 4,5 Monate alt und hat schon raus, den Kopf aus dem Loch zu strecken, wenn die Jacke ein bisschen schief übergeworfen wird. Die Kleinen können also durchaus mithelfen beim Anziehen :-)

Die Kopföffnung hat einen Kordelzug eingearbeitet, die Kordeln reichen nach vorne, so dass man die Öffnung schön eng um den Kinderhals zuziehen kann, und man sich dabei nicht mal verbiegen muss.
Zusätzlich kann man an der Kopföffnung vom Kind noch eine gute Kapuze anknöpfen oder eine Nackenstütze aus Fleece. Die Nackenstütze aus Fleece kann man allerdings nur in die Aussenjacke einknöpfen, nicht in die Fleece-Innenjacke. Und die Nackenstütze ist sehr weich und stützt nicht wirklich viel. Wenn man die Jacke um den Nacken des Kindes mit den Kordeln zuzieht, stützt das mehr als die eigentliche Nackenstütze (und eigentlich soll ja eh die Kopfkante vom Tuch stützen, aber da bin ich noch am Üben, die schön fest zu bekommen).

Nur die eigene anknöpfbare Kapuze sollte man abnehmen, da die sonst dem Kind im Gesicht hängt, wenn man sie nicht auf hat.

Wir waren so bei etwa -8°C unterwegs und hatten es beide kuschelig warm.
Ich bin von der Jacke was das Rückentragen angeht wirklich begeistert. Und wenn man doch mal nochmal vorne tragen will, ist die Jacken schnell umgebaut.

In die seitlichen Taschen der Fleece-Jacke hab ich mir übrigens inzwischen Reisverschlüsse einnähen lassen. So kann man das Taschenproblem selbst lösen.

Ob ich die Jacke noch mit der Hüft-Trageweise testen kann, weiss ich noch nicht, da mein Zwerg da immer schreit wie am Spiess und ich es auch noch nicht geschafft hab, ihn irgendwie vernünftig auf die Hüfte zu binden.
Gruß, MaareMum
mit dem Großkind (2011) an der Hand und dem Kleinkind (2014) im Tuch
Antworten

Zurück zu „Trageforum“