so viele Frauen keine Milch mehr, Mythos oder Wirklichkeit ?

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klimaforscherin
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Re: so viele Frauen keine Milch mehr, Mythos oder Wirklichke

Beitrag von klimaforscherin »

Ist der Energiebedarf tatsaechlich nur 500 kcal extra?
Ich weiß, dass man so etwas messen kann, aber kann es sein, dass die Datenmenge gering war? Wie ist die Streubreite?
Ich habe das Gefühl, zu essen wie ein Scheunendrescher und ich halte mein Gewicht. Ein bisschen komme ich mir beim essen gierig vor....
Grüße
klimaforscherin
mit Wetterfrosch 2010 und Schwälbchen 2012

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Weekend
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Re: so viele Frauen keine Milch mehr, Mythos oder Wirklichke

Beitrag von Weekend »

Ich bin immer wieder erstaunt, wie viel einem in Bus und Bim wildfremde Frauen über ihre eigenen Stillerlebnisse erzählen. Aber ja, immer wieder der Tenor "hatte keine Milch mehr".

Mei, was bin ich froh, dass ich eine gute IBCLC-Beraterin habe und gut und umfassend informiert wurde. Irgendwie tun mir diese Frauen auch teilweise leid - zumal man oft hört, dass es ihnen schon sehr gefehlt hat. Ihnen fehlte damals einfach die richtige Beratung. Vielen wurde auch gleich von Beginn durch Mutter/Schwiegermutter/Umfeld signalisiert "Milch geht bald weg - war bei mir auch so".

Ich bin auch in einem anderen Forum unterwegs und dort sind nun auch einige frische Mamis dabei. Eine hat am Rosenmontag entbunden und gibt jetzt schon Flasche, weil "zu wenig Milch". Da der Tenor dort eher in Richtung Fläschchen geht, habe ich keinen Kommentar dazu abgegeben. Denn man braucht sich nur die Postings davor und in der Schwangerschaft durchlesen, dann erfährt man den wohl eigentlichen Grund:

Mehr Freiheit,mein Körper wieder für mich, Kind kann früher bei Partner/Großeltern/etc. gelassen werden, brauche Abwechslung, will wieder mit Freundinnen weggehen (endlich wieder Alkohol, der Aperol fehlte schon so), ...

Ich frage mich dann oftmals, wozu manche Frauen Kinder bekommen - wenn sie doch nur so "lästig" sind. Ständig wollen sie was - kuscheln, die Brust/Flasche, Schnuller, Aufmerksamkeit :roll:
(Die Kinder sind zwischen 2 Wochen und 18 Monaten)
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jusl
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Re: so viele Frauen keine Milch mehr, Mythos oder Wirklichke

Beitrag von jusl »

klimaforscherin hat geschrieben:Ist der Energiebedarf tatsaechlich nur 500 kcal extra?
Ich weiß, dass man so etwas messen kann, aber kann es sein, dass die Datenmenge gering war? Wie ist die Streubreite?
Ich habe das Gefühl, zu essen wie ein Scheunendrescher und ich halte mein Gewicht. Ein bisschen komme ich mir beim essen gierig vor....
Dafür braucht es keine Studien mit großen Stichproben, sondern eher Wissen über Physiologie ;-):
1 Liter Muttermilch sind ca 670 kcal. Bestimmte Stoffwechselvorgänge funktionieren in der Stillzeit effizienter, was den Grundumsatz senkt (z.B. nimmt die Aktivität der quergestreiften Muskulatur ab). Und alle Schwangerschaftspfunde, die sich nicht aus Baby, Plazenta, Fruchtwasser und erhöhtem Gewebswasser- und Blutvolumen zusammensetzen, sind extra für die Stillzeit angelegte Fettreserven (5kg Babyspeck entspricht immerhin ungefähr 35.000 kcal. Daraus kann man rund 50 l Muttermilch herstellen, ohne (!) jedewedes Zusatzessen, das ist ja schon mal was... ;-)).
500 extra kcal täglich reichen also für eine Laktation auf Vollstillniveau bequem aus, mit keinem oder allenfalls geringem Gewichtsverlust.

Es kann ja durchaus sein, dass Du derzeit MEHR Kalorien brauchst - aber nichts fürs Stillen, sondern z.B. um Schlafmangel oder ähnliche Belastungen zu kompensieren.

LG
Julia
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klimaforscherin
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Re: so viele Frauen keine Milch mehr, Mythos oder Wirklichke

Beitrag von klimaforscherin »

Whow, toller Wirkungsgrad! Das macht uns Müttern keiner so schnell nach!
Grüße
klimaforscherin
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jusl
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Re: so viele Frauen keine Milch mehr, Mythos oder Wirklichke

Beitrag von jusl »

Da hast Du Recht. :lol:

Und bekanntlich brauchen erfahrene Mütter auch nur 50% der Zeit um 120% der anstehenden Aufgaben zu managen... :lol:
Potsdame
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Re: so viele Frauen keine Milch mehr, Mythos oder Wirklichke

Beitrag von Potsdame »

Weekend hat geschrieben: Ich frage mich dann oftmals, wozu manche Frauen Kinder bekommen - wenn sie doch nur so "lästig" sind. Ständig wollen sie was - kuscheln, die Brust/Flasche, Schnuller, Aufmerksamkeit :roll:
(Die Kinder sind zwischen 2 Wochen und 18 Monaten)
ich finde solche aussagen ziemlich gemein. es hat nichts mit lästig zu tun, aber es ist schon anstrengend, dass man nicht einfach das kind z.b. bei papa lassen kann, weil man immer die stillzeiten im kopf behalten muss. und ich finde es keinen falschen egoismus, wenn man auch mal zeit für sich möchte. gerade die anfängliche umstellung von eigenem leben zur totalen selbstaufgabe ist doch schon krass. und nur eine entspannte mutter kann eine gute mutter sein.
Es kann ja durchaus sein, dass Du derzeit MEHR Kalorien brauchst - aber nichts fürs Stillen, sondern z.B. um Schlafmangel oder ähnliche Belastungen zu kompensieren.
DAS wäre jetzt ma interessant, auf welchen energiebedarf man dann kommt. also ich hatte in der vollstillzeit nur hunger. das war richtig schlimm. 8)
Mops kam im Juli 2010 und wurde lange getragen und gestillt. Jetzt fährt er lieber Laufrad und will sich seine Milch unbedingt selbst eingießen :-)

Wieviel Erdbeereis muss der Mensch noch essen, dass er endlich einmal sagt, ich bin dafür?
(Am Ende denk ich immer nur an dich, Element of Crime)
Weekend
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Re: so viele Frauen keine Milch mehr, Mythos oder Wirklichke

Beitrag von Weekend »

Potsdame, sry ich wollte damit niemanden zu nahe treten. Ich habe es wirklich etwas krass formuliert.
Du kennst ja auch die Postings, auf die ich mich bezog, nicht - ich habe die schon stark verkürzt dargestellt. Es ist also eine Summe von Eindrücken.

Ich weiß, dass man auch ohne Stillen eine wunderbare Mutter sein kann/ist und natürlich auch Zeit für sich braucht. Die brauche ich ja auch. Die Umstellung ist auch nicht ohne, zweifelsohne.

Aber ab und zu wenn ich dort was lese, dann wird mir so anders, denn es klingt so genervt und lästig. Es tut mir dann immer so weh, weil es für mich teilweise so lieblos klingt. Das ist dann für mich kein "gesunder Egoismus" mehr. Das klingt 1A nach Bequemlichkeit.
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greenie bird
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so viele Frauen keine Milch mehr, Mythos oder Wirklichkeit ?

Beitrag von greenie bird »

klimaforscherin hat geschrieben:Ist der Energiebedarf tatsaechlich nur 500 kcal extra?
Ich weiß, dass man so etwas messen kann, aber kann es sein, dass die Datenmenge gering war? Wie ist die Streubreite?
Ich habe das Gefühl, zu essen wie ein Scheunendrescher und ich halte mein Gewicht. Ein bisschen komme ich mir beim essen gierig vor....
da schließe ich mich mal an- ich hab schon Angst nach dem abstillen aufzugehen wie ein Hefekloß ...

Gegen 'mal Zeit für sich' ist natürlich erstmal nichts einzuwenden, aber ich versteh nicht warum das in den meisten Fällen nicht bis zur Beikost warten kann. Warum muss man sein Kind schon mit ein paar Wochen stundenlang abgeben können.
Aber das macht Diskussionen ums Stillen ja immer so schwierig, es gibt eben unterschiedliche Charaktere- manche haben die Geduld auf 'mehr Milch' zu warten (denn bisher ist wohl noch kein Kind während eines Schubs verhungert) und manche eben nicht.


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Sprache ist ein mangelhaftes Instrument zum Ausdrücken von Gefühlen bzw. scheine ich schlecht darin zu sein, bitte fragt bei zweifelhaften Äußerungen von mir nach...

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Potsdame
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Re: so viele Frauen keine Milch mehr, Mythos oder Wirklichke

Beitrag von Potsdame »

Weekend hat geschrieben:
Aber ab und zu wenn ich dort was lese, dann wird mir so anders, denn es klingt so genervt und lästig. Es tut mir dann immer so weh, weil es für mich teilweise so lieblos klingt. Das ist dann für mich kein "gesunder Egoismus" mehr. Das klingt 1A nach Bequemlichkeit.
das verstehe ich ja immer nicht. ich fänd es soooo anstrengend, nachts auszustehen und fläschchen zu machen. oder die ganze ausrüsntung, die man immer mit sich rumschleppen muss :wink:
greenie bird hat geschrieben:
klimaforscherin hat geschrieben:Ist der Energiebedarf tatsaechlich nur 500 kcal extra?
Ich weiß, dass man so etwas messen kann, aber kann es sein, dass die Datenmenge gering war? Wie ist die Streubreite?
Ich habe das Gefühl, zu essen wie ein Scheunendrescher und ich halte mein Gewicht. Ein bisschen komme ich mir beim essen gierig vor....
da schließe ich mich mal an- ich hab schon Angst nach dem abstillen aufzugehen wie ein Hefekloß ...
als ich weniger gestillt habe ist mein appetit auch verschwunden. und ich habe auf einmal abgenommen. und zwar heftig schnell.
Mops kam im Juli 2010 und wurde lange getragen und gestillt. Jetzt fährt er lieber Laufrad und will sich seine Milch unbedingt selbst eingießen :-)

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k81
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Re: so viele Frauen keine Milch mehr, Mythos oder Wirklichke

Beitrag von k81 »

Ich hatte eine Hebamme, die sehr schnell mit dem Zufüttern war. Hätte ich alles so befolgt, wer weiß, ob ich dann heute voll stillen würde? Ich denke auch, dass viele Stillbeziehungen durch äußerliche Einflusse beendet werden oder aber praktische Gründe eine Rolle spielen.

Eine Freundin wird wohl bald abstillen, ihr Kind ist 5 Monate alt und kriegt eigentlich seit Geburt mehr oder weniger oft "die Pulle". Die kann auch mal der Mann geben...und jetzt ist es soweit, dass das Kind "einfach nicht mehr satt wird". Mittlerweile gibt es kaum noch die Brust und das Kind bevorzugt auch schon die Flasche. Sie scheint aber auch nicht traurig drum zu sein. Schade.

Nicht für jede Frau hat Stillen einen hohen Stellenwert, wenn's nicht geht, dann ist es eben so, heißt es dann. Ich habe mir vor der Geburt gar keine Gedanken drum gemacht und liebe es jetzt über alles und meine Maus auch. :D
Gruß, k81 mit großer Maus *21.09.2011 und kleiner Maus *08.10.2014Bild
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